Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 59 von 381)

Fifa, DFL – schaut nach Frankreich!

Einerseits: zwischen Frankreich und dem Feudal-Emirat Qatar gibt es zweifellos seit langem das, was in aussenpolitischen Denkpanzern “Special Relationship” genannt wird. Das gab es zuvor auch schon zu diesen sympathischen Herren – dem hier z.B., oder auch dem hier. Dass sich die politische Klasse einer Atom- und Kolonialmacht von solchen Figuren jahrzehntelang aushalten lässt, das macht sie durchaus besonders. Die Bücher und Politthriller darüber, für die unsere Nachbarn lange zurecht berühmt waren, müssen erst noch geschrieben werden. Mglw. investieren Frankreichs Medien-Milliardäre nicht wenig dafür, dass genau das nicht passiert. Weiterlesen

Feminismus – auch nicht mehr, was er mal war

Ich will nicht so höhnisch werden wie meine Überschrift. Tatsache ist: der neoliberal entfesselte globale Kapitalismus lässt von emanzipatorischen (= Befreiung von Abhängigkeit) Errungenschaften nicht mehr viel übrig. Dabei schreckt er auch vor der Faschismus-Option (woanders is auch scheisse: Frankreich – die haben immerhin noch linke Opposition im Parlament) nicht zurück. Starke Fraktionen arbeiten daran. Weiterlesen

Lesen täte helfen

Die ermüdende Aufmerksamkeitsökonomie – am dummen Beispiel der 3sat-Erregung

Seit ich mich für Politik interessiere, seit ca. 1970, ist mir die Ministerpräsident*inn*enkonferenz (MPK), dieses Zentrum des deutschen Föderalismus, nie als Zentrum überbordender politischer Intelligenz aufgefallen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die 16 Mitglieder, darunter drei Bürgermeister, immer zueinander in Konkurrenz stehen – und innerhalb der “eigenen” Parteireihen noch mehr, als ausserhalb. Wenn dann noch eine*r besonders nervt und die Konferenz in die Länge zieht, greifen Mechanismen der Schein-Befriedung. In diesem Fall verbunden mit einem Kollateralnutzen. Weiterlesen

Seitenwechsel?

Jürgen Klopp – Projektionen und materialistische Wahrheiten

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die so gut als Projektionsfläche funktionieren, wie der ehemalige Fussballprofi und Fussballlehrer Jürgen Klopp. Deswegen konnte er die überwiegende Zeit seines Berufslebens Vertragsangebote der PR-Industrie auf seinem Schreibtisch zum Bau manhattanartiger Papierstapel nutzen. Ob er für sich irgendwas als No-Go definiert hat? Ich glaube: eher nicht. In diesen unsicheren Zeiten lässt sich zu seinen Gunsten spekulieren, dass er nicht nur sich selbst, sondern einige ihm wichtige Mitmenschen auf diese Weise mit materieller Sicherheit versorgen will. Weiterlesen

Alternativen

Wolfgang Lieb hat eine: “Wie könnte eine demokratische Alternative zur Macht der digitalen Medienmonopole aussehen?”. Wer sagts den deutschen Ministerpräsident*inn*en? Der Autor hat selbst für solche gearbeitet.

Ute Tobias (Open Source der Berliner Zeitung) hat eine versucht: Genossenschaft gegen Pflegenotstand – Mit einer Genossenschaft gegen den Pflegenotstand: ‘Leute, organisiert euch!’ – Unsere Autorin ist Altenpflegerin, hielt es aber nicht im Beruf aus. Mit einer Pflegegenossenschaft wollte sie es besser machen – und stieß auf ungeahnte Schwierigkeiten.” Weiterlesen

Was ist mit denen los?

Der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum zeigt ungeahnte Schwachstellen

Ist Manuel Neuer eine Schwachstelle? Eher nein. Obwohl: nach meiner persönlichen Zählung hat er beim 3:3 in Frankfurt einen Ball gehalten – drei waren drin. Nicht, dass ich behaupten würde, dass von den dreien einer haltbar war. Aber für einen einstigen Weltklassetorhüter eine bittere Bilanz. Der Fussballkonzern, wie ich ihn kennen und erleiden gelernt habe, hätte diese zwei Punkte niemals abgeben dürfen und müssen. Dass er es doch getan hat, war das Erfreulichste an diesem Bundesliga-Spitzenspiel. Weiterlesen

Immer zu spät

Wenn es nur die Deutsche Bahn wäre – mann könnte sich dran gewöhnen. Es ist der Intelligenzverfall demokratischer Politik, an den ich mich nicht gewöhnen will. Er öffnet nicht nur riesige Freiräume für faschistische Kräfte, er verschärft auch die sowieso schon zutageliegenden gesellschaftlichen Probleme des real existierenden Kapitalismus. Zwei Texte dieses Blogs führten das gestern brutal vor Augen: zur Kommunikation und zur Altenpflege. Weiterlesen

