Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: telepolis (Seite 56 von 57)

Wird alles immer schlimmer? – Mossul Polen Fukushima Bulgarien Äthiopien USA

Ich glaube ja. Wenn Wiglaf Droste kein verlässlicher giftiger Grantler mehr ist, sondern uns besinnlich zu erklären versucht, dass es erstens nicht stimmt und zweitens von uns selbst beeinflussbar ist, dass muss es schon so schlimm sein, wie es noch nie war.

Doch werden wir wieder ernsthaft:
– Mossul, Martin Gehlen berichtete in der FR
– Polen, katholische Kirche, und warum sich dort niemand traut sie öffentlich anzugehen, Reinhard Lauterbach in der Jungen Welt
– Olympische Spiele sollen in Fukushima verstrahlt werden, das ist ja endlich mal eine gute Entsorgungsidee (Telepolis)
– EU-Mitglied Bulgarien, das war eine Superidee, dieses Land der Türkei als Beitreter vorzuziehen (Telepolis)
– Äthiopien, unsere Freunde bei der Flüchtlingsbekämpfung (IPG)
Wir sind wirklich gut an unseren Freunden zu erkennen.

In Ergänzung zum gestrigen Langtext zu Hillary Clintons zukünftiger Aussenpolitik, hier und hier Berichte von Konrad Ege im Freitag, warum es für US-Linke trotzdem richtig sei, sie jetzt zu wählen.

Türkei-Putsch – wer wars? / Krieg / NSU neverending / Geo-Economy: Schäuble isoliert Deutschland und Europa

Interessiert das noch jemanden? Sicher Erdogans Geheimdienst. Aber sonst? Die Sau vom 15.7. ist schon durchs Dorf durch. SZ-Kolumnist Yavuz Baydar hat es trotzdem keine Ruhe gelassen. Das bisherige Ergebnis seiner Recherchen, laypouttechnisch in der Druckausgabe im Keller des Feuilletons versenkt, liest sich für mich plausibel.
Man sollte diese Geschichte kennen, wenn man die strategischen Interessen der Türkei im Krieg im Nordirak und Syrien richtig analysieren will.

Peinlich für „uns“ gegenüber Erdogan, dass unsere Staats- und Regierungsführung kaum moralische Autorität gegenüber türkischen Repräsentanten auf die Waage bringt, angesichts der weiter unter staatlicher Vertuschung leidenden Aufklärungsversuche zur NSU-Mordserie. Beim PolizistInnenmord in Heilbronn ist bis heute unklar, ob die das überhaupt waren. Und wenn nicht, wer dann?

Thomas Fricke schreibt schon seit langem, früher in der Financial Times Deutschland, heute auf Spiegel-Online gegen die ideologisch verbohrte deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik an. Sie ist nicht nur falsch, sie führt unsere Außenpolitik, selbst gegenüber unseren „besten“ angloamerikanischen Freund*inn*en immer mehr in die Isolation. Der deutsche Außenminister ist Schäuble, und das ist nur kurzfristig gut für das deutsche Großkapital. Denn hier geht es weiter – Andere, Klügere, bedanken sich für dieses günstige Fenster der Gelegenheit.

Rot-Rot-Grün – wie kann das gehen?

Durch Umfragedaten-Addieren jedenfalls nicht. Eine Antwort versucht Bodo Ramelow im Freitag, an gleicher Stelle der Redakteur Michael Jäger.
Und auch Franz Sommerfeld, der ganz, ganz frühere Freitag-Chefredakteur. Von ihm hätte ich mir einen bestinformierten Kommentar zur Lage beim Verlag DuMont-Schauberg erhofft. Auf Navid Kermani können wir uns vergleichsweise sehr schnell einigen.

Wie schwierig eine rot-rot-grüne Außenpolitik zu finden wäre illustriert Telepolis
– mit Fortsetzung seiner Mossul-Berichterstattung
– mit Fortsetzung seiner Analyse der „Open-Society-Foundation“ des Multi-Milliardärs George Soros.

Terror-Porn – to be continued

Heribert Prantl (SZ) beurteilt die Rolle von Petra Bahr, der Theologin in „Hart aber fair“ positiver, und die von Gerhart Baum kritischer, als Roland Appel gestern an dieser Stelle. In der Hauptsache, der fremdschäm-peinlichen Inszenierungsstrategie der ARD kommt er aber zum gleichen Ergebnis.

