Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: TV (Seite 43 von 89)

TV-Perlen mit wenig Mediathek

“Der schöne Leo” und “Das Begräbnis”

Kommenden Montag strahlt 3sat (22.25 h) einen erstklassigen Dokumentarfilm aus, den ich bei seiner Uraufführung im Rheinischen Landesmuseum sehen durfte und seinerzeit hier besprochen habe. Filmemacher Benedikt Schwarzer ist ein Enkel des Filmprotagonisten Leo Wagner. Ein “Bonn-Film”, wenn auch keineswegs so schön leuchtend wie “Die Unbeugsamen”, sondern die Welt der West-BRD realistisch zeigend, die die “Unbeugsamen” so tapfer und hart bekämpft haben. Weiterlesen

Mein “Barnaby” ist “Mord mit Aussicht”

In dieser Zeit des – überwiegend politischen – Irrsinns ist Eskapismus eine therapeutische Notwendigkeit. Das “Volk”, weit klüger als seine Herrschenden, weiss das instinktiv. Unsere Reflexe sind auf Überleben ausgelegt, auch wenn auf den Medienbühnen gegenteiliger Radau veranstaltet wird. Darum will ich Ihnen nicht verheimlichen, wie ich mein Wohlbefinden erhalte. Neben den regelmässigen Mahlzeiten. Weiterlesen

Erinnerung und Lehren

Matthias Fuchs und taglichtmedia/Köln über die Ahrflut – gestern auf ARTE (3 Monate Mediathek)

Mein Glück als Beueler in jenem Sommer so absolut schadlos durchgekommen zu sein, kann ich heute immer noch nicht fassen. An Ahr und Erft sowie im Bergischen Land, also überall um uns herum, sind zahlreiche Leben zerstört und beendet worden, tausende Menschen wurden für den Rest ihres Lebens traumatisiert. Will mann daran erinnert werden? An mein Glück: ja. Ich habe es gewagt, und meine was gelernt zu haben. Weiterlesen

Feige Schweiger*innen

Katharine Teresa Gun – schon vergessen? Ich gestehe: ja. In meiner Erinnerung hat sich lediglich festgesetzt, dass Premierminister Tony Blair besonders penetrant darin war, seine Wähler*innen zu belügen, um an der Seite George W. Bushs 2003 in den Irakkrieg einzutreten. In den Krieg, in den sich die deutsche Bundesregierung unter Führung eines gewissen Gerhard Schröder demonstrativ weigerte, mit einzutreten. Von einer “Achse” Paris (Chirac)-Berlin-Moskau (Putin!) war damals in Europa die Rede. Gegen Bush und seinen “Poodle” in London. Weiterlesen

Enttäuschungen vorprogrammiert?

Bundeskanzler Scholz, Präsident Macron und Mario Draghi sowie Klaus Johannis sind in die Ukraine gereist. Was sie erreicht haben, ist eine eindeutige politische Geste: den Einsatz für den EU-Kandidatenstatus. Der Besuch fand in einem Klima der überbordenden Erwartungen statt, die Präsident Selenskij und sein Botschafter Melnik durch ihre verzweifelte Medienstrategie gefördert haben.  Vor allem die Europäische Union, aber auch viele Politiker*innen des Westens wie die “drei Frustketiere” des Bundestages und zuletzt die deutsche Aussenministerin, getrieben von einer bellizistischen Medientendenz, haben unter diesem Druck voreilige Versprechungen gemacht, die sie möglicherweise nicht einhalten können. Weiterlesen

Im Rücken der Massenmedien

Klima und Flucht – gibt es Wichtigeres?

Der Kollege René Martens hat bei mir als Leser seiner MDR-Altpapier-Kolumne erneut einen Treffer gelandet. Er zitiert den bei der re:publica aufgetretenen Wolfgang Blau, einen der Pioniere von wohlverstandenem Onlinejournalismus, und ich gebe diese Zitate hier gerne weiter:

“Journalismus ist primär eine rückblickende Tätigkeit. Über 90 Prozent der journalistischen Ressourcen (…) setzen wir (dafür) ein, zu verstehen und zu berichten, was gerade passiert ist oder was jetzt gleich unmittelbar passieren wird – (und) dann zu interpretieren, was das bedeutet. Die Klimakrise zwingt uns aber, Ereignisse und abzuwendende Ereignisse im Jahr 2030 zu diskutieren, gegen die jetzt schon Steuergelder investiert werden oder gern die Unternehmen investieren (…) Weiterlesen

Wieder keine Perle

Was reitet die ARD in San Francisco?

