Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DFB (Seite 19 von 20)

Fußballwochenenden können so schön sein

Was das Auswärtsunentschieden von Borussia Mönchengladbach in Darmstadt wert war, wissen wir jetzt. Spätestens seit gestern. Viele Gladbach-Fans hatten zunächst über das Engagement von Dieter Hecking gemotzt. Sie sind verstummt. Er ist zwar nicht mehr der Jüngste. Aber darum nicht unmodern. Er hat einen klaren Blick für die Wirklichkeit und verzichtet auf große Schnauze und überzogene Eigen-PR. Gestern hat die Borussia zum zweiten Mal auswärts gewonnen, obwohl die zuletzt besten Einzelspieler Raffael (verletzt) und Stindl (Mannschaftskapitän, gesperrt) pausieren mussten. Die Mannschaft funktioniert wieder. Das Mittelfeld mit Kramer und Dahoud blüht förmlich wieder auf. Wenn der Bundestrainer nicht Löw wäre, wären sie heisse Kandidaten…..
Und liebe FC-Fans, Ihr müsst nicht nur wegen der heutigen Niederlage beim SCF – dickes, dickes Kompliment an Christian Streich – jetzt ganz stark sein. Weiterlesen

Jäger macht nicht alles falsch – viele Fußballfeiglinge

„Entscheidend is aufm Platz“ galt, als der Sport noch im Mittelpunkt stand. Jetzt sind es Geschäft und Politik, und zwar in dieser Reihenfolge. Und dann kommt der Rest. Viele Fans regt das auf, wenige macht das zornig, noch wenigere rasten schon mal aus. Gewalt gegen „Frauen und Kinder“ geht aber normalerweise selbst gegen deren Macho-Ehre, weil es blanke Feigheit demonstriert. Es ist noch nicht zuende aufgeklärt, was alles dahinter steckte.

Jedenfalls macht NRW-Innenminister Jäger, in diesem Blog schon oftmals kritisiert, scheinbar diesmal nicht alles falsch, wie sein heutiges DLF-Interview verdeutlicht. Er richtet den ersten Scheinwerfer auf die Straftäter, deren Schuld nicht auf andere abgeladen werden sollte. Der zweite Scheinwerfer ist auf „den Fußball“ zu richten, der nicht nur Milliarden einnimmt, sondern auch öffentliche Millionen kostet. Wenn es dem Fußballbusiness nicht gelingt, zivilisatorische und rechtsstaatliche Errungenschaften in seine Gewohnheiten zu integrieren, sägt es sich seinen Ast selbst ab.

Die konzernähnlichen Erstligavereine wollen mit gesellschaftlichen Problemen nichts zu tun haben, „das hat mit dem Fußball nichts zu tun“. Haha, als wenn „der Fußball“ nicht Teil der gesellschaftlichen Probleme wäre. Weiterlesen

Es gibt noch gute Medien

Gestern berichtete das Deutschlandradio über ein selbstverwaltetes Krankenhaus im brandenburgischen Spremberg. Kannte ich nicht, gesundheitspolitisch sensationell, von der breiten Öffentlichkeit ausserhalb dieses dünn besiedelten Bundeslandes unbemerkt. There are alternatives!
Sonntag bereits sendete „Sport inside“, das sich zusehends zu einem „Weltspiegel“ des Sports entwickelt. Absolut sehenswert: die Gabun-Reportage. Das Tragische: es handelt sich um die einzige TV-Sendung, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, die überhaupt Sportjournalismus betreibt – alle anderen Sportformate sind Produktpräsentationen, die sogar weitgehend vertraglich über die Senderechte abgesichert werden, also bei Licht besehen eigentlich Werbefernsehen. Das ist das WDR-Format „Sport inside“ ganz sicher nicht, und, obwohl es nur normal-kritischen Journalismus betreibt, für dieses Alleinstellungsmerkmal grimmepreiswürdig.
Thomas Kistner ist auch ein richtiger Sportjournalist. Er berichtete diese Woche für SZ und DLF neue Vertuschungsmerkwürdigkeiten des DFB und der von ihm beauftragten Kanzlei Freshfields in Sachen „Sommermärchen“ 2006. Ex-DFB-Präsident Niesbach war offensichtlich besonders darauf erpicht, seinen Vorgänger Zwanziger, der verdächtig ist Jens Weinreich/Spiegel-online mit Infos gefüttert zu haben, in ein schlechtes Licht zu rücken. Kein Medium hat nachgesetzt. Eigene Recherche erfordert bezahlte Arbeit; wer will heute noch für Arbeit bezahlen?
Einige richtige Stichworte zur aktuellen Medienentwicklung gab Lutz Hachmeister der geschätzten Kollegin Ulrike Simon. Hachmeisters wacher Geist ermüdet, ich sah ihn vor ein paar Wochen bei einer Veranstaltung seines Instituts in Köln, weil die Berliner Hauptstadtpolitik an seinen Hinweisen komplett desinteressiert ist. Medienpolitik macht in der BRD eine kleine Gemeinde, fast alle kennen sich untereinander persönlich, Selbstreferentialität in potenzierter Form. Sie sollen die Kreise derer in Berlin nicht belästigen – die so besonders anfällig bleiben für Einflüsterungen strategisch agierender Milliardär*inn*e*n (Murdoch, Malone, Mohn, Springer, Zuckerberg etc.). Diese Provinzialität in der Hauptstadt ist erschütternd.

