Gestern habe ich die erste Halbzeit dieser WM angesehen, fussballerisch durchaus ansehnlich: England-Kroatien 2:2, wobei die, die am Ende 2:4 verloren, den ansehnlicheren Ball gespielt haben (für die 2. Halbzeit war ich zu müde). Mr. Kane bekam gleich zwei Elfmeter geschenkt, von denen einer drin war. Das entspricht dem Schema, das Andreas Rüttenauer/taz heute allzu gnädig, vor allem für Seinesgleichen, beschreibt:
“Superstars bei der Fußball-WM: Zu groß für das Spiel – Lionel Messi, Kylian Mbappé und Erlin Haaland werden nach ihren ersten WM-Einsätzen gefeiert. Dass Fußball ein Teamsport ist, geht da glatt unter.”
Verantwortlich für das Phänomen sind exakt die Konzernmedien, die uns den Fussball enteignen und zurichten wollen. Und ihre Angestelltenmassen, die als “Journalist*inn*en” zu bezeichnen entschieden zu viel der Ehre ist, sie schiessen beständig Eigentore bis zu ihrer eigenen Abschaffung. Das Thema hatten wir schon.
Dieser selbstreferentielle Zirkus könnte Ihnen und mir am verlängerten Rücken vorbeigehen, wenn er nicht paradigmatisch (Duden: “ein Modell, Muster darstellend, als Vorbild, Beispiel dienend; modellhaft”) für Zustand und Weiterentwicklung unsrer bürgerlichen Demokratie wäre.
So wie es “The Apprentice” ist, das das ZDF in der tiefsten Tiefe der übernächsten Nacht programmiert hat. Mr. Trump nannte den Film “Fake” und bezeichnete ihn als “niveaulos”. Bessere Empfehlung geht nicht. Mediathekverfügbarkeit unklar (linear 0.45 h). Und immer schön die Kinder ins Bett, wenn der böse Onkel im Fernsehen kommt!
Mehr habe ich heute nicht zu bieten. Mir ist heiss.

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