Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Zeitungen (Seite 31 von 31)

Datenmonopole sind das Ende der Pressefreiheit

Demokratie, Pressefreiheit, Orwell und Trump

Die Bundestagswahlen, so ist von den deutschen Geheimdiensten zu hören, seien in der Gefahr, manipuliert zu werden. Sofort meldeten sich die Politiker, bei denen man die Uhr danach stellen kann, dass sie gebetsmühlenartig immer neue Gesetze für scheinbar mehr Sicherheit zu fordern, wie Wolfgang Bosbach. Ein Schuldiger ist bereits gefunden: Russland und von ihm bezahlte Hacker und Trolle. Der BND-Chef Bruno Kahl behauptete, es gebe „Anhaltspunkte“ für eine Spur nach Russland. „Die Zurechnung zu einem staatlichen Akteur ist technisch naturgemäß schwierig. Aber es spricht einiges dafür, dass das von staatlicher Seite zumindest geduldet oder gewünscht wird.“ zitierte ihn Focus Online am 29.11. 2016. In die gleiche Kerbe schlägt der glücklose Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Maassen, indem er in Russland die möglichen Initiatoren einer „Desinformationskampagne“ zur Bundestagswahl vermutet. Sogar die Grünen-Politikerin Marie-Luise Beck verstieg sich in Springers „Welt“ zur Bewertung Russlands, die die Zeiten des kalten Krieges erinnert: „Die Naivität der Deutschen in Bezug auf die russische Einflussnahme hierzulande grenzt schon fast an Fahrlässigkeit“. Die ehemalige Trotzkistin muss es ja wissen.

Dabei besteht bei unabhängiger Beobachtung der Ereignisse im Jahr 2016 eine ganz andere Gefahr für die Demokratie: Weiterlesen

Beueler Kleinversorgungsprobleme

Regelmässig besuche ich meine alte Essener Heimat und habe so einen regelmässigen Vergleich städtischer Strukturprobleme: hier in Beuel die bürgerlich-rheinische Puppenstube, dort im Essener Norden die Klassenprobleme, die seit Jahrzehnten ignoriert werden. Zwischendurch besuche ich häufig, nicht weniger kontraststark Freund*inn*e*n in Köln-Ehrenfeld. Während letzteres, einem Wunder gleich, den U-Bahnbau unter der Venloer Strasse in Köln überlebt hat, ist das einst lebhafte Subzentrum Essen-Altenessen darunter in den 80er/90er Jahren verstorben. Es leidet jetzt sogar unter der schlagzeilenträchtigen aber unzutreffenden Diffamierung als „No-Go-Area“. Talkshow-Stargast Guido Reil, einst SPD heute AfD, startete seine Medienkarriere mit der Lüge „Der Essener Norden ist voll!“, obwohl es nirgends in Westdeutschland mehr Wohnungsleerstand gab und gibt als ebendort. Das sind wirkliche Probleme.
Köln-Ehrenfeld dagegen kämpft dagegen, so angesagt zu sein, dass die Preise dort bald für Normalverdiener*innen nicht mehr zu bezahlen sind. Ein von Immobilienspekulanten betriebenes Einkaufszentrum wurde verhindert, der Investor Bauwens-Adenauer soll „verstanden“ haben. Der Stadtteil hat fast alles, was man an Köln lieben kann; nur der Dom ist woanders.

Beuel liegt in seiner Entwicklung zwischen Altenessen und Ehrenfeld, bisher und was seine Chancen betrifft, weit näher an Ehrenfeld. Weiterlesen

DuMont – wird der Konzern gerettet oder zerdeppert?

Es gab eine Zeit, das ist noch weniger als 10 Jahre her, da war der beste Lokaljournalist in Bonn Thomas Aghte. Er leitete die klitzekleine Bonner Lokalredaktion des „Rhein-Sieg-Anzeiger“, ein lokaler Bonner Ableger des „Kölner Stadt-Anzeiger“, als der noch eine gute regionale Tageszeitung war. Die Zeit ist darüber hinweggegangen, was bedeutet: die Zeitungsverleger in NRW arrondieren schon seit Jahrzehnten untereinander ihre Verbreitungsgebiete, so dass sie jeweils in „ihrem“ Gebiet zu Monopolisten werden. Den Boden für das heutige „Lügenpresse“-Gerede haben sie damit bestens gedüngt. Die Verlage Neusser (Bonn, General-Anzeiger) und DuMont-Schauberg (Köln) haben dabei nicht abseits gestanden.
Der Verlag DuMont-Schauberg kommt in diesen Wochen nicht mehr zur Ruhe. Man fragt sich, wie seine Beschäftigten unter den aktuellen Bedingungen Weiterlesen

DDR-Planwirtschaft ist zurück

Sie war nie weg. Sie war nie besonders sozialistisch, aber sehr deutsch. Die geliebte Planwirtschaft.
Der privatisierte, global um Kommunikationsherrschaft strampelnde Ex-Noch-Staatskonzern Telekom hat Planzahlen entwickelt, nach dem seine Angestellten Pläne erfüllen und für die Übererfüllung prämiiert werden sollen. Hätten Sie so viel DDR bei uns hier im rheinischen Bonn, übrigens dem mit Abstand größten Gewerbesteuerzahler unserer Stadt erwartet?
Und der Doitsche Sport will da nicht nachstehen. Der Bundesinnenminister aus dem Osten, diMisere zieht ihn, die Herren Hörmann, Vesper und die Fachverbände hintendrein, durch die Manege, wie es im Friedrich-Jahn-Sportstadion in Ostberlin nicht schöner gewesen sein kann.

