Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Fußball (Seite 30 von 77)

Globalisierung

mit Update 3.11. nachmittags und 5.11.
Nahostkonflikt im WDR / Sexualisierte Gewalt im Fussball / NRW-Regionalverkehr / Anstalt
Das Tischtuch scheint zerschnitten. Den WDR juckt es wahrscheinlich nicht wirklich. Für Nemi El-Hassan dagegen dürfte es eine prägende Erfahrung bleiben. Zwar stehe auch ich der Ansicht nahe, dass der Nahostkonflikt nicht nach Mitteleuropa ausgeweitet werden sollte. Das erlaubt es allerdings Staaten, öffentlichen Institutionen und Öffentlichkeiten keineswegs ihn zu ignorieren. Und denen, die ihn mit ihrem epochalen Verbrechen mitinitiiert haben, den Deutschen, schon gar nicht. Aber der WDR, der kann das. Nemi El-Hassan hat sich am Wochenende erstmals zu dem Konflikt geäussert, in einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung. Weiterlesen

Normalität der bürgerlichen Ordnung

Korrekturen falscher Bilder: Amoktäter, SUVs, Nazis, Ultras, Facebook, Streamingserien
Seinen pessimistisch grundierten, mutmasslich altersbedingten, Fatalismus teile ich nicht. Im Gegenteil geht er mir oft auf den Zeiger. Trotzdem ist Götz Eisenberg immer wieder lesenswert. Denn er kämpft gegen das falsche Muster an, dass unsere Gesellschaft immer alles Böse und Schlechte abspalten will. Als sei es etwas fremdes, und nicht direkt von ihr selbst, Das kontert der langjährige Gefängnispsychologe sehr gut.
Auf andere, noch weit beunruhigendere Weise tut das Thomas Moser/telepolis. Weiterlesen

„Kannibale“ in Hamburger „Völkerschau“

von Gert Eisenbürger
Sein Urenkel, Fusballweltmeister Christian Karembeu, ist nicht amüsiert über Hagenbecks Tierpark

Ich bin eben zufällig auf der gmx-startseite auf einen interessanten kurzen Artikel gestoßen. Der frühere französische Fußball-Nationalspieler Christian Karembeu hat vom Hamburger Tierpark Hagenbeck eine Stellungnahme eingefordert: Karembeus Ur-Großvater stammte aus Neukaledonien und war 1931 in einer „Völkerschau“ als Kannibale präsentiert worden. Weiterlesen

Theweleit-Unsinn

mit Update 29.10.
Einige Hinweise für ernsthaftes Interesse am VfL 1900 Borussia Mönchengladbach
Bis heute habe ich den in NRW arbeitenden Sportjournalisten Daniel Theweleit für einen kompetenten (und gut schreibenden) Fussballjournalisten gehalten. Als Gladbach-Fan bin ich es ausserdem gewöhnt, bevorzuge es sogar gegenüber kompetentem Interesse, wenn was-mit-Medien-Leute das Sportmodell Borussia Mönchengladbach nicht verstehen und ignorant verharren. Denn das ist Teil des Sportmodells. Ein Medieninteresse wie in Barcelona, München, Hamburg, Frankfurt oder Berlin würde die Preise verderben und die Entwicklung von Teamgeist erschweren.. Wenn die Konkurrenz doof bleibt, ist sie besser auszuspielen (wie gestern). Dazu leistet Herr Theweleit heute seinen „solidarischen“ Beitrag in der FAZ. Weiterlesen

Skandalspiel im Borussiapark

mit Update 28.10.
Wann ist Streik? Wann ist Leistung?
3:1 auswärts VW geschlagen. BVB zuhause geschlagen. Bayern im Punktspiel nur deswegen nicht 3:1 geschlagen, weil zwei Elfmeter irregulär verweigert wurden. Vor zwei Saisons zwei Monate lang Tabellenführer. Das war alles derselbe Spielerkader, der gestern dem Konzern aus dem süddeutschen Raum eine 5:0-Lehrstunde erteilte. Das gleiche Team, das all das leisten konnte, steht in der Bundesliga nach 9 Spieltagen auf dem 12. Platz. Für die Rückrunde der Vorsaison sind sie entschuldigt. Das Spiel, das der Ex-Trainer und der BVB veranstalteten, erinnerte fatal an den Wechsel von Heiko Herrlich 1995. Weiterlesen

