WAZ und SZ haben heute die Paywall weiter hochgezogen. Bei den besitzenden Milliardär*inn*en ist Panik ausgebrochen, 80% Anzeigenrückgang. Journalismus scheint nur noch Geld zu kosten, keins mehr einzubringen. Komisch, ne? Der Anstieg von Digitalabos, der aus den gleichen Häusern gemeldet wird, klingt dagegen wie das Pfeifen im Wald. Da haben die superreichen Besitzer*innen wohl nicht gut und früh genug nachgedacht. Eine der vielen spannenden Fragen: was davon wird nach der Krise übrig bleiben?
Das weiss ich auch nicht. Ich weiss aber, wo ich noch was zum Lesen finde. Vor mehr als einer Woche habe ich hier über ein PR-Tor Dietmar Hopps mit Hilfe des AfD-nahen Springer-Verlags geschrieben. Andrej Reisin/uebrmedien bestätigt nun, was für eine Luftnummer das war (nicht verlinkt, Paywall), Christoph Marischka/telepolis bringt den gleichen Sachverhalt paywallfrei.
An gleicher Stelle kritisiert Timo Rieg die gegenwärtige Abdankung von kritischem Journalismus. Ich fand keine Stelle, an der ich ihm widersprechen wollte.
Restbestände fand ich dennoch: in der Jungen Welt bei Knut Mellenthin (Dank an Rudolf Schwinn!), in der Jungle World bei Carl Melchers (“Ordnung des Katastrophenstaats”), und bei den nachdenkseiten in einem Interview mit dem sich die Haare raufenden Statistiker Gerd Bosbach.
An gleicher Stelle fand ich Hinweise, dass manches, mit möglichst wenig Licht der Öffentlichkeit, weitergeht, sogar verstärkt wird, als wäre nichts: die Intervention in Mali und der Jemen-Krieg.