Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 29 von 57)

Wein – Katastrophenjahr

Mein alter Slowfood-Freund Manfred Kriener/taz berichtet über die diesjährige Weinkatastrophe. Da ist zum einen die Ahr, die sich immerhin über viel Solidarität freuen darf. Da ist zum andern aber auch das Klima, das die Natur verändert. In diesem Jahr hat das insbesondere für Biowinzer katastrophale Folgen, die sich mit der an der Ahr messen können. Kriener kennt immerhin Winzer, die selbst das mit erstaunlicher Gelassenheit durchstehen. Alle Achtung. Weiterlesen

Durch die Schluchten des Balkan

Wundersame Bahn LXXV
Mit Norbert Mappes-Niediek habe ich Ende der 70er Jahre in Bonn eine linke ASta-Koalition ausgehandelt; wir beendeten eine lange Vorherrschaft der CDU-Kinder und Burschenschaftler vom RCDS. Stephan Eisel, Gernot Fritz u.a. waren authentische Vorbilder für den heutigen Guido Deus im Stadtrat – Verlierer. Mit Norbert zu dealen war eine Freude. Sein Genosse Christoph Drösser, Mathematiker und heute ein renommierter Wissenschaftsjournalist, wurde Vorsitzender, Harald Jansen aus meinem LHV Öffentlichkeitsreferent. Heute ist Norbert der beste journalistische Kenner der Balkan-Politik, meistens fachkundiger und seriöser als das Bundesaussenministerium. Weiterlesen

Immobilien & Keime

Die Berliner Zeitung interviewte einen Immobilienlobbyisten (mittlerweile eingemauert), der auf den demografischen Wandel aufmerksam machte. Derzeit kommen die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge auf den Wohnungsmarkt. Das wird bald nachlassen, und zwar stark. Schon jetzt sei es so, dass es genug Wohnungen gebe. Nur wohnen die geburtenstarken Jahrgänge, die jetzt in Rente gehen, in mittlerweile zu grossen Wohnungen. Wenn die wegsterben, gebe es keine ausreichende Nachfrage mehr. Weiterlesen

“Das regelt alles der Markt”

Der NDR und der Bauernverband werden keine Freunde mehr
Ute Jurkovics und Lars Kaufmann haben dem Deutschen Bauernverband in der NDR-Reihe 45min (Redaktion: Kathrin Becker) einen technischen KO verpasst. Und zwar, weil sie ohne Missionsauftrag fair, ausgewogen und faktensicher, cool operierten. Zwei führende Bauernverbandsvertreter kamen ausführlich zu Wort. Die “Gegenseite” markierten keine Grünen Latzhosentypen, sondern moderne, pragmatische Bäuerinnen und Bauern, die schlicht erkannt haben, dass der Verband ihre Interessen nicht vertritt. Weiterlesen

Konsens-Sondierung

Anm. d. Red.: während unsere Konkurrenz vom “Lügenblatt” aus der CDU-Sondierungsdelegation mit Zitaten angefüttert wird, haben Extradienst-Autoren ihrer Biografie gemäss exzellente Kontakte in die Delegationen von Grünen und FDP. Und die Nachfrage von Ihnen als Leser*innen ist offensichtlich gross. Entscheiden Sie selbst, ob die Version von Roland Appel oder diese hier die echtere ist.
Zufällig konnte ich zeitweise die Sondierungsverhandlungen zwischen Grünen und FDP mithören. Hier ein Auszug: Weiterlesen

Mittelständische Milliardärin

Hinweise zur Ökonomie des “James Bond”
Das Bonmot von der “oberen Mittelschicht” prägte einst ein gewisser Friedrich Merz, der Sarah Wagenknecht der CDU. Sehr unterhaltsam, aber jetzt nicht mein Thema. Es soll um Broccoli gehen, nicht das Gemüse, sondern die politische Ökonomie der Produktionsmaschine “James Bond”. Das jüngste Produkt dieser Fabrik, das sowieso schon zwischen Entertainment, Weltdiagnose, Ideologieproduktion schillert und glitzert, soll nun nicht weniger als ein ganzes Medium “retten”: das Kino. Weiterlesen

“Dieser Zug hat keine Verspätung”

Wundersame Bahn LXXV
Bahnreisende wundern sich eigentlich über nichts mehr. Aber manchmal doch. Am gestrigen Abend habe ich mich gewundert. Ich wollte von Köln Hbf nach Bonn fahren, um 21.56 h mit dem RB 26 nach Bonn. Auf Gleis 5 höre ich folgende Durchsage “Achtung für Gleis 5, RB 26 nach Bingen. Der Zug hat keine Verspätung.” Weiterlesen

Koalitionsgespräche nach zwei Wochen…

Vorsicht Satire!

