Industrialisierung und Standardisierung der Landwirtschaft, schrankenloser Immobilienkapitalismus und Monopolisierung im Online- und Einzelhandel sind keine US-amerikanische Besonderheiten. Sie sind Besonderheiten des expansionssüchtigen und -abhängigen, “alternativlosen” Kapitalismus. Und den, das wird wohl niemand bestreiten, haben wir hier auch. Er ist in den USA allenfalls etwas weiter fortgeschritten.
Darum ist dieser “Essensbericht aus den USA” von Christopher Stark/telepolis ein Blick in die Zukunft unseres Essens. Das Sterben des inhabergeführten Einzelhandels und der Gastronomie können wir in Bonn und Beuel täglich beobachten. Überleben können nur konzerneigene Filialen und Franscheiss-Systeme. Die funktionieren betriebswirtschaftlich über Massen- und Mengenabsatz, über Standardisierung (überall “gleiche Qualität”) überraschungsfreie Erwartbarkeit und Nivellierung unseres Geschmacks.
Ich mache da nicht mit. Ich gebe auch nicht, wie der geizige deutsche Durchschnitt, 14% sondern 40% meines Monatsbudgets für meine Ernährung aus (das Meiste davon lasse ich hier). Heute mittag esse ich wieder bei Thierry Fournier und unterstütze politisch und publizistisch die Slowfood-Bewegung. Wenn Sie nicht auch zügig sowas Ähnliches tun, werde ich noch erleben, wie es damit vorbei sein wird.