Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Beuel & Umland (Seite 34 von 124)

Kommunikations-Kollisionen

Grosses und kleines Denken – ein Sortierversuch

In der Medienbranche machen 1.130,50 € derzeit selbstreferentiellen Wind. Das hat Frau Zervakis vom Bundeskanzleramt kassiert, um Olaf Scholz auf der re:publica ganz lieb in ein Gespräch zu verwickeln. Und die taz (Sebastian Erb) hat das herausgefunden. Ich kenne die aktuellen Reispreise nicht. Was kostet ein Sack, wenn er umfällt? Meine karge Rente ist jedenfalls höher (im Monat, nicht pro Interview). Zur Ehrenrettung der taz: sie enthält auch Wichtiges, z.B. dieses Interview mit Extradienst-Gastautor Paul Schäfer. Weiterlesen

Ich habe mich – zum Glück – geirrt

“Vernünftige aller Länder – vereinigt euch!” war mein Lieblingstransparent auf der Anti-Kriegs-Demo gestern in Köln.

Die Ausrichtung war ähnlich der Berliner Kundgebung “Aufstand für den Frieden”, allerdings mit eigenem Aufruf, der es Rechtsradikalen speziell mit der Forderung “Asyl für alle Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und alle Menschen, die vor Kriegen fliehen und gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik.” schwer machte, zuzustimmen. Da ich aber nicht darauf vertraue, dass Nazis oder Putin-Freunde sonstiger Couleur wirklich Aufrufe bis zu Ende lesen, war ich mit dem festen Vorsatz zur Auftaktkundgebung unterwegs, bei etwaigen Deutschland- oder Russland-Fahnen zuerst einen Eklat zu provozieren und dann umzudrehen. Beides bleib mit erspart – zum Glück. Weiterlesen

Die lange Stunksitzung 2023

Endlich online – ein Jahr verfügbar

Extra3 war diese Woche ja nicht schlecht: einerseits billig, wie sie über Schwarzer/Wagenknecht herfallen, andererseits in der Schlussmoderation von Christian Ehring mit den richtigen Fragen. Pointentechnisch weit besser die Sache mit den Handwerkern. Aber was ist dieser billige TV-Routinekram gegen die alljährliche Jahresbestleistung der Stunksitzung? Nach dem Absenden in der tiefsten Nacht ist sie endlich in der Mediathek verfügbar. Weiterlesen

Wo soll das alles enden?

Alaaf und Helau. Lange habe sie überlegt, welches Kostüm sie tragen solle, so Annalena Baerbock, als sie neulich in Aachen mit dem Orden „Wider den tierischen Ernst“ ausgezeichnet wurde. Die Außen­ministerin tat gut daran. Nur ein Anti-Olaf-Scholz-Gag war es, sie habe nicht als Leopard kommen wollen. Womöglich hätte ihr das Bundeskanzleramt die Reise nach Westen untersagt. Tusch – für ihr Vorpreschen bei Panzerlieferungen an die Ukraine. Weiterlesen

NRW wird stillgelegt

Wundersame Bahn CXLI

Kürzlich schrieb ich in einer Diskussion mit einem Leser: “Von Berlin aus gesehen ist eigentlich alles weit weg.” Das gilt selbstverständlich besonders für das bevölkerungsreichste Bundesland, in dem in der Regel Bundestagswahlen entschieden werden, mehr als irgendwo anders. Es ist also durchaus spannend, wie sich der FDP-Verkehrsminister und seine Koalition mit SPD und Grünen zu den von Thiemo Heeg/FAZ berichteten Plänen der Deutschen Bahn AG verhalten werden. Weiterlesen

Klatschnass am Wartehäuschen II

Festgemauert in der Erde steht das alte Wartehäuschen  – Wundersame Bahn CXL

Ich weiß ja nicht, ob die Planer (!) des Strassenbahnausbaus auch mit der Strassenbahn fahren, zur Arbeit, zum Einkaufen, in der Freizeit. Ich jedenfalls tue das, und zwar zu jeder Jahres- und Tageszeit. Dabei ist mir aufgefallen, dass die alten Haltestellenhäuschen, die aus den 70er Jahren, mit den gelben Wänden, dem Betonsockel und den Betondächern, die wie gespreizte Pilzköpfe weit über die Bahnsteige ragen, viel besser sind als die neuen modernen. Die wollten manche Lokalpolitiker aber weghaben, die sehen ja nicht so schön aus. Weiterlesen

Neue Posse um Flughafen Hahn?

