Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 2 von 62)

Theologie des Niedergangs

… der deutschen Gross-Industrie.

Beklommen starren alle auf Volkswagen, Mercedes, Porsche und alle die schrumpfenden Giganten von Deutschlands einstiger industrieller Grösse. Dass ich da nicht mitstarre hat einen peinlichen Grund: Ich habe nur einen ganz beschränkten volkswirtschaftlichen Horizont. Keine einzige Aktie von Volkswagen oder Mercedes brauche ich jetzt zu verkaufen. Weil ich nie eine gekauft habe. Nichts anderes interessiert mich an der ganzen deutschen Volkswirtschaft als eine winzige Werkstatt tief in den Wäldern des Taunus. „Im Wiesenfleck“ lautet die Adresse. Was geschieht im Wiesenfleck? Weiterlesen

Kenia kann es

Arte bietet “Country Queen” erneut an

mit Update nachmittags

Ich habe es schon mit Interesse gesehen, und war beeindruckt. Netflix Africa und das ZDF hatten kapitalgebend ihre Finger im Spiel. Produziert wurde aber kenianisch, und nicht schlecht:

“Country Queen – Die junge Event-Planerin Akisa befindet sich mitten auf einer Feier der Bergbaufirma Eco Rock in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, als sie erfährt, dass ihr Vater schwer krank ist. Widerwillig macht sie sich auf den Weg zurück in ihr kleines Heimatdorf … Weiterlesen

Die Irrfahrt des Odysseus …

Digitaler Wochenrückblick, 16. August 2026

Es reizt nochmal richtig Kino zu erleben, also Film statt Digitalprojektion. Aber nicht irgendein Film und nicht irgendein Kino, es muss „Die Odyssee“ sein, der aktuelle Film des Christopher Nolan. Vollständig gedreht im 70mm IMAX-Format, Seitenverhältnis 1,43:1 und undigitalisiert ausschließlich in Prag, Brüssel und Montpellier zu sehen. Nur dort stehen die letzten echten Filmprojektoren, kein Wunder, diese Imaginatoren werden seit 50 Jahren nicht mehr gebaut. Weiterlesen

Essen, das krank macht

Essen ist längst keine Privatsache: Hochverarbeitete Produkte machen dick und krank und kosten Milliarden. Endlich soll auch Deutschland eine Zuckersteuer auf Softdrinks bekommen

San Francisco hat die Tabakindustrie vor Jahrzehnten erfolgreich auf über 500 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt – jetzt zieht die Stadt im Westen der USA gegen Lebensmittelkonzerne vor Gericht. Der Vorwurf: Tiefkühlpizza, Softdrinks, Ketchup, Frühstücksflocken und Müsliriegel machen Menschen krank – und die Allgemeinheit zahlt. Weiterlesen

Nur drei Wochen

Mal was Anderes. Tschechisch, slowakisch, von 2024 und klimapolitisch geht es kaum aktueller. Dazu humorig, aber nicht klamaukig. Dass am Ende das Gute siegt, ist ein schönes Märchen, das hier immerhin sehr gut bebildert und gut gespielt ist. Ich kannte kein einziges Gesicht. Weiterlesen

Alles smart oder was?

Digitaler Wochenrückblick 2. August 2026

Über Bedeutung lässt sich streiten, was ist das, smart? So viel wie „intelligent, pfiffig, gewandt, elegant oder schick“ – was kann uns also besseres passieren, wenn unser geliebter Fernseher zum „Smart-TV“ wird und uns eigenständig das passende Programm vorschlägt, das Ding kennt uns nach kurzer Zeit und weiß, was wir brauchen – nicht wollen. Weiterlesen

Fritz Lang aufgeschlossen

Mit seiner Dramaturgie und Erzählweise fremdelte ich von Jugend an. Respekt hatte ich, weil er vor den Nazis ins Exil floh. Meine Projektion auf ihn: ein Verrückter, im ambivalenten Sinne, wie so viele “geniale” Künstler*innen. Ich kann mich an keinen Film von ihm erinnern, für den ich schwärmte. Aber an einen, in dem er auftritt: Godards “Le Mépris”. Mitsamt einer legendär-analytischen mehrteiligen Rezension von Hans Schmid/telepolis. Weiterlesen

Tim ist wieder da

Seit zwei Spielzeiten schon trete ich für einen Abstieg von Borussia Mönchengladbach in die zweite Liga ein. Den FC vom Dom sollten wir wg. der schönen Derbys und Punktgewinne gleich mitnehmen. Denn in der zweiten Bundesliga (der Herren) findet der sportlich interessantere und fairere Wettbewerb statt. Das finden auch immer mehr Stadionfans, die an manchen Spieltagen die Schüsseln der zweiten Liga mehr füllen als die der langweiligen Fernsehliga, in der Plastikvereine und Fussballkonzerne dominieren. Weiterlesen

Der Wolf und die sieben Geisslein

Ein uraltes deutsches Märchen, für die neue deutsche Jugend den Brüdern Grimm neu nacherzählt

Es war einmal eine alte Geiss, die hatte sieben herzige Geisslein und hatte sie lieb, wie eine Mutter ihre Kinder liebhat. Das älteste Geisslein hiess das saure Fritzchen, das zweite nannte sich das süsse Marküsslein, so rot war das dritte, dass es Radieslein gerufen wurde, das vierte hiess leider Sinistrosa, war aber so niedlich, dass alle es gern Siniströslein nannten. Zimmermädel hiess das fünfte Geisslein, war aber nicht so beliebt, weil es manchmal zu forsch mit seinem Besenstiel in der Welt herumfuchtelte. Das sechste Geisslein gar war so schwierig, dass die andern noch nicht einmal einen schönen Kosenamen ausgeheckt hatten. In der Verlegenheit nannten sie es immer noch mit dem garstigen Akronym BSW. Das siebte Geisslein aber war Muttis Liebling. Weiterlesen

„Gefällt mir“ Plus

Warum spanischsprachige Lesekreise in Bonn und Köln politische Räume sind

In den letzten zwei Jahren hat die Autorin Lesekreise in Bonn und Köln aufgebaut. Sie ist überzeugt, dass solche Gruppen mehr sind als Orte, an denen Bücher besprochen werden.

