Hitzeempfindlich bin ich von Kindheit an. In meiner Ruhrpott-Jugend legte ich für mich persönlich fest: Fussballspielen nur zwischen 10 und 25 Grad. Drüber wars zu heiss. Das kam selten vor. Der Klimawandel hat das geändert. Nach meinem Herzinfarkt im Vorjahr agiere ich noch vorsichtiger. Nachts zwischen 4 und 10 Uhr durchlüften und die Wohnung (mit hellen Aussenjalousien) zwischen 10 und 20 h abdunkeln. Das gilt für Tage über 30 Grad. Die Probleme werden unüberwindbar, wenn die Nächte “tropisch” (= >20 Grad) werden. Das war für die kommenden Tage angedroht.
Die Aufmerksamkeitsökonomie delektiert sich schaudernd an den näherrückenden Brandkatastrophen in Spanien und Frankreich. Feuer spendet beeindruckende Bilder. Die Hitzetoten nicht. Die sterben längst zu tausenden, bei Temperaturen um die 40 Grad bleibt das nicht aus. Zur Politik des “Sterbenlassens” finden Sie hier – mal wieder – sachdienliche Hinweise. Die sachlichen Statistiken werden in einigen Wochen kommen und die Medienöffentlichkeit nicht weiter beeindrucken. Die nochdemokratische Politik also auch nicht. Oder?
Für das Rheinland und die nächsten Tage gilt kurzfristig: beruhigen wir uns. Morgen und übermorgen wird es mit deutlich über 30 wieder sehr, sehr hart für Herz und Kreislauf. Danach soll Mässigung eintreten (inkl. Gewitter). Angedrohte Nächte von ca. 25 Grad sind gestrichen, 20 bis 21 sollen es nächste Woche werden. Nicht wochenlang, nur ca. 3 Nächte.
Es erweist sich, dass Voraussagen von mehr als drei Tagen unseriös sind. Die Rechenzentren der Meteorolog*inn*en-Rechner können noch so qualmen – hinter den drei Tagen wechselt es zur Wahrsagerei. Davon lassen sich die sozialen und asozialen Medien aller Art selbstverständlich nicht das Business verderben. Ich beruhige mich.
Den Behörden bekannt
Die deutsche Sommerlochökonomie kreist dankbar um den nächsten Terroranschlag. Fast alle Reaktionen sind berechenbar. Die wiederkehrenden Motive:
– der Täter war/ist den (“Sicherheits-“)Behörden bekannt
– neuerdings wird er – wie in Saudi-Arabien – erschossen, weil er so keine Informationen mehr über seine Hinterleute (z.B. V-Leute der diversen Dienste) preisgeben kann
– darum (?) fordern diese und ihre politischen Fans von allem noch mehr, als sie schon haben (Gesetze, Kontrolle, Datensammelwut, Personal, Kapital)
– Medien s.o.
Vor lauter gesammeltem Mist finden sie die Nadel nicht. Selbst Palantir nicht. Dafür bräuchte es qualifizierte Menschen mit politischer, sozialer und kultureller Kompetenz. Die wächst nicht von alleine heran, sondern nur durch Förderung durch Politik, Bildung, Ausbildung und noch mehr Bildung. Da hilft keine Kamera und keine KI. Je mehr Dummheit, umso mehr Terror.
Ich reg’ mich nicht mehr auf.

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