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#metoo/WDR: Studierende fordern Henke-Rücktritt

Es scheint ihnen peinlich zu sein, dass sie sich erst jetzt bemerkbar machen. Dem gingen vermutlich nicht nur lange, sondern auch quälende hochschulinterne Debatten voraus. Die Studierenden der Kölner Kunsthochschule für Medien fordern den Rücktritt von Professor Gebhard Henke, der kürzlich in einem aussergerichtlichen nichtöffentlichen Vergleich sein Arbeitsverhältnis mit dem WDR beendet hat. In ihrem veröffentlichten Text sprechen sie nur am Rande die Dotierung an

#metoo/WDR: die Debatte ist nicht beendet

Mögen einige gehofft haben, dass während der Herbstferien “die Sau das Dorf” durchquert habe. Aufwachen, der Traum ist beendet. Denn es geht in der Debatte nicht (nur) um skandalöse Einzelfälle. Das Problem ist durch gerichtliche Schuldsprüche, Abmahnungen und Entlassungen nicht aus der Welt. Denn es wird von Systemstrukturen erzeugt, die in einem jahrzehntelangen Prozess herangewachsen sind. Dazu sind jetzt einige erhellende Diskussionsbeiträge erschienen. Hektor Haarkötter, heute Professor an der Fachhochschule Rhein-Sieg, war mal “freier” Mitarbeiter des WDR und weiss darüber viel zu erzählen.

#metoo/WDR: Mikich-Eigentor

Nicht spielentscheidend, aber doch bemerkenswert: Sonia Mikich, in den Ruhestand gewechselte ehemalige WDR-Chefredakteurin, hat in der #metoo-Debatte ein Eigentor geschossen. Ausgerechnet in der FAZ zog sie eine persönliche Bilanz der Debatte. Ich kann sie leider nicht lesen und verlinken, weil die FAZ den Text hinter ihrer Paywall vermauert hat. Mikich weiss selbst aus ihrer langen Berufserfahrung, dass FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld, der es trotz intensivster Kampfbereitschaft für Verlegerinteressen immer noch nicht zum FAZ-Herausgeber oder wenigstens Feuilletonchef gebracht hat, zeitlebens auf einem Kreuzzug gegen öffentlich-rechtliche Medien, also das, wo Mikich ihre komplette Berufskarriere verbracht hat, unterwegs war.

Özil / Krieg gegen Iran? / Buhrow zu #metoo/WDR

Am nachrichtenarmen Wochenende überschwemmte die Özil-Welle alle Medien. Aber nur wenige erreichen dabei Substanz. Erneut hervorheben möchte ich FR-Redakteur Jan Christian Müller, der im Vergleich zu seinen zahlreichen Berufskolleg*inn*en in dieser Angelegenheit, profitierend von seinem Frankfurter Standortvorteil, hervorragende Arbeit leistet. Zunächst berichtete er hier informativ über die WM-Debakel-Aufarbeitungssitzung beim DFB. Das war vor der Veeröffentlichung Özils. Die wurde anschliessend von Müller hier ultimativ treffend kommentiert (5. Update). Ich möchte dazu nur zwei Ergänzungen vornehmen: 1. 71 Mio. Follower soll Özil in den asozialen Medien haben. Das ist einerseits ein unschätzbares kommunikatives Potenzial, das weit über Deutschland hinausreichen dürfte

#metoo/WDR, Henke und die Folgen

Im WDR sind sie sicher besonders froh über die WM. Endlich mal durchpusten, sich die Sinne ordnen. Was ist jetzt zu tun? Was steht an, wenn die WM vorbei ist? Zunächst mal mit einiger Sicherheit der erste deutsche Arbeitsgerichtsprozess, der einen #metoo-Fall in den Medien behandelt. Henke und sein Anwalt Peter Raue werden gegen die fristlose Kündigung klagen. Die juristische Bewertung wird nicht einfach. Es könnte ein Musterprozess für die vielen vergleichbaren Fälle werden. Was ist arbeitsrechtlich mit fristloser Kündigung strafbar? Nicht alles, was unanständig ist. Wo verlaufen die Grenzen? Es geht um Grenzen, die sich gesellschaftlich – zum Glück – verändern, ständig neu ausgehandelt werden müssen. Henke hinterlässt im WDR eine wichtige strategische Lücke.

