Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 66 von 381)

They made (US-)America great

mit Update 9.8.

Es gibt wieder verfügbare und sehenswerte Dokumentarfilme. Bis in die Gegenwart liebt deutsche Medienöffentlichkeit Projektionen aller Art auf die, die unsere Eltern nach dem Sieg über den deutschen Faschismus und darauf folgenden Hungersnöten mit Schokolade versorgten. Mich, geb. 1957, hätten sie damit auch gekriegt. Noch dankbarer bin ich den britischen Besatzern, die uns öffentliche Medien schenkten. Ob wir diese Geschenke gegen ihre Feinde verteidigen werden? Wie wurde dieses “America” das, was es heute ist? Darum geht sein innerer selbstzerstörerischer Kampf. Beispielhaft sind in den Mediatheken zwei zu sehen, die zu verehren ich bereit bin. Weiterlesen

Toxische Beziehung

Der BVB und die Hochbegabten (Fussball der Herren)

Dazu zunächst ein Seitenblick auf den Frauenfussball. In England, Frankreich und Spanien haben es die global orientierten Spitzenvereine mit einer gewissen Spätzündung verstanden, und investieren. Die europäische Champions League beherrschen sie in beiden Genders. Deutschland ist dagegen ein Spätentwickler. Erst vor wenigen Jahren frass Eintracht Frankfurt den 1. FFC Frankfurt und war – pardauz – mit dem Einstieg sofort Erstligist – und ernsthafte Konkurrenz für die Konzerne aus dem süddeutschen Raum und an dem niedersächsischen Hauptbahnhof, an dem die ICEs immer vergessen anzuhalten. Ganz anders die “Strategie” des Fussballkonzerns aus dem westfälischen Raum. Weiterlesen

Keine Lust

Wollen Sie noch über die Coronapolitik diskutieren?

Ich nicht. Die Pandemiekrise hat vieles zugespitzt, was vor ihr schon angelegt war. Die Krise und den Qualitätsverlust der Politikberatung zum Beispiel. Das ist keine neue Erkenntnis. Ich habe dazu, beginnend vor 20 Jahren im Freitag – der fast alles eingemauert hat, ich habe aber keine Lust, ihn deswegen zu verklagen, der Verleger ist mir an Finanzreserven überlegen – und seit 10 Jahren hier im Extradienst publiziert. Die Rechthaberei über dies und das bei Corona – da bin ich nicht dabei. Damit will ich die Notwendigkeit einer fachlichen Aufarbeitung nicht bestreiten. Und Sie dürfen sich gerne damit beschäftigen – zumindest, wenn Sie nichts Besseres zu tun haben. Dazu bieten sich aktuell folgende Gelegenheiten: Weiterlesen

Leben in Sicherheit

Ist das ein Grundbedürfnis? Oder sogar ein Grundrecht? Auf jeden Fall ist es ein Politikum. Politik, die das nicht liefert, wird – und das mit kontinuierlich beschleunigter Geschwindigkeit – abgewählt. Und wo nicht gewählt wird, verliert sie Vertrauen und Legitimation. Immer weniger aktive Politiker*innen begreifen diese banalen Grundsätze – Fachkräftemangel. Entsprechend ist eine Beratungsindustrie von Denkpanzern gewachsen, die sich damit beschäftigen, Politiker*innen zu beeinflussen. Klappt super. Von Berlin aus z.B. sind die höchstens noch am Wochenende zuhause an der demokratischen Basis – und das auch immer seltener. Weiterlesen

Kein 0,1 – aber ehrenvolles 0:1

Meine Fussballkneipe vor der Haustür schenkt keine 0,1-Portionen Wein aus – auch nicht in der Verlängerung. Das ist optimierbar. Mit seiner Bemerkung, Frauenfussball sehe gelegentlich “wie Zeitlupe” aus, konnte der Thekenkollege bei uns, Michael Kleff und mir, auch nicht landen. Wir konnten mit der intimen Kenntnis unserer privaten Archive aufwarten: wer sich Männerfussball der 70er bis 90er Jahre anschaut, gewinnt den gleichen Eindruck. Bei den Frauen fallen weniger Tore aus 30 Metern Distanz – dafür müssen sie “mehr spielen” (alte Trainerweisheit, Horst Hrubesch wird sie kennen), wie beim Tennis. Das sieht bei den Frauen auch interessanter aus. Weiterlesen

Die Welt da draussen

EU-Europa und seine Massenmedien wollen immer weniger darüber wissen. Darum hier eine weitere mikroskopische Bemühung, das zu kompensieren.