Vor 50 Jahren wurde die US-Krimiserie “Die Strassen von San Francisco” produziert. Meine TV-Zeitschrift meint dazu: “Auch ein Michael Douglas hat mal klein angefangen.” Ich war nie ein Fan von ihm. Aber Respekt habe ich: er kann es, das Filmgeschäft. Die Serie ist in mehrererlei Hinsicht ein Klassiker. In erster Linie ein durchaus zwiespältiges Stadtmarketing – Duisburg und Dortmund wissen, was ich meine. Da waren die Hippies sicher effektiver. Es war auch eine Präsentation des Rechtsstaates USA. Ebenfalls zwiespältig. Weiterlesen

Datenkolonialismus: Meta in Indien

Der Text des Tages erschien heute bei den Kolleg*inn*en von netzpolitik.org. Satyajeet Malik: “Wie Meta den indischen Agrarsektor dominieren will – Nach vielen Versuchen, im indischen Markt Fuß zu fassen, hat Facebook sich zuletzt mit dem größten Unternehmen des Landes zusammengetan. Die Partnerschaft mit Reliance Industries könnte dazu beitragen, die gesamte Lebensmittelversorgungskette in Indien monopolisieren. Teil 1 unserer Serie zu Digitalem Kolonialismus.” Weiterlesen

Gewissheitenmuseum

“Die Anstalt” kämpfte dialektisch für den Zweifel, findet aus masochistischer Selbstkritik hinaus und spricht für die Vielen ohne Repräsentanz in der aktuellen Politik

“Jetzt hassen uns alle” versteht das Anstalt-Ensemble als Auszeichnung für Satire. Richtig so. Zwar ernteten sie schon eine lobende Nacherzählung in der FR (Moritz Post). Sie verzichteten aber auf platt-propagandistisches “Stellung beziehen” – Auftrags-Kunst gibt es schon genug. Stattdessen wurde ein Panorama von Politiken und Positionen entfaltet, mit Fakten konfrontiert, und gleich wieder zusammengefaltet. Weiterlesen

Medienbellizismus III.

Je länger der Krieg in der Ukraine dauert, desto absurder wird die Rolle der Politiksimulationen von Will, Plasberg, Maischberger, Illner und Lanz. Ich schlage vor, diese Sendungen für die Dauer des Krieges abzusetzen und deren “Fiction” durch seriösen Journalismus zu ersetzen – in Form von “Monitor”, “Panorama”, “Frontal 21” , “Fakt”, “Report Mainz” und “München” und Sondersendungen. Die von den Sendern als “Unterhaltung” eingestuften Talk”shows” werden dem Ernst der politischen Lage immer weniger gerecht und manipulieren die demokratische Öffentlichkeit im eigenen Quoteninteresse inzwischen hemmungslos. Weiterlesen

Medienbellizismus II.

Aufgabe des Journalismus und der Medien ist es, den Menschen die Welt und insbesondere die Politik nahezubringen, zu erklären und im besten Fall Interpretationsalternativen anzubieten, damit sich das geneigte Publikum selbst eine Meinung bilden kann. Als es in (West-) Deutschland nur drei Fernsehprogramme und neun Rundfunksender gab, ist dieses Konzept aufgegangen. Selbst der Kumpel in Wechselschicht und die schwäbische Hausfrau schafften es, sich eingermaßen zu informieren. Diese Zeiten sind lange vorbei. Weiterlesen

Medienbellizismus I.