Terror muss nicht inszeniert werden, weil wir in der Wirklichkeit mehr als genug davon haben:
– in Mossul erwartet über 1 Mio. Zivilist*inn*en ein ähnlich grauenvolles Schicksal wie in Aleppo (Telepolis)
– im Jemen wird es nicht erwartet, sondern ist schon da, mit deutschen Waffen, bedient von unseren „besten“ arabischen „Freunden“ (German Foreign Policy; dieser Beitrag verschwindet nach einigen Tagen in einem Paywall-Archiv)
– zum völkisch-deutschen Terror im eigenen Haus hier der dritte Teil einer Telepolis-Bestandsaufnahme der NSU-Ermittlungen
– und schliesslich noch der Lärmterror, meistens nicht mörderisch, aber definitiv krankmachend, die FAS machte eine verkehrspolitische Bestandsaufnahme zum Bahnlärm hier bei uns im Rheintal.

Mossul / Libyen / TISA / UNO / Cohen / Sexistinnen

Die Kollegen von Telepolis lesen gelegentlich fremdsprachige Medien. Und wie durch einen Zaubertrick erweitert sich der Blickwinkel. Ihre Zusammenfassung der bisherigen Schlachtresultate um Mossul unterscheidet sich bemerkenswert vom eingebetteten Journalismus, mit dem wir überwiegend versorgt werden.
Das gilt noch mehr bei Libyen, wo vor wenigen Jahren noch militärisch interveniert wurde – darüber schweigt der eingebettete Journalismus, der sich sonst gerne militärisch gegen „Wegschauen“ und „Nichtstun“ engagiert. z.Z. lieber.
Andreas Zumach macht in der taz auf TISA, das nächste Abkommen, das die Demokratie aushöhlen soll, aufmerksam.
Stefan Reinecke hat sich auf eine UNO-Bürgermeisterkonferenz verirrt, der Arme. Unsere Bonner Bürgermeister*innen sind immer ganz beseelt, wenn sie von sowas zurückkehren. Schöne Reise, Wichtigsein, und wenn man Fremdsprachen kann, führt man dort sogar interessante Gespräche, natürlich immer außerhalb des offiziellen Tagungsprogramms. Da hat Reinecke wohl was falsch verstanden. Obwohl: sonst berichtet Reinecke oft über die deutschen Parteien. Da ist es heute imgrunde ganz genauso – nur ohne die Fremdsprachen. (taz)
Joshua Cohen kommt aus Atlantic City, wie Donald Trump, und beruhigt uns. Obwohl, nicht wirklich ….(taz)
Und Selma Mahlknecht ledert mal ordentlich über Sexistinnen, weibliche, ab. (Telepolis)

Endlich wieder Dienstboten & Gesinde / Siemons / Berg

Mark Siemons vermeidet, seiner Arbeitgeberin FAZ gemäss, kunstvoll das Wort Kapitalismus, wenn er dennoch lesenswert das Fetischwort „Content“ in der Mediendebatte aufs Korn nimmt.
Wenn Sies gerne kürzer und polemischer haben, nehmen Sie doch Sibylle Berg. (Sp-on)
Im Zuge der Rückkehr des Feudalismus und des Brückenzolls bekommen wir nun endlich auch das Gesinde, die Diener, Boten, Butler, Chauffeure und Hausmädchen wieder zurück – die „gute alte Zeit“. (Telepolis)
Aber glauben Sie nicht, dass die Flüchtlinge weniger werden, nur weil das die Bundesregierung erzählt – im Gegenteil. (Telepolis)

Kriegstreiberei?

So ähnlich fängt es immer an. Zuerst muss der Anzugreifende als der Böse stilisiert werden. Er ist aggressiv, und hält sich an keine Regeln. Ihm wird Angriff unterstellt, den die dumme Mehrheit nur leider noch nicht bemerkt hat. Darum muss es ihr eingebimst werden. Wie weit dieser Mechanismus schon fortgeschritten ist, können wir hier studieren:
In der FAZ kommen US-amerikanische Wissenschaftler zu Wort, die die aus ihrer Sicht „illiberalen Regimes“ dabei sehen, die westlich-demokratischen Systeme zu unterminieren.
Umgekehrt, auf den 1. Teil war hier schon hingewiesen worden, gibt es ebensolche Untersuchungsergebnisse über die US-Einflussnahme in Russland – hier der 2. Teil. (Telepolis)
Ich fürchte: beide Texte haben Recht. Und nun? Alles halb so schlimm, einfach so weitermachen? Erich Honecker starb als starrsinniger alter Mann, aber sein Bonmot „Es ist besser miteinander zu sprechen als aufeinander zu schiessen“ verriet zwar viel über seine Denkkategorien, war aber auch schlicht richtig.

