Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Dietmar Dath

Die Helfer des Morgens

Zurheide, Mai & Dietmar
Jürgen Zurheide ist der seltene Fall eines “freien” Journalisten, der die Freiheit vom Angestelltendasein berufslebenslang geniesst und davon profitiert. Wie er das gemacht hat? Das kann ich auch nicht erklären. Gewiss gehört dazu, eine gute Mikrofonstimme zu haben und damit gut umgehen zu können. Politischer Durchblick, besser als Andere informiert sein, und gerne Schichtdienste übernehmen, auf die die Festangestellten keine Lust haben. Das sind die Tricks, von denen ich weiss.
Samstagsmorgens z.B. Wer hätte da Lust von 6 bis 9 zu moderieren, also um 4 im Sender zu sein, um alles adäquat vorbereiten zu können? Weiterlesen

Berliner Mauerbau

Vor Jahren hatte mich bereits der Berliner Tagesspiegel mit seiner Paywall-Politik als digitaler Leser vertrieben. Nun habe ich mich auf Empfehlung von Extradienst-Gastautor Ludger Volmer gerade bei der Berliner Zeitung warmgelesen, da überrascht sie mich äusserst unangenehm mit einer Ausweitung ihrer Bezahlmauer, ironischerweise sogar in ihrer Rubrik “Open Source”. Die FAZ hat ihre Mauer anlässlich des Halbjahrsbeginns ebenfalls noch weiter hochgezogen. Solchen Verzicht auf digitale Aufmerksamkeit muss mann sich halt leisten können. Weiterlesen

Maschinenstürmerei des Kapitals

Die hübsche Formulierung dieser Überschrift ist von Dietmar Dath. Ich habe sie bei Matthias Greffrath gefunden, dessen Beiträge zur DLF-Sendereihe “Essay&Diskurs” ich ausgiebig gelobt habe, und die jetzt auch als Buch erschienen sind. Aus diesem Anlass hat bruchstuecke.info einen Greffrath-Text als Wiederholung erneut digital abgesendet. Veraltet ist nichts davon.
Ein unschönes Beispiel für solche Maschinenstürmerei ist das Microsoft-Monopol in der öffentlichen Verwaltung. Weiterlesen

Die Stadt, der Müll & das Kölsch

von Martin Stankowski
Zur Kölner Dialektik

“Mit viel Müll ins neue Jahr” begrüßt der Stadtanzeiger am 1. Januar seine LeserInnen und beginnt das neue mit demselben Thema, mit dem sich das alte verabschiedet hat: Müll. Die “Students for Future” sammelten am Rheinufer Silvestermüll ein, um mit ihrer Aktion das “Ausmaß der Müllproduktion zu visualisieren”. Das ist nett, das ist niedlich, vor allem aber überflüssig, weil Müll zur Stadt gehört wie der Bock zum FC. Das mit ebenso großer Leidenschaft wie Regelmäßigkeit auftauchende Lied, ob es die Stadtchefin anstimmt oder der IHK-Präsident, orchestriert von einer Flut von Leserbriefen, hat diverse Strophen, angefangen vom Karneval, über Wildpinkler oder Graffittimaler, die Grünflächen, überquellende Mülltonnen, kaputte Fahrräder, die schmutzigen Straßen und so weiter und so fort. Weiterlesen

In rechten Händen

Aufregung in den Führungsspitzen der öffentlichen Medien
In Sachsen-Anhalt könnte in den nächsten Tagen nicht nur ein Reissack, sondern ein ganzes Speicherhaus umstürzen. Vordergründig ist es der Geldspeicher von ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Strategisch geht es um einiges mehr: wird die “politische Mitte” von der CDU besetzt? Oder aufgegeben? Neben dem Ministerpräsidenten Haseloff, der die Mitte weiter besetzen will, zieht der Parteivorsitzende und Innenminister Stahlknecht, der heisst wirklich so, die Strippen und will in eine andere Richtung. Weiterlesen

Historischer Optimismus

mit Update nachmittags
Nachdem ich gestern von Apokalypse geschrieben habe, ist ein dialektisches Gegenstück fällig. Ich war in meiner Jugend auch dem Historischen Materialismus nie abgeneigt – lediglich seiner vulgärmarxistisch-deterministischen Interpretation. “Zwangsläufige” historische Entwicklungen gibt es für nix – am Ende ist alles menschengemacht, sogar, im Extremfall, die Apokalypse. Doch, es gibt materialistische Grundlagen für eine Stimmungsaufhellung, auch wenn das Menschen in Moira, Oregon oder am Amazonas nicht wirklich weiterhilft – aber uns, um Stärke für solidarisches Helfen zu gewinnen.
Den Grundlagentext dafür lieferte in der gestrigen taz der Graswurzler Nicolai Hagedorn. Weiterlesen

“Die verstehn’ nix von Geld”

Nein, nicht die Sozis – bei der FAZ läuft die Kasse leer
Bannas in Rente, Rossmann in Rente. Hans Hütt hat aufgehört. Doch, es sind noch Gute da: Mark Siemons, Seidl, Reents, Frauke Steffens, Dietmar Dath, Harald Staun. Aber oft sind gerade sie eingemauert in der Paywall. Die Mehrheit vorne im Politik- und Wirtschaftsteil ist wie immer mit überwiegend neoliberaler Ideologieproduktion beschäftigt, und anders als das “neo-” nahelegt, ist das sehr alte Ideologie, aus der Zeit gefallen wie Friedrich Merz. Weiterlesen

Was macht unsere EU? – 2. Teil: … mit Portugal?

“Leben, nicht nur Überleben” ist der Anspruch einer Protagonistin in Matthias Greffraths “Nelken im Klostergarten“, zweiter Teil seiner lesens- und hörenswerten DLF-Sendereihe “Europäisches Handgepäck“. Die erwähnte Dame lebt heute in Luxemburg. Ich lernte selbst eine schöne Portugiesin kennen, die sich in Düsseldorf in der Gastronomie des NRW-Landtages verdingte. Ihr Versuch, nach Lissabon zurückzukehren und dort beruflich Fuss zu fassen, gelang nicht. Sie musste wieder nach Düsseldorf zurück – nur Kölner*innen können ermessen, was für eine Strafe das ist. Die portugiesische Ökonomie lebt heute recht wesentlich von den Einkünften ihrer Emigrant*inn*en. Ihrer Linksregierung ist es immerhin gelungen, Weiterlesen

Flüchtlingspolitik: ein Wutausbruch und zwei Aufrufe zur Vernunft

Dass bei der FAZ ein Bürgerkrieg tobt, erwähnte ich hier schon. Nicht alle dort sind Reaktionäre. Die es nicht sind, leiden aber heftig unter ihnen, wie man diesem Wutausbruch von Dietmar Dath im Feuilleton deutlich anmerkt.

Wie grundvernünftig man in der Flüchtlingsdebatte argumentieren kann, haben gestern nicht nur Merkel und Will, sondern der integrierte Flüchtling Ilja Trojanow (in der taz) und Stephan Hebel (in der FR) demonstriert.

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