Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Fußball (Seite 23 von 75)

Katarstimmung

“Datenlieferung der GfK verzögert sich”

mit Update nachmittags

So prangt es bis mittags auf meinem Videotextbildschirm, wo sonst täglich die TV-Einschaltquoten des Vortages erscheinen. Nach dem Desaster des WM-Eröffnungsspiels wird daran offensichtlich noch gearbeitet. Oder ist die GfK von den Geheimdiensten Qatars und der Fifa gehackt worden? Das “Top-Spiel” des WM-Favoriten Argentinien gegen den schweren Gegner Saudi-Arabien (1:2) wird vorsichtshalber nur im Pay-TV der Telekom sichtbar gemacht. Noch cleverer ist nur ein Lebensmittel-Monopolist aus Köln. Weiterlesen

16 – 10 – 6

16 Mio. haben 2014 um 22 h vor der Glotze gehockt, als die WM in Brasilien eröffnet wurde. Dass Gary Lineker mal wieder rechthaben würde, konnte zu dem Zeitpunkt noch niemand wissen. 2018 wollten 10 Mio. noch Russland gegen Saudi-Arabien kicken sehen. Warum weiss ich nicht mehr. Gestern waren es dann noch 6 Mio., die von dem Kick Qatars gegen Ecuador, nach allem, was ich darüber gelesen habe, gerecht bestraft wurden. Ein schöner Anfangserfolg von #boycottqatar2022. Wendet die Öffentlichkeit sich nun Wichtigerem zu? Das sieht leider (noch) nicht so aus. Weiterlesen

Grosse Räder beginnen zu drehen

Der riesige Erfolg der #boycottqatar2022-Kampagne

Die Berliner Zeitung dokumentiert heute einen Buchbeitrag von Ronny Blaschke, gegenwärtig vielleicht der beste deutsche Sportjournalist, der zugleich sportkritisch arbeitet: Bei Wirtschaftsinteressen sind uns die Menschenrechte egal, aber beim Fußball unabdingbar – Der Fußball muss sich rechtfertigen, während die Wirtschaft milliardenschwere Verbindungen zu Katar unterhält. Das gehört auch zur Debatte über diese WM.” Ich nehme vorweg: Blaschkes Text ist spitze – dieser Teaser ist es nicht. Weiterlesen

WM-Economy / NRW-Grundwasser

Viele Extradienst-Leser*innen interessieren sich nicht für Fussball. Das ist nachvollziehbar. Als Staatsbürger*in einer bürgerlichen Demokratie müssen Sie sich aber leider für Politik interessieren. Wenn Sie bisher alles über Fussball in den Medien gemieden haben, habe ich einen Kompromissvorschlag für Sie: Markus Völker/taz hat einen intelligenten Schnelldurchlauf verfasst, was es mit dieser vermaledeiten Qatar-WM von der Entstehung bis heute auf sich hat: Ein Sündenfall für zwei – Die WM ist für Katar ein Baustein seiner Machtstrategie und die Fifa das ideale Umfeld, um seine Möglichkeiten voll auszuspielen. Alles ist käuflich.” Das ist das Basiswissen, über das Sie als Staatsbürger*in verfügen sollten. Weiterlesen

Qatar- und WM-Dokus

Ein Überblick und Wegweiser bei uebermedien.de

Sehr guter Überblick im Gestrüpp deutscher TV-Anstalten von Jens Weinreich bei uebermedien.de (paywallfrei). Geringfügige Ergänzungen und Abweichungen meinerseits. In der Autoreninformation fehlt die Tatsache, dass der anerkannte und dekorierte Experte Weinreich in der ansonsten seriös arbeitenden Sportredaktion des DLF eine Persona non grata ist. Bis heute ist es mir nicht gelungen, einleuchtende Gründe dafür herauszufinden. Ich gestehe allerdings: sonderlich bemüht habe ich mich darum nicht. Weiterlesen

Schweizer Tatort

Beckenbauer wars (Update 17.11.)