Nigeria

Allein dieses Land ist halb so gross wie die EU, viermal so gross wie Südafrika, und von islamistischem Terrorismus mehr belastet als EU oder USA, aber noch lange kein Grund, ihm Medienaufmerksamkeit zu schenken. George Hallermayer/Junge Welt hat sich in Frankreich ein wenig eingelesen: Massenproteste in Nigeria: Nigerias Jugend auf der Straße – Massenproteste richten sich landesweit gegen neoliberale Reformen von Präsident Tinubu. Doch dahinter stehen Kreditzwänge von IWF und Weltbank”hier gab es schon vorhergesagte Ähnlichkeiten zu Kenia. Ist das wichtig? Weiterlesen

Drogenökonomie – von Afghanistan in die Welt?

Gestern sind die Börsenkurse ziemlich abgeschmiert. Liegt es vielleicht auch an der afghanischen Mohnernte? Die zeigt Symptome des Zusammenbruchs: von 122.000 ha auf 740 ha in der Provinz Helmand, von 7.0000 ha auf 865 ha in der Provinz Nangarhar. Darüber berichtet Emran Feroz/overton: Krieg den Drogen oder Krieg mittels Drogen? – In den letzten Monaten sorgte eine Nachricht aus Afghanistan immer wieder für Aufsehen: Der Drogenanbau im Land sei seit der Machtübernahme der Taliban drastisch zurückgegangen.” Weiterlesen

Das Lindner

“Im Sinne Machiavellis beachtenswert” findet Klaus Vater “Das ‘Bambi’ im Bundesfinanzministerium”. Es werde “spannend”, meint er.

Ich habe wieder was über Künstliche Idiotie gelernt: “KI bekommt Rinderwahnsinn”. Bei Heise-Online erfahren Sie mehr, als aus Ihrer Tageszeitung.

Nach Mitternacht erfahren Sie hier mehr über “Drogenökonomie – von Afghanistan in die Welt?”. Börsenkurse gestern: Japan -12,8%, Deutschland nur über -2%, was wird New York (-500 Punkte von 18.100 zum Börsenstart, mittags wieder beruhigt) dazu meinen? Und ICEs halten in NRW auch weniger, vor allem in Bonn. Mit dem 49€-Ticket kann einer*m das sowieso egal sein. Und ehrlich – wer will denn nach Berlin? Rheinpegel Bonn 321cm.

Morgen kein Newsletter, ich teste die Fussball-TV-Qualität bei “Tante Welter”.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Rassismus in der DDR – eine notwendige Debatte

Vor einigen Monaten erschien hier der Beitrag DDR-Geschichte mal wieder falsch – Haus der Kulturen der Welt: Aktuelle Ausstellung zeigt die DDR-Geschichte mal wieder negativ und falsch – Das Haus der Kulturen der Welt will mit seiner Ausstellung ‘Echos der Bruderländer’ die Lebensrealität von Migranten in der DDR abbilden. Unser Autor übt Kritik.” von Ulrich van der Heyden aus dem Open-Source-Ressort der Berliner Zeitung. Der Text war mit einer Creative-Commons-Lizenz ausgestattet, die ich gerne für debattierwürdige Beiträge nutze, auch wenn sie von meiner eigenen Meinung abweichen. Nun gibt es Widerspruch zu van der Heydens Beitrag. Weiterlesen

Asoziale

Rand- und Problemgruppe unserer Zeit – wie gehen andere Kulturen damit um?

Wir hier in Deutschland haben die FDP. nicht wirklich unbesiegbar, aber für die deutsche Demokratie reicht das als Problemaufgabe. Hier zum Beispiel das grösste Land der Welt, Indien:

Catharina Hänsel/Jungle World: In Indien feierte die Milliardärs­familie Ambani über Monate eine opulente Hochzeit: Party des Jahres – Die opulente Hochzeitsfeier der indischen Milliardärsfamilie Ambani erregte im Juli auch aufgrund der prominenten Gäste internationale Aufmerksamkeit.” Wenn Sie nun meinen, schlimm dieses Indien – schon seine Kinder mussten herhalten, wenn ich als Kind meinen Teller nicht leeressen wollte – dann müssen Sie wissen, was hierzulande darüber gedacht wird. Weiterlesen

