Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 81 von 390)

TV ohne Fussball (II)

Kritik und Vorschau

Während gestern 22,5 (von 85) Mio. Deutschland gegen Schottland mit einem erwartbaren fussballerischen Verlauf glotzten – am stärksten war Schottland 1974 bei der Heim-WM, als sie ungeschlagen ausschieden und Peter Lorimer der beste Mann war – bingewatchte ich „Damaged Goods“. Fesselndes Chaos in der 1. Halbzeit, das in der 2. Halbzeit zugunsten alter Klischees des „Erwachsenwerdens“ gefährlich in Richtung Kitsch abrutschte. Weiterlesen

Haben Sie schon Fieber?

Meine These: nur eine Minderheit interessiert sich wirklich für die Heim-EM, die schon deswegen kein „Sommermärchen“ werden kann, weil es so krampfhaft herbeipubliziert werden soll. Darum der Service, den ich in loser Folge währenddessen liefere: „TV ohne Fussball“. Uns harten Vereinsfans geht die DFB-Elf sowieso am Allerwertesten vorbei. Für die zahlreichen BVB-Fans ist das entscheidender: „BVB … sarichdoch“. Aber wir schreiben auch über Wichtiges. Weiterlesen

BVB … sarichdoch

So mediengetrieben, wie in der berlinmittigen Hauptstadtblase, geht es auch in der Hauptstadt Westfalens zu. Sie wäre gerne Fussballhauptstadt, sie hat mit dem Westfalenstadion das beeindruckendste Fussballgebäude Europas – aber die führenden Akteure (keine Frau dabei) agieren ungefähr so dämlich, wie der einst völlig zurecht geschmähte FC Hollywood. Weiterlesen

TV ohne Fussball

Heute geht die Heim-EM im Fussball der Herren los, die von Politik und Medien krampfhaft zum „Sommermärchen“ hochgejazzt werden soll. Die Stimmung ist nach der EU-Wahl im Keller – umso grösser der Aufblasbedarf. Sport, evtl auch guter Sport, reicht ihnen nicht. Ein Spiel dauert 90 Minuten, seine TV-Obertragung nicht unter drei Stunden – für all die Wichtigtuer drumherum (Frauen kaum mitgemeint). Das nervt nicht nur Sie, sondern gerade auch krankhafte Fussballfans wie mich. Darum liefere ich Ihnen gerne diesen Service. Weiterlesen

So wird das gemacht

Die schwarze Frau zeigt dem derangierten Land ihre Weltklasse: Malaika Mihambo

Sie hat es schon wieder gemacht. Die Funke-Mediengruppe behauptet und schlagzeilt, sie „erlöst Deutschland“. Das ist definitiv Fake-News, aber aussagestark über den Zustand des Landes und seiner Medien. Dass das diese Frau in den Momenten, in denen sie die maximale Leistungskraft ihres Körpers abrufen muss, nicht juckt, ist das eigentliche Wunder. Wobei sie längst demonstriert hat, dass sie zu komplexem gesellschaftlichem Denken und Handeln in der Lage ist. Weiterlesen

Selbstreferenzialität bringt um

Medien und demokratische Parteien gehen allzu fahrlässig mit ihrer Lebensgefahr um

Wenn sich hier besorgte Töne mehren, liegt es dann an mir? Das ist angesichts meines Lebensalters (67) nicht auszuschliessen. Das müssen am Ende Sie als Leser*in selber wissen. Sie lesen hier freiwillig, Mit PR-Lärm verschone ich Sie (bewusst). Ihre Schlüsse aus dem Gelesenen ziehen Sie selber. Also bitte auch zum Folgenden: auf eigene Gefahr. Weiterlesen

Warum sie nicht verstehen

mit Update: Nachlesen II + Update 15.6.

Nach Wahlen simulieren Wahlverlierer*innen oft „wir haben verstanden“. Das ist mittlerweile so ausgeleiert und unglaubwürdig, dass es kaum noch zu hören ist. Das hat seinen Grund aber leider nicht in intelligenter Auffassungsgabe, sondern im Schwund der nötigen Demut. Die Hauptstadtblase ist ein eigener Mikrokosmos, der sich in der Not nicht öffnet, sondern immer weiter einschliesst. Wenn es nur diese bekloppte Stadt wäre – sie ist es nicht, sondern nur eine Blase in ihrer Mitte – wäre es egal. Weil wir aber von dort regiert und informiert werden (sollen), wird das gefährlich. Weiterlesen

Daily Good News – Grünes Bonn

mit Update 20.6.

Dieses Frühjahr hatte für die einheimische Vegetation einen besonders günstigen Verlauf. Es sparte weder mit Wasser noch mit Sonnenlicht. Während es ständig irgendwo auf der Welt und in Deutschland Wetterkatastrophen gibt, bleiben wir auf der glücklichen Insel Beuel von alldem verschont. Während der Ahr-Katastrophe 2021 hatten ein paar Keller ein wenig Wasser, null Personenschäden. Auch in diesem Jahr kennen wir das Schlimmste nur aus dem TV. Hier dagegen blüht und grünt es um die Wette. Weiterlesen

Nachlesen

Es gibt Inhalte, die noch nicht von allen gesagt wurden

Es ist ja nicht so, dass es keine Medienvielfalt mehr gibt. Mann muss nur wissen wo. Wie die meisten Menschen, öden mich die meisten Nachlesen zu Wahlergebnissen an. Sie enthalten nichts, was ich nicht sowieso schon weiss. Und oft noch weniger als das. Aber es gibt Ausnahmen. So auch nach der Wahl zum EU-Parlament. Da ich täglich 30 Onlineportale besuche, aber das nicht ernsthaft von allen verlangt werden kann, hier meine Hilfestellungen und Hinweise. Weiterlesen

Wer hat mehr Verspätung?