Vor einigen Tagen stieß mich ein alter Freund und ehemaliger Korrespondent des “Kölner Stadtanzeiger”, der nun in der Eifel wohnt, mit der Nase auf den erneut vor der Tür stehenden Verkauf des Flughafen Hahn/Rheinland Pfalz. Inzwischen berichtete zwar sogar die “Tagesschau”.  Aber die wichtigste Tatsache, dass es sich bei Hahn um ein seit 30 Jahren unrentables Subventionsgrab handelt, das als Flughafen nach menschlichem Ermessen keine ökonomische Zukunft hat, fand überhaupt keine Erwähnung. Immerhin wurde nun einer breiteren Öffentlich bekannt, dass ein Oligarch namens Wiktor Wladimirowitsch Charitonin (geschätztes Vermögen 800 Mio. €) und seine Firma NR Holding zu den beiden letzten Bietern des insolventen und zum Verkauf stehenden Flughafens Hahn /Rhld.-Pfalz gehören. Weiterlesen

Best of 7. Februar 2023

Klima – das Wichtigste zuerst

Wolfgang Pomrehn/telepolis: Wenn das Klima kippt, sind Milliarden Menschen bedroht – Energie und Klima – kompakt: Studien zeigen, welche Folgen das Erreichen von Kipppunkten hat. Wichtige Lebensräume der Menschen sind gefährdet. Warum der Schutz des Amazonas auch Gletschern guttut.” Im Wissenschaftsteil der Berliner Zeitung (Paywall) ist ausserdem die Rede davon, eine “Polumkehr” sei historisch “überfällig”. Nur soviel: ein Vulkanausbruch wäre dagegen eine Puppenstube. Gegen- oder Resilienzmittel sind bisher nicht erfunden. Also auch egal. Weiterlesen

Wieder mal: Kennedybrücke

Der General-Anzeiger (Paywall) hat zusammen mit dem Polizeipräsidenten (PP) mal wieder das Fass Kennedybrücke aufgemacht. Der PP sieht “Unfallschwerpunkte”: von 2019-22 vier Fälle an der Einmündung Hermannstrasse, acht Fälle mit Fahrradbeteiligung an der Prof. Neu-Allee. Manche werden sich wundern, dass es nicht mehr war. Seinerzeit beim letzten Umbau 2007-10 habe ich mich als Radfahrer auch geärgert, dass ich so viel bremsen musste. Das allerdings, wurde mir erklärt, war Absicht. Weiterlesen

Überraschend friedlich

Auswechslung in der Beueler Kommunalpolitik

Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn war in ähnlicher Weise wie Oberbürgermeisterin Katja Dörner (beide Grüne) nun 2 1/2 Jahre einer harten psychischen Prüfung ausgesetzt. Die meisten Männer in der Bonner Kommunalpolitik konnten es schlicht mit ihrem zur Verfügung stehenden Verstand nicht fassen, dass sie – als Frauen! – ihr Amt ernsthaft ausführen können. Die Meinungen in Bonn sind geteilt. Während die Politiker (Frauen nicht mitgemeint) das nicht fassen können, fällt es den Wählerinnen nicht schwer. Lara Mohn will trotzdem jetzt kürzer treten. Sie bekommt ein Kind. Und Bezirksbürgermeisterin ist nur ein Ehrenamt. Weiterlesen

Künstliche Idotie

Heute Nacht haben Sie Vorwärts Rückwärts! – Best of 1. Februar 2023: Pflegenotstand, Jemen, Indien, Frankreich, Paraguay – was macht wohl das Auswärtige Amt den ganzen Tag?” als einzelne Email zugesandt bekommen, obwohl Sie doch ausdrücklich nur den einmal täglichen Newsletter, also das, was Sie hier vor sich haben, bestellt hatten. Als Leser wäre ich von sowas genervt, und hätte keinen Bock auf Ausreden. Na gut, dann lass’ ichs eben. Absicht wars jedenfalls nicht. Weiterlesen

Serviceorientierung

Dieses Wort in der Überschrift ist ein Killer, der von Führungskräften in kommerziellen und öffentlichen Medien gegen ihre Journalist*inn*en zum Einsatz gebracht wurde. Und wird. Und jetzt hat es den Beueler Extradienst auch erfasst. Unser Maschinist lobt nicht nur mich für meine unter “Best of …” gesammelten Lesenempfehlungen (um 0:07 h hier: “In Trümmern – Die deutschen Parteien und Bertelsmann – Best of 31. Januar 2023: Ukrainekrieg, Krise, Big Tech, Henschels Überregionalkrimi”). Er macht es auch gleich selbst: “Mediathekperlen im Januar”, besser als jede Programmzeitschrift. Weiterlesen