Westherne und Nordlüdenscheid im Panicroom

In Düsseldorf war eine Sportbusinessmesse. Und die wichtigste dort diskutierte Frage war, wie die Fans endlich vollständig enteignet werden können. Imgrunde also die Trumpsche Agenda herunterdekliniert auf unsere beliebteste Sportart, die jetzt neu definiert wird als letzte kapitalistische Goldgrube, nachdem alles andere leider abgegrast und ausgebeutet ist. Relevanter Widerstand dagegen ist nicht erkennbar. Dennoch ist die Nervosität groß. Denn es könnte sein, dass die kapitalistische Systematik nicht von Kommunisten, sondern von sich selbst gekillt wird.

In Düsseldorf wurde den Sport-„Journalisten“ in die Aufnahmegeräte diktiert, dass die „50+1-Regelung“, eine letzte Bremse gegen schrankenlose Investoreninvasion, die in Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig und Hamburg längst nicht mehr gilt, bald ganz weg soll. Für Hannover 96 und seinen verhassten Präsidenten Kind, quasi eine Trump-Zwergenausgabe in der DFL, zu spät. Der hat das Verhältnis zu den Fans so vollständig ruiniert, Weiterlesen

DFL an Amateure: Ihr seid lästig

Klar, dass die Bundesliga den Kampf um Marktanteile mit den Fußballdachverbänden Fifa und UEFA beklagt. Noch klarer aber ist die Ansage an die Millionen Amateure im DFB: nehmt Eure 25 Mio. und seid still. Und wenn ihr nicht still seid, dann seid dankbar.
Geld macht nicht glücklich, aber bekloppt. Mehr Hybris geht nicht.
Update 26.1.: Im Sportressort der FR ein informatives Interview mit zwei Frankfurter Amateurvereinen, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Fußballbusiness – kommt jetzt der Weltkrieg?

Die Kriegserklärung der Fifa gegen die globalen Großklubs ist jetzt auf dem Tisch. Eine WM mit 48 Teilnehmerstaaten soll Marktanteile der Kontinentalverbände in Europa (Champions League) und Südamerika (Copa Libertadores) zurückerobern und die ökonomisch schwächeren Länder und Kontinente in einem Bündnis vereinen.

Die Fifa war bisher in der Defensive. Die USA, keine Fußballgrossmacht, gingen aggressiv mit ihrer staatlichen Justiz gegen ihre globale Korruption vor. Es war gleichzeitig Teil des Schleifens des Schweizer Bankgeheimnisses, jedenfalls sind die USA davon nicht mehr betroffen, wenn sie es nicht wollen. Ökonomische Interessen der USA wurden dabei nicht geschädigt, im Gegenteil.

Auf einer anderen Seite steht die – im Fußball durchaus heterogene – Grossmacht China. Darum geht es im Kern bei dem Fifa-Beschluss: wer leitet das unüberschaubare chinesische Businesskapital in seine Kanäle? Weiterlesen

FC Internationale Berlin macht Fußballpolitik / Griezmann

Ein gesellschaftspolitisch anspruchsvoller Fußballverein, der FC Internationale Berlin. Von seinem Ansatz können selbst Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine noch was lernen. Aktuell macht er wirkungsvoll Fußballpolitik, jedenfalls so wirkungsvoll, dass ein Polit-Vollprofi wie DFB-Chef Grindel dafür nicht wenig eigene PR-Arbeit investiert. Ein Anfang.
Wieviel Respekt es international für das deutsche Fußballbusiness gibt, artikuliert Antoine Griezmann, der Schrecken deutscher Abwehrketten, in diesem lesenswerten WAZ-Interview.