Der Bahnhof oder der Zug? – Wundersame Bahn CXCII

Als ich als Stammhörer den WDR verlassen habe und zum Deutschlandfunk migriert bin, waren die sinnfreien ellenlangen „Verkehrshinweise“ ein beschleunigendes Motiv. Wenn auf WDR-Wellen die Autobahnstaus vorgelesen werden, kann mann umschalten. Jetzt stellen Sie sich nur mal theoretisch vor, diese Verkehrshinweise würden im Radio verlesen. Vielleicht sollte die Deutsche Bahn AG umsatteln: statt Verkehrsleistungen könnte sie Radio veranstalten. Weiterlesen

Hat das Erwartbare schockiert?

Zu „Die rechten Wahlsieger*innen“ gab ich Ihnen schon Freitag einen Lektürehinweis auf Georg Seesslen. Der Kerl ist immer lesenswert. Dass rechte Wahlsiege „Kein Sachzwang“ sind, hatte unserem EU-Europa zuvor Indien gezeigt. Präsident Putin gab sich ebenfalls schon vor dem Wahltag amüsiert: „Achse offiziell“. Nicht dagegen Petra Erler: „Über den D-Day, das Gänsestopfen und die richtige Wahl – USA, EU, Ukraine, Russland – Wir haben immer noch die Wahl“. Weiterlesen

Haben Sies vorher gewusst?

Kurz vor dem Wahlsonntag zur EU-Wahl gab es noch kluge Texte. Ich glaube nicht, dass Sie Ihre Wahlentscheidung verändert hätten. Sie machen aber auch hinterher nicht dümmer.

„Die Europawahl als Klimawahl“ – ein aktueller Literaturüberblick von Tom Strohschneider/bruchstuecke, mit dem ich in seiner Zeit als Freitag-Redakteur noch gut zusammengearbeitet habe.

Stefan Niggemeier/uebermedien: „Wenigstens nicht so schlimm wie befürchtet? Wenn Wahlerfolge plötzlich wie Niederlagen wirken“. Weiterlesen

OB Dörner könnte weitermachen

Aber es wäre ein strategisches Kunstwerk

Der Lieblingsgegner der Bonner Oberbürgermeisterin ist mit dem Beueler Guido Deus schon am Start. Ich weiss nicht, was der zu dem gestrigen Wahlergebnis kommentiert hat, weil sich die verbliebene Lokalpresse digital selbst einmauert. Ist auch nicht so wichtig. Denn zweifellos war das gestern ein desaströser Wahltag für die Grünen. Aber nicht für ihre Oberbürgermeisterin Katja Dörner – jedenfalls nicht unbedingt. Weiterlesen

Meta ist OK

OK steht nicht für Okay, sondern für Organisierte Kriminalität

mit Update/Korrektur am Morgen

Wie kommichdrauf? 3sat sendete gestern einen Film von „NZZ Format“. Diese Film-/TV-Abteilung der überwiegend reaktionären schweizerischen NZZ ist weniger rechts, ja manchmal regelrecht aufklärerisch kritisch mit einem hochwertigen Journalismus. So auch mit dem Film von Stefan Möhl „Facebooks Afrika-Problem – Eine Dokumentation darüber, wie soziale Netzwerke im Äthiopien-Krieg zur Waffe wurden – Facebook wird immer wieder vorgeworfen, ethnische Spannungen zu schüren. Wie konnte die Plattform, die uns eine vernetzte, offene Welt versprach, zum Werkzeug von Kriegstreibern und Gewalttätern werden?“ Weiterlesen

Selbstbestimmt arbeiten

Aylin Tezel – eine Schauspielerin als Ereignis

Sie macht es wie ich, nur ein paar Lebensjahrzehnte früher und auf um Potenzen höherem Niveau. Der Ausstieg von Aylin Tezel aus dem Dortmund-„Tatort“ 2020 – sie war 37 – war für diesen ein grösserer Verlust als für sie. Sie hatte durch das Seriengagement offenbar genug ideelles und materielles Kapital angespart, um von dort an selbstbestimmt arbeiten zu können. Weiterlesen

Torwartdiskussion

Folge ich den Schlagzeilen eingebetteter Medien, ist die „verboten“, also Grund genug sie hier zu führen. Der Bundestrainer mit der special relationship zu Springermedien hat sich in eine selbstgebaute Loyalitätsfalle bugsiert, und findet nicht mehr raus. Nicht, dass ich Mitleid hätte … Weiterlesen

Achse offiziell

Niemand geringeres als Wladimir Putin selbst hat nun die deutschen Faschisten geadelt. „Entnazifizierung“ ja – aber da und dann, wo und wann er will, und keineswegs überall und jederzeit. Eine ziemlich billige Sorte „Antifaschismus“, finden Sie nicht? Roland Bathon/telepolis berichtet: „Putins Entnazifizierung endet vor der Tür der AfD – ‚Kein Anzeichen von Neonazismus‘: Russlands Präsident bekräftigt Kontakte mit den Rechtspopulisten. Das Machtwort beendet eine jahrelange innerrussische Diskussion.“ Weiterlesen

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