Datenschutz gegen den Bürger

“Datenschutz” bei diesem Wort steigt mein Blutdruck. Denn meistens höre ich dieses Wort, wenn mir mal wieder eine Auskunft verwehrt wird, die ich dringend benötige. Datenschutz als Recherchehindernis – das erlebe ich nicht nur als Journalist, sondern auch im privaten Bereich: Den Spruch am Telefon “das kann ich Ihnen aus Datenschutzgründen nicht beantworten” kann ich nicht mehr hören. Denn fast immer geht es um meine Daten, die hier angeblich geschützt werden – und zwar jeweils vor mir. Weiterlesen

Haupt- und Staatsaktionen

Man könne doch Kandidaten, die einen Wahlkreis gewonnen hätten, den Einzug in den Bundestag nicht verweigern, lautet das Hauptargument der Gegner des SPD/Grünen/FDP-Gesetzentwurfes zur Begrenzung der Zahl der Abgeordneten. Tatsächlich könnte es nach dem Plan der Ampelpartner so kommen, immer dann, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach den sogenannten Zweitstimmen zustehen. Den Wahlkreissiegern mit den wenigsten Stimmen wäre der Weg nach Berlin versperrt. Doch was heißt das, jemand habe seinen Wahlkreis gewonnen? Weiterlesen

Laubbläser verbieten

Bürgerantrag gegen Laubbläser in Bonn wird beraten

Mag jemand Laubbläser? Ich mag einfach nicht mehr dabei zuschauen, wenn erwachsene Menschen mit einem ohrenbetäubenen Lärm betriebene Riesenmaschinen gegen ein paar Blätter einsetzen. Warum nehmen die Menschen nicht einfach – geruchs- und vor allem nahezu geräuchlose – Besen oder Rechen, um Laub zusammen zu fegen? Ich frage mich das schon lange, und bin zu dem Entschluss gekommen, gegen die Laubbläser etwas zu unternehmen. Da körperliche Gewalt gegen die jeweiligen Benutzer ausscheidet, weil die meistens körperlich stärker sind als ich und diese Menschen meistens auf Anordnung ihren lauten Unfug betreiben und Laub eher sinnfrei in der Gegend pusten, müssen andere Wege beschritten werden. Weiterlesen

Schöne Macht – vorbei?

Best of 25. Januar 2023: Jacinda Ardern und ein “bonn institute”

Kennen Sie Jacinda Ardern? Kennen ist mutmasslich zuviel gesagt. Sie haben, ähnlich wie ich, ein Bild von ihr im Kopf. Dieses Bild ist – bei mir zumindest – eher freundlich als negativ. Das ist, glauben Sies mir, Ergebnis einer sehr professionellen PR-Arbeit – nicht ironisch gemeint, sondern sachlich. Ob Mrs. Ardern ein netter Mensch ist, wissen die, die mit ihr zusammen arbeiten und zusammen leben. Ich kann Ihnen versichern: der Unterschied zwischen beidem kann sehr gross sein. Der extrem seltene Höhepunkt von Mrs. Arderns PR-Strategie ist, dass sie sich zum Aufhören als Regierungschefin nicht treiben liess, sondern die Regie über diesen Prozess selbst führt. Weiterlesen

Nichts 2

Nichts an der Wand

Über meinem Schreibtisch hängt ein bisschen Kunst an der Wand. Darunter auch eine postkartengroße Plastiktüte, in der sich zwei Dinge befinden. Zweimal nichts. Einmal ein Papier auf dem steht “NICHTS zu verschenken” steht, und darunter eine dünne, etwa 7 mal 7 cm großes Kunststoff-Platte, die überwiegend aus Nichts besteht, einem kreisrunden Loch. Dieses Nichts hat ein Künstler an die Besucher seiner Ausstellung verschenkt. Weiterlesen

Best of 17. Januar 2023

Extradienst-Gastautorin Charlotte Wiedemann hatte u.a. hier und hier schon das beredte Schweigen über die “Nakba” kommentiert. Nun hat sie das in der deutschen Ausgabe von LeMonde diplomatique mit einer beeindruckenden Reportage unterlegt, die erfreulicherweise digital frei zugänglich ist: Das Trauma von 1948 – Wie sich palästinensische und jüdische Israelis an die Nakba erinnern”. Eine passende aktuelle Ergänzung gibt es von Marianna Zepp/Blätter: “Israel: Auf dem Weg in die illiberale Demokratie”. Weiterlesen

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