Der Schweizer Tatort wird in der TV-Kritik immer wieder als Schwachpunkt dieser TV-Krimireihe angesehen. Ich halte mich da raus, weil ich zuwenig davon sehe. Aber mein Verdacht ist, dass die Schweizer ihre besten Stoffe gar nicht in diese TV-Krimireihe lenken. Einen davon habe ich gestern auf 3sat gesehen: FIFA – Das Monster – «Le monstre», das Monster – so nennt der langjährige FIFA-Präsident Sepp Blatter den Weltfussballverband. SRF DOK hat anlässlich der WM-Katar 2022 die Geschichte der FIFA aufgearbeitet.” (Video 92 min; 1 Monat Mediathek). Weiterlesen

Fußball und Märchen

Vieles hängt mit vielem zusammen: Russlands Überfall auf die Ukraine, die Weltklimakonferenz in Scharm El-Scheich, die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar und die Ankündigung von Kneipiers, dieses Mal auf einträgliches Public Viewing zu verzichten. Eine Verkettung von Umständen, Ursachen und Wirkungen ist es, die es der Prominenz deutscher Politik geraten erscheinen lässt, auf Distanz zu gehen. Anders als früher, als es sich Kanzler, Kanzlerin und Präsidenten – wie das auch im Wortsinn stimmt – nicht nehmen ließen, beim größten Ereignis der beliebtesten Sportart des Landes und der Welt dabei zu sein. Weiterlesen

Intriganzschule

Im Frauenfussball sind die Männer den Frauen voraus – noch

Frank Hellmann/FR deutet in seiner Analyse “100 Tage nach dem EM-Finale: Wie ist der Stand im deutschen Frauenfußball?” eine zarte Blüte an. Das EM-Finale – mit deutscher Beteiligung und Niederlage (wie seit 1966 in England mit Schiri-Fehlentscheidungen) – übertraf mit seiner TV-Quote Männer-Länderspiele um das Doppelte. Ein Zeugnis des Fussballsachverstandes des Publikums. Der Bundesligazuschauerschnitt hat sich auf niedrigem Niveau von 800 auf 2.800 vervielfacht. Weiterlesen

Qatar gegen sich selbst

Das Champions-League-Achtelfinale für den Februar 23 wurde ausgelost. Dabei spielt WM-Gastgeber Qatar mal wieder gegen sich selbst: sein Fussballkonzern aus Paris gegen den Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum, der lieber seine eigenen Vereinsmitglieder brüskiert, als sein Trainingslager im WM-Land ausfallen zu lassen, oder seinen “Platinpartner” (darunter auch die Wettmafia) zu verärgern. Der qatarische Aussenminister hat sich nun in einem Interview über “Doppelmoral” verärgert geäussert (FAZ-Paywall). Das ist verständlich. Weiterlesen

Echos

Auf Buhrow, Qatar-WM, Inlandsgeheimdienst/NSU + immer noch keine Mediathekperle

Seit 2013 ist Tom Buhrow “der am meisten überforderte Intendant” des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Die Amtszeit eines WDR-Intendanten beträgt sechs Jahre. 9 Amtsjahre hat er jetzt. 3 könnten theoretisch noch folgen. Nach seinen jüngsten Eingebungen kriegt sich die Medienbranche kaum noch ein – zwischen Begeisterung (FAZ, Friedrich Merz, Christian Lindner) bis zu reserviert-diplomatischer Positionierung (ZDF, andere ARD-Intendant*inn*en). Die beste Buhrow-Kritik lieferten politisch Gerhart Baum (FAZ-Paywall) und sprachlich Willi Winkler (SZ-Paywall). Eine gute verdauliche Zusammenfassung gibt es hier. Weiterlesen

Liebe

Für fast alle echten Fussballfans gilt, dass sie – irgendwann – mit ihrem Verein länger zusammen sind, als mit irgendeinem anderen geliebten Menschen. Bei mir ist es Borussia Mönchengladbachseit 1965, Regionalliga West. In dieser langen Zeit habe ich viele Spieler, Trainer und Funktionäre erlebt, viele geliebt, manche auch eines Tages gehasst (“Loddar” z.B.). Damals 1965 hatte ich den seinerzeit 21-jährigen Günter Netzer für mich entdeckt: Krafteinsatz kompensieren und einsparen durch “Übersicht”. Das bewährte sich auch in der Politik. Doch nur wenige wurden und werden noch heute so geliebt, wie Hans Meyer, der in der abgelaufenen Woche 80 wurde. Weiterlesen

Klosterhalfen – an thailändischen Fäden?

Darf der dubiose Hintergrund von Red Bull jetzt in deutsche Medien?

