Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Medien (Seite 103 von 251)

Der Cracker ist tot

Robbie Coltrane ist gegangen – er gab mir den Glauben an gutes TV zurück

Für mich war die Hauptrolle seines Schauspielerlebens Dr. Eddie Fitzgerald. Das ZDF strahlte diese Filme gegen die sonntägliche ARD-Talkshow aus, die damit für mich auf immer gestorben war. Diesem Fitzgerald hätte ich seinerzeit nicht noch weitere knapp 30 Lebensjahre prognostiziert. Er sah sehr krank aus, und gerade darum finster entschlossen, die verbliebene Zeit exzessiv zu geniessen. Vorbildlich. Weiterlesen

Auf- und Abstiege

mit Update 13.10.

Aufsteiger*innen unserer Zeit sind zweifellos die Aufständischen im Iran. Jacobin bringt ein Interview mit einer anonymisierten Aktivistin, das nach meiner unmassgeblichen Kenntnis wohlinformiert und von politischer Reife geprägt ist: Massenproteste im Iran: »Keine Mullahs, kein Schah, nur Demokratie« – Seit dem gewaltsamen Tod von Jîna Mahsa Amini sind im Iran heftige Proteste gegen das Regime ausgebrochen. JACOBIN hat mit einer iranischen Aktivistin darüber gesprochen, welche Form der Solidarität hilfreich und welche hinderlich ist.” Interview mit Parandeh geführt von Sayeh Javadi, Übersetzung von Thomas Zimmermann. Weiterlesen

Selenskij noch bei Trost?

Der ukrainische Präsident Selenskij hat vor zwei Tagen in einer Rede vor australischen Medienmogulen (wer außer Rupert Murdoch sollte das gewesen sein?) nach Meldungen verschiedener Medien einen atomaren Präventivschlag der NATO gegen Russland gefordert. Die “Rheinische Post” zitiert Selenskij folgendermaßen: “Die Nato muss nach Ansicht Selenskyjs die Möglichkeit eines russischen Atomwaffeneinsatzes verhindern – notfalls mit Präventivschlägen. Selenskyj betonte bei einem Auftritt vor dem Lowy Institut am Donnerstag die Bedeutung von Präventivmaßnahmen.” Weiterlesen

„Kritikloser Systemtransfer“

Wie die Öffentlich-Rechtlichen in den Osten kamen – Seit 32 Jahren gibt es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Ostdeutschland. Die Politikwissenschaftlerin Sylvia Dietl zieht ein kritisches Fazit.

Am 3. Oktober 1990 wurden Hörfunk und Fernsehen der DDR in sogenannte Einrichtungen überführt, um am 1. Januar 1992 schließlich in das öffentlich-rechtliche System der BRD integriert zu werden. Die Politikwissenschaftlerin Sylvia Dietl studierte damals an der Universität Mannheim. Für sie ist der Tag der Deutschen Einheit bis heute ein „historischer Wendepunkt, ein Tag der Freude“.

In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Transformation und Neustrukturierung des DDR-Rundfunks im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands“ ist ihr Fazit trotzdem kritisch. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Anstalten kommen nicht gut weg. Im Gespräch erklärt die Autorin, warum das so ist und bietet geschichtliche Hintergründe zu aktuellen Korruptionsdebatten. Weiterlesen

Nehmt ihm dieses Spielzeug weg!

Elon Musk hat heute einen Tweet abgesetzt, der ihn gänzlich disqualifiziert: Es sollten doch in den besetzten Gebieten Donbas, Mariupol und so weiter unter UN-Aufsicht neue Referenden abgehalten werden. Je nach dem, wie die  ausgehen, so Musk, sollten die Russen abziehen oder bleiben – die restliche Ukraine solle neutral werden. Soweit, so naiv, zumal völlig unklar ist, wer da wo wie abstimmen sollte, haben doch inzwischen viele Ukrainer verständlicherweise die besetzten Gebiete verlassen. Typisch Musk: was schert mich Diplomatie, UN, Regeln der internationalen Institutionen, Regierungen, internationale Verträge und Abkommen? Er ist ein notorisch Gesetze brechender Pirat. Weiterlesen

Lieber nicht recherchieren …

mit Updates nachmittags und 5.10.

