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Bewegungslust und Sportifizierung

Lieber Mortimer -deine abschlussarbeit zur gesellschaftlichen funktion von FUSSBALL und SPORT betreffend hier noch ein paar zusammenfassende zugespitzte erinnerungen meine thesen von 1968 —-die unsre “anti-olympia”-aktivitäten mit der (hessischen)naturfreundejugend ideologi-kritisch begründet haben—wurden 1998 wiederveröffentlicht als “dokumentation” in “BALL&BIRNE” (hrsg. von bott/chlada/dembowski vsa verlag hamburg 1998) s.124- 192 im inhaltsverzeichnis benannt als “anti-sport papers”

Sportifizierung des Politjournalismus

Der geschätzte Kollege Harald Staun, Verantwortlicher der FAS-Medienseite, veröffentlichte einige kluge Reflexionen zum deutschen Politikjournalismus der letzten Wochen. Wird er auch in seiner Redaktion gelesen? Immerhin hat die sonst eifrig mauernde FAZ-Onlineredaktion seinen Text zugänglich gestellt. Sie sollten es aus eigenem Interesse lesen. Denn Journalismus, der sich der 1:0-Berichterstattung nähert, ist der erste, der heute schon durch Algorithmen ersetzbar ist.

Gegen die Sportifizierung

Adorno-Schüler und Extradienst-Gastautor Dieter Bott wandte sich schon in den 80er/90er-Jahren gegen die “Sportifizierung der Gesellschaft“. Die hörte nicht auf ihn, sondern machte weiter. Dahin, wo wir heute sind. Das sieht jetzt so aus: Die Frankfurter Fußballfans, auch das ein spätes Erbe von Dieters Arbeit, inszenierten gestern einen sympathischen und erfreulich medienwirksamen Protest gegen das erste Montagsspiel der Ersten Bundesliga. Nur ein Symptom

Iran-Opposition: nicht sich selbst zersetzen

Das NDR-Medienmagazin Zapp wird nur noch einmal im Monat in die lineare Glotze vorgelassen. Medienmagazine machen keine Quote, verschwenden “Sendeplatz”, sind immer in der Gefahr der Selbstreferentialität und beschmutzen in der Regel das eigene Nest. Kurz: Intendanzen und Programmdirektionen hassen sie. Dafür arbeiten zu müssen ist eine Strafe. Oder ein Brutkasten für Jungjournalist*inn*en, die sich erstmal ausprobieren sollen – da, wo keine*r guckt. So durfte also gestern ein junger Iraner ran: Omid Rezaee.

G7 – BRICS

Das Medien-Finale am Wochenende Ich weiss ja nicht, ob Sies schon wussten, aber an diesem Wochenende gibt es nicht nur der G7-Gipfel der einstmals mächtigsten Staaten der Welt in einem merkwürdigen Schlösschen in einem nicht minder merkwürdigen bayrischen Alpental (mit möglichst wenig Kontakt zu richtigen Menschen), sondern auch einen von China ausgerichteten virtuellen Gipfel der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika). Argentinien, Indonesien und Senegal werden von beiden Zusammenschlüssen umworben.

Reaktionäre – immer auf habacht

Zeit meines Lebens hatte ich den Eindruck: wenn Linke, oder später Grüne, eine Wahl verloren haben, was wahrlich nicht selten vorkam, versuchten sie krampfhaft die faire Verliererin zu geben, ganz wie im edlen Sportwettbewerb (s. “Sportifizierung”). Rechte Reaktionäre dagegen kennen das nicht. Wenn sie Niederlagen nur schönreden würden – das Problem wäre gering, und in erster Linie ihr eigenes. Nein, nach der ersten Sekunde des Nachdenkens über eine Niederlage trachten sie ausschliesslich danach, wie sie […]

Spin

Manchmal geht es wirklich vernagelt zu. Sandra Schulz/DLF interviewte heute morgen SPD-Fraktionschef Mützenich (Audio 15 min). Die Interviewerin interessierte sich vordringlich dafür, wie mehr und wirkungsvollere “schwere” Waffen an die Ukraine schneller geliefert werden können. Und welche Unstimmigkeiten es darüber in der SPD, speziell zwischen Scholz und Mützenich gibt. Es schien um die Frage zu gehen: wie wird Deutschland endlich, endlich Weltmeister im Waffenliefern?

Friedensjournalismus / Oligarchenregime

Die Sportifizierung des Politikjournalismus ist eine Pest. Mein Freund Dieter Bott hat das schon vor Jahrzehnten adornogeschult analysiert und – weitgehend vergeblich – bekämpft. Wer gegen wen? Wer gewinnt, wer verliert? Wie hoch? Was sagen die – gerne in Echtzeit erhobenen – Umfragen? Werden so Kriege herbeigeführt? Nein, das glaube ich nicht. Aber ganz gewiss auch nicht gebremst oder eingehegt. In sachlicherer Form, als ich es könnte, erklärt das Florian Zollmann im Interview mit Lisa […]

Corona-Journalismus

Timo Rieg/telepolis hat heute eine achtteilige Serie zum Thema “Medienkritik zum Corona-Journalismus” abgeschlossen. Ich muss zugeben, dass ich die Reihe nur kursorisch gelesen habe, das heute erschienene Resümee aber vollständig. Nach meinem Eindruck legt er dabei in Einzelfällen Fallstricke, über die er selbst stolpert. Die Begrifflichkeit “der Journalismus” ist nur einer davon.

Die Welt braucht kein Triell

… ausser abkackende Medien Extradienst-Gastautor und Adorno-Schüler Dieter Bott hatte mich vor Jahrzehnten schon gelehrt, was für eine Pest die Sportifizierung von öffentlichen Diskursen ist. Ich bekenne mich mitschuldig. Ich beteilige mich an Tippspielen zur “Voraussage” von Wahlergebnissen, die ganz ähnlich aufgebaut sind, wie solche zu Fussball-WMs und -EMs. In meinem Tippspiel gewinnt die*der Gewinner*in einen Monat lang frei Essen bei einem wöchentlichen Lunch freitagsmittags. Nun grüble ich, welchen Fehler die Umfragen wohl dieses Mal […]

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