Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 82 von 390)

Kein Sachzwang

Rechte Wahlsiege sind erfolgreich verhinderbar – „die grösste Demokratie der Welt“ hat es gezeigt

mit Update 13.6.

Das Schlimmste wurde befürchtet, ist aber nicht eingetreten. Wer auf Informationen deutscher Massenmedien angewiesen ist, kann das weder verstehen noch gar erklären. Die Deutsche Welle greift auf einen englischen Beitrag ihres freien Mitarbeiters Murali Krishnan zurück, um eine seriöse Wahlanalyse zu liefern: „Warum verlor Premier Modi Stimmen bei der Wahl in Indien? – Premierminister Narendra Modi kann weiter regieren, obwohl seine Partei die absolute Mehrheit verloren hat. Die Wähler haben die Oppositionsparteien gestärkt.“ Weiterlesen

Es gibt nichts Ernsteres

Nein, Karneval ist nicht gemeint

Wäre die hier anzuzeigende Serie britisch, dann würde sie wahrscheinlich ein Pointenfeuerwerk abschiessen. Sie ist aber italienisch. Das erfordert Romantik und Gefühl. Showrunner Mohammad Phaim Bhuiyan bezeichnet sich selbst (spielend) an einer Stelle als „halben Italiener“, weil er in Rom geboren ist, und die Handlung in seinem Heimatstadtteil Tor Pignattara ansiedelt und gedreht hat. Der Arme muss unter brutalem Kontrollzwang leiden. Weiterlesen

„Flut“-Journalismus

Ein altes BRD-Sprichwort lautet: „Hast Gu einen Opa, schick‘ ihn nach Europa!“ Er war ein durchaus treffender Kommentar zur Personalpolitik der Parteien. Eine mögliche Aktualisierung könnte lauten: „Hast Du zuviel nervende Frau’n, lass‘ sie nach Brüssel abhau*n.“ Das insinuieren Medien, die einige Ampelkoalitonär*inn*e*n womöglich gar für befreundet halten – hier verlinkt die Ippen-Gruppe, die sich wiederum auf Springers Politico bezieht. Weiterlesen

Rettungskräfte

„Rettet die Öffentlichkeit!“ vom alten Spiegel-Veteran Thomas Darnstädt aus der Mitgliederzeitung meiner Gewerkschaft können Sie als eine Art Leitartikel lesen. Seiner allzu groben Schwarz-Weiss-Zeichnung alter und neuer asozialer Medien hänge ich nicht an. Aber die Alten sind viele, und die sehen das so. Ich bevorzuge dagegen die Mediensicht der netzpolitik-Kolleg*inn*en, hier mit einem weiteren längst überfälligen konstruktiven Vorschlag für unsere überalterten Tanten ARD und ZDF. Weiterlesen

Hasenbabyfresser

Dolle Geschichte über den Storch im Wandel der Zeiten. Co-Ressortleiterin „Wissen“ der FAZ, Pia Heinemann, gebürtig aus Duisburg-Rheinhausen, hat die Geschichte geschrieben, die mit Firefox paywallfrei war (mit Safari dagegen nicht): „Vom Schützling zur Plage? – In Deutschland brüten wieder Zehntausende Weißstörche, jedes Jahr werden es mehr. Die Rückkehr der Vögel trifft auf Widerstände. Was man tun kann.“ Weiterlesen

Irischer Mafia-Spass

Die sizilianische Mafia ist weltweit berühmt geworden. Ihre PR war weit erfolgreicher, als die ihrer irischen Konkurrenz. Ähnlichkeit: verarmte kolonial ausgebeutete Insel, Mafia als kulturell verbrämte Notwehr. Immerhin verdanken wir den Verbrecherbanden eine hochwertige Fiction-Produktion, besonders im Kino. Und gelegentlich auch im TV. Von dort gibt es wieder eine Empfehlung zu melden. Weiterlesen

Nichtsnutze

Weil ein Täter afghanischer Herkunft einen deutschen Polizisten getötet hat, genügt es deutschen Medien und Politiker*inne*n nicht, den Rechtsstaat seine Arbeit machen zu lassen. Sie sehen eine günstige Gelegenheit aufzufallen, und zwar mit bedenkenloser Ignoranz gegenüber ebendiesem Rechtsstaat und seinen humanitären Regelungen menschlichen Zusammenlebens. Es bleibt ein Geheimnis dieser Auffälligen, ob sie damit wirklich Verbrechen und Islamismus bekämpfen wollen. Oder nicht doch vielmehr seine Opfer. Weiterlesen

Wirtschaftsweise aus Bonn

Plus Journalismusweiser aus Düsseldorf/Münster – plus ein irrer Mächtiger, der nicht Donald Trump ist

Bettina Kohlrausch war mal Jungsozialistin in Bonn. Unserer Stadt ist es leider nicht gelungen, sie politisch und beruflich zu binden. Sie zog ins ferne Paderborn – das kann ich mir ehrlich nicht als Verbesserung vorstellen, das müsste der Beueler Rüdiger Hoffmann mal näher erläutern. Bettina Kohlrausch ist zum Glück zurück im Rheinland, aber leider im schnöseligen Düsseldorf. Dort ist sie seit 2020 Bossin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung. Weiterlesen

Darf der das?