Mein Ziel war es, Räume intellektueller Geselligkeit, kritischer Bildung und kollektiver Sinnstiftung zu gestalten, in denen Emotionen so viel Gewicht haben wie Argumente. Bei den Treffen, in der Regel einmal im Monat, verwandelt sich das individuelle Lesen in eine gemeinsame Reflexion vieler Stimmen. Weiterlesen

Warum wir schreiben

Acht Stimmen aus der zeitgenössischen brasilianischen Literatur

Die spannendste brasilianische Literatur ist viel­leicht nicht dort, wo man sie sucht. Sie wird von einer Frauengeneration geschrieben, die von den geografischen, verlegerischen und sozialen Rändern aus erzählt und dabei die Position der Außen­seiterin in Stärke verwandelt. Hier werden acht neue Erzählerinnen vorgestellt, die in ihrer Vielfalt zur derzeit lebendigsten brasilianischen Literatur zählen. Es gibt keine Schule, kein Mani­fest, keine Formel, einfach nur acht Arten, Brasilien zu betrachten, ohne den Blick abzuwenden. Weiterlesen

Baden gehen in Kölle

Köln ist eine Stadt der kurzen Wege, das gilt auch für Gewerkschafter. Man kann Karriere machen oder auf dem Abstellgleis landen.
Das Abstellgleis

Die Leitung der KölnBäder GmbH,  eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Köln, hat im Juni einen Antrag auf Kündigung eines Betriebsrates wegen eines unterstellten Arbeitszeitsbetrugs gestellt. Von Fachleuten der Gewerkschaft ver.di wurde dieser Vorfall als nicht einmal abmahnungswürdig bezeichnet. Ein spontan gebildetes Solidaritätskomitee vermutet andere Motive. Weiterlesen

Trugbild: Eine Frage der Qualität

Der Einsatz sogenannter künstlicher Intelligenz im Kreativbereich ist schambehaftet und wird in der Regel argwöhnisch beäugt. Dabei zählt am Ende die Qualität eines Werkes – und die müssen wir erst einmal erkennen.

Kaum jemand entkommt den Heilsversprechen oder auch apokalyptischen Prophezeiungen rund um sogenannte künstliche Intelligenz. Sie gilt wahlweise als Booster für Wirtschaft und Forschung oder als Killer für Klima und Kultur. Bislang bewegt sie vor allem die Portfolios von Aktienanlegern. Weiterlesen

Boom oder nicht?

Neue weibliche Erzählstimmen aus Lateinamerika und der Karibik

Es boomt wieder, ist in lesenden und verlegerischen Kreisen zu hören. Autorinnen aus Lateinamerika seien seit den 1980er-Jahren kontinuierlich auf dem Vormarsch und stellten mittlerweile die rein männlichen Vertreter des sogenannten ersten literarischen Booms in den 1960er- und 1970er-Jahren in den Schatten. Aber was soll dieser Vergleich mit Männern überhaupt? In Lateinamerika sträuben sich bei vielen Schriftstellerinnen die Haare. „Unangemessen, unzureichend“ sei diese Rede von der angeblichen Wachablösung, heißt es. „Da werden wir wieder einmal kontinentweit undifferenziert in einen Topf geworfen.“ Eine sexistische Verniedlichung sei das und mache gut schreibende Frauen erneut zur Ausnahme. Das gibt zu denken. Weiterlesen

Humorpolitik

Der Film “Was haben wir gelacht” wird reichlich besprochen. Die FAZ hat ihre Rezension eingemauert. Ihre Leser*innen sind mutmasslich auch nicht die Zielgruppe. Die Junge Welt wird ihre Rezension in Kürze in ihrem Archiv einkellern: Ronald Kohl: “Der Kampf um die Bühne – Eva Müllers und Isabel Schneiders Dokumentarfilm »Was haben wir gelacht« über deutsches Unterhaltungsfernsehen und die Rolle der Frauen”. Der Herr Rezensent ist auf Konkurrenzkampf fixiert. Die Frauenperspektive gelingt nur einer. Weiterlesen

Das müssen Sie sehen

Was ein sich abschliessendes Land/Kontinent verpasst

Eben schrieb ich: ich zog es vor, nicht berühmt zu werden. Anders Trong Hieu, Hauptprotagonist des hier zu empfehlenden Films der Wolffpack Vision, Buch und Regie von Minh An Szabó de Bucs. Ihn kannte ich nicht, dafür die Spitzen-Schauspielerinnen, die hier assistieren. Hätten diese Leute, die dem Tod von der Schüppe gesprungen und in diesem Film zu sehen sind, in Deutschland und seiner EU heute noch eine Chance? Urteilen Sie selbst, und schauen sie sich an: Weiterlesen

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