Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: International (Seite 111 von 262)

“War poisons everybody”

Dieses Zitat stammt von Howard Zinn, einem Historiker, der vor wenigen Monaten 100 Jahre alt geworden wäre. David Goeßmann/telepolis übersetzt es frei: “Krieg vergiftet alles.” Er berichtet über eine Untersuchung des Politikwissenschaftlers Ivan Katchanovski von der University of Ottawa in Kanada: “The Russia-Ukraine-War an the Maidan in Ukraine” und hat sogar zum Original verlinkt. Gar nicht schwer. Guter Mann. Weiterlesen

Spezialoperationsrecht verhängt

„Schmerzliche Entscheidungen“ angekündigt

Es ist nicht ganz klar, warum der russische Präsident das von ihm in den annektierten ukrainischen Gebieten verhängte Kriegsrecht „Kriegsrecht“ nennen darf und nicht Spezialoperationsrecht sagen muss. Zwischen beiden Ausdrücken liegen in Russland normalerweise ein paar Jahre Knast. Wir harren der Auflösung. – Der neue Oberkommandierende der kriegführenden russischen Verbände in der Ukraine, der von seinem militärischen Werdegang her ja so etwas wie ein „Schlächter“ zu sein scheint, hat Viele überrascht, als er von bevorstehenden, möglicherweise „schmerzlichen Entscheidungen“ sprach. Weiterlesen

Geschäft oder Sicherheit?

Wundersame Bahn CXXIX / Ukrainekrieg / USA

Am Vorabend war ich bereits in einer Regionalbahn zwischen Roisdorf und Bonn Hbf. verratzt. Der Lokpilot konnte nur noch “auf Sicht” fahren, bei Dunkelheit. Ein*e Sportler*in hätte das auch zu Fuss geschafft. Seitdem wARTE ich auf eine handwerklich nur durchschnittliche journalistische Recherche woran es lag; also mehr als das Abschreiben und Wiedergeben der DB-PR-Abteilung. Es hat gedauert. Jetzt ist eine da. Weiterlesen

Keine spontane Heilung

Was nach einem Sturz des Regimes in Teheran passieren würde, ist gänzlich unklar. Das Fehlen jeglicher Systemalternative ist beängstigend

Die meisten Iraner und Iranerinnen kennzeichnet ein ausgeprägtes Nationalbewusstsein; so ist es im Inland wie im Ausland. Das könnte eine gute Voraussetzung sein für eine organisierte politische Opposition, in enger Abstimmung mit der Expertise von Protagonisten im Exil. Die Realität ist indes anders: Weder im Inland noch im Ausland ist eine demokratische Kraft erkennbar, die in Teheran Verantwortung übernehmen könnte, wenn das jetzige System implodiert. Und es scheint in erschreckendem Maße unklar, was überhaupt an dessen Stelle treten soll. Weiterlesen

Humorlose Humorkritik

Bei Thomas Knüwer ist Böhmi an den Falschen geraten – Und noch humorloser: USA in Afrika

Rechtschaffen verzweifelt hat Adorno-Schüler Dieter Bott seit Jahren eine Humorkritik der (Neuen) Frankfurter Schule (= Titanic) an der heute-Show gefordert. Thomas Knüwer ist kein Adorno-Schüler, sondern vom Handelsblatt ausgebildet (aber wie Dieter eingewanderter Düsseldorfer). Und so wie er hat noch keine*r das ZDF Magazin royale auseinandergenommen. Er versteht zwar vielleicht nicht so viel von Adorno, aber eine Menge von digitaler Kommunikation – und von Wein. Weiterlesen

NATO startet Atomkriegsmanöver

„Steadfast Noon“ – Demonstration gegen NATO-Manöver am 22. Oktober in Nörvenich

Am heutigen Montag (17.10.) startet die NATO erneut die Atomkriegsübung „Steadfast Noon“, die alljährlich Mitte Oktober stattfindet. Diesmal soll sie zwei Wochen lang bis zum 30. Oktober durchgeführt werden. Die USA üben zusammen mit den europäischen nuklearen Teilhabestaaten den Einsatz von Atomwaffen, angeblich um das Bündnisgebiet zu verteidigen. Wie das Schlachtfeld Europa nach einem Atomkrieg aussähe, wird dabei nicht dargestellt. Weiterlesen

