Zwei sehr gegensätzliche Typen Politiker*in. Ladies first. Tulsi Gabbard halte ich politisch für eine frei flottierende Kanonenkugel. Das machte sie zunächst für Trump attraktiv. Nun ist er wahrscheinlich froh, dass er sie loswird. Hat sie ihn geschmerzt? Subjektiv-persönlich auf jeden Fall, politisch glaube ich eher nein. Es blieb die Rolle der Hofnärrin. Die Geheimdienste – in den USA sind es 16 – machen sowieso, was sie wollen, und lassen sich von so Einer nicht in die Suppe spucken. Vielleicht hat sie das nun endlich auch selbst gemerkt. Zum schlechten Schluss versucht sie selbst noch eine Marke zu setzen, hier nachzulesen:
Florian Rötzer/overton: “Oberste US-Geheimdienstchefin: Die Existenz von US-finanzierten Biolaboren in der Ukraine wurde verschleiert – Kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt als oberste Geheimdienstchefin (Director of National Intelligence – DNI) hat Tulsi Gabbard noch Dokumente über 120 von amerikanischen Steuergeldern seit langem unterstützte Biolabs auf der ganzen Welt veröffentlicht.”
Eine zweifellos explosive Thematik, zu der Autor Rötzer selbst die mangelhafte Substanz des Dargebotenen bemängelt. Verhältnismässig sauber rezitiert er die diversen beteiligten Seiten. Es ist keine dabei, der ich mich vorbehaltlos zu glauben in der Lage sehe. Sie etwa? So bleibt es beim Glauben und Raunen. Das zu bewirken war Mrs. Gabbards fortwährende Beschäftigung. Ein bisschen arm. Finde ich.
Mützenich
Welch ein Kontrast. Ihn habe ich zuerst als Arbeitskollegen im NRW-Landtag kennen gelernt. Ein Typ der gründlich durchdenkt, bevor er den Mund aufmacht. Keiner, der an Lärm interessiert ist. PR ist für ihn nie Zweck, sondern immer nur Mittel. Umso spektakulärer finde ich dieses Interview, das er dem recht frei flottierenden “freien” und aus der einen oder anderen TV-Talkshow bekannten Journalisten Jörg Wimalasena gibt, und das dieser bei Jacobin veröffentlicht, das weniger der SPD und mehr der so sich nennenden Partei “Die Linke” nahesteht:
“‘Kriegstüchtigkeit sehe ich im Widerspruch zum Grundgesetz’ – Rolf Mützenich ist der profilierteste Diplomatie-Verfechter innerhalb der SPD. Im Jacobin-Interview spricht er darüber, was Deutschlands UN-Blamage bedeutet und wie an der Basis seiner Partei über Aufrüstung diskutiert wird.”
Nicht nur der Publikationsort, mehr noch der Inhalt lässt mir nichts zu wünschen übrig. Einer der ganz wenigen Politiker*innen, denen ich vertraue.
Einer der wenigen Journalist*inn*en, für die das gilt, tritt in wenigen Tagen in Köln auf. Leider auch schon Rentner. Er versicherte mir vor einigen Jahren nach einer TV-Talkshow, dass der Södermarkus als Mensch genau so ist, wie er wirkt. Er ist kein Anderer, wenn die Kamera aus ist. Dramatisch tragisch für diesen armen rechten Wicht. All die Bayern, die den wählen, müssen also selbst ein schweres Problem mit sich haben.
“GEAS” – Reinstallation der Sklaverei
Vor einigen Monaten enthielten sich einige wenige Regierungen dieser Welt einer Verurteilung der Sklaverei in der UNO-Vollversammlung. Nicht zufällig waren es mächtige Regierungen, darunter die deutsche. Die ist heute besonders stolz auf das, was sie in der EU “Gemeinsame europäische Asylpolitik” nennen, real und materiell die Abschaffung desselben. Wie sieht das in der Praxis aus?
Das zeigte am Samstag ausnahmsweise mal nicht “Monitor”, sondern die Arte-Reportage von Charles Emptaz und Samuel Gratacap:
“Libyen: Die Falle für Migranten – Die Länder der Europäischen Union zahlen weiterhin sehr viel Geld an Libyen, damit deren Sicherheitskräfte möglichst viele Migranten in Richtung EU aufhalten – und das, obwohl die Methoden der Libyer umstritten sind. Berichte über Folter und grausame Haftbedingungen zirkulieren in den sozialen Medien. Laut offiziellen Angaben kommen inzwischen nur noch halb so viele Migranten in die EU. Aber zu welchem Preis?” Video 25 min. Verfügbar 3 Jahre.
Sehen Sie sich das mit der nötigen psychologischen Vorsicht an. Wenn Sie noch jung sind, oder reich, oder gar beides, Sie könnten nach Anblick einiger verantwortlicher Visagen u.U. Anwandlungen von Terrorismusmotivation bekommen. Am besten nicht allein gucken, sondern immer in sozialer Begleitung.
Was sagt es uns, dass es sich um eine französische Produktion handelt? Hierzulande erregen sich die Medien selbstreferentiell darüber, ob sie selbst KI einsetzen dürfen sollen oder nicht. Herrjeh, das ist ganz sicher nicht das Kernproblem des Herrn Döpfner. Sein Kernproblem ist seine reaktionäre gesellschaftspolitische Einstellung. Der findet das da in Libyen richtig. Eher noch nicht ausreichend. Und overton präsentiert seinen leitenden Angestellten Poschardt. Solche Medien braucht kein Mensch. Sie führen zu nichts, sie helfen bei nichts – sie sind weltabgewandt, selbstbezogen, komplett nutzlos und überflüssig.
Wie viele werden diese Arte-Reportage sehen?

Florian Rötzer zusammen mit U. Poschardt in einem Magazin. W. Kubicki war dort auch schon zu Gast. Bevor die Namen an „seiner Seite“ noch gruseliger werden, hier nochmal offiziell: Vielen Dank Florian Rötzer für deine Lebensleistung des „alten“ Telepolis.
Und hier noch eine Empfehlung, irgendwie sogar passend zum Thema: Die Wasserkrise ist sehr nah, und ist schon akut in Ungarn. https://taz.de/Wasserkrise-in-Ungarn/!6186178/ Genauso erschreckend wie der Inhalt ist der Fakt, wie unbeachtet Ungarn und seine Wasserkrise bisher bei in unseren Medien sind. Dabei wäre es doch ein schwerwiegendes Argument gegen Orban gewesen.
Was im Artikel der Taz fehlt: Der Velencei-See lag schon einmal trocken. Für die oben genannten Herren scheint die schnell voranschreitende Klimakatastrophe kein Thema zu sein, vielleicht denken sie, ihr Alter schützt sie davor. Du Martin, hast schon eindrucksvoll darauf hingewiesen, dass sie sich irren könnten.