Der gefahrvolle Abstieg der USA

Die meisten verunglückten Bergsteiger erleiden Unfälle beim Abstieg. Dieses Bild drängt sich mir bei der globalen Supermacht USA auf.
Als Mediennutzer quält es mich geradezu, mit welchem oberflächlichen Entertainment wir abgespeist werden, wenn über die USA und aktuell über den dortigen Präsidentschaftswahlkampf berichtet wird. Ein 5-Minuten-Gespräch mit befreundeten US-Bürger*inne*n oder jungen Leuten, die dort ein Praktikum/Volontariat gemacht haben, ist informativer, als die meisten Korrespondent*inne*n Berichte im TV und Radio.
Darum hier Hinweise, wie es auch besser geht.
Die Deutschlandfunkreihe „Essay und Diskurs“ startete heute mit einem Beitrag zur Geschichte der US-Parteien.
Die schwarze Bürgerrechtlerin und Kommunistin Angela Davis sagt, sie wähle Hillary. (JW)
Auf Telepolis weist Tomasz Konicz auf die brandgefährlichen Konflikte im südchinesischen Meer hin, die nicht weniger brenzlig als der Syrien- und der Ukraine-Konflikt sind. Diese Einschätzung der FR gibt weitere ökonomisch unterlegte Hinweise.
Telepolis begann ausserdem mit der Veröffentlichung einer Untersuchung über US-Einflussnahme in Russland. Nicht alles daran muss schlecht ist; klar ist aber: wenig ist es nicht.

AfD / Eisenbahnbau in Äthiopien

Rassismus ist das Problem, er ist schichtenübergreifend, war schon immer da, und fand zunächst in dem Sozialdemokraten Sarrazin und jetzt in der AfD endlich sein Megafon – hier eine nachvollziehbare Diagnose von Christoph Butterwegge. (taz)

China macht Entwicklungshilfe durch Geschäftsftüchtigkeit – so bekommt Äthiopien, in dem es in diesem Jahr wieder Ernährungsprobleme,sowie soziale und politische Unruhen mit Todesopfern gab, jetzt ein modernes Eisenbahnsystem, von dem sich einige deutsche oder US-amerikanische Regionen noch was abgucken könnten. (Telepolis)

Island & Immobile

Island scheint eine ganz große Fußballmannschaft zu werden. Das gibt es sonst nur bei Real Madrid oder dieser Mannschaft aus dem süddeutschen Raum: dass so lange gespielt wird, bis sie das siegbringende Tor schiesst. So heute Island im WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland zum 3:2 in der 95. Minute.
Von heute bis Dienstag sind täglich europäische Qualifikationsspiele zur WM 2018 in Russland. Ich bezweifle immer noch, dass diese WM dort wie geplant stattfinden wird. Man schaue nur, was geopolitisch gerade los ist, derzeit noch als geographisch begrenzter aber mit unbegrenzter Grausamkeit durchgezogener Krieg in Syrien (hier und hier Versuche von Telepolis, einen Überblick zu geben).
Spanien vergab die Chance auf einen vorentscheidenden Auswärtssieg in Italien. In der 1. Halbzeit, in der es beim 0:0 blieb, gab es einen fußballerischen Klassenunterschied, den Spanien wie so oft nicht mit Toren untermauerte. Es brauchte sogar das Geschenk eines Torwartfehlers durch den großen Gianluigi Buffon, um überhaupt zum Torerfolg zu kommen. Danach hätte der eingewechselte Immobile, der beim BVB meistens nicht über die Ersatzbank hinauskam, sie in seinem Turiner Heimstadion fast alleine geschlagen – am Ende 1:1. Auch der Ausgleich war ein Geschenk – des deutschen Schiris, der Elfmeter für Italien pfiff.

