Viele – auch ich – fragen sich, was Gianni Infantino den ganzen Tag im Gedärm von Donald Trump macht
Jody Rosen/New York Times hat es vielleicht rausgefunden. “The U.S. Is the Future of Soccer, for Better or Worse – Not long ago, a small — or, if you want to get technical about it, large — indicator of American soccer culture’s 21st-century transformation appeared in the night sky above Midtown Manhattan. Just after sundown on May 31, the LED lighting system at the top of the Empire State Building snapped on, striping the tower’s upper facade and spire red and white. It was a tribute to Arsenal, the storied North London soccer club, which had clinched the English Premier League championship a dozen days earlier.”
Übersetzung der Schlagzeile: “Die USA sind die Zukunft des Fußballs – im Guten wie im Schlechten”. Erster Fan des oben beschriebenen FC Arsenal im Besitz eines hierzulande wenig bekannten Trump-Finanziers ist übrigens New Yorks linker Bürgermeister Zohran Mamdani.
Fifa-Infantino im Gedärm des Maga-Trump könnte also so eine Art Krebszelle sein. Ich weiss, wovon ich schreibe. Meine Mutter starb an Darmkrebs, ich habe bereits vier Darmspiegelungen absolviert. Erklären lässt es sich mit dem Lieblingssport von Maga-Donald, den er sich selbst zum 80. Geburtstag schenkte, mit den sportlichen und kapitalistischen Gesetzen des Fussballs.
Der sog. Kampfsport ist eine totale Show-Inszenierung, und hat mit sportlichem Wettbewerb nichts zu tun. Der Kern der Inszenierung ist radikale Dominanz und (gespielte) Brutalität. Exakt das, wie das “Make-America-Great-Again”-Publikum, also die Fanbasis von Donald, die Welt sehen will. Dummerweise ist die Welt ganz anders. Arabische Feudalverbrecher machen es dem Maga-Amerika vor. Und übrigens auch dem zurückfallenden EU-Europa. Aber ich will nicht abschweifen.
Der Fussball entspricht der Welt-Wirklichkeit weit mehr. Sieger wird kein gottähnlicher Dominator, sondern das stärkste Team. Team bedeutet weit mehr als 11: Ersatzsspieler, Kaderangehörige, die gar nicht eingesetzt werden, aber am Teamgeist mitarbeiten (denken Sie an Olli Kahn 2006!), der Riesen-Staff an medizinischen und psychologischen Mitarbeiter*inne*n bis hin zur politischen Verbands- oder Vereinsführung. Das funktioniert nicht ohne ein Minimum, eher ein Maximum, an Bündnisfähigkeit, Kooperation, Solidarität. Das alles ist im Weltbild von “Maga” nicht enthalten.
Gianni Infantino weiss davon. Wie auch die Mafiosi der europäischen Uefa, die seit Jahren vom Emirat Qatar (= s.o. arabische Feudalverbrecher) strategisch geführt werden. Sie konkurrieren um den globalen Fussball-/Medien-Kapitalmarkt. Wer die Medienmacht hat, ist Weltmacht!
In den USA als grösstem Kapitalmarkt der Welt liegt Fifa-Infantino mit dieser WM mit weitem Vorsprung vor der Uefa. Letztere bietet mit ihrer Champions League den überlegenen Sport und hält den aufmerksamkeitsökonomischen Spitzenplatz. Die härtesten Fans sind Fans ihre global-multinational aufgestellten Vereins – die schwächeren Nationalmannschaften sind ihnen egal. In den USA ist das umgekehrt. Darum führt dort Infantino vor der Uefa.
Ansätze einer globalen “Super-League” auf Vereinsbasis, initiiert von Real Madrid, FC Barcelona, Juventus Turin, der US-Grossbank JP Morgan und Teilen des deutschen Bertelsmann-Medienkonzerns hat die Uefa vorläufig erfolgreich wegintegriert. Dank des Milch-und-Honig-Kapitalflusses, der sich durch die Champions League auf die ausnahmslos bestechlichen Akteure ergiesst.
Wenn Sie nun beharren, dass sei “doch nur Fussball”, das interessiere Sie nicht, dann irren Sie weiterhin. Denn dieser Markt ist das entscheidende Stadion im Kampf um die Medienmacht. Die Medienkonzerne sind die entscheidende Quelle des Fussballkapitals. Und wer die Medien hat … s.o.
Da ist es relevant zu wissen, dass die europäische Champions League sich für die nächsten vier Jahre an die Brust des trumpnahen und -finanzierenden Ellison-Clans hat locken lassen. Das kann Infantino nicht gefallen, Maga-Donald aber sehr wohl. Darum ist Gianni diese WM so wichtig. Die deutsche DFL hängt übrigens an den Zitzen von ihm, über den weiterhin keine Recherchen in deutschen Medien erscheinen. Er taucht auf (nur in der englischen!) in Wikipedia mit diesem Epstein-Kontakte-Eintrag: “Leonard Blavatnik – Leonard Blavatnik is a British-American businessman. Blavatnik corresponded with Epstein and was invited to several of his gatherings. In a recorded conversation, Guzel Ganieva, a woman who accused Leon Black of rape, also accused Blavatnik of defamation and ruining her reputation.” Dem gehören also wesentliche Kapitalanteile am deutschen Profifussball.
Die politische Frage wird sein, ob die EU denen ins Maga-Gedärm folgen will. Oder ob sie überhaupt eine eigene Strategie hat? Im Fussball, in der Diplomatie, in allem, was Politik ausmacht. Müssen erst die feudalen Emire kommen, ihr das zu erklären? Oder sollen wir in Europa eine “reine” weisse Schweiz werden? Selbst die ist ja dummerweise eine Einwanderungsgesellschaft, hier ihr Fussball-Mannschaftskapitän. Der spielte schon bei meiner Borussia und bei Mamdanis FC Arsenal (s.o.). Von dort wurden der Welt Blatter und Infantino geschenkt. Die Fifa hat dort (noch) ihren Sitz.
PS: die grösste aller Weltmächte, China, blieb in diesem Text unerwähnt. Das ist es, was alle oben Genannten verbindet. Und die Sperrigkeit des Fussballsports beweist: die Kommunistische Partei Chinas hat ihn immer noch nicht verstanden.

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