Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Medien (Seite 104 von 251)

Online last

Einige schlechte und wenige gute Beispiele für deutschen Onlinejournalismus

Den Beueler Extradienst gibt es jetzt sechs Jahre öffentlich, inkl. nicht öffentlicher Übungsphase 8 Jahre. Geld ist keins geflossen, weder rein noch raus. Es war nicht furchtbar und es ging. Seine grösste Zierde sind die unbezahlten Autor*inn*en, die schreiben, weil sie es für richtig halten und/oder weil es ihnen Spass macht. Mir auch. Umso mehr elendigliche Gefühle überwältigen mich, wenn ich das Treiben der Profis betrachte. Einige aktuelle Beispiele. Weiterlesen

Fritz Pleitgen gestorben

mit Update nachmittags

In seiner Amtszeit als WDR-Intendant und meiner als stellv. Mitglied des WDR-Rundfunkrates hatten wir eine Meinungsverschiedenheit über den “Beckmann-Vertrag”. Ich konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der entscheidenden Rundfunkratssitzung teilnehmen, und sandte ihm meine begründete Ablehnung zu. Es gab nicht wenige Gegenstimmen wg. der hohen Dotierung, aber er kam durch. Damit flanschte sich die ARD für lange Zeit an die DFL an. Beckmann und Bundesliga wurden von Sat1 abgeworben. Obwohl es unnötig gewesen wäre, schrieb mir der Mann einen mehrseitigen Brief (analog, auf Papier) zurück, warum er für richtig hielt, was ich falsch fand. Ein Gentleman im besten Sinne. Weiterlesen

Pornoschuhe und Rentnerleben

Den Begriff “Pornoschuhe” habe ich mal in irgendeiner TV-Comedy aufgeschnappt. Seitdem führt er in meinen Freundinnenkreisen immer wieder zu engagierten Diskussionen. Weniger als eine halbe Million Suchmaschinentreffer, die Mehrheit davon Pornoclips. Wir dagegen diskutierten die Schuhe von Anne Will, z.B. hier mit dem kleinen Olaf. Nun können wir unsere Debatten auf eine wissenschaftliche Basis stellen. Weiterlesen

40 Jahre Erstarrung

Die Reichen und die “Freien” – Wer kann sich das leisten? – Öffentliche Medien jedenfalls keine weiteren 40 Jahre

Diese aktuelle, anständige, faktengerechte, gut lesbare Reportage von Larena Klöckner/taz Junge Jour­na­lis­t*in­nen wünschen Veränderung: Wertschätzung? Fehlanzeige – Junge Jour­na­lis­t*in­nen arbeiten oft in unsicheren, freien Anstellungsverhältnissen. Wie erleben sie die aktuellen Skandale beim ÖRR?” löste in mir folgende Gedankenkette aus. Wohlgemerkt ist nicht die Autorin dafür zu kritisieren: die von ihr wahrheitsgemäss geschilderten und realistisch eingeschätzten Verhältnisse, sie sind jetzt rund 40 Jahre alt. Und sind erschienen in einem Medium, das sich “tageszeitung” nennt. Weiterlesen

Wieviel Unkenntnis ist glaubhaft?

Jürgen Habermas schafft es immer noch, Geschwätzwellen auszulösen

“Der menschliche Erkennntisprozess ist prinzipiell unabschliessbar.” So lautete mein Lieblingssatz im Jungdemokraten-Grundsatzprogramm von 1971 (“Leverkusener Manifest”). Aber ist auch eine Rückentwicklung denkbar? Nicht nur der Ukrainekrieg legt das nahe. Auch ein anderer prominenter Fall von Geistesgrösse. Er ist jetzt 93, zwei Jahre älter als Adenauer, drei als mein Vater; drei jünger als die tote Queen. Wenn ich seinem Rezensenten Stefan Reinecke/taz glaube, hat er keine neue Studio-LP vorgelegt, sondern nur eine neue “Best-of”-Compilation. Damals beim Vinylplattenkauf habe ich davon meine Finger gelassen. Es mutete an, wie die ständigen Wiederholungen in der Glotze. Doch die Orentierungslosigkeit der liberalen Linken ist so ausgewachsen, dass sie sich von dem guten alten Mann immer noch jesusartige Fingerzeige erhoffen. Weiterlesen

Bitterfeld und Hamburg

Beispiele zur Distanz des Politmedien-Karussells von der Gesellschaft

In Bitterfeld war ich in meinem Leben ein einziges Mal – durchgefahren. Am Bahnhof öffnete ich das Abteilfenster und blickte raus. Alle meine Vorurteile bestätigten sich optisch. Ein Privatbahnveranstalter bediente damals die Strecke Berlin-Köln auf Nebenstrecken durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen, in denen ich im Leben nie war und nie wieder hinkommen werde. Über Siegburg gelangte ich wieder nachhause. Weiterlesen

Fressen lassen?

