Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Köln (Seite 6 von 18)

Warum sie nicht verstehen

mit Update: Nachlesen II + Update 15.6.

Nach Wahlen simulieren Wahlverlierer*innen oft “wir haben verstanden”. Das ist mittlerweile so ausgeleiert und unglaubwürdig, dass es kaum noch zu hören ist. Das hat seinen Grund aber leider nicht in intelligenter Auffassungsgabe, sondern im Schwund der nötigen Demut. Die Hauptstadtblase ist ein eigener Mikrokosmos, der sich in der Not nicht öffnet, sondern immer weiter einschliesst. Wenn es nur diese bekloppte Stadt wäre – sie ist es nicht, sondern nur eine Blase in ihrer Mitte – wäre es egal. Weil wir aber von dort regiert und informiert werden (sollen), wird das gefährlich. Weiterlesen

Wer hat mehr Verspätung?

Der Bahnhof oder der Zug? – Wundersame Bahn CXCII

Als ich als Stammhörer den WDR verlassen habe und zum Deutschlandfunk migriert bin, waren die sinnfreien ellenlangen “Verkehrshinweise” ein beschleunigendes Motiv. Wenn auf WDR-Wellen die Autobahnstaus vorgelesen werden, kann mann umschalten. Jetzt stellen Sie sich nur mal theoretisch vor, diese Verkehrshinweise würden im Radio verlesen. Vielleicht sollte die Deutsche Bahn AG umsatteln: statt Verkehrsleistungen könnte sie Radio veranstalten. Weiterlesen

“Der vermessene Mensch”

Film über Kolonialkrieg in Deutsch-Südwest-Afrika

Ein Filmtipp. Am nächsten Mittwoch, 29.5.2024 zeigt die “ifs Internationale Filmschule Köln” im Filmforum NRW | Kino im Museum Ludwig Bischofsgartenstr. 1 | 50667 Köln diesen Film: “‘Der vermessene Mensch’ ist der erste deutsche Kinofilm über die schockierenden Kolonialverbrechen in Nambia, die aus dem kollektiven Gedächtnis der Deutschen verdrängt wurden. Gedreht an originalen Schauplätzen und entstanden in enger Kooperation mit namibischen Künstler*innen, bietet der Film nicht nur eine Auseinandersetzung mit sozialer Verantwortung und der Wirkungsmacht des Mediums Film, sondern stellt fundamentale Fragen zu eurozentrischen Sichtweisen auf die Welt.” Weiterlesen

Der unbequeme Legionär

Wolfgang Albers, Ex-Polizeipräsident von Bonn, später Köln, juristisch rehabilitiert

Wer kennt nicht den Spruch des römischen Kommandanten in einem der vier Römerlager rund um das gallische Dorf bei Asterix: “Legionär Keinentschlus, DU BIST Freiwilliger.” oder das Ende von “Casablanca”, als der französische Polizeichef befiehlt: “Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen!” Etwa so lief es ab nach der Sylvesternacht 2015/16 in Köln – ich habe das damals gewürdigt und vermutet, dass man nach den Sylvesterkrawallen und sexistischen Übergriffen auf der Kölner Domplatte einen “Schuldigen” finden musste. Und das war der damalige Polizeipäsident von Köln, Wolfgang Albers. Weiterlesen

Ein Liebesfilm?

Was bliebe vom WDR noch, wenn er seine “Tatorte” nicht hätte?

“Münster” ist der Quotenburner. “Dortmund” ist mein Heimatkrimi – obwohl: von der fabulösen Startmann- und frauschaft ist nicht mehr viel übrig geblieben. “Köln” musste ich seit Jahrzehnten lieben, weil ich selbst oft dort bin, und Dietmar Bär und Klaus-Jürgen Behrendt eingewanderte Ruhris wie ich sind. Unvergessen in “Leo und Charlotte” (kein Wikipedia-Eintrag, niemals Mediathek). Weiterlesen

discovery art fair in Köln

Ich mag Kunst anschauen, immer wieder und gerne was – für mich – Neues. Über Kunst schreibe ich fast nie, das überlasse ich Menschen wie zum Beispiel Ingo Arend, der versteht da was von. Ich weiß nur, was mir gefällt. Und ich mag es, wenn KünstlerInnen ihre eigenen Arbeiten zeigen können, unkuratiert und frisch aus dem Atelier. Andererseits brauchen viele KünstlerInnen die Hilfe von guten und fairen Galerien, um ihre Ware an die interessierte Frau zu bringen oder an ihren Mann. Weiterlesen

Langsam auch ohne “Schienenersatzverkehr”

Nach Ostersperrungen nichts besser – oder doch? Wundersame Bahn CLXXXIX

Auf eine österliche Familienkonferenz hatte ich verzichtet. Die Deutsche Bahn hatte das unbedeutende kleine Bundesland NRW zwei Wochen stillgelegt: Brückenbauarbeiten in Duisburg-Kaiserberg. Nach den Osterferien, wenn das Volk wieder an die Werkbänke und Schreibtische zurückstrebt, sollte alles wieder “normal” fahren. Normal bedeutete gestern konkret Folgendes. Weiterlesen