Oliver Mintzlaff ist ein vielbeschäftigter Mann. Nebenberuflich berät er Deutschlands mutmasslich aktuell erfolgreichste deutsche Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen, die gleich hier nebenan in Königswinter-Bockeroth aufgewachsen ist. Jede einzelne Medaille wird immer wieder begeistert in der WDR-Lokalzeit abgefeiert, auch wenn der Star bei Nike in Oregon trainiert. Ähnlich gross ist die Distanz zwischen Dichtung und Wahrheit bei Red Bull: nicht Leipzig, nicht Fuschl am See, sondern Thailand. Weiterlesen

Frieden durch Geschäft

mit Update nachmittags: Werte-Umleitung

Die Mörder des Fussballs sind überall – sie kreisen sogar über der U17 der Mädchen

Ist er jemals totzukriegen? Eher kollabiert menschliches Leben auf der Erde insgesamt, als dass der Fussball stirbt. Doch Zweifel müssen erlaubt sein. Wie viele Tode ist der FC Schalke 04 gestorben? 1965 war ich sicher, dass es mit ihnen zuende ist. Klarer Absteiger – doch irgendjemand findet immer eine Lösung. Seitdem waren sie mindestens ein halbes Dutzend weitere Male pleite (mitsamt ihrer Stadt Gelsenkirchen). Die windigsten Gestalten von Eichberg bis Tönnies versuchten sich seiner zu bemächtigen. Und er ist immer noch da – und Christian Streich, Guru aller, die den Fussball noch lieben, sorgt sich.

Nun droht die Nominierung der Fifa zum Friedensnobelpreis. Weiterlesen

Sport ist Gewalt

Leistungs- und Profisport ist potenzierte Gewalt

Die #metoo-Bewgung hat gelehrt, wie massives Machtgefälle Gewalt hervorbringt, gemäss der Klassengesellschaft immer von oben nach unten. Oben sind meistens mächtige reiche Männer. Unten nicht immer, aber oft, unterlegene Frauen. Mit #metoo haben sie sich neuerdings solidarisiert und ihr selbsterworbenes PR-Knowhow endlich mal zur Anwendung gebracht. Aber ihr Weg ist noch weit, wie der Mediensport derzeit vorführt, in dem sich nicht nur Schwule wie im Gestern und Vorgestern fühlen, sondern auch viele Frauen. Eine trieb es kürzlich in den Tod. Weiterlesen

Lieber nicht recherchieren …

mit Updates nachmittags und 5.10.

… aber die Falle der Dialektik lauert

Der von mir geschätzte Kollege René Martens/MDR-Altpapier wirkt etwas verzweifelt bei seinem Blick auf den NDR. Dieser hat sich nämlich selbst untersucht, mit dem Ergebnis: “Belege für einen angeblichen ‘politischen Filter’ konnten wir nicht finden (…) Für einen solch massiven Vorwurf müsste die Berichterstattung des Landesfunkhauses über einen längeren Zeitraum systematisch ausgewertet werden.” Müsste. Konjunktiv. Schreibende Berichterstatter*innen folgten dem NDR-Narrativ von “fehlenden Belegen”. Thema erledigt. Weiterlesen

Desperate Despots

Und der kapitalistisch induzierte Vertrauensverlust demokratischer Medien an den Beispielen Iran / spanischer Frauenfussball

Wladimir Putin ist, obwohl deutsche Medienkonsument*inn*en diesem Glauben anhängen könnten, nicht die einzige globale Gefahr. Johannes Varwick erklärt sie Ihnen im Junge-Welt-Interview. Und hier lesen Sie, wie “der Westen” als politische Projektion sich selbst in Gefahr begibt. Diplomatie als Waffe der Politik wird massiv abgerüstet, militärökonomisch dagegen läuft es prima. Warum, steht hier. Weiterlesen

Fans können Journalismus

Mal keine Produktpräsentation: Max Eberls viele Seiten

Geht doch. Was deutsche Sportjournalist*inn*en kaum noch schaffen, übernehmen die Fans eben selbst: eine kritische, recherchierte, differenzierende Berichterstattung und Kommentierung. Die Produktpräsentierer*innen der TV-Anstalten und konzerneigener “Fachpresse” sind eben, wie der Manager Max Eberl, auch nur Teil eines – so das Selbstbild – funktionierenden Systems, das sich nicht mehr daran juckt, was in der Welt da draussen vorgeht. Also Teil des Problems, nicht der Lösung. It’s the economy, stupid! Weiterlesen

Fans und Buzzynezz

Wenn der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum und zahlreiche Konzern- und “Plastik”-Vereine derzeit fussballerisch abkacken, kann nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein. Meint jedenfalls die Mehrheit der eingebetteten Journalisten, deren Arbeitsvertrag sie von Sportjournalismus befreit und mit Produktpräsentation beauftragt. So u.a. gestern in Mönchengladbach. Weiterlesen

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