Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 58 von 390)

Kommende Krimis

Die Brit*inn*en können es. Von “Vigil” läuft gegenwärtig bei Arte linear die zweite Staffel. Sie zeigt unbarmherzig die wahnwitzigen Gefahren, die mit der Drohnenaufrüstung nicht mehr drohen, sondern schon Gegenwart sind. Erste Staffel noch verfügbar bis 14.3., zweite Staffel bis 1.4. Weiterlesen

Besser absteigen

Borussia-Fans im Westen sind von Natur aus Realist*inn*en. In Mönchengladbach, seit Hennes Weisweiler nach Barcelona ging (1975); in Dortmund wurde es nur von Jürgen Klopp unterbrochen, der Verein und Fans in einen unrealistischen Traumzustand versetzte – er ging, als sie Tabellenletzter waren. Die Meisterschaften in 1995, 1996 und 2002 hätten den Laden um ein Haar komplett ruiniert. Das taten die fünf Titelgewinne der Gladbacher Borussia in den 70ern nicht. Im Gegenteil. Sie legten das Mythenfundament für das – materialistisch betrachtet – eigentliche Fussballwunder, das bis heute anhält. Weiterlesen

Pornoindustrie jagt Piraten

Das Zentrum dieses Krieges ist maximal weit von Europa weg

Der Pornoindustrie wird eine vielseitige Avantgardefunktion zugeordnet. Das betrifft technische “Killerapplikationen” – wenn sie sich hier nicht durchsetzen, dann nirgends – aber auch gesellschaftlich untergründige Strömungen, die sich hier austoben, weil sie öffentlich nicht propagiert werden können/sollen. Im bisherigen Verlauf ist sie ferner zu 90% männlich dominiert, auch wenn die Frauen aufholen und um Emanzipation kämpfen. Diversität und Gendervielfalt werden regelrecht gepflegt, rassistische und andere Klischees aber nicht bekämpft, sondern reproduziert. Ökonomisch ist es ein Feld mit fliessender Verbindung zu Kriminalitäten aller Art, Wirtschaft, Geldwäsche, Organisierte Kriminalität, Menschenhandel (Epstein u.a.) u.v.m. Weiterlesen

“Kundschafter des Friedens”

Mediathekperle coming soon!

Nächsten Sonntag sind bei 3sat – als Alternative zum ARD-Talktrash und zum brandneuen “Barnaby” (ZDF) – endlich wieder die “Kundschafter des Friedens” angekündigt, hier vor vier Jahren von mir gewürdigt. Mit einer kurzen Mediathekverfügbarkeit ist zu rechnen, aber nur zwischen 20 und 6 Uhr. Fragen Sie mich nicht warum. Die armen Kinder, die dann schon ins Bett müssen.

Sollten Sie nicht verpassen, vor allem, falls Sie es noch nicht gesehen haben. Diesen Blick auf die DDR gibt es nur in diesem Film.

Spätzünder

Regt sich “keiner” auf? Keineswegs. Nur weil etablierte Altmedien den Fall nicht mitkriegen oder desinteressiert behandeln, ist er noch lange nicht klein und unbedeutend. Vielmehr wird er mit jedem Tag grösser. Zumindest bei mir bläst jedes weitere Nachdenken ihn immer weiter auf. Das liegt in meinem Fall daran, dass ich die Entstehung “dieses Internet” als eine riesige Befreiung für Informations-, Meinungs- und Pressefreiheit wahrgenommen habe. Endlich konnte ich selbst entscheiden, was mir wichtig ist, lesen und zur Kenntnis nehmen, egal wo und von wem es veröffentlicht wurde, und weitgehend unabhängig von meinem stark begrenzten Einkommen. Ein Riesenraumgewinn für die Bildung meiner eigenen Meinung. Weiterlesen

Malades Austria

Bei den Ösis soll es demnächst – wieder – einen “Volkskanzler” geben. Der Begriff “Volk” wurde in der deutschen Sprache, die auch dort nicht gepflegt, aber praktiziert wird, von den Nazis, dem deutschen Spezifikum des Faschismus, vergiftet. Alle Symptome sprechen dafür, dass er nicht tot ist. War er nie. Leider zeigt er sich in der Gegenwart pumperllebendig – eine Plage für alle, die Menschen lieben. Weiterlesen

Gespenstisch

Mediathekperlen, nach denen Sie sich schlechter fühlen

“Dieses Programm enthält Szenen, die für junge und empfindsame Zuschauer:innen nicht geeignet sind”, warnt die Arte-Mediathek. Ich bin zwar nicht jung, aber offenbar empfindsam. Denn “In den besten Händen – Die Gelbwesten-Demos sorgen für Chaos in Paris. Doch Raf, eine Comiczeichnerin mittleren Alters, hat zunächst andere Probleme: Ihre Partnerin Julie will sich von ihr trennen. Als sie Julie nach einem Streit nacheilt, stürzt Raf und bricht sich den Arm … – Catherine Corsini zeichnet eine temperamentvolle Momentaufnahme gesellschaftlicher Differenzen. Mit Valeria Bruni Tedeschi.” Verfügbar nur noch 3 Tage. Das konnte ich mir nicht vollständig ansehen. Weiterlesen

Wahlkampf-Manual

Die Mehrheit der vernunftbegabten Menschen lebt in dem Glauben, “die Welt” sei verrückt geworden. Das liegt daran, dass die Verrückten die Erregung der Aufmerksamkeitsökonomie dominieren. Vielleicht war es doch nicht die beste Idee der Reform-Psychiatrie, sie alle frei rumlaufen zu lassen. Aber ich will nicht abschweifen. Es gibt Belege, dass Sie als Vernünftige*r nicht allein, ja dass Sie sogar zu einer weltweiten Mehrheit gehören. Ein US-Denkpanzer, Pew Research, hat das jetzt ermittelt – hier das Original. Weiterlesen

Qualitätsabstieg?