Biometzger ist weg

Schock im Momo-Bioladen – Fachkräftemangel und aussterbendes Handwerk

Für “18,5 Jahre” Kundschaft wird mir gedankt. Dafür darf ich nun abgepackte Ware erwerben. Wenn der deutsche Fleischkonsum sinkt, liegt es offenbar auch daran, dass es immer schwieriger wird, frische Fleisch- und Wurstwaren überhaupt zu erwerben. Biometzger Huth hat im Bioladen Momo das Handtuch geschmissen. Heute stand ich da, wie bestellt und nicht abgeholt. Befragte Ladenmitarbeiter*innen zuckten mitleidig mit den Schultern. Weiterlesen

Indien / Deutsche Bahn

Was hat Narendra Modi Demokrat*inn*en voraus? / Warum die DB noch lange Lokführer*innen braucht

Heisst von Narendra Modi lernen, siegen lernen? So weit würde ich nicht gehen. Aber die Überlegungen der weitgereisten Lorenza Colzato und Bernhard Hommel/overton würde ich nicht als abwegig abtun: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser! – Die Inder denken wie die Chinesen in Gruppen – für uns, die wir darüber nachdenken, was für uns persönlich herausspringen könnte, ist das eine ungewöhnliche Denkart.” Weiterlesen

Karneval und Kampf sind Geschwister

Gespräch mit Alex Mello über den Karneval in Rio und seine Karnevalsoper „Woy“

Die Kölner Akadademie der Künste der Welt machte im Herbst 2023 mit ihrem Projekt kah.na.v’aw – Spiritualität, Ökonomie und Politik von sich reden. Mit einer Ausstellung, mit Workshops, Talks und Filmabenden fand ein Austausch über die „sozio-politischen Erzählungen, kulturellen Ausdrucksformen und wirtschaftlichen Dynamiken“ im Karneval statt. Künstlerische Leitung hatten Adriana Schneider Alcure (Rio) und Alex Mello (Köln). Am 25. November kam es zum krönenden Höhepunkt des Projekts: Im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum inszenierte Alex Mello die Sambópera „Woy“. Mit Mello, der für Regie und Dramaturgie verantwortlich zeichnete, traf sich Britt Weyde Ende Dezember zum Gespräch. Weiterlesen

Noch in diesem Jahrhundert

Prophezeiung: die S13 kommt!

Der “Deutschlandtakt” war der letzte Lärm, den der teuerste Windbeutel dieses Landes, der CSU-Bundesverkehrsminister Scheuer, verursacht hat. Nach aktuellem Stand der Dinge – mit einem nichtstuenden FDP-Nichtsnutz in dem entsprechenden Staatsamt – soll er 2070 kommen. Dann bin ich 113. Vorsorglich habe ich vorgestern meine Bahncard50 gekündigt. Allerdings nicht deswegen. Weiterlesen

Nicht jugendfrei

Wunderbarer Stunk und wundersame Bahn CLXXXVI

Stunksitzung 2024, das ging ja schon gut loss. Störung in Sinzig, nichts fährt bei der DB. Unten: Störung bei Linie 18, irgendwas in Köln ist kaputt. Anprobe des Kostüms gescheitert. Auf eine Stunde später vor dem Eingang verschoben. Die DB liess in Sinzig einen RE umdrehen. Die Fahrt nach Köln gelang doch. Aber die KVB … Weiterlesen

Beueler Urgestein

Dieter Noth hat die Bühne der Politik und des Lebens verlassen. Als ich 1978 zum studieren und politisieren aus dem Schwabenland nach Bonn gewechselt bin, trat ich auch einen Nebenjob in der damals noch linksliberalen F.D.P. im Bundestag an. Viertel- oder Halbtagsassistent*inn*en waren damals beliebte Möglichkeiten, sich das Studium in Bonn zu finanzieren. Mein Vorgänger war ein gewisser Dieter Noth. Er wechselte damals von Helmut Schäfer zu Ingrid Matthäus-Maier und wurde deren langjähriger Assistent im Bundestagsbüro. Wir verstanden uns gut, waren auch privat in vielen Dingen auf einer Wellenlänge. Weiterlesen

He Kölle – du bess e Jeföhl

Selten genug stimmt’s. Heute schon.