Die SPD hat öffentich die “kleinen Parteien” aufgerufen, unter der Führung von Olaf Scholz in den Koalitionsverhandlungen endlich zu Potte zu kommen. Die SPD wolle als starke, größte Fraktion die Dinge in diesem Bundestag endlich voranbringen. Wir waren dabei, als sich in der Krise der Koalitionsgespräche mal wieder die Spitzen-Vierergruppe traf. Es ist Mittwochabend, der 20. Oktober 2021, Grüne und FDP-Verhandlungsdelegationen haben die meisten inhaltlichen Stolpersteine gemeinsam beiseite geräumt, unter anderem ein fünfzig Milliarden und drei Jahre Abschreibungs-Energiepaket geschnürt und damit ihren Fraktionen eine Menge zugemutet – mit der SPD aber zieht es sich quälend:
Christian:  “Ich kann diese Phrase nicht mehr hören, von der Volkspartei SPD, die aufgrund ihres grandiosen Wahlsiegs Weiterlesen

Eine Welt ohne Führer

„Studio Bosporus“: Zum zehnjährigen Jubiläum der Künstlerakademie sind im Kunstraum Kreuzberg die Arbeiten der Sti­pen­dia­t:in­nen der Villa Tarabya in Istanbul zu sehen
Eine Gruppe sommerlich bekleideter Menschen auf dem Rasen eines prächtigen Parks. Einzeln oder als Paar sitzen sie in Abstand auf Handtüchern auf dem grünen Rasen. Und sie hören über oder sprechen in bunte Plastikbecher, die durch Bindfäden verbunden sind. Weiterlesen

Kluge Leseperle

Haben Sie Triell geguckt? Selber schuld. 72 Mio. haben es nicht getan. Gestern wurde übrigens schon gewählt. In der Gemeinde Krummhörn, meinem jahrzehntelangen Karnevalsexil, erhielt die SPD 43,1% (+ 9,5), Soziale Wählergemeinschaft Krummhörn 18,9% (+5,6), die CDU 16,4% (- 1,7), Freie Bürgerliste Krummhörn 8,8%, Grüne 6,3% (- 1,4), AfD 3,0% (-3,1), Wie sagen wir im Fussball: “die Tabelle lügt nicht”. Keine Umfrage, Wahlergebnis. Gesehen statt des Triells habe ich, beim warten auf den Schlusspfiff in Mönchengladbach, Le Cercle Rouge von Jean-Pierre Melville (Buch und Regie), und habe es nicht bereut. Weiterlesen

DuMont-/”Labaule”-Perlen

und als Zugabe: “Nationalstrasse”
Der Mediathekperlen-Experte des Extradienstes meint, ich solle erneut auf “Labaule und Erben” hinweisen. Ist in die Mediathek zurückgekehrt und knapp sechs Wochen verfügbar. Hier hatte ich vor drei Jahren das Nötige dazu kommentiert. Vieles daran ist Geschmacksache. Frau Herrmann nicht.
Weil diese lakonische Bemerkung Sie nicht allzu unzufrieden zurücklassen soll, hier noch ein Bonus. Weiterlesen

Mediathekperlen: The Bra

Sie wissen, dass ich zu den Bekloppten gehöre, deren Samstag aus den Fugen gerät, wenn kein Bundesligafussball ist. Diese “Länderspielpausen” sind eine Pest. Länderspiele will niemand mehr sehen, Einschaltquoten, schlechter als schlechteste Tatorte. Gegner wie Liechtenstein oder – immerhin – Armenien. Wers mag …
Also werde ich aus dem Mittagschlaf wach, und statt Sportschau ist Magdeburg gegen Kaiserslautern, Not gegen Elend in der Dritten Liga. Und dann fand ich beim Zappen dieses Juwel. Weiterlesen

Alarm an Quay 6

Klimaneutrales Sinfonieorchester, klimaneutrale Biennale, klimaneutraler Diesel. Finnland will 15 Jahre vor der Europäischen Union klimaneutral werden. Eindrücke von Kunst und Nachhaltigkeit in Europas Norden
Ein riesiges Gerüst aus Stahlrohren, gekrönt von einem roten Kassettendach. Wer an der kleinen Insel Vallisaari an Land geht, 15 Minuten mit der Fähre von Helsinki entfernt, hält den Aufbau für ein Baugerüst oder die Reste einer Schiffswerft.