Wer will dazugehören, zu flegelhaften Herrschenden?

1992 soll mal zur Debatte gestanden haben, in die taz Investor*inn*en einziehen zu lassen. Hans Christian Ströbele soll es mitverhindert haben, die taz-Genossenschaft entstand. Daran fühlte ich mich erinnert, wie der ansonsten kompetente taz-Medienkolumnist Steffen Grimberg an Deutschlands despotischstem Medienoligarchen Mathias Döpfner ausgerechnet kritisiert: “Und sät wie diese durch solche Spielchen Zwietracht, die Gesellschaften spalten kann.” Gespaltene Gesellschaft, ogottogott, lasset uns beten. Weiterlesen

Diskursabmeldung

Als Regierungssprecher in NRW war Wolfgang Lieb 1990-96 für Roland Appel und mich ein verlässlicher und geschäftsfähiger Koalitionspartner. Weil er wusste, wie sein Chef Johannes Rau tickt. Seit 1983 arbeitete er für ihn. Die Wahlsiege dieses Johannes Rau, die sich der Chefintrigant in seinem Stab Bodo Hombach gerne alle persönlich ans eigene Revers klebte, danach aber eine Spur sozialdemokratischer Verwüstung hinterliess (Spiegel-Schlagzeile: “Der Kerl muss weg!”), waren in Wirklichkeit selbstverständlich eine Teamleistung, zu der Lieb so wesentlich beitrug, wie z.B. auch Christoph Habermann, den ich gelegentlich in der “Blauen Stunde” in der Nordstadt treffe. Dieser Wolfgang Lieb hat nun im “Blog der Republik”, kleiner haben dies nicht, zum Ukrainekrieg veröffentlicht. Weiterlesen

NDR und all die andern

mit Update nachmittags

Es wird wieder über “innere Pressefreiheit” diskutiert, wie schön. Allerdings diskutieren öffentlich vorwiegend Redaktionen aus Zeitungsverlagen die innere Pressefreiheit in öffentlichen Medien. So wie hier Michael Maier/Berliner Zeitung. Dabei versteigt er sich im Schlussabsatz zu einem recht absurden Vergleich. Wie konnte es bei ihm so weit kommen? Es liegt wohl daran, dass er als Person ein merkwürdiger Hybrid aus Verleger, Herausgeber, Chefredakteur und Redakteur ist. Bei seiner Berufsbiografie war es lange nicht leicht, den Überblick zu behalten. Weiterlesen

Technologie der Mächtigen

Und eine starke Frau dagegen

Neuland für Deutschland. Aber wir holen auf, und ich möchte dazu beitragen. Eva Wolfangel/Technology Review/heise hat ein Interview mit Meredith Whittaker geführt: Kritik an Google: ‘Sogenannte KI basiert von Natur aus auf einer Machtbeziehung’ – Meredith Whittaker ist die erste Präsidentin des Messengers Signal und wird nicht müde, vor den gesellschaftlichen Folgen von KI zu warnen. Ein Interview.” Da hat Google/Alphabet auf dem enger werdenden Transfermarkt leistungsstarker Fachkräfte einen signalhaften Verlust erlitten – aber wollte es wohl auch nicht anders. Weiterlesen

Laudatio auf Hans-Christian Ströbele

Wg. grosser Nachfrage: anlässlich der Verleihung des Arnold-Freymuth-Preises präsentiert am 2. Dezember 2018 in Hamm

Sehr verehrter, lieber Christian, liebe Julia Ströbele-Gregor, sehr geehrte Festversammlung, Hans-Christian Ströbele wird heute der Arnold-Freymuth-Preis des Jahres 2018 verliehen. Dazu möchte ich Dir, Christian, herzlich gratulieren.