Suizidserie: IS, Dt. Bank, Dt. Müllwirtschaft, PSOE

Rainer Hermann, einer der kompetenteren FAZ-Redakteure, bespricht drei interessante Bücher zum arabischen Djihadismus. (FAZ)
Die Deutsche Bank ist mitten ins Gefechtsfeuer des europäisch/deutschen/US-amerikanischen Wirtschaftskrieges geraten und könnte darin umkommen. (Telepolis) Allerdings auch selbstverschuldet, hier gut erklärt von Ulrike Herrmann. (taz)
Die deutsche Müllwirtschaft – „Abfall“ ist gerne die Branche, in der US-/italienische Mafiafamilien den Anschein geben, sich legal „wirtschaftlich“ zu betätigen – wird in ihrem privaten Sektor aktuell weitgehend von chinesischen Investoren übernommen. (FAZ)
Nach dem missglückten Suizid der Labour Party im UK versucht es als nächste sozialdemokratische Partei die PSOE in Spanien, sich zu entleiben. (Telepolis)

Fluchtursachen schaffen / Beweise vernichten / Präsident*in wählen

Viele EU-Staaten behaupten, keine Flüchtlinge zu wollen. Das scheint aber gelogen zu sein. Denn die EU ist mit nichts emsiger beschäftigt, als Fluchtursachen zu schaffen. (Konicz/Telepolis)
Warum „Verfassung schützen“, wenn man doch intensiv mit Nazi-Verbrechern zusammenarbeiten und diesbezügliche Indizien und Beweise freihändig vernichten kann. Zur Belohnung bekommt man von der Regierung anschliessend einen in zweistelliger Prozenthöhe erhöhten Etat und erweiterte Befugnisse gegen die Bevölkerung, die man angeblich vor Nazis schützen soll. (Moser/Telepolis)
Ein*e Bundespräsident*in soll nebenbei auch noch gewählt werden. Während Spiegel-online in seiner Berlinborniertheit eine streng unrepräsentative Online-Umfrage über 24 Kandidat*inn*en durchführt, in denen sein Name noch nicht einmal auftaucht, plädiert FAZ-Autor Ingendaay für Navid Kermani.

Binäre Logik steht Medienkritik immer im Weg

Kriege entspringen immer einer binären Logik: wir oder die anderen, es kann nur einen geben, ich oder Du. Unter den ersten Kriegsopfern ist immer die Wahrheit. Sie geht schon vor Kriegen weitgehend verloren. So weit so schwierig, wenn wir uns über Prozesse und Ereignisse außerhalb unseres Blickfeldes orientieren wollen.
Eine Medienkritik, die in diesem Zusammenhang mit den Gut-und-Böse-Kategorien operiert, ist darum immer zum Scheitern verurteilt. Wie gut wäre es die vergangenen Kriege und Massenmorde aufzuarbeiten. Wenn es aber, wie hier in der Jungen Welt, darauf hinausläuft, einen „Deal“ der Herren Trump, Putin und Xi Jinping zu erhoffen, was will der Autor damit seinen anderen Argumenten und Analysen antun?
Muss man sich mit autoritären Despoten in ein Boot setzen, wenn man Kriegspropaganda bekämpfen will? Nein, muss man nicht, wie seit Jahren die Telepolis-Redaktion beweist, die hier die Kontroverse über Todenhöfers letzte Aktivität referiert, ein inhaltlich ergänzender Bericht hier, und den Lesern das Urteil, anders als Carta, selbst überlässt. Danke!

SWP – Stiftung für Wissenschaft und Politik

Heute erschien bei Telepolis ein kritischer Bericht zur Stiftung für Wissenschaft und Politik. Der Versuch einer Analyse ist lobenswert, die intellektuelle Reichweite ist nur leider etwas sehr begrenzt ausgefallen.
Natürlich ist es immer richtig, die Finanzierungsstruktur zu untersuchen und zu hinterfragen. Selbstverständlich verrät sie viel, allerdings nicht alles, über strukturelle und alltägliche Abhängigkeitsverhältnisse. Solche Untersuchungen täten den zahllosen privaten Stiftungen genauso gut. Weiterlesen

Kapitalismus hat mit Rechten kein Problem / Agenten und Steuern / CDUCSU-Brückenbau / DFB stolpert / Spanien

„…der Kapitalismus kommt mit den schlimmsten Tyranneien genauso problemlos zurecht wie mit der Demokratie“ meint in einem taz-Interview der israelische Faschismus-Forscher Zeev Sternhell.
Warum nur stolpern so viele Täter vermutlich entschieden schlimmerer Straftaten immer wieder über Steuerhinterziehung? Nun wird vermutet, dass es dem bekanntesten deutschen „Privatermittler“ Gerhard Mauss so auch erwischen soll – Andreas Förster in der FR. Update: vielleicht kommt er auch durch, weil er zuviel weiss ……
Albert Schäffer, dem von mir sehr geschätzten ehemaligen FAZ-NRW-Korrespondenten, jetzt in Bayern stationiert, können wir bei intensiven Eselsbrückenbauarbeiten für Seehofer und Merkel beobachten.
Wie die aktuellen DFB-Saubermänner sich in ihren selbstgespannten Stolperdrähten in Sachen Beckenbauer und Sommermärchen 2006 verfangen, berichteten Michael Horeni und Evi Simeoni gestern in der FAS.
Strategische Grenzen des Linkspopulismus schon erreicht? In den spanischen Provinzen Galizien und Baskenland waren Regionalwahlen. Telepolis berichtet über die Ergebnisse.

