Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Wirtschaftspolitik (Seite 9 von 60)

Dokumentarperlen?

Morgen auf Arte und schon verfügbar

Hochrelevant scheint mir das hier von Marcus Fitsch/MDR: Digital Aliens: Die neue Ungleichheit – zeigt, wie Digitalisierung Gesellschaften neu ordnet. Teilhabe hängt zunehmend von Zugang, Kompetenzen und Algorithmen ab. Millionen scheitern an digitalen Systemen, während automatisierte Entscheidungen unseren Alltag prägen. Expertinnen und Experten analysieren Macht und Risiken – und fragen: Wie kann gerechte Teilhabe entstehen?” 90 min. Verfügbar bis 6.9. Weiterlesen

„Online-Kakerlaken“ jetzt auf der Straße

Was als Internet Protest der Jugend Indiens begann, hat nun die Straße der Hauptstadt New Delhi erreicht

„Ja, ja die jungen Menschen. Erst einmal abwarten, ob es bei ihnen zu mehr reicht, als nur im Internet rum zu klicken.“ So oder ähnlich waren die O-Töne von älteren, wie erfahrenen Indien-Beobachtern, als der 30-jährige Abhijeet Dipke vor drei Wochen die Cockroach Janta Party (Kakerlaken-Partei) gründete, nachdem der indische Verfassungsrichter Surya Kant junge, arbeitslose als Parasiten und Kakerlaken beschimpft hatte. Weiterlesen

Trugbild: Schöne (un-)heile Welt

Der Online-Einkauf ist in jeder Hinsicht billig geworden. Schwindeleien gehören zum Geschäft und machen das Vertrauen in die Welt kaputt. Opfer kann jeder werden – auch ich.

Zwischen goldenen Sanddünen steht ein minimalistisch gedeckter Tisch. Die Teller und Kaffeetassen mit ihren quadratischen Untersetzern sind aus trendy Edelstahl und erinnern an das zeitlos sterile Design eines MacBooks. Weiterlesen

Freude, schöner Götterfunken

Oh wie ist das schön! Der Klimawandel brachte uns herrliches Frühlingswetter, es ist Erdbeerzeit, die Russen sind noch immer nicht bei uns einmarschiert, es sieht ganz so aus, als ob wir mal wieder Fußballweltmeister werden, der hammerharte Chauvi mit dem Säuferblick, wie heißt er noch gleich, egal, der wird jedenfalls die FDP endgültig abwracken, und erwartungsfroh sehe ich dem nächsten European Song Contest entgegen: Die deutsche Unterhaltungsindustrie wird beim ESC 2027 mit einem singenden und tanzenden Buckelwal antreten. Leben kann ja so schön sein! Weiterlesen

Selbstreferentielles Pathos

Bei Wenders bin ich immer eingeschlafen – Frau Kinski nackt gabs im Tatort, oder?

In meiner WG (1977-1998) gab es einen Wenders-Fan. Wenn der sich an der TV-Fernbedienung durchsetzte, war für mich das Einschlafen in der gemütlichen Sperrmüll-Sitzgarnitur in unserem auch im Hochsommer gut gekühlten TV-Keller nicht zu verhindern. Für WMs und EMs ging ich in die Kneipe. Eine Frau Kinski nackt habe ich in irgendeinem Herrenmagazin als Jugendlicher gesehen, es war aber wohl eine Stiefmutter von Nastassja. Die Familie war offenbar sehr exhibitionistisch orientiert. Sie hatten wohl nichts anderes gelernt und brauchten das Geld. Und eine Hauptrolle im damals schon erfolgreichen Strassenfeger “Tatort” half gewiss aus dem Gröbsten raus. Weiterlesen

Zerstückelte Zeiten

Progressive Arbeitszeitverkürzung war ein zentrales Versprechen des sozialen Fortschritts

Es gab eine Zeit, als die Arbeit nach Stückzahl bezahlt wurde. Aus Unternehmersicht hatte das System den Nachteil, dass es den Beschäftigten die Wahl der zu leistenden Arbeitsmenge überließ. Sobald das nötigste Geld erwirtschaftet war, konnte ein jeder entscheiden, Feierabend zu machen. Bald setzte sich also ein anderes Prinzip durch: Was der Arbeitnehmer vertraglich verkauft, ist keine Leistungsquantität, sondern ein Stück Lebenszeit. Weiterlesen

Mit Misserfolgen abrechnen

Von einer Albanerin können wir noch was lernen

Besonders abgedrehte westdeutsche “maoistische” Sekten haben es in den 70ern getan: von einem despotischen albanischen Führer lernen. Die Geschichte ist vernünftigerweise über die hinweg gegangen. Die “Gartenhaltung” für Männer war noch nicht erfunden. Nun meldet sich eine albanische Professorin aus dem Auge des neoliberalen Kapitalismus in London. Und von der können wir noch was lernen. Weiterlesen

“Wie Crystal Meth aus dem Supermarkt”

Plattformregulierung — Der Medienwissenschaftler Martin Andree verlangt, dass die Plattformen von US-Tech-Konzernen die User*innen nicht einsperren dürfen und für die Verbreitung von Fake-News, Hass und Hetze haften müssen

Sie sehen die Demokratie durchs Internet in akuter Gefahr. Warum?

Martin Andree: Das Internet ist nicht das Problem, sondern die Monopole. Oberflächlich betrachtet bietet das Internet eine große Vielfalt. Aber das ist eine Fata Morgana. Wir haben empirisch gemessen, dass fast der gesamte Traffic von einer Handvoll Tech-Konzernen monopolisiert wird. Weiterlesen

Vollkasko-Studium!