Der Spiegel – nach meiner persönlichen Erinnerung als Jungdemokrat Ende der 70er Jahre war er schon immer so. Aber heute schlagen die Erregungspegel höher aus. Erregung ist der Sprit der Aufmerksamkeitsökonomie. Und die Zeiten, in denen Medieneigentümer*innen zuhause ihre Milliarden zählen und paradiesische Spesen bezahlen konnten, wie es mir ein befreundeter Ex-Express-Redakteur regelmässig aus dem vorigen Jahrtausend erzählt – diese Zeiten sind vorbei. Die Milliarden machen jetzt die Herren des Internet. Und die deutschen Oligarch*inn*en haben alle Gelegenheiten dieser neuen wilden Zeit verpennt. Weiterlesen

Passend gemacht

Feudalismus und Faschismus

Habe ich es im Bett gehört, und weigerte mich danach aufzustehen? Oder fiel mir die Espressotasse aus der Hand? Als ich in den DLF-Nachrichten das hier hörte: “Nun kündigte Zuckerberg auch an, zahlreiche inhaltliche Beschränkungen bei Themen wie Migration und Geschlechterfragen aufzuheben, um die ‘freie Meinungsäußerung wiederherzustellen’.” Meinungsfreiheit regelt also Mr. Zuckerberg. Und mir hatten sie in der Schule erzählt, die stünde in der Verfassung. Weiterlesen

Nachworte

“Fall Mischke” / Ukrainekrieg / Agrarwende

Maren Urner, kürzlich beruflich vom Rheinland nach Westfalen gewechselt (warum nur?), zähle ich zu den überdurchschnittlich klugen und gleichzeitig wenig geschwätzigen Medienwissenschaftler*innen. Vielleicht liegt es daran, dass sie sich selbst auch gar nicht so bezeichnet, sondern als Neurowissenschaftlerin. Jedenfalls hat sie jetzt im Spiegel (Paywall) wieder was überdurchschnittlich Kluges gesagt, für das der aufgeblasene “Fall Mischke” nur Anlass und Symptom war: Weiterlesen

Es geht auch konstruktiv

Helmut Lorscheid gibt keine Ruhe: “Petitionen in Sachen Bahn – FahrgastvertreterInnen in den Bahn Aufsichtsrat / Wiederöffnung der Bahnhofshalle in Beuel” (216. Folge “Wundersame Bahn”).

Martin Singe macht aufmerksam auf “Ernst Friedrich: ‘Krieg dem Kriege’ – 100 Jahre Anti-Kriegs-Museum Berlin”. Und Petra Erler auf “Die toten Kinder von Gaza”.

Am 30.12. habe ich bei meiner Krankenkasse der “Elektronischen Patientenakte” widersprochen, und traf dort meinen Freund und Leser Klemens Roloff mit dem gleichen Anliegen. Wir bedanken uns bei Christian Wolf für seine sachdienlichen Hinweise: “Die ePA 3.0 ein Laborrattenexperiment? – Vorab: diesmal mit einer Handlungsempfehlung für verantwortungsvolle Ärzte und Ärztinnen – kommt am Schluss!”

Die ARD machte sich selbst dieses Jahresende zum Winterlochthema: “Aus dem Skiurlaub zurück? – Schäubles Tochter auf dem Weg nach oben”. Jetzt wird nach den Schuldigen gesucht. Für Unterhaltung ist also gesorgt.

Lektüreempfehlungen meinerseits: “Wo ist der Fortschritt?” (mit meinem Tipp für Trump) und “Klicken Katastrophen nicht mehr?” (Schwarzes Meer, Rotes Meer, Ghana, China).

Jojo-Wetter im Rheinland, letzte Nacht war es warm, jetzt windet es (Sturm war in Beuel noch nicht), was sollen nur die Vögel denken? Auf nichts können sie sich in ihrem kurzen Leben verlassen. Das wünschen sich die Herrscher der Weltsysteme auch für uns, damit das Beherrschen leichter fällt. Ihren Reichtum wollen sie nicht abgeben, aber ihre Angst. Rheinpegel Bonn 483cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Klicken Katastrophen nicht mehr?

Damals bei der Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 haben einige wenige, und auch nur für kurze Zeit, versucht, die hiesige Öffentlichkeit damit zu beruhigen, dass “das bei uns” aufgrund hiesiger grossartiger deutscher Wertarbeit “selbstverständlich” überhaupt nicht passieren könne. Das zog nicht, haben die Betreffenden selbst schnell gemerkt. Und seitdem erfolgreich auf Spielverzögerung gesetzt: bis zum politischen Beschluss eines Atomausstiegs dauerte es noch 27 Jahre (und brauchte dafür noch einen japanischen GAU). Jetzt verseucht russisches Öl das Schwarze Meer. Werden sie es wieder versuchen? Alles der Putin, könnte bei uns nie passieren? Wir wissen es besser. Weiterlesen

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