Fußball – schon krebserregend und bald chinesisch?

Die Kunstrasenlobby hat ganze Arbeit geleistet. Nach allem, was aus Fußballvereinen zu hören ist, und gegenüber der Kommunalpolitik können die sehr laut werden, kommen Jugendliche nur noch in Vereine, die Kunstrasen haben. Wer will sich schon in Matsch wälzen oder auf Asche die Knie aufschlagen? Fritz-Walter-Wetter nein danke. Gut, wenn keine Jungs mehr kommen, könnte mann ja Mädchen werben. Aber Mädchenfußball? Der Männerfußball weiss sich zu wehren und wirbt für gladiatorenhaftes Spiel. Schön ist das nicht. Aber für Schönheit sind ja die Frauen zuständig, es gäbe doch viel schönere Sportarten für sie ….
Schade nur, dass in den Niederlanden nun eine Untersuchung herausgefunden hat, dass 48 von 50 untersuchten Kunstrasenplätzen krebserregende Stoffe enthielten – hier der Link zum TV-Magazin Zembla (ndl.), und hier eine Kurzmeldung des DFB- und DFL-treuen Sportinformationsdienstes sid auf Zeit-online, wo der sehr aufmerksame Redakteur Oliver Fritsch arbeitet. Wie viele Eltern werden wohl Lust haben, ihre Kinder für sowas jetzt noch anzumelden?

Schade, ausgerechnet, wo jetzt der größte Kapitalist der Welt, die Staatsführung des „kommunistisch“ regierten China, den Fußball als Entertainmentbusiness entdeckt und die profitgierigen Führungen von DFB und DFL völlig besoffen reden lässt, durch eine 70-jährige Funktionärin. Das muss man erst mal bringen. Und es klappt. Schmierstoff ist ja genug da. Wenn man mit einem 20-jährigen Fußballprofi als Sohn nicht mehr arbeiten gehen muss, wen stört dann die Herkunft dieses kleinen Glücks?
Der Krebs kommt, wenn überhaupt, ja erst später ….

Lehren aus Trump (IV)

Ivo Bozic (Jungle World) sieht in der Trump-Zuspitzung den Kampf zwischen „Globalisten“ und Lokalisten“, zwischen Stadt und Land, und sieht sich langfristig auf der erfolgreichen Seite. Vor Determinismus in diesem Zusammenhang sei aber gewarnt; das könnte zu einem bösen Ende führen.
Klaus Walter zeichnet im gleichen Blatt, wie die US-Pop-Elite gegen Trump den kürzeren zog. Die mehrheitlich schwarzen Popstars versetzten scheinbar die Trump-Fans so dermassen in Angst und Schrecken, dass sie sie ungewollt zur Wahlteilnahme mobilisiert haben.
Noch mehr zum Nachdenken regen heute zwei Carta-Beiträge an:
Der Erste sollte dem DFB und der DFL (Deutsche Fußball-Liga) als Pflichtlektüre demokratie-ärztlich verordnet werden; sie beziehen den Löwenanteil ihrer Milliardeneinnahmen von Rupert Murdochs Medienkonzern. Wolfgang Hagen und Hermann Rotermund analysieren, in welcher verheerenden Medienlandschaft Trump seinen Sieg erreichte. Vieles spricht hier für Klarsichtigkeit und durchdachte Strategie, also insgesamt das Gegenteil von irre. Hier sei ergänzt, dass heute der gleiche Mechanismus für die AfD glänzend funktioniert: der WDR lädt in einer Publikums-Live-Sendung zur Diskussion über Trump: den „linken Rand“ repräsentiert neben dem rechten AfD-Landesvorsitzenden der NRW-CDU-Chef Laschet. Verschiebung des Diskurspektrums – „Mission accomplished“, mit unseren Gebührenzahlungen finanziert.
Ron Kellermann analysiert Trump aus der Sicht eines Dramaturgen. Welche Geschichte hat er entwickelt und erzählt? Warum wurde sie ihm geglaubt? Oder war das sogar egal? Keine deutsche Partei setzt gegenwärtig der AfD eine Geschichte entgegen; dieser Utopieverzicht ist lebensgefährlich.
Yannis Varoufakis verzichtet nicht auf Utopien, hat in Deutschland nur ein Popstar-Image, aber keine soziale Basis. Das liegt nicht nur, aber auch am verkommenen ökonomischen Diskurs hierzulande und der Allmacht, die der Figur Schäuble bei seiner offiziellen Interpretation überlassen wurde.
Ostasien ist und wird auch in Zukunft die gefährlichste Krisenregion bleiben. Schwer kontrollierbare Despoten prallen hier aufeinander, nicht nur aus USA und China, sondern auch aus Japan. Die Informationsstelle Militarisierung in Tübingen ist immer wieder ein Quell exzellenter globaler Information.