Die “wichtige” Forschungsministerin, Frau Bär von der CSU, möchte, – so hat sie dieser Tage kundgetan – am liebsten selbst ins All fliegen. Ich wünsch mir das seit 1969 auch, weil ich die Mondlandung live verfolgt habe. Mit 72 ist das eher unwahrscheinlich, wenn man nicht John Glenn heisst. Aber für die Zukunft unserer Studierenden hat sie nur Verachtung. Weiterlesen

Gesunkene Chancen

Deutschlands gesunkene Chancen auf einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat – Besorgniserregende Völkerrechtsuntreue der Regierung Merz

„Deutschland steht für Rechtstreue.” Mit dieser Behauptung begründete der Berliner Regierungssprecher Kornelius die erneute Bewerbung Deutschlands um einen zweijährigen nichtständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat für den Zeitraum 2027/28. Bei allen vier vorangegangen Bewerbungen seit der Wiedervereinigung 1990 war Deutschland immer erfolgreich. Doch bei der Abstimmung (am Mittwoch) in der Generalversammlung wird Deutschland mit Sicherheit nicht mehr die noch bei der letzten Bewerbung 2018 erzielte große Unterstützung von 184 der 193 Mitgliedsstaaten erhalten, ja möglicherweise sogar den beiden Mitbewerbern Portugal und Österreich unterliegen. Weiterlesen

Ökozid  

Ökozid = Bürokratie

Die im März 2024 vom Europäischen Rat verabschiedete Umweltstrafrechtsrichtlinie 2024/1203 führt härtere Sanktionen gegen schwere Umweltkriminalität ein, die oft als „Ökozid“ bezeichnet werden. Unter diesen Begriff fallen großflächige, erhebliche, langfristige oder irreversible Schäden und die oft unwiderrufliche Zerstörung oder Beschädigung an Ökosystemen. Der aus dem Griechischen und Lateinischen stammende Begriff Ökozid wird häufig als „Mord an der Umwelt“ übersetzt. Weiterlesen

Digitaler Wochenrückblick Pause und w-social

Leider tritt bei mir eine kleines, aber mächtiges Zeitproblem auf und selbst mit Verspätung gelang es mir nicht, dran zu bleiben. Deshalb sind noch zwei Wochen Pause sinnvoll.  Noch eine Anmerkung zu w-social, weil es im Fediverse einige Beiträge dazu gab, die ich aus meiner Perspektive zwar umfänglich unterstütze und die auch richtig sind – und nun kommt das aber … Weiterlesen

Frauen büssen Männermurks

Warum nur?

Das (zweite) Frauenteam von Borussia Mönchengladbach unterlag gestern den Spitzenreiterinnen der Regionalliga West, den Frauen aus der Stadt mit dem Colonius (ebenfalls zweites Team des Vereins), und muss nun die Liga verlassen. Nach unten. Seit den Nullerjahren spielt die erste Auswahl Zweite Liga, wenn auch nur mit grösster Mühe. Eine der Spielerinnen lernte ich persönlich kennen, als sie Praktikum bei den Grünen im NRW-Landtag machte. Danach ging es in den Fahrstuhl … Weiterlesen

Sinnfrei durch Wiesen

Ich hatte gestern Zeit und fand die Idee gut, gegen die Gaskraftwerkspläne der Umsetzerin der eon-Gaskraft-Pläne, Katherina Reiche, vor Ort in Hamm zu demonstrieren. Die Demonstration sollte zu einem Gelände führen,  wo eines der neuen Gastkraftwerke gebaut  werden soll. Inhaltlich ging es um Ersatz fossilen Brennstoffen durch  Wind und Sonne, also erneuerbare Energie. Inhaltich war die Demo also in Ordnung. Deshalb habe ich hier  auch dafür geworben. Obwohl ich sonst längere Fußstrecken möglichst vermeide, jedenfalls dann wenn  alternativ  Bahnen oder Busse zur Verfügung stehen, waren rund  4 Stunden Fußmarsch für mich eine echte Herausforderung. Das reicht mir wieder für ein Jahr. Weiterlesen

Der Immobilien-Affären-OB

Das haben sich Bonns Wähler*innen selbst eingebrockt – und die Grünen, die sie in Unkenntnis liessen

mit Update nachmittags

Das Ungemach ist da. Der einstige Pressesprecher der in unserer Stadt allseits beliebten Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat es zum Oberbürgermeister von Bonn gebracht. Diese Anstalt bekam von ihrer Besitzerin, der neoliberal orientierten Bundesregierung mit ihrem Finanzminister Schäuble, die Aufgabe zugeteilt, zur “Schwarzen Null” beizutragen, also: für Cashflow sorgen. Das tat sie und tut es immer noch, wie es die Bundesregierung pflegt: Weiterlesen

Berufswege

Vielleicht muss ich vernünftigerweise vorausschicken, was Klaus Raab/MDR-Altpapier gestern zur Medienkritik schrieb: Ausgewogenheit kann man nicht mit dem Zollstock messen – Ein neues wissenschaftliches Gutachten beschäftigt sich mit Ausgewogenheit und Vielfalt der Medien – und liefert gute Anstöße, genauer hinzusehen, wenn wieder jemand allzu simple Medienkritik in ein Mikrofon koffert.” Erschwerend kommt allerdings hinzu, da hat die von ihm selbst zitierte Frau Wagenknecht einen Punkt, Weiterlesen

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