… aber die Falle der Dialektik lauert

Der von mir geschätzte Kollege René Martens/MDR-Altpapier wirkt etwas verzweifelt bei seinem Blick auf den NDR. Dieser hat sich nämlich selbst untersucht, mit dem Ergebnis: “Belege für einen angeblichen ‘politischen Filter’ konnten wir nicht finden (…) Für einen solch massiven Vorwurf müsste die Berichterstattung des Landesfunkhauses über einen längeren Zeitraum systematisch ausgewertet werden.” Müsste. Konjunktiv. Schreibende Berichterstatter*innen folgten dem NDR-Narrativ von “fehlenden Belegen”. Thema erledigt. Weiterlesen

Eskapismus am Feiertag

ZDFneo – gut gemacht

Während deutsche Politiker*innen – ob nun aus intellektueller Bräsig- oder Bösartigkeit – das im-Krieg-sein zu normalisieren beginnen, und in Brasilien – von deutscher Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – weiter gegen den Faschismus und die Zerstörung menschlichen Lebens auf diesem Planeten gekämpft wird – ist das deutsche Fernsehen die letzte Zuflucht vor dem grassierenden Selbstzerstörungsmechanismus der herrschenden Herrschaft. Das deutsche Fernsehen? Nein. Nicht das Ganze. Aber ZDFneo, der “Barnaby”-Sender. Weiterlesen

Laaangweilig

Fakten zum Verstehen der Welt

Nicht unterhaltsam. Nicht flott geschrieben. Nicht in Glitzerkram verpackt. Kein Sex. Einfache sachliche Erinnerungen an Fakten. Und kein schöner Anblick. Aber wenn Sie den gegenwärtigen Zustand der menschlichen Welt für – in relevanten Teilen – “Irrsinn” halten, dann verurteile ich Sie hiermit zum Lesen der folgenden Texte. Vor dem Hintergrund, wie Hal Faber/heise es formuliert, dass “die Fakten eine Sprache sprechen, die einer wie (Friedrich) Merz gar nicht versteht”. Wenn Sie sie auch nicht verstehen, gesellen Sie sich zu ihm. Wenn Sie sie verstehen wollen, lesen Sie. Weiterlesen

And now s.th. completely different

Mal nichts zum Krieg, aber im weiteren Sinne Politik: Willemsen und Lakomy/Balthus

Hinter der digitalen Mauer der FAZ erinnert Harald Staun heute an Roger Willemsen. Warum? Weil der Rechtebesitzer an dessen Arbeit die TV-Werke Willemsens jetzt zugänglich mache – jedoch scheinbar nicht im Netz – Staun hat jedenfalls keinen einzigen Link gesetzt – sondern in irgendeinem Museum im deutschen Osten (Berlin). Pffft. Da denke ich als Leser und ehemaliger Fan von Willemsens Arbeit: verarschen kann ich mich selber. Weiterlesen

Wer definiert, wer wir sind

Das ist für mich der Text des Tages. Daniel Leisegang und Chris Köver interviewten für netzpolitik.org Meredith Whittaker, ehemalige renitente Alphabet-Mitarbeiterin und heutige Chefin der “Signal”-Stiftung: ‘Künstliche Intelligenz ist vor allem ein Marketinghype’ – Sie arbeitete für Google, forschte zu Künstlicher Intelligenz und steht nun an der Spitze des Messengers Signal. Meredith Whittaker gilt als eine der schärfsten Kritikerinnen von Big Tech. Wir sprechen mit ihr über Smarte Kaffeemaschinen, Verschlüsselung für alle und die fatalen Folgen fehlender Regulierung.” Weiterlesen

Hygiene oder Diskurs?

Sophisticated und hengstbissig keilte der intelligente Harald Staun/FAS am Sonntag gegen seine Kollegen Precht und Welzer und ihren erfolgreichen Werbefeldzug für ihr Buch. Nein, die beiden Jungs sind keine Opfer, haben auch kein Problem sich öffentlich vernehmbar zu äussern. Allerdings reicht ihre Intelligenz aus zu bemerken, wenn sie als Popanz benutzt werden.

Denn Stauns Auftrag ist offensichtlich genauso, genau die Allergie zu zeigen, die Produzent*inn*en von Mehrheitsmeinungen zeigen, wenn sie dafür kritisiert werden, dass sie tun, was sie tun. Es ist irgendwas mit Immunsystem. Und da geht bekanntlich heutzutage alles mögliche durcheinander. Weiterlesen

Wer ist Chef?