Hallo NRW-Staatskanzlei, jemand zuhause?

Vor einigen Wochen wurde man als NRW-Bürger regelrecht geschockt, weil die Ministerpräsidentin Kraft vorgab eine „Idee“ zu haben: eine NRW-Bewerbung für Olympische Spiele. Auf dieses Holzpferd soll sie der Wittwer des verstorbenen Guido Westerwelle, Sportvermarkter Mronz, gesetzt haben. Frau Kraft soll den gleichen Lieblingsverein wie ich haben: Borussia Mönchengladbach. Da ich für übernächsten Samstag gegen den FC Stadionkarten habe, werde ich sie darauf hinweisen, wenn ich sie sehe:
Andreas Rüttenauer hat jüngst in der taz den geradezu hemmungslosen Aufklärungswillen des DFB in Sachen Sommermärchen-Korruption herausgearbeitet.
Und Thomas Kistner (SZ), der sich neben Jens Weinreich sicherlich am besten in den Machenschaften der Sportmafia auskennt, hat noch mal genau zu erklären versucht, wie wenig gut diese Idee von Frau Kraft ist.
Da sich das ausserhalb der NRW-Staatskanzlei schon ziemlich rumgesprochen hat, wäre fast jede andere Idee besser und auch erforderlich, um eine Kraft-Wiederwahl zu sichern.

Iran verdurstet / Wo ist Buhrow? / CSR im Fußball / Tribünenmacht

Katastrophale Verhältnisse berichtet Martin Gehlen in der FR aus der Wasserwirtschaft des Iran. Das könnte mittelfristig strategisch bedeutsamer sein, als das Auf und Ab des Ölpreises.
Ulrike Simon, eine von mir sehr geschätzte Medienjournalistin (namensgleich mit einer sehr attraktiven und netten Sitznachbarin, die ich mal in der Schule hatte), lästert, mehr als sie ihn ernsthaft kritisiert, über den WDR-Intendanten Tom Buhrow.
Ronny Blaschke, ein wirklich politischer Sportjournalist, hat ein Buch geschrieben: „Gesellschaftsspielchen – Fußball zwischen Hilfsbereitschaft und Heuchelei“, eine Zusammenfassung liess ihn die FAZ veröffentlichen. Ob ihm jetzt eine Redaktion eine Festanstellung anbietet?
In Dortmund hat Mittwochabend die Südtribüne das Elfmeterschiessen gewonnen; ich kenne das Stadion und glaube es Daniel Theweleit (FR).

WM-Quali: Risiko Spannungsabfall

Der schärfste Rivale der DFB-Mannschaft in der Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft der Herren in Russland ist: Aserbaidschan. Das ist in mehrererlei Hinsicht problematisch.
Sportlich war bereits gestern Abend in der 2. Halbzeit der Spannungsabfall zu erkennen. Die – theoretisch – stärksten Konkurrenten Tschechien und Nordirland wurden klarer, als es die Ergebnisse 3:0 und 2:0 aussagen, beherrscht. Der sportliche Spannungsabfall, der nun im Angesicht des tabellarisch schärfsten Konkurrenten Aserbaidschan droht, kann die fußballerische Weiterentwicklung der Mannschaft, die für die Konkurrenzfähigkeit in der Weltspitze erforderlich ist, entscheidend bremsen. Der größte Feind ist die Selbstzufriedenheit.
Aserbaidschan wird erst am 26.3. nächsten Jahres Gastgeber der DFB-Mannschaft. Es ist, vorsichtig ausgedrückt, ein politisch sensibles Parkett. Wie wird sich der DFB dort positionieren, nachdem der russische Nationalspieler Roman Neustädter in dieser Hinsicht jüngst Maßstäbe gesetzt hat? Das aserbaidschanische Regime weiss, wie käuflich der westliche Kapitalismus ist, und wird keine Kosten scheuen, nachdem es die europäische Schlagerwelt schon in seine Westentasche gesteckt hat. Hiesige Konzerne und unsere Regierung sind, wie immer, scharf auf Öl und Gas (zunehmend letzteres).
Das andere Land, auf das unsere Konzerne einschliesslich des Fußballbusiness hemmungslos scharf sind, ist China. Es will sich nicht nur die nächst erreichbare WM kaufen – ab 2026 wäre das machbar, sondern auch in erreichbarer Kürze selbst Weltmeister werden. Das Schöne am Fußball ist bisher noch, dass sowas nicht planbar ist. Derzeit ist der WM-Favorit 2030 Letzter der Asien-Qualifikationsgruppe A, nach einem 0:2 in Usbekistan. Vorletzter ist übrigens Katar, das sich die WM 2022 gekauft hat.