Iran / China

mit Update abends

Die FAZ hat die aktuellen Iran-Analysen ihres Leistungsträgers Rainer Hermann digital eingemauert. Ihm zufolge “ist die Islamische Republik leer”. Den Menschen hat sie ausser Repression nichts zu bieten. Allerdings sei sie bis an die Zähne bewaffnet. Der entscheidende Faktor seien die sog. “Revolutionswächter”: “Ihre Streitkräfte gehören zu den größten weltweit, sie sind mit einem umfassenden Waffenarsenal und Millionen Freiwilligen ausgestattet, betreiben einen gefürchteten Geheimdienst, kontrollieren die Medien und die Hälfte der Wirtschaft.” Weiterlesen

Deutsche China-Erregung

Wie weit blicken deutsche Konzernherren? Den Extradienst lesen sie jedenfalls nicht. Die Kollegen von telepolis machen in deren Reihen grosse Aufregung – bis hin zu “Aufruhr” – aus wg. der Chinapolitik der Ampelkoalition. Auch die FAZ berichtet, überwiegend hinter digitaler Mauer, aber hier mit einem Guckloch zu VW. Nicht nur wg. seiner Lustreisen für Betriebsräte ein politisch spektakulärer Laden. Weiterlesen

Ein Paradigmenwechsel

Chile, der verfassunggebende Prozess und die indigenen Völker

Am 4. September dieses Jahres wurde in Chile in einem Plebiszit der Entwurf eines Grundgesetzes, das die Verfassung der Pinochet-Diktatur ablösen sollte, abgelehnt. Die Kampagne der überwiegend konservativen Medien und rechten Parteien gegen soziale Rechte, gesellschaftliche Modernisierungen und die Anerkennung der indigenen Völker war erfolgreich. Dieses Ergebnis eröffnet verschiedene Fronten, die sich erst im Laufe der nächsten Monate herauskristallisieren werden. Trotz der Ablehnung des Verfassungsentwurfes ist der Autor des folgenden Beitrags der Meinung, dass alleine schon der Verfassungsprozess einen Paradigmenwechsel in der schwierigen Beziehung zwischen Staat und indigenen Völkern bedeutet hat. Weiterlesen

Atomares Pokern und Wettrüsten

Immer häufiger ertappe ich mich dabei, dass ich froh bin, schon so alt (65) zu sein. Die kommenden Jahrzehnte werden gefährlicher, das menschliche Leben gefährdeter, als in den Jahrzehnten zuvor. Wenn es morgen zuende wäre – für mich hat sich das Leben schon gelohnt, es war in vielerlei Hinsicht auf der schönen und sicheren Seite dieses Planeten. Der Glaube, dass das so bleibt, ist weg. Die Mächtigen der Welt, immer mehr von ihnen, sind zu einer explosiven Pokerpartie entschlossen. Nur wenige von ihnen scheinen noch von Vernunft beherrscht. Einer davon ist der Fraktionsvorsitzende der grössten deutschen Regierungspartei Rolf Mützenich. Weiterlesen

Novartis gegen Kolumbien

Wie Big Pharma den Kampf für eine bezahlbare Krebsbehandlung sabotierte

Das verzweifelte Ferngespräch einer Tochter aus Bogotá machte das ganze Elend mit Medikamentenpatenten deutlich. Darin bat sie Freund*innen in Europa, lebensrettende Tabletten für ihren krebskranken Vater zu besorgen. In ihrem Land seien diese Medikamente für Leute wie sie unerschwinglich. Bekannte seien schon gefunden, die bereit seien, die Schachteln in ihrem Gepäck zum Flughafen der kolumbianischen Hauptstadt mitzunehmen. Dort wARTE dann die jüngere Schwester und nehme sie in Empfang. Das funktionierte fortan alle paar Monate. Der Vater lebte noch mehrere Jahre, immerhin. In Kolumbien hätte ihm die Familie damals keine Arzneien kaufen können. Weiterlesen

Auf- und Abstiege

mit Update 13.10.

