Die weltweit grassierende „neue“ Rechte, längst in zahlreichen strategisch wichtigen Regierungen installiert, benennt als ihren grössten Feind die sogenannte Demokratie, sie sei ein Feind der Freiheit. Mit Freiheit assoziieren die aber nichts anderes als Raubtierkapitalismus, das Steckenpferd der AfD. Umso absurder ist es, dass ausgerechnet die Menschen, die die AfD abschaffen will, weil sie nicht effizient genug seien, deren überwiegenden Wählerstamm bilden.

Es hiess mal das nur dumme Kälber ihre Schlächter selbst auswählten. Ist lange her. Nie stimmte es so krass wie heute. Gefährlich ist es, zu unterstellen, dass dies ausschliesslich ein Problem im Osten der deutschen Bundesrepublik sei. Die das tun, haben die Mauer nie aus dem Kopf bekommen. Sie wollen die wiederhaben. Sie wählen mit dem Portemonnaie und sind also nicht besser als die AfD-Heinis. Es geht nur um den eigenen Vorteil.

Die, die im Osten die AfD wählen, tun es mehrheitlich, weil sie immer noch dem Irrglauben anhaften, die SED sei „links“ gewesen. Die bundesdeutschen Regierungen der letzten zwanzig Jahre halten sie allesamt für links, und wenn man mit ihnen redet, machen sie keinen Hehl daraus, dass sie die für „noch schlimmer“ als die SED halten.

Es ist die Masche der Rechten weltweit.

Argentiniens Staatspräser Javier Milei betet es seit Jahren rauf und runter: Alle, ausnahmslos alle Regierungen Europas seien „kommunistisch“, laut ihm hätten „die Kommunisten“ hunderte von Millionen Menschen massakriert. Diese Sicht der Dinge findet weltweit immer mehr Anhänger. Social Media machts möglich. Der denkende Mensch stirbt als Idiot. Amén.

Zum Schluss: das Anbiedern des BSW an die AfD verwundert kaum. Seit Oskar Lafontaine, den ich 1990 noch wählte, scharf rechts geworden ist, ist es längst auch die Millionärin Sarah Wagenknecht. Einfach nur noch peinlich.

Über André Dahlmeyer, Buenos Aires:

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