WM-Quali: Jetzt mal nicht überschnappen

Guter Fußball war das gestern Abend, BRD – Tschechien 3:0. Der Gegner hat sich nicht wehrlos ergeben, die deutsche Mannschaft war gut, und Tschechien exakt eine Klasse schwächer. Klassischer Medienreflex: nach einem guten Spiel direkt mal total Überschnappen, wie hier Peter Ahrens beim Spiegel. Da wird die Mannschaft eines bekannt kaufkräftigen DFB, der immer, immer, immer von „Losglück“ bei der Zusammenstellung von Qualifikationsgruppen begünstigt wurde, zu den nächsten Weltmeistern 2018 hochgejazzt. Drunter gehts wohl nicht – was ist der Rest der Welt gegen uns?
Trotzdem bewegt sich die Welt auch im Rest ausserhalb von uns Großmacht. Während unser schärfster Rivale in der Quali-Gruppe z.Z. Aserbaidschan ist, überraschen die Inselvölker. Malta unterliegt nur 0:2 beim Kolonialherren England. Island, die Stars der letzten EM, siegte in der 95. Minute 3:2 gegen Finnland. Und die gefürchteten Faröer-Inseln bleiben ungeschlagen und siegen auswärts 2:0 in Lettland; da wäre man gerne auf einer der Inseln in einer Fußballkneipe dabei gewesen – falls sie nicht alle mit der Mannschaft mitgereist sind. Es wird interessant sein, ob den Kapverdischen Inseln in der Afrika-Quali ein ähnlicher Coup gelingt, nachdem sie die afrikanischen Fußballgroßmächte schon bei letzten Africa-Cup zur Verzweiflung gebracht haben.
Diese „exotischen“ Ereignisse halten den Fußball am Leben. Er stirbt erst, wenn die Ergebnisse sich aus den Kapitalflüssen ausrechnen lassen. Es ist nicht mehr weit bis dorthin. Aber wer will das erleben?

Hier noch ein kleiner Blick in die deutsche Fußballwirklichkeit: Julian Weigl im Interview mit Michael Horeni, beide Leistungsträger ihres Gewerbes (FAZ). Weigl sitzt bei Löw auf der Ersatzbank, und bleibt so ebenso unverletzt, wie die von Löw konsequent übersehenen Leistungsträger der Mönchengladbacher Borussia. Schade für die Spieler, aber nervenberuhigend für den Fan.

Kapitalismus hat mit Rechten kein Problem / Agenten und Steuern / CDUCSU-Brückenbau / DFB stolpert / Spanien

„…der Kapitalismus kommt mit den schlimmsten Tyranneien genauso problemlos zurecht wie mit der Demokratie“ meint in einem taz-Interview der israelische Faschismus-Forscher Zeev Sternhell.
Warum nur stolpern so viele Täter vermutlich entschieden schlimmerer Straftaten immer wieder über Steuerhinterziehung? Nun wird vermutet, dass es dem bekanntesten deutschen „Privatermittler“ Gerhard Mauss so auch erwischen soll – Andreas Förster in der FR. Update: vielleicht kommt er auch durch, weil er zuviel weiss ……
Albert Schäffer, dem von mir sehr geschätzten ehemaligen FAZ-NRW-Korrespondenten, jetzt in Bayern stationiert, können wir bei intensiven Eselsbrückenbauarbeiten für Seehofer und Merkel beobachten.
Wie die aktuellen DFB-Saubermänner sich in ihren selbstgespannten Stolperdrähten in Sachen Beckenbauer und Sommermärchen 2006 verfangen, berichteten Michael Horeni und Evi Simeoni gestern in der FAS.
Strategische Grenzen des Linkspopulismus schon erreicht? In den spanischen Provinzen Galizien und Baskenland waren Regionalwahlen. Telepolis berichtet über die Ergebnisse.

