Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 70 von 390)

Es gibt Wichtigeres als die ARD

“Über all das spricht gerade so gut wie niemand” ist ein Zitat der Kollegin Annika Schneider, die noch vor kurzem bei mir um die Ecke wohnte. Sie ist nun Redakteurin bei uebermedien, wofür ich ihr alles Gute wünsche. Die Besetzung ihres Jobs hat zuletzt allzu oft gewechselt. Was Frau Schneider über eine neue – ja, noch eine – ARD-Talkshow schreibt, kann ich noch nicht lesen (Paywall), mache Ihnen aber Vorschläge, was Sie Wichtigeres lesen können. Weiterlesen

“Über all das spricht gerade so gut wie niemand”

Satiren aus dem wahren Leben

Das Zitat der Überschrift stammt von meiner langjährigen Quasi-Nachbarin im Beueler Mirecourt-Viertel, Annika Schneider/uebermedien. Sie schreibt – noch eine Woche hinter Paywall – über eine weitere missratene ARD-Talkshow (verantw. NDR & WDR). Frau Schneider war vor ihrem Arbeitsbeginn bei uebermedien Beuelerin und machte als “Freie” viel Gutes für den DLF. Zwar gibt ihr Impressum jetzt die Bonner Baumschulallee als Adresse an. Weiterlesen

Menschgewordene Foie gras

Die Uefa-Champions-League

In diesem Jahr sind die Sportressorts der Medien voll mit Anleitungen und Erklärungen, wie genau die sog. “Champions League” der europäischen Mafiaorganisation Uefa nun funktioniert. Ein ehrenwerter Versuch von Maximilian Rieger, Christina Höwelhans und Sabine Lerche/DLF hier: “Was der neue Turniermodus mit sich bringt – Die 2022 von der UEFA beschlossene Reform der Champions League geht an den Start. Dabei hat sich nicht nur der Spielmodus verändert, es gibt auch mehr Teilnehmer, mehr Spiele und vor allem mehr Geld für die UEFA.” Klar ist: der Titel ist irreführend. Es nehmen zwar auch “Champions” teil, aber in erster Linie kostspielige TV-kompatible Teams, die dringend das viele Geld brauchen. Weiterlesen

Brutstätten des Realismus

Wolfgang Storz/bruchstuecke regt sich mittels einer Buchbesprechung auf, worüber ich mich ebenfalls lebenslänglich aufrege: Schlaumeierei bei der Analyse, Ideen- und Ratlosigkeit bei der Strategie. Eine linke Volkskrankheit, zu der ich mich bis heute frage, ob die etwa mit der berühmten “Frankfurter Schule” ihre epidemische Ausbreitung in der BRD-Linken bekam. Hier Storz’ durchaus berechtigte Erregung: “Systemkritik am Limit. Stiefmütterlich behandelter Veränderungswille” zu dem Buch Ulrich Brand/Markus Wissen: Kapitalismus am Limit. Öko-imperiale Spannungen, umkämpfte Krisenpolitik und solidarische Perspektiven. Oekom Verlag, München 2024. 305 Seiten, 24€. Weiterlesen

Der Doof des Tages

Zu dumm zum Inszenieren

Während Friedrich Merz seit Jahrzehnten die Gier aus allen Poren schwitzt, und er sich in diesen Tagen, endlich, endlich zur Kanzlerkandidatur durchstolpert – würde er gewählt, wäre er beim Amtsantritt mit 70 weit jünger als Adenauer bei seinem Amtsantritt 1949, und ebenso jünger als der von ihm verehrte Donald Trump – währenddessen also hat dieser Merz irgendwo einen sozialdemokratischen Bürgermeister gefunden, am gleichen Tag in die Schlagzeilen hineinzustolpern, und an “seinem” Kanzler öffentlich zu sägen. Weiterlesen

Perlen des Wochenendes

Die Philosophin und die Serenissima

Mediatheken sind ein Segen. Bevor ich zum Mittagessen gehe, programmiere ich meinen Festplattenrecorder für den nächsten Tag. Ich habe nur 13 Programme, alle öffentlich-rechtlich. Für den Privatsenderempfeng würden mir 70 € im Jahr abverlangt – das sind die nicht wert. Mir müsste noch Geld dazugegeben werden, damit ich die Werbeblöcke ertrage. Auf meinem Recorder ist alles drauf, was ich der Guckbarkeit verdächtige. Er kann drei Programme parallel aufnehmen. Ich verpasse also nichts. Nur gerate ich bisweilen ein paar Tage in Rückstand. Wenn es dann noch mediathekverfügbar ist, kann ich es hier empfehlen. Weiterlesen

