Der Beginn der Fußball-WM verläuft derzeit berechenbar. Mafiaboss Infantino und Mafiaboss Trump feiern den Start der “Brot und Spiele” Veranstaltung. Auf 7,7 Milliarden Euro schätzen Fachleute die erwartbaren Gewinne der FIFA. Was die wohl damit machen? Ein großer Teil davon stammt aus den Lizenzgebühren, die die öffentlich-rechtlichen Medien bezahlt haben und gemäß ihrem Auftrag berichten, als sei ihre Aufgabe von einem Propagandaminister verordnet worden. Es fällt immer schwerer, zwischen Journalismus und unkritischem Fandom zu unterscheiden. Auch das ist ein Gradmesser, in welchem Zustand sich unsere Gesellschaft befindet. Und die Spiele: Was war das für ein Gemetzel: BRD gegen Curacao: Etwa so, wie Westham United gegen Fortuna Köln. 7:1 Was wollt Ihr noch, Ihr Opfer?
Natürlich gibt es Stimmen der Vernunft oder auch der Kritik angesichts der FIFA-Infantino/ Trump-Fußballspiele. Ingo Zamparoni hat in der vergangenen Woche eine interessante und ausgewogene Dokumentation über die Fußball-WM im Vorfeld gezeigt, in der alle zu Wort kamen. Am Freitag hat der DLF in seiner Anrufersendung ein Stimmungsbild der potenziellen Zuschauer:innen geliefert: Nahezu 80% der Anrufer kritisierten die Gigantomanie, den Kommerz, die Preise und die politische Instrumentalisierung der Fußball-WM und bekannten, im Gegensatz zum Sommermärchen 2006 “Die Welt zu Gast bei Freunden” die Spielen den USA als eine politische und kommerzielle Show zu halten. Sie zeigten das tiefe Dilemma auf, in das demokratische gesinnte Menschen derzeit gedrängt werden: Einerseits für die Fußballer zu sein, andererseits alles dem Kommerz untergeordnet als abstoßend zu empfinden. Das bildet die Berichterstattung nicht ab, die im ersten Spiel der Deutschen als reine Propagandashow erschien.
ZDF und ARD als Showbühne für die Infantino/Trump Bande?
So wenig wie der selbsternannte DFB-Erneuerer Bernd Neuendorf bereit ist, die rassitische Zurückweisung eines somalischen Schiedsrichters durch das Trump-Regime und den völlig inakzeptablen “Friedenspreis” Infantinos für Trump, der klar den FIFA-Statuten widerspricht, nicht nur, wie es seine Aufgabe wäre, zu kritisieren, sondern auch noch zu feiern, wird dessen korruptes Verhalten kaum benannt Während der Übertragungen von Eröffnungszeremonie in Mexiko und dem Auftaktspiel des DFB-Teams entpuppten sich die unabhängigen öffentlich-rechtlichen Medien als Claqueure der FIFA und ihrer korrupten Funktionäre. Es ist schon frappierend, dass Mitte der 10er Jahre das korrupte System Sepp Blatters der FIFA breitkritisiert und vom FBI durchsucht wurde, wenige Jahre Später FIFA-Chef Infantino um so korrupter und opportunistoscher agiert und dem ebenso korrupten US-Präsidenten Trump in den Enddarm kriecht und die ÖR-Medien schweigen dazu in ihrer Berichterstattung über “Brot und Spiele” in den USA.
Alibi-Journalismus ?
Ingo Zamparonis Kritik ist vorhanden und findet statt und es gibt auch andere, die darüber hinausgehen. . Deshalb kann das ÖR System behaupten, dass es natürlich kritische Berichte gibt. Aber in der offiziellen Berichterstattung über die Spiele findet das dann nicht mehr statt. Wenn die jeweiligen Journalist:innen und ihre Kommentatoren z.B. wie Sebastian Schweinsteiger die Spiele abfeiern, gibt es “nur Fußball”, das bedeutet strominienförmige Berichterstattung, die der FIFA und ihrem unsäglichen Milliardenevent der Oligarchen in keiner Weise wehtut. Es ist schon erschreckend, wie sich ohnehin schon viel zu nahe am Objekt der Berichterstattung bedindliche Journalist:innen von der Trump/Infantino Mafia unkritisch instrumentalisieren lassen. In Pocasts, kritischen Sendungen und Nischenprogrammen findet natürlich Kritik statt.
Offizielle Berichte entscheidend
Aber in der offiziellen Berichterstattung während der Fußballspiele , wo Millionen zuschauen, die es anginge, findet keinerlei Kritik statt. Nicht an den Menschenrechtsverletzungen rund um die Fußball-WM in den USA durch ICE und Einwanderungsbehörden, und nicht am korrupten Regime eines Infantino, der wenige Jahre nach Blatters korruptem Regime die FIFA zum Trump-Appendix der Korruption dagradiert hat – und niemand berichtet während der Spiele darüber. Die kritische Berichterstattung wird zur Marginalie und ARD und ZDF, die Unsummen aus den ÖR-Gebühren für die Übertragungsrechte dieser WM gezahlt haben, die letztendelich unabhängigem und kritischem Journalismus fehlen, machen sich damit zu Handlangern von Trump und Infantino. Sie kreieren eine Realität, die es nicht gibt – der tollen Spiele und des fröhlichen Fußballfests. Wenn eine WM das nicht ist, ist das die in den USA.
WM 1978 in Argentinien: Schon einmal blind gewesen
Das Spiel der Medien um die WM 2026 erinnert an die WM 1978 in Argentinien. Während die Militärdiktatur dort hunderttausende Regimekritiker noch wenige Wochen vor der WM in den Stadien inhaftiert hatte, sie während der WM folterte, stellten sich der damalige DFB-Präsident Neuberger und die Fußballer der BRD-Mannschaft mal janz dumm: Sie sahen nichts, fanden nichts, hörten nichts und taten so, als ob es das alles nicht gegeben habe. Die Fußballfunktionäre mimten die drei Affen – nichts hören, nichts sehen, nicht sprechen – und die Medien spielten fröhlich bei der Propagndashow mit. Das Kapital und Millionen Werbeeinnahmen bringen jede fundierte Kritik zum Schweigen. Das ist 2026 genau so, wie 1978. Infantino beteiligt sich daran, die Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen Donald Trumps im Innern wie außenpolitisch zu verdecken und verherrlichen. Er macht sich damit ebenfalls der Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig. Aber die demokratischen, öffentlich-rechtlichen Medien schweigen dazu weitgehend, – schlimmer noch, sie machen sich zu Komplizen eines entsetzlichen Spiels.

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