Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 66 von 390)

Kreditwürdigkeit ist weg

Die deutschen Ministerpräsident*inn*en und ihr selbstgemachtes medienpolitisches Debakel

Wenn Historiker*innen der Zukunft einst untersuchen, wie es zum Niedergang deutscher Ökonomie und Macht kommen konnte, werden sie vielleicht die gestern beendete deutsche Ministerpräsident*inn*enkonferenz (MPK) deutscher Bundesländer als prägnantes Fallbeispiel hervorheben müssen. Ich ignoriere sie lieber. Sie ist mir des Kommentierens nicht mehr wert. Die Akteur*inn*e*n haben sich noch mehr diskreditiert als in der Coronapandemie, in der noch das eine oder andere Nichtwissen vorgeschützt werden konnte. Das gilt hier nicht. Weiterlesen

Einwanderungsverhinderung

Deutsche Bürokratie funktioniert tadellos – wenn sie will

Wofür brauchen wir die AfD? Einwanderungsverhinderung schaffen deutsche Behörden auch ganz ohne AfD-Regierungsbeteiligung. Dass Gastronomie, Pflege, im Prinzip das komplette Dienstleistungsgewerbe so systematisch niedergelegt werden – wen kümmert das? Nunja, deutsche Kund*inn*en und Gäste schon, die sowieso für Dankbarkeit nicht bekannt sind. Die meisten sind süchtig nach dem nächsten Auslandsurlaub, weil die ja da sooo gastfreundlich sind. Wir dagegen … Weiterlesen

Der Zusammenhang

Substanzielle Fachlichkeit als Heilmittel

An erster Stelle will ich hier erneut für die Kollegin Schwermer schwärmen. Sie erkennt und analysiert auch an lobenswerten Initiativen die inhaltlichen und strategischen Schwächen, ohne ihre Nützlichkeit deswegen in Abrede zu stellen. Ambiguität? Dialektik? Ambivalenz? Suchen Sie sich was aus. Aber lesen Sie zunächst, wie Ihnen Alina Schwermer den (globalen!) Zusammenhang von Politik, Gesellschaft und Fussball erklärt: “Protest gegen saudischen Ölkonzern: Mittelfinger für den Frauenfußball – Über hundert Profispielerinnen protestieren gegen einen Fifa-Deal mit Ölkonzern Saudi Aramco. Ihr Protest zeigt, wie Diversität den Sport verändert.” Weiterlesen

Selbstmord in der zweiten Halbzeit

BVB – Licht und Schatten räumlich und zeitlich eng beieinander

Zur Pause führte der BVB im Bernabeu gegen Real mit 2:0. Das schaffen nicht viele. Prägendes Thema in den Pausengesprächen meiner Fussballkneipe war, warum eine Mannschaft, die das kann, sich in der Bundesliga bisher nur auf den 7. Platz gespielt hat. Die meisten Gründe waren beim 1:5 beim VFB Stuttgart zu sehen. Und heute wieder. Weiterlesen

Der Streit um die Stadt

Unter dem Titel “Wo leben Sie denn? – Die grosse und die kleine: Care-Krise und BSW-Krise” empfehle ich Ihnen die mir wichtigsten Texte des Vortages.

“Weniger borniert als in Bonn” ist die bundesweite Handelslobby, die Meinungen der Bevölkerung zur ihren Innenstädten von der Firma CIMA hat ermitteln lassen – mit für diese Auftraggeber*innen überraschend vernünftigen Ergebnissen.

Ich verabschiede mich mit diesen Hinweisen zum europäischen Spitzenfussball (der Herren).

Rheinpegel Bonn 346cm aus einem güldenen Beueler Herbst.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Weniger borniert als in Bonn

Die bundesweite Handelslobby hat uns untersuchen lassen

In unserer kleinen Stadt lieben es die CDU und wenige aber laute Vertreter*innen des lokalen Einzelhandels, einen Religionskrieg für das Auto zu führen. Bekanntlich würde Deutschland ohne das Verbrennerauto untergehen. Und Bonn (und Beuel) sowieso. Mir war schon immer klar, dass die Mehrheit der Bevölkerung (also der Kund*inn*en) da ganz anderer Meinung ist. Die Mehrheit allerdings will sich und ihre Bedürfnisse auch vertreten sehen. Das hat jetzt sogar die deutsche Handelslobby herausfinden lassen. Weiterlesen

Wo leben Sie denn?

Die grosse und die kleine: Care-Krise und BSW-Krise

Meinen von meiner jüngeren Schwester unterstützten 92-jährigen Vater vor Augen denke ich seit längerem darüber nach, was aus mir einmal wird. Meine Wohnung wurde schon 1999 von der städtischen Vebowag barrierefrei gebaut. Der Pflegedienst ist noch näher, als der Edeka, die Fussballkneipe und der Bäcker – alle in Rollator-Distanz. Und wenn der Körper mal streikt? Unterstützung im Akkord von überlasteten, selbst erkrankenden Kräften? Weiterlesen