Update Juni 2018: liebe Spät-Leser*innen: Sie sind zu spät. Die in diesem Text gesetzten Links zum WDR, hat der mittlerweile entfernt, als Liebedienerei vor dem Boss der Zeitungsverleger, Matthias Döpfner. War wohl zu „presseähnlich“.

Sorge um den Klartext-Verlag

Konzernmutter WAZ („Funke-Mediengruppe“) meldete heute, dass Geschäftsführer Ludger Claßen sich ab sofort „aus gesundheitlichen Gründen“ aus der operativen Geschäftsführung des Klartext-Verlages zurückziehe. Ich besitze etliche Bücher aus diesem Verlag, sie behandeln die Geschichte des Fußballs im Ruhrgebiet. Nun tritt ein wichtiger Macher ab, und ich habe Sorge, dass damit mehr als eine individuelle Berufslaufbahn endet. Weiterlesen

Handelsblatt bezeichnet DuMont als Übernahmekandidat

Die Tatsache, dass ihre Pressehäuser keine Kapitalrenditen von 25% mehr erwirtschaften, empfinden manche der diese Häuser besitzenden Milliardärsfamilien als Krise. Dieses, nunja, ziemlich unangenehme Gefühl wird für viele Beschäftigte dieser Pressehäuser zu einer handfesten Existenzkrise, wenn die Milliardärsfamilien für ihre Rendite mal wieder ein paar hundert Arbeitsplätze einsparen wollen.
Noch besser gelingt dieses Einsparen, wenn man Häuser, die technisch sowieso das Gleiche machen, Weiterlesen

Gute oder schlechte Nachricht? – Funke-Gruppe baut in Essen

Für Ruhrgebietskinder verbindet sich mit der WAZ eine alte Hassliebe. Mit Dankwart Bumskopp hat man Lesen gelernt. Den Cartoon auf der Seite „Aus aller Welt“ gibt es heute noch. Verschwunden sind Detektiv Rip Korby und irgendwas für Mädchen, das ich vergessen habe. Unvergessen sind die Sportressortchefs Wilhelm Herbert Koch („Anton sachte Czerwinski für mich“) und Hans-Josef Justen. Und für mich mein Hassgegenstand Wulf Mämpel, Lokalchef erst in Gladbeck, dann in Essen, die Personifizierung des arroganten rechtssozialdemokratisch fixierten Pressemonopols.
Sozialdemokratisch ist an der WAZ und ihrem Konzern heute nichts mehr. Weiterlesen

Probleme des BVB – zum ungünstigsten Zeitpunkt

Unmittelbar vor dem Duell am Sonntag gegen den FC Bayern zeigen sich beim BVB grundlegende Probleme. Die steil nach oben verlaufene Leistungskurve vom Saisonstart weist seit drei Pflichtspielen einen empfindliche Knick auf. Fundamentaler könnten die Konflikte mit den eigenen Fans sein.

Anders als der FC Bayern mit seinem tennisähnlichen Event- und Business-Publikum Weiterlesen

FDP: Schicke Frauen und nix neues

FDP-Mitglieder sind ja wirklich nicht zu beneiden. Wirklich neue Ideen sind es nicht, die ihre Partei auf ihrem Bundesparteitag 2015 produziert hat. Selbst der spektakuläre Erfolg der JuLis zur Freigabe von Hasch entpuppt sich beim nähren Hinsehen als uralter Hut: Schon 1979 forderten damals die linken Jungdemokraten „Kein Knast für Hasch“ und setzten die Forderung nach Entkriminalisierung weicher Drogen 1980 im „Freiburger Programm“ der Mutterpartei durch. In der Bildungspolitik hat die FDP schon 1972 in den „Leitlinien liberaler Bildungspolitik“ die Bundeskompetenz in der Bildungspolitik gefordert und dazu die flächendeckende Einführung der „Offenen Gesamtschule“ als demokratischer, die Chancengleichheit fördernder Schulform.

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Vom Ende der korporatistischen Demokratie (Politisches Prekariat III)

Turbulente Zeiten, mehr noch woanders als hierzulande. Stuttgart 21 war ein lindes Lüftchen gegen die Demokratiebewegungen in zahlreichen islamischen, aber auch christlich-südeuropäischen Ländern, wie derzeit Spanien und Griechenland. Näheres dazu z.B. hier in der seit einiger Zeit intessantesten deutschen Wochenzeitung Jungle World

Viel wurde in diese Protestbewegungen schon hineinfantasiert. Dass das Internet- und Facebook-Revolutionen gewesen seien, können nur Altmedien halluzinieren, denen ihre kenntnisarme Angst davor schon das Gehirn vernebelt hat. Es sagt mehr über die Halluzinierer als über die Fakten aus. Und insofern sind sie mit den Feudalherren vergleichbar, die einst den Buchdruck fürchteten.

So wie der Buchdruck einst den Impuls zum massenhaften Erlernen von Lesen und Schreiben gab, Weiterlesen

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