Der WDR stört das DFB-„Sommermärchen“-Marketing, weil (kleine) Teile von ihm (noch) unabhängigen Journalismus machen

mit Update mittags und Update 6.6.

Der Ärger der Fussballmillionäre und ihres Apparates beim grössten Sportverband der Welt, dem Deutschen Fussball-Bund, ist gross. Da bereiten sich 26 Spieler und ein um ein Vielfaches grösserer PR-Apparat auf ein „dringend notwendiges“ „Sommermärchen 2.0“ vor, das – wie immer – mit einem deutschen Titelgewinn enden soll, und dann das: Rassismus! In Deutschland! Weiterlesen

4:0-Chancenführung zählt nicht

Nach der ersten Halbzeit hat sich der BVB gestern – die TV-Quoten des Münster-Tatortes wurden nur um 1-2 Mio. verfehlt – in die Favoritenrolle gespielt: 4:0 Torchancen (inkl. Pfostentreffer), NULL Chancen für den Favoriten mit dem grössten europäischen Baukonzern (ACS inkl. Hochtief) im Rücken. Umso tiefer und enttäuschender der Fall in der 2. Halbzeit. Als wollten sie mit souveräner Ironie überzeugen, liess Real den BVB ein komplett nutzloses Powerplay vor dem Strafraum auf- und abspielen, um dann in den letzten 20 Minuten alle offenen Fragen zu beantworten. Weiterlesen

Nervosität

Wenn Europa nichts von der Welt wissen will, will die Welt auch nichts von Europa wissen

Wie kommichdrauf? Florian Rötzer/overton beschreibt einerseits anschaulich die Nervosität der Ukrainekriegsstrateg*inn*en: „Medien berichten von wachsender Nervosität Selenskijs und Zwist mit Washington – Stoltenberg will Nato-Länder zu mindestens 40 Milliarden US-Dollar Militärhilfe jährlich bringen, Selenskij glaubt, Biden wolle den Krieg vor der Präsidentschaftswahl beenden.“ Allerdings unterliegt er, bzw. der von ihm entsprechend beschriebene Selenskij einem fatalem Irrtum. Weiterlesen

Wie Robin Hood – nur andersrum

mit Update 1.6.

Wie das ZDF-Magazin royale unter der redaktionellen Leitung von Hanna Herbst gestern einen Hauptsponsor des angeblichen „Sommermärchens 2.0“ auf die publizistische Gabel genommen hat, hatte Hand und Fuss. Verfügbar 1 Jahr. Und konnte wegen des bombastischen Umfangs des politökonomischen Problemzusammenhangs gar nicht vollständig sein. Fazit: hier verbindet sich der Profifussball der „Herren“ offen mit der Organisierten Kriminalität. Weiterlesen

Finale

Morgen um 21 h ist Finale, und ich wünsche allen BVB-Fans unter Ihnen alles Gute. Das „Fieber“ vor diesem Spiel ist bedeutend grösser, als vor dem schon geradezu verzweifelt herbeipublizierten „Sommermärchen 2.0“, das den meisten Fussballfans vorläufig noch total am Arsch vorbeigeht. Zwei meiner Texte befassen sich mit diesem Thema:

„Vorspiel – Kampf um die Weltmacht – das Vorspiel bestreitet der Profifussball der ‚Herren'“ bezieht sich auf einen klugen Artikel von Michael Horeni in der FAZ-Paywall. „Hermann Hummels – ein Ausfall?“ bezieht sich auf ein weit weniger kluges Medieninterview von dessen Sohn und BVB-Star Mats Hummels. Weiterlesen

Vorspiel

Kampf um die Weltmacht – das Vorspiel bestreitet der Profifussball der „Herren“

Eine vorherrschende liberale Meinung dies- und jenseits des Atlantik ist, dass die menschliche Welt sich gegenwärtig in einem Widerstreit zwischen „autoritären“ und „demokratischen“ Systemen befindet. Diese durch und durch unmaterialistische Vereinfachung teile ich nicht. halte sie eher für ein fulminantes analytisches Eigentor, aber bitte. Es gibt ein unschönes Beispiel, an dem sich das durchexerzieren lässt: den durchökonomisierten Profifussball der Herren. Weiterlesen

Emanzipationskämpfe

Arte bekämpft deutsche Ahnungslosigkeit über Bauern und Bäuerinnen

Deutschland fürchtet ja schon eine Wiederkehr der Bauernkriege, wenn in Berlin ein paar hundert vom sog. Deutschen Bauernverband geleaste Trecker auf- und abfahren und die allgegenwärtigen Staus mit einigen Blockaden ergänzen. Dass die deutschen Bauernkriege sich in diesem Jahr zum 500. Mal jähren war jedoch noch kein Anlass zum Mediengewese, denn ihre Tradition und ihr Ausgang sind wenig rühmlich für deutsche Geschichte und Gegenwart. Weiterlesen

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