Normalerweise nervt mich die kölsche Selbstbesoffenheit, heute konnte ich mich dem enthemmt hingeben. 50.000 singen mit den Bläck Föös und der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval entschuldigt sich für die Kollaboration in der Nazi-Zeit. Die Demo des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ unter dem Motto „Demokratie schützen, AfD bekämpfen“ war ein voller Mobilisierungs-Erfolg. Weiterlesen

Ausfall aller Systeme

Fussball und Bahn lassen den Zustand der Republik erahnen / Wundersame Bahn CLXXIX

mit Update nachmittags: Europas Systeme

Kurzschlüssige Parallelen zwischen Fussball und Politik liegen mir fern. Dass beides aber in gesellschaftlichem Zusammenhang steht, leugnet niemand mehr. Seit dem korrupt gekauften “Sommermärchen 2006” sucht die Politik die Nähe zur Spieler*innen-Kabine, weil sie dort die grösste Medienaufmerksamkeit erhofft. Umgekehrt sucht die Sportlobby, wie jede Andere, die Protektion und Subvention durch die Politik. Also ist unsere bürgerliche Aufmerksamkeit auf dieses nur gelegentlich verdauliche Gebräu geboten. Weiterlesen

Die schlechten Nachrichten

SZ ruft zu den Waffen – Wundersame Bahn fährt immer weniger – Wohin mit Ihrem Geld?

Die schlechteste Nachricht zum Jahresende ist gewiss diese, von der Florian Rötzer/overton nur der Überbringer ist. Die SZ lese ich nicht (Paywall), und Stefan Kornelius würde ich aus gesundheitlichen Gründen selbst ohne Paywall nicht lesen. US-Militärkoalition gegen Huthis riskiert Eskalation, Bundesmarine soll auch dabei sein – Bis auf Bahrain hat sich bemerkenswerter Weise kein arabisches Land angeschlossen. In der SZ wird gegen die Huthis, die irgendwie mit ‘Putin, Hamas und ihren schiitischen Ziehvätern’ unter einer Decke stecken sollen, der Einsatz militärischer Gewalt gefordert.” Weiterlesen

Verteidigen wir unsere Demokratie

Rede Arsch-Huh-Kundgebung, 3.12.2023, Köln

Ich rede heute hier, weil ich dieses Signal der Kundgebung gegen den wieder aufgeflammten Antisemitismus in unserem Lande nachdrücklich unterstützen möchte.

Ich habe viel erlebt, aber eine solche Woge von Hass erfüllten Angriffen auf unsere jüdischen Mitbürger, in einer solchen Dimension, das habe ich noch nie erlebt. Es sind die Worte, es ist die Aggression, es ist die Gewalt. Wir müssen unseren jüdischen Mitbürgern gerade jetzt unsere unverbrüchliche Solidarität zusichern. Sie müssen sicher leben können. Ein Polizeischutz vor jeder Synagoge, das ist eine Schande für unser Land. Der Aufruf wendet sich zu recht auch an die zugewanderten Mitbürger. Sie müssen wissen, was für uns die Erinnerung an die Barbarei und die Beziehung zu Israel bedeutet. Weiterlesen

Sozis im Unruhestand

Mein persönliches Verhältnis zur SPD war zeitlebens ambivalent. Respekt und Anerkennung vor historischen Leistungen stand verzweifeltes Entsetzen über soziale Realitäten gegenüber. Ein Element dieser Lebensgeschichte waren und sind auch immer wieder Sozialdemokrat*inn*en, mit denen ich, wenn sie ohne Amt sind, weit gedeihlicher reden kann, als wenn sie eins haben. Wobei: das ist sicher keine Sozi-Spezialität. Das als Vorspruch zu zwei nun folgenden Sonderloben. Weiterlesen

Von hinten

An Montagen wie gestern liest der deutsche Mann seine Zeitung von hinten, wo der Sportteil ist. Liest? Es muss “las” heissen. Zeitung, das für die Jüngeren, waren einige Bogen gefaltetes Papier, auf das mit schwarzen Chemikalien Buchstaben aufgebracht wurden. Buchstaben, das ist das, was Du gerade vor Augen hast. Diese Zeitung lag im Briefkasten, bevor deutsche Frühschichtler*innen ihre Augen geöffnet hatten. Das können sich die damit zu Milliardär*inn*en gewordenen Verleger*innen heute immer weniger leisten. Zumal ihnen immer weniger geglaubt wird, was sie drucken lassen. Aber ich schweife ab … Weiterlesen

Frühkapitalismus auf kölsche Art

Mit einer Massenentlassung und der Schließung seiner Kölner Druckerei hat das Medienunternehmen DuMont über Nacht Fakten geschaffen

Auf der Webseite des Kölner Medienunternehmens DuMont, das den Kölner Stadt-Anzeiger, die Kölnische Rundschau und den Express herausgibt, heißt es blumig: “Wir achten auf die individuellen und kollektiven Rechte unserer Mitarbeiter:innen”. Und weiter: “Unsere Unternehmenskultur basiert auf gegenseitiger Wertschätzung”. Aktuell liest sich das wie ein Schlag ins Gesicht der angeblich sehr “geschätzten Mitarbeiter:innen”. Am 4. Oktober zur Frühschicht erfuhr nämlich ein großer Teil von ihnen, dass die DuMont-Druckerei mit sofortiger Wirkung geschlossen wird. Alle anwesenden Beschäftigten mussten ihre Spinde leeren und das Haus verlassen. Ein Schock, Fassungslosigkeit, Tränen flossen. Weiterlesen

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