Doch „Quay 6“, die Installation des finnischen Künstlers Jaako Niemelä ist das erste Werk, das Be­su­che­r:in­nen der neuen Helsinki-Biennale sehen, die seit Juni auf dem verwilderten Eiland stattfindet, das Jahrhunderte als militärisches Sperrgebiet diente. Weiterlesen

Klimastrategie: Nichtstun

Politiker*innen lesen jetzt bitte woanders (oder weiter unten) weiter. Denn sie sind nicht gemeint. Es geht um uns Konsument*inn*en. Ich weiss ja schon länger, dass der gefährlichste Ort zuhause ist, vor allem für Frauen: der Mörder/Gewalttäter ist immer der Gatte. Auch die meisten Unfälle passieren zuhause. Also: raus aus der Wohnung. Aber nicht zum Einkaufen! Ausser vielleicht: etwas Essen und Trinken (nur Gutes!) und anderen Menschen begegnen. Das bestätigt Clemens Gleich in der immer lesenswerten Missing-Link-Kolumne von heise-online. Weiterlesen

Eingebettete Kriegsbilder

Und: “Schlagzeuger der Herzen” / Fahrradautobahn-Crashs
Glotzen Sie Bundestagsdebatten? Ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Bevor ich mich 1973 politisch organisierte, haben sie mich gefesselt. Reden von Willy Brandt und Walter Scheel erschienen sogar auf Schallplatte. Es wurde TV geguckt, wie heute bei Fussballspielen. Und an Wahlen teilgenommen: über 90%. Heute dagegen würde ich das nicht mehr aushalten. Der Fremdscham würde mich krankmachen. Darum will ich Michael Maier/Berliner Zeitung hier und heute mal besonders danken: für diesen Wutausbruch. Weiterlesen

Büttenwarder – das Ende

Mann soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Der Zeitpunkt wurde zweifellos verpasst. Er wäre irgendwann vor Jan Fedders Tod (2019) gewesen. Aber vielleicht wäre der dann noch früher gestorben. Das hätte auch keine*r gewollt. Jetzt hat Peter Heinrich Brix für sich auch den Schluss erklärt. Der Mann ist zwei Jahre älter als ich. Und ich habe schon vor 5 Jahren aufgehört. Wer bin ich also, das kritisieren zu dürfen. Weiterlesen

Erinnerungsstütze

Wie – keineswegs “alles” – in Afghanistan “anfing” / Wundersame Bahn LXXI in Mexiko / Fanfussball
Telepolis ist zwar kreativ und thematisch leider schmaler geworden in seiner gegenwärtigen Post-Rötzer-Phase. Aber heute hatten sie eine wahrlich gute Idee. Sie dokumentieren die Einbringungsreden der Herren Gerhard Schröder (SPD) und Joseph Fischer (Grüne) zum Afghanistan-Einsatz 2001. Das ist Aufklärung und Lesehilfe zugleich. Letzteres für den Trash, der hierzulande jetzt, 20 Jahre später, dazu verbreitet wird. Weiterlesen

Vom Kanzler zum Würstchen

Gerhard Schröder
Wie viele Menschen haben wohl bedauert, dass sie der SPD 1998 ihre Stimme gaben und mit ihr deren Spitzenkandidaten Schröder zum Kanzler machten? Beschweren können sie sich nicht. Er lebte seine Schwächen schon vor seiner Kanzlerschaft hemmungslos öffentlich aus. Bereits damals war das Bild, das er von sich prägte, weniger von seiner Politik als von seinem Verhalten im Umgang mit Parteifreunden und seiner Partei bestimmt. Es stieß ab. Man musste nur hinschauen. Weiterlesen

Schönschwätzer

Haben Sie Olympia geguckt? Ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht. Abgesehen von Rom 1960, da war ich 3. Keine Livesekunde, weder nachts noch morgens. Die TV-Anstalten, die unser Haushaltabgabengeld dieser Veranstaltung und ihrem dubiosen Veranstalter hinterhergeschmissen haben, behaupten nun “aber der Marktanteil” sei besser gewesen als in Rio 2016. Weiterlesen

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