Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 49 von 390)

Bedingungslose Kapitulation

Die “Tagesschau” gibt auf – wieder 15 Minuten täglich gespart

Seit Jahren halte ich Mediendiät, aus gesundheitlichen Gründen. Niemand hat etwas davon, wenn meine Stimmung versaut wird und ich morgens keine Lust mehr zum Aufstehen habe. Die verbleibende Lebenszeit möchte ich produktiv, gutgelaunt und mit freundlichen Freund*inn*en verbringen. Und sie und mich dabei nicht dümmer machen. Was ich so lese, bekommen Sie hier im Extradienst regelmässig mitgeteilt. Was ich so sehe, davon erfahren Sie nur das Beste. Weiterlesen

Nihilismus

Programmierung des Menschen – die mächtigen Männer und ihre Angst vor Frauen und Natur

Schon wieder 3sat. Ein richtiges Gespräch statt einem Schlagabtausch nach Drehbuch und Rollenzuweisung. Wer will sowas sehen? Das Publikum verunsichern – wer will das? Jedenfalls nicht deutsche Ministerpräsident*inn*en, die nach unserer Verfassung für Medienpolitik “zuständig” sind. Fachliche Ahnung ist dafür keine Voraussetzung. Also holen sie möglichst unüberhörbare Rasenmäher, Kettensägen und Laubbläser raus, um diesem 3sat endlich den Garaus zu machen. Denn ehrlich: wer würde dem nachweinen: Weiterlesen

Der grosse Plan des neuen Faschismus

mit Update 15.4.

Zum einen gibt es das absolut transparente Vorgehen des US-amerikanischen Faschismus, wie es von der rechtsradikalen Heritage-Foundation im “Project 2025” niedergelegt ist, und nach Ansicht aller ernstzunehmenden Beobachter*inne*n von der TrumpII-Administration Schritt für Schritt umgesetzt wird. Jede Regierung und jedes Regime dieser Welt, die oder das vorgibt “überrascht” oder gar “schockiert” zu sein, will Sie für dumm verkaufen. Und Sie sollten überlegen, warum sie/es das tut. Weiterlesen

Entscheidend is’: “Ich danke Sie”

mit Update 13.4.

Die Branche des deutschen Profifussballs (der Herren) bietet – das ist der einzige Punkt, in dem ich Freddie Röckenhaus (SZ-Paywall), dem inoffiziellen Pressesprecher von Hans-Joachim Watzke, zustimme – ein ähnlich populäres öffentliches Bild wie die Berliner Koalitionsbildung. Da freut sich der Fussballfan über einen Lichtblick aus Essen-Karnap/Stadtgrenze Bottrop. Weiterlesen

Stecknadel im Trash

Es gibt in der Glotze vernünftige Menschen, die Vernünftiges reden

3sat, ein multinationales Gemeinschaftsprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG gehört zu den TV-Kanälen, die deutsche Ministerpräsident*inn*en gerne stillgelegt haben wollen. Warum wohl? Ein Grund könnte sein, dass die Zuschauer*innen hier noch auf ernstzunehmende Diskutant*inn*en treffen können, ein Phänomen, das die meisten deutschen TV-Talkshows seit Jahren aktiv zu bekämpfen versuchen. Sie sind noch nicht am Ziel. Hier die Stecknadel im Misthaufen: Weiterlesen

1a-Netzjournalismus

Seit 2003 gibt es den von dem Bonner Markus Beckedahl gegründeten Blog netzpolitik.org. Seitdem, also seit über zwei Jahrzehnten, wird dort vorbildlicher Online-Journalismus geleistet. Und das Beste für den Extradienst: wenn nicht anders gekennzeichnet, mit Creative-Commons-Lizenz. So war die dortige Berichterstattung über die Koalitionsbildung in der deutschen Medienlandschaft unübertroffen: Anna Biselli, Chris Köver, Daniel Leisegang, Ingo Dachwitz, Markus Reuter, Martin Schwarzbeck, Sebastian Meineck: “Koalitionsvertrag – Das planen Union und SPD in der Netzpolitik”. Weiterlesen