Aufsteiger*innen unserer Zeit sind zweifellos die Aufständischen im Iran. Jacobin bringt ein Interview mit einer anonymisierten Aktivistin, das nach meiner unmassgeblichen Kenntnis wohlinformiert und von politischer Reife geprägt ist: Massenproteste im Iran: »Keine Mullahs, kein Schah, nur Demokratie« – Seit dem gewaltsamen Tod von Jîna Mahsa Amini sind im Iran heftige Proteste gegen das Regime ausgebrochen. JACOBIN hat mit einer iranischen Aktivistin darüber gesprochen, welche Form der Solidarität hilfreich und welche hinderlich ist.” Interview mit Parandeh geführt von Sayeh Javadi, Übersetzung von Thomas Zimmermann. Weiterlesen

Bei lebensnotwendigen Medikamenten haben Patente nichts zu suchen

Interview mit Anne Jung, Referentin bei medico international

Zu Beginn der Pandemie, im April 2020, stimmte Angela Merkel dem UN-Generalsekretär zu: Bei den (noch zu entwickelnden) Corona-Impfstoffen handele es sich „um ein globales öffentliches Gut“. Doch diese Idee ist Utopie geblieben. Was folgte, ist bekannt: Regierungen wie die deutsche schlossen Exklusivverträge ab, Impfstoffe wurden gehortet. Zwei Jahre später, im Juni 2022, wurde auf der Versammlung der Welthandelsorganisation (WTO) ein sogenannter Kompromiss beschlossen: „Entwicklungsländer“ dürfen befristet Zwangslizenzen für die Produktion von Covid-19-Impfstoffen erteilen. Weiterlesen

Naivität in Zeiten des Krieges

Der Politik von Schröder und Merkel wird gerne vorgeworfen, sie sei gegenüber Putin und seinem Regime zu naiv gewesen. Die Vorstellung, man könne durch enge wirtschaftliche Verflechtungen eine politische Basis für ein dauerhaftes friedliches Nebeneinander und vielleicht sogar Miteinander schaffen, habe sich als tragischer Irrtum erwiesen. Putins Eroberungskrieg sei der Beweis dafür.

Diese Argumentation ist in mehrfacher Hinsicht falsch und natürlich interessengeleitet. Falsch ist der Vorwurf, weil nicht Naivität der entscheidende Beweggrund war, sondern Gier. Die Gier nach billigem russischem Gas und den Gewinnen, die sich trefflich damit machen ließen. Weiterlesen

Der Gaspreis ist Politik

Deutschland ist ökonomisches Deppenland. Bei denen, die für die Produktion von Informationen und Meinungen zuständig sind, herrscht ein religiöser Aberglaube an ein gottähnliches Wesen namens “Markt” vor. Es gibt tatsächlich Märkte. Frei ist keiner davon. Jeder Markt ist vermachtet. Wer sich ihm unterwirft, ist ein Depp statt Demokrat*in.

Zu den genialsten Geschäftsmodellen des real existierenden Kapitalismus gehört die Ausplünderung öffentlichen Reichtums zugunsten privater Renditen und Konten. Exakt das passiert auch mit dem Gas. Weiterlesen

Zwischen Repression und Selbstbehauptung

Ist zeitgenössische Kunst in der Türkei noch oder wieder die Domäne der kritischenIntelligenz? Die Frage stellt sich derzeit mehrmals in Istanbul

„Wir werden ihre Zungen herausschneiden. Wir werden ihre Köpfe zermalmen.“ Recep Tayyip Erdoğan war nicht zimperlich. Als sich die Pop-Sängerin Sezen Aksu im Sommer in einem Song über den Propheten Adam lustig machte, drohte der türkische Präsident mit körperlicher Vergeltung.

Der Mob, der sich nach der Drohung vor dem Haus der Diva der türkischen Musik zusammenrottete, bekam Aksus Zunge nicht. Der Vorfall markierte aber die Spielräume der Kunst am Bosporus. Weiterlesen

Friedensagenda

Für die Ukraine und die ganze Welt. – Von der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung, verabschiedet am Internationalen Tag des Friedens, 21. September 2022.

Wir, die ukrainischen Pazifist*innen, fordern und engagieren uns für die Beendigung des Krieges mit friedlichen Mitteln und das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen. Frieden, nicht Krieg, ist die Norm des menschlichen Lebens. Krieg ist ein organisierter Massenmord. Unsere wichtigste Pflicht ist, dass wir nicht töten. Heute, wo der moralische Kompass überall verlorengeht und die selbstzerstörerische Unterstützung für Krieg und Militär zunimmt, ist es besonders wichtig, dass wir den gesunden Menschenverstand bewahren, unserer gewaltfreien Lebensweise treu bleiben, Frieden schaffen und friedliebende Menschen unterstützen. Weiterlesen

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