Hans-Christian Ströbele, 1939 in Halle geboren, zog bald mit seinen Eltern nach Marl, eine Stunde von Hamm entfernt, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Er war sechs Jahre alt, als der Krieg endete, Hitlerdeutschland kapitulierte. Kurz vor seinem zehnten Geburtstag trat das Grundgesetz in Kraft und mit ihm entstand die Bundesrepublik Deutschland. Weiterlesen

Kommunikationskompetenz

Was kann Gerhart Baum, was alle andern nicht können?

“Politik ist die Kunst der Kommunikation.” Diesen intellektuell wahrlich nicht überambitionierten Satz prägte eine Freundin von mir, die eine PR-Agentur für Politik und NGOs betreibt. So einfach dieser Satz ist, so selten ist seine Feststellung in der Praxis zu entdecken. Und nun der Vergleich zwischen 1972 und heute. Die deutschen Medien sind heute voll mit Erinnerungen an das Olympiaattentat 1972 in München. Ich war 15, und habe darum nicht viel Erhellendes dazu beizutragen. Dennoch: die bis heute anhaltende deutsche Peinlichkeit hatte Wurzeln in der damaligen Politik. Das grosse Rätsel ist geblieben, warum niemand ausser einem 89-jährigen Fähigkeit und Kompetenz zeigte, das adäquat zu bearbeiten. Weiterlesen

Vergleiche

Macron – Baerbock / 90-Euro-Ticket / ARD & IFA, Berlin & Rheinland

Die EU, so wird bei jeder Gelegenheit betont, müsse “mit einer Stimme sprechen”. Je mehr das betont wird, umso weiter ist die Entfernung von der Wirklichkeit. Und es gibt bestimmt einen lateinisch-psychologischen Fachbegriff dafür: die, die so reden, sind in der Regel Verursacher*in des Problems, das sie öffentlich beklagen. Nehmen Sie z.B. hier den Monsieur Macron (Michaela Wiegel/FAZ) und hier unsere Frau Baerbock (Kathrin Merz, dpa/Berliner Zeitung). Ich kommentiere nicht. Den Vergleich schaffen Sie selbst. Weiterlesen

Winnetou-Opium

Wieder hab’ ich nicht aufgepasst. Die wollen mir meinen Winnetou wegnehmen? Wie gemein kann mann denn sein? “Der Schatz im Silbersee” war der erste Film, den ich als Kind im Kino gesehen habe, in der “Schauburg” in Gladbeck, seit vielen Jahrzehnten geschlossen. Erst danach habe ich die Bücher gelesen (nicht alle, aber einige). Und siehe: die waren – wie immer – besser als die Filme. Und nun haben kluge Menschen – weitgehend unbemerkt von breiter Öffentlichkeit – bewiesen, dass der Springerkonzern ganz Deutschland … nein, fast alle deutschen Billigmedien an der Nase herumführen kann. Weiterlesen

„Chiara“

oder auch: Scorsese, De Niro, Al Pacino und das wirkliche Leben

Gerade auf Mubi (eine Streaming-Plattform, die ich allen empfehle, die Netflix-müde sind) den italienischen Film „Chiara“ gesehen (2021). Es ist einer der Filme auf halbem Weg zwischen TV und Kino, der in der Produktion wohl drei bis vier De Niro-Tagesgagen kostet (Robert ist übrigens einer meiner absoluten favourites, durfte bei der Berlinale mal in der zweiten Reihe hinter ihm sitzen (-:). Weiterlesen

Ist es Ihnen aufgefallen?

Zum RBB-Skandal

Besetzungsfragen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind etwas hoch Politisches. In den vielen Stunden Sendezeit, die es dazu jetzt gab, wurde hauptsächlich über Rückenmassagegeräte in Audi-Limousinen, vermeintliche Dienstessen und teure Parkettfußböden geredet.

Worüber nicht geredet wurde war die Frage, wie solche personelle Besetzungen und Fehlsteuerungen wie beim rbb überhaupt zustande kommen. Vom System der „roten“ und „schwarzen“ Freundeskreise, das letztlich entscheidet, war keine Rede. Warum nicht? Weiterlesen

RBB-Virus im NDR

Im Kern geht es nicht um Verfehlungen einzelner Führungskräfte, sondern um die Qualität der Arbeit. Und wie sie durch verfehlte Machtstrukturen erschwert und behindert wird. Das ist die Gemeinsamkeit zwischen dem hochgejazzten RBB-Skandal und dem sich – noch – unmerklich erhitzenden Konflikt im NDR-Kiel. Weiterlesen

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