Frauenfußball, geb. 1956, in Illegalität im Norden von Essen

Wenn es eine Räuberpistole der WAZ sein sollte, ist sie doch schön gedichtet. Seit Jahren verschwindet im Essener Stadtteil Karnap Schritt für Schritt das Matthias-Stinnes-Stadion. Ich habe dort noch selbst gespielt, vor allem aber auf der Tribüne Spiele verfolgt. Schon zu meiner Zuschauerzeit war das Tribünendach aus Sicherheitsgründen abmontiert worden.

Die WAZ weist nun, veranlasst durch den vor Ort aktiven Geschichtskreis, darauf hin, dass es sich hier um den Geburtsort der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft handelt. Die Geburt 1956 war illegal. Weiterlesen

Security für Andi Rettig! / Linke EU-Politik

Andreas Rettig habe ich noch in einer großen Mannschaft des FV Bad Honnef spielen sehen. Spitzengruppe der damaligen 3. Liga, immer klar vor dem Bonner SC, Supertalent Arno Glesius ging zum Karlsruher SC und verletzte sich dort ständig, Rettig wechselte nach Leverkusen und Hermann Hummels zeugte einen Sohn. Nun hat er, Rettig, Michael Horeni von der FAZ, nicht hintenrum sondern geradeheraus mit Nennung seines Namens, erzählt, was er in DFB-Sitzungen zum Fall Beckenbauer erlebt hat. Respekt! Und Furcht, wie lange es ihm angesichts solcher Feinde noch gutgehen wird.

Die von mir als Autorin sehr geschätzte Gabriela Simon analysiert die vertrackte politische Lage in der EU und beschreibt und problematisiert verschiedene Ansätze für linke Alternativen und Gegenmachtorganisation.

Schlafwagen-Reisen: zwischen Dekadenz und Trash

Eine stark in Erinnerung gebliebene Reise mit einem russischen Schlafwagen unternahm ich in den 90ern. Die DDR war schon abgeschafft, aber der Paris-Moskau-Express existierte noch (das gleichnamige Restaurant in Berlin in Sichtweite der Bahnstrecke gibt es immer noch und ist nach meiner Kenntnis auch immer noch empfehlenswert). Der „Express“ bestand aus einem Kurswagen, der an einen bunt zusammengestellten Zug angehängt war. Eine Freundin und ich wollten von Köln nach Berlin. Und ja, der Zug fuhr seinerzeit noch so langsam, dass diese Strecke im Bett schlafend zurückzulegen war. Leider war uns eine Vorreservierung nicht gelungen, so dass wir uns an den Bahnsteig stellten, um mit dem Bahnpersonal zu verhandeln. Das stellte sich als Erfolgsstrategie heraus.

Wir zahlten der russischen Schlafwagenschaffnerin in bar, Weiterlesen

Blatters Rache

Die Deutschen werden doch wohl nicht im Ernst geglaubt haben, dass sie Jupp Blatter absägen können, ohne selbst mit unterzugehen? Die Schweiz wurde von den USA gezwungen ihr Bankgeheimnis zu schleifen. Damit ist das Geschäftsmodell ihrer Volkswirtschaft eigentlich schon weitgehend ruiniert. Direkt anschliessend gings gegen die weltweit umsatzstärkste Mafiaorganisation mit Sitz in Zürich, Weiterlesen

Was hat Andre Hahn nur verbrochen?

Keine Ahnung, wer auf die Idee kam, das „Abschiedsspiel“ eines Bayern-Stars ausgerechnet in Mönchengladbach austragen zu lassen. Das ist wohl eine subtile Gemeinheit des DFB, das Stadion wurde nur etwas mehr als halbvoll.

Sportlich absolut unverständlich, warum man hier den deutschen Spieler, der saisonübergreifend den absolut besten Lauf im Verhältnis seiner Torerfolge zur Einsatzzeit aufweist, den Mönchengladbacher Stürmer Andre Hahn, Weiterlesen

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