Mächtige Eigentorkandidaten

Gendern mal nicht erforderlich

Harald Staun ist Medienredakteur der FAS, der Sonntagsausgabe der FAZ, die aber aus Kostensenkungsgründen immer schon am Samstag beim Bäcker liegt. Er unterscheidet sich wohltuend von dem missionarischen Kreuzzügler für die Interessen der deutschen Verlagsmilliardär*inn*e*n, der an Werktagen das Medienressort der FAZ betreut. Und so hat der kluge Staun die Urheberrechte an dem Schrifttum des Evgeny Morozov für die FAZ-Verlagsgesellschaft gesichert. Die hat das in ihrem ureigensten Interesse digital eingemauert. Ich will Ihnen aber kostenfrei verraten, was Mr. Morozov mitgeteilt hat. Weiterlesen

Medien im Krieg

Annika Schneider hat vor ihrem Umzug nach Berlin hier im Beueler Mirecourtvieertel gewohnt. Jetzt gibt sie in ihrem Impressum eine Anschrift im Bonner Musikerviertel an, obwohl sie doch für uebermedien in Berlin arbeitet. Das nennen Steuerberater*innen “doppelte Haushaltsführung”, ein bisweilen aufreibendes Pendler*innen*schicksal. Wie kommichdrauf? Frau Schneider liebt das Recherchieren. Das ist viel Arbeit. Aber lohnt sich, vor allem für die Leser*innen. Weiterlesen

Klassenunterschied

Nach heutigem Stand der Dinge kommen die besten 4 Teams der europäischen Champions League nicht aus unserem schönen Zwergstaat. Es sind nicht nur die Fussballer (der Herren), deren Leistungen europäische Spitzenklasse vermissen lassen. Es sind auch die Damen und Herren des was-mit-Medien, die über sie berichten. Beziehungsweise das versuchen. Weiterlesen

Prophetisch

Zu “Predictive Policing” können Sie auch “prophetische Überwachung” sagen. Deutsch klingt das nach Altem Testament, englisch nach dem Modernsten von moderner Polizeiarbeit, wonach sich auch hierzulande alle “Sicherheits”Behörden und Innenminister*innen die Finger lecken, in dem irrigen Glauben, dann selbst nicht mehr arbeiten zu müssen. Martin Schwarzbeck/netzpolitik berichtet, wie das in UK voranschreitet. Seien Sie sicher: das tut es auch hier – schon lange. Weiterlesen

Foyle’s War – britisch-deutsche Geschichte

Deutsche TV-Programmdirektionen hallluzinieren schon seit Jahrhunderten, ihr Publikum sei krimisüchtig. Ergebnis: je weniger Menschen aus dem Haus gehen, umso mehr glauben sie, draussen herrsche Mord und Totschlag. In Wahrheit ist der gefährlichste Ort zuhause – sowohl was Gewalttaten als auch was Unfälle betrifft. Aber ich schweife ab. “Foyles Krieg” übersetzen deutsche Programmdirektionen schlicht in “Inspektor Foyle”, oh sorry, sie schreiben es englisch “Inspector”. Weiterlesen

Rückgrat

Roland Appel sieht keins: “Wirtschaft und CDU ohne Rückgrat” im Angesicht des Donald.

Constanze Kurz und Stefan Ullrich/netzpolitik sehen in den Koalitionsverhandlungen auch keins: “Tür zu für Palantir und Co. – Die angehende Regierung befürwortet Polizeiarbeit mit automatisierten Black-Box-Systemen, um die riesigen Datenbestände der Polizeien zu rastern. Die Idee der Merzschen Union, die auch von den Sozialdemokraten unterstützt wird, mit Konzernen wie Palantir zusammenzuarbeiten, ist ethisch und rechtlich hochproblematisch.” Weiterlesen

Netzer hat geweint

Geständnis vorweg: als Fussballer war er ab 1965 mein grosses Vorbild. Nicht zuviel rennen, keine Hektik verbreiten, stattdessen überlegene Ruhe und Übersicht, zentimetergenaue Steilpässe auf sprintfähige Mitspieler, dazu direkt verwandelte Freistösse und Eckbälle, die mutmasslich später auch Lionel Messi studiert haben dürfte. Es folgte eine nicht minder beeindruckende Managerkarriere beim Hamburger SV, den er, mit tatkräftiger Hilfe des genialen Ernst Happel, zum deutschen Fussballmeister und zum Europapokalsieger machte. Weiterlesen

Produktionsverhältnisse

Die Koalitionsverhandlungen bewertet Wilhelm Neurohr: “Koalitionsverhandlungen: Führt der ‘Politikwechsel für Deutschland’ zu einem Desaster für soziale Verlierer und zum Siegeszug der Rechtsextremen?”