Mensch oder Technik? Die Kunst forscht

Ein alter Streit, ein alter Machtkampf. Wird der Mensch die Herrschaft über seine Technologien behalten? Oder abgeben (müssen)? Einerseits falschgestellte Fragen. In einer Klassengesellschaft sind es wenige Herrschende, die bestimmen, was erforscht, programmiert und produziert wird. Und viele, die sich dem ausgesetzt sehen. Wenn demokratische Medien sie nicht mit Faktenwissen ausstatten, neigen sie zu quasireligiösen Betrachtungen, als sei die Technik “böse”, und nicht der Klassenfeind. Es gäbe viel zu forschen, was die Technik der IT-Monopole mit den Menschen macht. Weiterlesen

Desperate Despots

Und der kapitalistisch induzierte Vertrauensverlust demokratischer Medien an den Beispielen Iran / spanischer Frauenfussball

Wladimir Putin ist, obwohl deutsche Medienkonsument*inn*en diesem Glauben anhängen könnten, nicht die einzige globale Gefahr. Johannes Varwick erklärt sie Ihnen im Junge-Welt-Interview. Und hier lesen Sie, wie “der Westen” als politische Projektion sich selbst in Gefahr begibt. Diplomatie als Waffe der Politik wird massiv abgerüstet, militärökonomisch dagegen läuft es prima. Warum, steht hier. Weiterlesen

Asbest-Katastrophe – nicht vorbei, im Gegenteil

Eine Mediathekperle – aber kein Feelgood-Tipp

Merkwürdig: nirgends ist mir eine Vorankündigung oder gar eine Rezension – auch keine Verrisse – aufgefallen. Wer mag an diesem Medienboykott gedreht haben? Wer immer es war: Kompliment, hochprofessionell. Oder machen die das jetzt auch schon freiwillig? Ich jedenfalls war als fachlicher Laie am Dienstagabend zur besten Sendezeit sowohl baff als auch ohnmächtig empört. Es geht um “Asbest, eine unendliche Geschichte” (Video 1:32, Mediathek bis 18.11.). Weiterlesen

Was in deutschen Trash-Shows keine Rolle spielt

Sie wissen ja, ich glotz’ sowas nicht. Dafür habe ich Autor*inn*en, die das für mich machen. Lebenszeit und Gesundheit opfern? Kommt für mich nicht infrage. Die wesentliche weltpolitische Ausgangslage hat Andreas Zumach eben beschrieben. Suchen Sie mal ein deutschsprachiges Medium, das das versteht oder gar transportiert. Fakten, Fakten, Fakten. Stefan Reinecke/taz charakterisiert den deutschen Laber-Trash zutreffend: Debatte um Panzerlieferungen nach Kiew: Deutsche Irrtümer – Die deutsche Debatte um Lieferungen von Kampfpanzern an die Ukraine wird mit vielen Emotionen geführt. Doch es fehlt strategischer Weitblick.” Weiterlesen

Fans können Journalismus

Mal keine Produktpräsentation: Max Eberls viele Seiten

Geht doch. Was deutsche Sportjournalist*inn*en kaum noch schaffen, übernehmen die Fans eben selbst: eine kritische, recherchierte, differenzierende Berichterstattung und Kommentierung. Die Produktpräsentierer*innen der TV-Anstalten und konzerneigener “Fachpresse” sind eben, wie der Manager Max Eberl, auch nur Teil eines – so das Selbstbild – funktionierenden Systems, das sich nicht mehr daran juckt, was in der Welt da draussen vorgeht. Also Teil des Problems, nicht der Lösung. It’s the economy, stupid! Weiterlesen

Selbstbesoffen

mit Update 21.9.

Wieviele sind “alle”? 5 von 83? Ich hatte in Mathe ‘ne 5, aber so doof bin ich auch wieder nicht. Nach Ansicht der was-mit-Medien-Leute in Deutschland haben alle, aber wirklich alle auf der ganzen Welt, die ein TV haben, um Elizabeth Windsor getrauert, und wollten demzufolge “alle” den zu ihrer Bestattung veranstalteten Karnevalszug von London sehen. Und das den ganzen Tag. Was für ein Eigentor. Weiterlesen

Rückschlag für Überwachungsstaat

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Aber wenn sie immer häufiger von Gerichten kommen, stimmt was mit den anderen Staatsgewalten nicht. Der Europäische Gerichtshof hat zur “Vorratsdatenspeicherung” gesprochen. Der DLF macht es sich einfach, und verweist auf ein bereits gestern gesendetes Feature von Peggy Fiebig. Ich empfehle die aktelle Berichterstattung der Kolleginnen von netzpolitik.org.: Anna Biselli berichtet, Constanze Kurz kommentiert. Weiterlesen

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