NSU – nix „Schwarze Null“, Schulden werden angehäuft

Die Geschichte des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), seine Verbrechen, sowie die Versuche sie aufzuklären und zu vertuschen: sie sind kein Schuldabbau, schon gar keine Tilgung. Was sich dieser Staat Deutschland und seine diversen Behörden und Geheimdienste noch nach den Verbrechen erlauben an Versuchen der Verniedlichung, der Abschiebung von Verantwortung, der aktiven Vertuschung und Sabotage gegen Aufklärungsversuche, das ist eine Anhäufung von Schuld, die mit Geld gar nicht zu begleichen ist. Weiterlesen

Türkei, Neoliberalismus & Linke, Veganer*innen aufgepasst

Desinteressiert wie meistens ist die hiesige, man darf in diesem Fall auch formulieren: nationale, Öffentlichkeit an den Diskursen anderer Länder, zumal, wenn wir und viele unserer KorrespondentInnen die Landessprache nicht können. Beschämend genug für Deutsche unter denen Millionen Menschen dieser Sprache leben: die Türkei. In der taz findet der von mir sehr geschätzte Jürgen Gottschlich wohl nicht genügend Platz, um es uns zu erklären; so tut er es in den Blättern für deutsche und internationale Politik. Da stellen sich dann einige Dinge und Maßstäbe etwas anders dar, Weiterlesen

Jannis erklärt, wie wir das schaffen / Niedersachsen / Gesundheit / Ehrenfeld besser als Berlin

Wir schaffen das, na klar, erklärt ein Frankfurter Sozialarbeiter. Jannis Plastargias, ein Grieche, ausgerechnet, muss uns erklären, wie es geht (Telepolis).

An den Kommunalwahlen in Niedersachsen haben zwar dreimal so viele Wähler teilgenommen wie in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür haben sie auch nur für ein Drittel des öffentlichen Radaus gesorgt, weil die Ergebnisse wohl nicht spektakulär genug waren. Eine gute Kurzanalyse lieferte Daniela Vates in der FR.

In der FAS erklärte ein Psychologe einerseits zeitgemäss und vermutlich richtig, wie körperliche und geistige Gesundheit zusammenhängen, allerdings ohne dass dabei auf den religiösen Begriff „Seele“ verzichtet wurde. Andererseits sind diese Erkenntnisse geeignet, den neoliberalen Selbstoptimierungswahn weiter zu treiben: wer krank ist, tickt also nicht richtig? Das ist jetzt zwar polemisch, und war in dem Interview sicher nicht so gemeint. Aber Vorsicht, wir werden sehen …

Berlin-Geschwafel vor der dortigen Kommunal-(genannt: „Landtags-„)wahl, vergeblicher Ehrenrettungsversuch für Immobilienhaie. Ein gutes Beispiel, wie es besser als in Berlin laufen kann, lieferte, auch im Film, Köln-Ehrenfeld.

Nervöse Zone: Bundesregierung will Bundestagsbeschlüsse „nicht bewerten“

Die FAZ-Korrespondenten Bannas und Sattar berichten aufschlussreich über das gestrige aufgeregte Geschehen unter denen da am Ostrand unserer Republik. Die Schadenfreude liegt vermutlich ganz bei Erdogan …..
Im gleichen Blatt: Bankraub jetzt ganz komfortabel von zuhause aus.

Zum ersten Jahrestag von Merkels „Wir schaffen das“ erklärt Robert Misik heute in der taz Merkels Verbrechen am Konservatismus: die Entfesselung des „Möglichkeitssinns“. Doch dagegen haben viele Deutsche immer noch eine funktionierende Immunabwehr. Vielleicht stellt die taz im Laufe des Wochenendes solche guten Texte noch online, bisher leider nicht. Warum sie so vorgeht, und warum ihr das auch nichts nützt, erklärt Daniel Hermsdorf heute auf Telepolis, und liefert im gleichen Text eine gute Begründung für diesen – werbefreien und geldlosen – Blog.

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