Es ist die Aufgabe des Journalismus und der unabhängigen Medien, die Politik kritisch zu hinterfragen, ihre Gründe für Handeln oder Nichthandeln aufzudecken und über Zusammenhänge und Hitergründe aufzuklären. Dazu gehört Unabhängigkeit und – außer in den Kommentaren – Enthaltung von Wertung, das Ethos, die Dinge von beiden Seiten zu sehen. In der Ukraine-Krise – oder besser Russland-NATO-Krise ist eine bedenkliche Tendenz des Journalismus zu beobachten, insbesondere in den öffentlich-rechtlichen Medien wie ARD, ZDF und Phoenix, besonders aber im Deutschlandfunk, die zunehmend Partei ergreift, und zwar für Eskalation und Intervention. Weiterlesen

Dortmunder Transfers

Ein fetter Lapsus und ein folgenreicher Ausstieg
Nur bei Küppi erfahre ich von der neuesten Sünde des grössten Dortmunder Fussballgottes auf Erden. Norbert Dickel, heute Stadionsprecher, der sich für seinen Verein zum Sportinvaliden gemacht hat, und seitdem (1989) von den BVB-Fans angebetet wird, verwechselte am Donnerstagabend die – am Ende 4:2 siegreichen – “Rangers” mit “Celtic”. Ob er sich der Tragweite bewusst war? Weiterlesen

Kein Mangel an Wissen

mit Update 23.2.
Mediathekperlen: Raoul Peck/ARTE, Anstalt, Begräbnis, Wasser, “Kulturbahnhof” Beuel
Das Gute an der Lebensform bürgerliche Demokratie ist, dass – bisweilen unter grösseren Anstrengungen – ein grosser Wissenserwerb möglich ist. Das fortexistierende Problem dieser Lebensform ist geblieben, warum dieses Wissen nur recht geringfügige Konsequenzen nach sich zieht. Das blieb bei mir als Leitfrage hängen, nachdem mich gestern Raoul Pecks vierstündiger Doku-Essay “Rottet die Bestie aus!” in seinen Bann gezogen hatte. Der Autor war in den 90ern zwei Jahre Kulturminister von Haiti, bis heute extremst geplagt von Rassismus, Armut und Naturkatastrophen. Weiterlesen

Gefährliches Spiel

Mit der Aufrüstung der Ukraine
Eine auffällige Einseitigkeit der Berichterstattung zugunsten von Waffenlieferungen rieselt derzeit durch die demokratische Öffentlichkeit und prasselt auf die Ampelkoalition und insbesondere die Grünen herab. Ob Deutschlandfunk oder ZDF, ARD oder Privatsender: es scheint nur noch darum zu gehen, Politiker*innen in die Enge zu treiben – über die Folgen einer steigenden Kriegsgefahr in Europa wird wenig nachgedacht. Vorbei sind die Zeiten, als Korrespondent*innen in Moskau oder Washington vom Kaliber Gabriele Krone-Schmalz, Gerd Ruge, Thomas Roth, oder Fritz Pleitgen sich selbst als einen Teil der demokratischen Kultur der Bundesrepublik und ihrer besonderen Rolle in der Geschichte empfanden. Weiterlesen

Nihilistische Kunst

Harald Schmidt hat hofgehalten, und der Spiegel warf sich vor ihm in den Staub. So charakterisiert Stefan Niggemeier/uebermedien ein Interview dieses “Sturmgeschützes der Demokratie”. Und ich zweifle nicht an seinem Urteil. Das ganze Geschäftsmodell des Multimillionärs Schmidt basiert auf dieser nihilistischen Kunst (“Interviewdarsteller”). Seine grosse distinktionssüchtige Fangemeinde war ihm während seiner gesamten – aussergewöhnlich erfolgreichen – Entertainer-Karriere in die Zynismusfalle gelaufen. Und merkte es nicht. Weiterlesen

Perle “Begräbnis”

Als “Comedy” verkauft, ist “Das Begräbnis” eher tragisch
Als schmieriger Therapeut “Kranitz” hat Regisseur Jan Georg Schütte zuletzt schauspielerisches Gesicht gezeigt. Ein wunderbares Ekel. Im wahren Leben kann er so ein Ekel nicht sein. Denn dann stünden Deutschlands beste Schauspieler*innen nicht ständig in der Castingschlange, wenn er seine nächste Improvisations-Produktion vorbereitet. Ausserdem muss der Mann einen guten Kanal zum ARD-Produktionsmachtzentrum Degeto haben. Weiterlesen

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