Widerlichkeitswettbewerbe

Ein neues Päckchen von der Informationsstelle Lateinamerika: Katharina Köhler: “Tod durch Unterlassung und Ignoranz – 
Brasiliens Nekropolitik während der Covid-19-Pandemie”, Ximena Villalpando: “Auf der Suche nach Leben – Auf der Suche nach Leben auf den Wegen des Todes – Die Nekropolitik des Grenzregimes in Mexiko” und Thomas Scheible: “Gegen das Sterbenlassen – Gegen das Sterbenlassen vor der Festung Europa – Seenotrettung auf dem Mittelmeer mit Sea-Watch”. Warnung des Beipackzettels: es, vor allem der letzte Text, wird Sie nicht unberührt lassen. Weiterlesen

Zornige alte Sozis

mit Update mittags

Mittlerweile stellt sich unbefangenen Betrachter*inne*n die Frage, was an und von der SPD noch wichtig ist. Nicht jede Flurintrige ist für die Öffentlichkeit noch von Interesse. Das war in den 70ern anders, als sich im 16. Stock des Langen Eugen die trafen, denen der Kurs von Helmut Schmidt nicht passte. Ich moderierte eine BaFöG-Demo im Hofgarten, zu der Bundesbildungsminister Engholm erschien, und ihn Demonstrant*innen aus den vorderen Reihen vor der Bühne mit frischem Gemüse bewerfen wollten. Wer würde heute noch Gemüse für sowas investieren? Weiterlesen

Drogenkrankes Genie

Immer wieder: erstklassige Musik-Doku auf Arte

Ich war nie ein Jazz-Freak. Aber wer Miles Davis war, das habe ich mitbekommen, ohne Fan von ihm geworden zu sein. Dass ich überhaupt von ihm erfuhr, liegt daran, dass ich in einer Zeit aufwuchs, in der es noch hörenswerte unformatierte Radioprogramme gab, die es wagten, ihre Hörer*innen zu überraschen, ihnen gelegentlich etwas vorzustellen, was sie noch nicht kannten. Sie erfüllten den Bildungsauftrag, den die britischen Befreier Deutschlands vom Faschismus den öffentlichen Medien einst aufgetragen hatten. “Aufgedrückt” würden das die nennen, die heute alles auf langweilige Gleichförmigkeit zurechtgespart haben. Weiterlesen

Herrjeh

Die taz und der Westen

Wenn die taz von heute Leute auf Dienstreise schickt, um den deutschen Westen zu erkunden, ist immer Gefahr im Verzug. Zunächst im Zug. Wird es der Deutschen Bahn gelingen, die*den taz-Autor*in erfolgreich zu transportieren? Aus dem fernen Osten, in dem Berlin liegt, wird das von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher. Fragen Sie mal die Hamburger*innen. In diesem Fall hat die taz einen Mitarbeiter in Bremen gebeten – sicher ist sicher – sich auf die gefährliche Reise zu machen. Benno Schirrmeister hat es getroffen. Weiterlesen

Gegen den sportlichen Zufall

Die Fifa will Programmdirektor sein

Sportliche Zufälle sind eine Pest für die Ökonomie. Letztere verlangt Planungssicherheit. Je höher die Investition, um so felsenfester muss die Renditegarantie sein. In diesem Schraubstock will die weltweit umsatzstärkste Mafiaorganisation Fifa eine “Club-WM” in den verstopften Fussball- und Medienweltmarkt drücken. Der Sport ist dabei nebensächlich. Er stört nur. Weiterlesen

Frauen unterwegs – in Beuel und Brasilien

Am gefährlichsten ist es immer zuhause. Das ist auch in Brasilien so. Isadora Machado/Informationsstelle Lateinamerika: “Freiheit heißt, keine Angst haben – Tödliche Gewalt gegen Frauen in Brasilien”.

Von Beuel aus zu reisen – ist das noch eine gute Idee? Während ein Beueler Freund sich in Frankreich mit Starkregen beschäftigen muss, versuchte gestern eine Ehrenfelder Freundin von Beuel nachhause zu kommen. Mit der Bahn. “Infrastruktur? Beuel – Ehrenfeld – Wundersame Bahn CCVII”. Weiterlesen

Infrastruktur? Beuel – Ehrenfeld

Wundersame Bahn CCVII

21.38 h (= planmässige Ankunftzeit in Ehrenfeld)

Die Bahn, die pünktlich kam (20.47 h), war nur eine vorgegaukelte Normalität. Noch bevor sie abfuhr, kam die Durchsage, dass es eine technische Störung an einem vorausfahrenden Güterzug gäbe (der Kollege vom Güterzug muss irgendwo Luft ablassen?!) und die Weiterfahrt sich auf unbestimmte Zeit verzögern würde. Keine Minute später ging es weiter. Zwischen Menden und Troisdorf dann die Information, der Zug halte nicht wie vorgesehen in Köln/Bonn-Flughafen und auch nicht am Hbf, sondern erst wieder in Köln-Ehrenfeld. Reisende mit Ziel Flughafen oder Hbf sollten in Troisdorf in die S-Bahn wechseln. So mit Reisenden umgehen? Jetzt kommt die Durchsage, “Cologne Bonn Airport, dieses Zugteil endet dort. Bitte wechseln Sie den Zugteil!” ( hat jemand schon erlebt, dessen eine Regionalbahn abgekoppelt wurde??!!) Der Zug fährt an Köln/Bonn-Airport vorbei ohne anzuhalten. Er beschleunigt richtig!! Drücke mir die Daumen, dass er irgendwo hält, von wo ich noch nach Hause komme. Weiterlesen

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