Eckenga ohne Paywall

Wenn solche Bücher erscheinen, wissen wir: Weihnachten kommt unerbittlich näher. Bildbände sind schnell konsumiert und teuer genug, dass die Schenker*innen nicht geizig aussehen. Aber wer liest ihre schlauen Texte? Von Fritz Eckenga trennt mich meines Wissens nur die Meinung über Claudia Roth. Dieser Buchauszug war für mich – da der Fussball mal wieder nichts zu bieten hat – das schönste Geschenk dieses Wochenendes. Weiterlesen

Die Fifa hat ein Problem

Es gibt nur wenige auf der Welt, denen ich lieber ein Problem an den Hals wünsche, als der umsatzstärksten Mafia der Welt, der Fifa – “Fédération Internationale de Football Association”. Deren Kopf Gianni Infantino – wer soll mehr wissen, was in dem vorgeht, als sein Friseur? – hat eine grundsätzlich schlaue strategische Entscheidung gefällt: der Rest der Welt ist weit grösser und mächtiger, als der mächtige aber klitzekleine Wurmfortsatz Europa. Weiterlesen

Herausfordernd, aber machbar

Eine herrschende Mehrheit in Medien und demokratischen Parteien glaubt allen Ernstes, Ursache der jüngsten deutschen Wahlergebnisse sei irgendwas mit Migration. Das war schon immer lächerlich. Je mehr Migrant*inn*en präsent sind, umso weniger Probleme – bei den Wahlergebnissen. Besonders viel rechts wählen die, die Migrant*inne*n gar nicht kennen, sondern nur eine fiktive Vorstellung von ihnen im Kopf haben – woher wohl? Das sind alles Binsen, die den demokratischen Parteien mit ihrem immer geringeren Kontakt zur gesellschaftlichen Wirklichkeit da draussen offenbar verloren gegangen sind. Stattdessen verwechseln die sie umringende was-mit-Medien-Bande in Berlin-Mitte mit “Volkes Stimme”. Weiterlesen

Andacht

Haben Sie heute schon über Deutschland nachgedacht? Schalten Sie lieber nicht die Glotze ein, wenn Sie darauf keine Lust haben, und den DLF auch nicht. Obwohl: Sie lesen jetzt hier. Wollen Sie das wirklich? Weiterlesen

Fussball-Front

Wenn Sie meinen, dass im Fussball Tore und – daraus resultierende – Punkte entscheiden, “entscheidend is’ auf’m Platz”, dann. sind Sie sehr, sehr alt. Ungefähr so alt wie ich. Ihnen muss ich mitteilen: schön wärs. Wir können froh sein, wenn es nicht immer so ausgeht, wie erwartet. Die Momente, in denen es nicht so ist, sind für die Fans heute die seltenen Momente tief empfundenen Glücks. Denn meistens, seien wir ehrlich, siegt im Profifussball der Herren wie im Rest der Gesellschaft das Kapital. Weiterlesen

Haben Sie eingekauft?

Petra Erler, nicht bei allen gleichbeliebt aber vielgelesen, schämt sich (wie ich) ihrer Angst vor dem Atomkrieg nicht: “Gedächtnisstörungen, Denkverweigerung und Quallen-Babys – Überall auf der Welt steht die Humanität auf dem Spiel”.

“Brücken”-Angst kannte ich lange nur als Phobie. Heute gibt es dafür obbjektive Gründe. Und das Problem sind die “Normalen”.

Das Bundesverfassungsgericht findet immer wieder “Verfassungsfeinde, wirksame”. Es sind in der Regel die, die schlechte Gesetze schreiben.

Kurz nach Mitternacht finden Sie hier von Heiner Jüttner “Zum Gedenken”. Es geht um das Gendenktagewesen, national und weltweit, in bewährter Jüttnerscher Gründlichkeit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen behaglichen und genussfreudigen Gedenktag.

Rheinpegel Bonn 331cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Verfassungsfeinde, wirksame

Wo sie nicht nur sind, sondern auch tun

“Verfasssungsfeinde” ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, im Umkehrschluss also ein Produkt politischer PR, ein Kampfbegriff. Er wurde in den 70er Jahren erfunden, als die 16 Ministerpräsident*inn*en, davon 3 nur Bürgermeister, und Bundeskanzler Willy Brandt, dessen Heiligsprechung durch seine Genoss*inn*en seitdem offenblieb, den sog. “Radikalenerlass” erliessen, von Anfang bis Ende ein verfassungsrechtlich umstrittenes Unterfangen. Wer oder was verfassungswidrig, sei, das zu beurteilen oblag allein dem Bundesverfassungsgericht. Feinderklärungen dagegen waren und sind freihändig möglich, jederzeit und gegen jede*r*frau*mann. Weiterlesen

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