Nervensägen

Im Rahmen meiner persönlichen Mediendiät gehe ich diesem Unsinn weiträumig aus dem Weg. Aber der Kollege Peer Schader/dwdl war so freundlich sich die Zeit damit zu vertreiben: “Deutschland-Reports von ZDF & Sat.1: Fernsehen, warum tickst du so? – Auf ihren Reisen durchs Land wollen Paul Ronzheimer, Dunja Hayali und Eva Schulz mit Menschen ins Gespräch kommen, um deren Wut und Protest zu verstehen. Das ist ein ehrenwertes Anliegen. Es endet aber meist in denselben Plattitüden.” Ich subsumiere sie in die Pest der “Presenter”-Reportagen, die deutsche TV-Anstalten auch jungen Talenten aufoktroieren, statt ihnen anständigen Journalismus beizubringen. Weiterlesen

Wovon träumt Georgien?

Als ich heute, abgefüllt mit einem Duroc-Schweinekotelett und einem Nero d’Avola, durch die angenehm wärmende spätsommerliche Nachmittagssonne auf dem schattigen Beueler Rheindeich zu Verdauungszwecken lustwandelte, dachte ich: so ähnlich muss Georgien sein. Ich war nie dort. Freundinnen, die dort Urlaub gemacht hatten, berichteten von einem landschaftlichen und genussfreudigen kulinarischen Paradies. Leider, leider gibt es keine deutschsprachigen Medien, die über das schöne Land halbwegs seriös berichten. Sind alle abgehauen aus diesem grossräumigen Zentrum von Chinas “Belt & Road Initiative”. Olaf Scholz musste selbst hin, mit einem Flugzeug voll Berliner*inne*n, die nur darauf warten, dass er stolpert. Weiterlesen

Tod durch Sport

Jede*r 40.000. Marathonläufer*in kratzt ab

Die neoliberale Ökonomie forciert nicht nur die Individualisierung, stabilisiert sich auf diese Weise selbst gegen die Gefahren kollektiven Widerstands. Sie frisst sich auch ins Bewusstsein des Individuums. Die Zunahme psychischer Erkrankungen schieben viele auf Corona. Das ist auch nicht abwegig. Aber Corona war kein Systemchanger, sondern “nur” Beschleunigung, und in dieser Hinsicht besonders kapitalismusimmanent. Wenn also in dieser grenzenlosen neoliberalen Freiheit etwas schiefläuft, kann es nur am Selbst liegen, das Fehler gemacht hat und dafür verantwortlich ist. Weiterlesen

Netzer 80

Günter Netzer wird heute 80. In meiner Lebenszeit war er der grösste Fussballer. Als Geschäftsmann dagegen …, siehe unten. Wenn meine Borussia ihn heute mit einem Heimsieg ehrt, soll es mir recht sein. Anders als Hans Schäfer, wofür ich meiner Ex-Arbeitskollegin Bettina Tull lebenslang dankbar sein werde, und Ewald Lienen, wofür ich Karin Knöbelspies ebenso lange dankbar sein werde (beide übrigens: Bickendorferinnen), war ich ihm zwar oftmals räumlich nahe, habe ihn aber nie persönlich kennen gelernt. Das Folgende wird ihm also vielleicht nicht gerecht, weil es meine Geschichte ist. Weiterlesen

Einer hats verstanden

Für Donald Trump interessiere ich mich schon lange nicht mehr. Bzw. genauer: für seine reichhalting verbreiteten Sprechblasen und Medienauftritte. Taten dagegen, vor allem im Präsidentenamt, sind natürlich wichtig. Aber die gibt es ja derzeit zum Glück überhaupt nicht. Darum bin ich vorletzte Nacht nicht aufgeblieben, noch gar aufgestanden – wie ich es einst noch für Muhammad Ali getan habe. Und mir ist völlig der in den asozialen Medien karussellfahrende Irrsinn entgangen, über den Florian Rötzer/overton berichtet: Weiterlesen

Mal was Wichtiges

Donald Trump und Joe Biden sind junge Hüpfer gegenüber dem, der die Strippen zieht. Doch selbst dieser Mächtige stolpert über seine eigenen Beine. Kein Wunder, er ist ja schon 93. Spät Vater geworden ist er. Seine Kinder – also: jetzt nur die öffentlich bekannten – sind 64, 56, 53 und 51. Im Heiraten stellte er Gerhard Schröder und Joseph Fischer in den Schatten. Jetzt prozessiert der Greis gegen sich selbst. Andere satisfaktionsfähige Gegner*innen kennt er nicht. Weiterlesen

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