Wohnungspolitik / Libyen / Nowitschok / #metoo/WDR / Facebook

Die Plasberg-Kirmes hatte gestern im ARD-Progremm – ich habs nicht gesehen – ausnahmsweise mal ein wichtiges politisches Thema: die Wohnungspolitik. Hans Hütt/FAZ und Christoph Twickel/Sp-on haben es rezensiert. Monsieur Macron versucht sich im Regieren fremder Länder, aktuell am Beispiel Libyen. Gelingen will es nicht. Nowitschok – die Bundesregierung mag uns nicht alles erzählen, was sie weiss. Der WDR hat dem Anwalt von Gebhard Henke, Peter Raue,

#metoo/WDR / Facebook / Saudi-Arabien

Um die #metoo-Affäre im WDR ist es ruhig geworden. Hoffentlich ist das gut für die betriebsinternen Untersuchungen. Peter Raue, Anwalt des einzigen namentlich bekannten Beschuldigten Gebhard Henke, wehrte sich bei Meedia gegen Kritik, das offensive öffentliche Auftreten sei ein taktischer Fehler gewesen. Die enthaltene Nachricht: Anwalt Raue und der WDR haben seine Fristsetzung einvernehmlich um eine Woche verlängert. Die ist allerdings schon vorbei. Massenhafte Laber-Texte zum gestrigen Zuckerberg-Auftritt im EU-Parlament. Ich würde diese hervorheben: Sascha Lobo/Sp-on versucht sich als Facebook-PR-Berater; Jan Philipp Albrecht und Thilo Weichert im DLF-Interview. Saudi-Arabien fährt derzeit eine sehr, sehr teure globale PR-Kampagne. Thomas Pany/telepolis blickt dahinter, und es ist sehr, sehr hässlich, was er sieht.

#metoo/WDR: Henke gerät 0:2 in Rückstand

Noch gestern wäre das nicht möglich gewesen: ein glänzend in der Kulturszene vernetzter Staranwalt, eine öffentliche Unterschriftensammlung mit Starappeal, und Gebhard Henke wäre aus dem Gröbsten raus gewesen. Doch die Diskursmachtverhältnisse haben sich verschoben, und manche der Älteren wollen das nicht wahrhaben. Was für einige noch eine erotische Spielerei war, über die frau sich nicht so anstellen solle, Vieles ist doch früher viel schlimmer gewesen, das findet eine wachsende Zahl Andersdenkender nicht mehr lustig. Es wird also neu ausgehandelt, nichts bleibt wie es war.

#metoo/WDR: was schiefgehen kann, geht schief

Das Brückentagswochenende ist vorbei, der Journalismus arbeitet wieder. So erfahren wir heute von Kai-Hinrich Renner/Funke-Mediengruppe ein paar Details zu Gebhard Henke, seinem Arbeitsgeber WDR und der dort grassierenden #metoo-Affäre. Renner dreht einen Scheinwerfer zur Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln, wo Henke einen Lehrauftrag hat. Ausbildungsverhältnisse mit ihrem “besonderen Gewaltverhältnis” sind strukturell wie geschaffen für Machtmissbrauch aller Art. Das war schon zu meiner Schulzeit so. Und alle heutigen und ehemaligen Student*inn*en wissen dazu Geschichten zu erzählen. Fragen Sie mal Extradienst-Gastautor Dieter Bott, was er alles bei Adorno erlebt hat.

Eigentor in der Nachspielzeit

#metoo/WDR, Henke/Raue, Spiegel; mit Update: Henke-Stellungnahme Warum wird weiter mit Dreck geworfen? Schlecht geht es vor allem dem Spiegel. Die verkaufte Auflage sinkt und sinkt, wie überall. Die Tabellenspitze des Recherchejournaismus ist nur noch selten durch ihn besetzt. Bei der #metoo-Debatte fuhr er beständig nur im Hauptfeld mit herum, zeitweilig markierte in Bezug auf den WDR correctiv die Spitze. Mehr Investitionen in Korrespondent*inn*en in Hollywood hätten sich betriebswirtschaftlich gewiss nicht gelohnt, journalistisch aber doch. “Fahrradkette”. Jetzt also dieses Nachtreten – wem nützt es?

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