Keine*r wirft Hirn vom Himmel

Deutsche Medienbesitzer*innen – der Neoliberalismus erlaubt Dummheit grenzenlos

Als der deutsche Faschismus 1945 endlich geschlagen war – wie wir heute wissen, nur vorläufig – war eine der besten Ideen der westlichen Besatzer*innen, neben Privatlizenzen für nichtfaschistische Verleger*innen zu erteilen, die Erfindung öffentlich-rechtlicher Medien, die gleichzeitig staatsfern und regierungsunabhängig organisiert werden sollten. Das hat eine nun 75-jährige bürgerliche Demokratie am Leben gehalten, mit allen Stärken und Schwächen, über die zu diskutieren eine Demokratie ja da ist. Dieser bewusst marktunabhängige Teil des Mediensystem muss aus heutiger Sicht zur Daseinsvorsorge dieser Demokratie gezählt werden. Weiterlesen

“Ikone der Befreiung”

Freda Josephine McDonald / Josephine Baker

Als Freda Josephine McDonald noch weltberühmt war, lernte ich gerade Zeitunglesen. Meine ersten fünf Lebensjahre lebte ich in einer sog. “Mau-Mau-Siedlung” in Gelsenkirchen-Beckhausen. So genannt, weil dort Kindermassen (“Boomer”) unkontrolliert auf der Strasse spielten, und für das sorgten, was Jahrzehnte später “Verkehrsberuhigung” genannt werden sollte. Die neue Wohnung in Gladbeck-Butendorf lag dann an einer vielbefahrenen Strasse mit umgekehrten Machtverhältnissen zwischen Kindern und Autos. Aber es gab einen Garten nach hinten raus, und einen fetten Sandkasten ganz für mich. In meinem eigenen Kinderzimmer sah es vielfach angeblich aus, “wie bei den Hottentotten”. Weiterlesen

Kein schwülefrei

Das Gewitter ist durch Beuel durch. Geholfen hat es nichts. Hier die Werke von zwei Tagen.

“Quell der Vernunft” ist das IPG-Journal der Friedrich-Ebert-Stiftung Wenn die SPD davon wüsste – keiner weiss, was dann wäre.

“Deutsches Fernsehen” ist es nicht, weiss Sozialdemokrat Klaus Vater.

“Grünes Bonn” ist unser täglicher Beitrag zu konstruktivem Journalismus.

“Milde Pathologisierung” ist laut Reinhard Olschanski und dem von ihm ausführlich zitierten Jörg Häntzschel/SZ die Strategie der US-Demokraten gegen Donald Trump.

“Chinesischer Spass” ist die kurzlebige (eine Woche) Mediathekperle “Kung Fu Hustle” von 2004.

Unter “Woanders is’ auch besch…..eiden” sind die besten Texte des heutigen Tages gewürdigt. Wie der Titel verrät, sind wenig gute Nachrichten darunter – eine ist Satou Sabally.

Jemand möge Wind in die Kölner Bucht senden. Rheinpegel Bonn 285cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Woanders is’ auch besch…..eiden

mit Update nachmittags

Freund*inn*e*n fragen mich, warum ich in den letzten Jahren so wenig in Urlaub verreise. Zum einen hat mein Erholungsbedarf stark abgenommen; die Abnahme meines Monatseinkommens wird dadurch mehr als aufgewogen. Durch “Urlaub im Rheinland” hatte ich schon in meiner berufstätigen Zeit festgestellt, dass es nur sehr wenige bessere Orte auf der Welt gibt. Wenn Götz Eisenberg politisch Lesenswertes zum neuentfachten “Einsamkeits”-Diskurs veröffentlicht, kann ich als Beueler versichern: not my bizzyness. Weiterlesen

Grünes Bonn

Die Deutsche Umwelthilfe versteht sich auf professionelle PR. Sie kennt den Ranking-Wahn deutscher Medien. Auf Rangordnungen verstehen sich die Deutschen, sogar Journalist*inn*en ohne Ausbildung, die nichtsdestotrotz zu wissen glauben, ihr Publikum sei noch dümmer, als sie selbst. Also: Ranking. Derzeit sind alle Bundesländer in Sommerferien. Also ist die nachrichtenärmste Zeit des Jahres, nur noch übertreffbar durch Heilichahmt/Erster Feiertag. Und gestern war zufällig deutschlandweit ein echt heisser Tag. Weiterlesen

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