Petra Erler erinnert an die “Task Force ‘Drache’ – Oder das US-Oberkommando über die Kriegsführung der Ukraine – Eine in Wiesbaden gesponnene Tötungskette”.

Henning Venske war im Krankenhaus: “Ah! Ça ira”.

Martin Singe analysiert und kritisiert ein Bundesgerichtshofs-Urteil (nicht zu verwechseln mit dem Bundesverfassungsgericht!): “Im Ernstfall außer Kraft? – Recht auf Kriegsdienstverweigerung (KDV) im Ernstfall außer Kraft? – Der Bundesgerichtshof greift das Grundrecht auf KDV an”.

Wie wurde in der guten alten Zeit TV produziert? “Anrührend” brutal. “Linke Produktionsverhältnisse” auch nicht besser – am Beispiel der Jungen Welt.

Vor schlechtem TV gibt es “Flucht vor Fischer”.

“Das Kapital in seinem Lauf …” ist die 221. Folge von “Wundersame Bahn”. Vom Fahrplan-Regelbetrieb zum mehrere tausend Euro teuren Luxus.

Auf die kommenden 14 Tage verteilt ein Online-Wetterdienst 4 Regentropfen. In den letzten zwei Monaten verschwanden sie meistens, je näher der betreffende Tag rückte. Das ist nicht gut, sondern schlecht. Rheinpegel Bonn 159cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Flucht vor Fischer

Gespräche über Fluchtoptionen haben sich in den letzten Jahren gehäuft. Viele Optionen werden nicht genannt, weswegen ich als Beueler streng gegenwärtig entgegne: “Wo ist es besser als hier?” Flucht vor schlechtem TV-Programm ist dagegen eine mikroskopische Kleinigkeit. Nichts ist einfacher zu realisieren, zumal seit Erfindung der Fernbedienung. Doch auch daran sind gestern einige wenige gescheitert. Weiterlesen

Das Kapital in seinem Lauf …

Wundersame Bahn CCXXI

Zunächst die Sensation: einer Freundin gelang gestern eine störungsfreie An- und Abreise von Köln-Deutz nach Beuel und zurück. Bei ihrer Ankunft bewunderten wir das sich bietende Schlachtengemälde der jahrhundertalten S13-Baustelle. Bei der Aussenbesichtigung des sich der Einsturzgefahr nähernden Bahnhofsgebäudes versicherte ich ihr, dass ich das Gebäude persönlich noch in voller Funktion erlebt habe: Fahrkartenschalter, Gepäckservice, Kiosk, Bahnhofsgaststätte, Bahnsteigaufsicht, von echten Menschen individuell gesprochenen Bahnsteigdurchsagen, Wetterschutz – war alles mal da. Weiterlesen

Anrührend

In meiner Kindheit war das wichtigste Medium das Antennenfernsehen. Es gab zwei Programme zur Auswahl, später drei. Im Ersten Programm lief zwischen 18 und 20 h ein regionales Werbefernsehen, immer nur im jeweiligen Gebiet empfangbar. Serien des NDR sah ich also nur, wenn ich in den Ferien bei den Grosseltern in Glinde (bei Hamburg) war. So lernte ich u.a. “Hamburg Transit”, “Kommissar Freytag” oder “Hafenkrankenhaus” kennen. Der NDR wiederholt die alten Sachen nachts im Dritten. Weiterlesen

Buchenwald / Casanova / Führerschein

Ist Israels Regierung antisemitisch? Mag sein, dass sie es nicht sein will. Objektiv ist sie es spätestens, seitdem sie die Sicherheit ihrer Bürger*innen mehr gefährdet als sichert. Wer solche Freunde hat …, hat eine Grundsatzentscheidung getroffen. Deutsche Nachrichtenmedien haben das mehrheitlich noch nicht verstanden. Bei uns geht die Welt ein paar Jahre später unter, aber sie dreht sich trotzdem unbarmherzig weiter. Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Beueler-Extradienst | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders Norén — Hoch ↑