Die uns den Fussball stehlen

Fussball war mal ein komplexer Mannschaftssport, über ein Jahr (Saison mit Sommerpause) ausgespielt, jeder gegen jeden in Hin- und Rückspiel + Pokalspiele im KO-System. Bei keinem dieser Spiele wusste mann (und in wachsender Zahl) frau, wie es ausgeht. Unberechenbare Ereignisse, Spielzüge und Aktionen (die KI hat mittlerweile die Kategorie „exppected goals“/“erwartete Tore“ erfunden – die zählen aber bisher nicht, bätsch!) führen in der Summe einer Saison zu einer Tabelle, die nicht lügt: die Besten gewinnen den Meistertitel. Die Kapitalisierung der Fussballwirtschaft hat diese Regeln Stück für Stück demontiert. Weiterlesen

Höllenfahrt des Profifussballs

Nimmt sie vorweg, was den kapitalistischen Demokratien droht?
In der Paywall der FAZ berichtet Michael Horeni über ein „Non-Paper“ der sog. „Super-League“. Hinter Letzterer stehen die Grossvereine Real Madrid (ACS/Hochtief-Konzern), FC Barcelona (Katalonien mit Special Relationship nach Qatar) und Juventus Turin (Fiat/Agnelli) – sowie als Kapitalsammler die New Yorker Grossbank JP Morgan. Ohne Paywall: Sportschau-Bericht. Was sie als Kritik an der „schweizerischen Vereinigung“ Uefa haben aufschreiben lassen, könnte in Teilen von radikalen Ultras formuliert worden sein. Oder – gemässigt – von Realo Jürgen Klopp. Weiterlesen

Mafia-Staaten

Der PR-Gau Aserbaidschans – herbeigeführt von einem früheren Jungdemokraten-Vorsitzenden
Christoph Strässer gibt fliessend-englische TV-Interviews. Da hätte sich so mancher deutsche EU-Kommissar mal ein Beispiel dran nehmen können. So zu sehen in einer ARTE-Dokumentation „Die Kaviar-Connection“ (Mediathek bis Anfang Dezember), die nachzeichnet, wie das Alijew-Regime zunächst mit Hilfe zahlreicher bestechlicher deutscher Parlamentarier den Europarat kaufte, um am Ende doch mit einem veritablen PR-Gau den Kürzeren zu ziehen. Weiterlesen

Die Welt braucht kein Triell

… ausser abkackende Medien
Extradienst-Gastautor und Adorno-Schüler Dieter Bott hatte mich vor Jahrzehnten schon gelehrt, was für eine Pest die Sportifizierung von öffentlichen Diskursen ist. Ich bekenne mich mitschuldig. Ich beteilige mich an Tippspielen zur „Voraussage“ von Wahlergebnissen, die ganz ähnlich aufgebaut sind, wie solche zu Fussball-WMs und -EMs. In meinem Tippspiel gewinnt die*der Gewinner*in einen Monat lang frei Essen bei einem wöchentlichen Lunch freitagsmittags. Nun grüble ich, welchen Fehler die Umfragen wohl dieses Mal enthalten. Wenn ich den richtig erfasse, habe ich die beste Gewinnchance (gewählt habe ich schon vor Wochen). Weiterlesen

Imperatoren-Fantasien

Zunächst eine Prise Realismus zur Ausgangslage. Die Herren Biden und Xi Jinping haben miteinander gesprochen. Das ist, wie schon Erich Honecker wusste, „besser als aufeinander zu schiessen“. Gleich drei FAZ-Korrespondent*inn*en liefern ein Protokoll dessen, was die Herren die Öffentlichkeit wissen lassen wollen. Das ist zunächst einmal beruhigend, sehr vorläufig. Florian Rötzer/telepolis bilanziert realistisch und passend zum heutigen 9/11-Jahrestag, aus welcher geschwächten Position Mr. Biden in das Gespräch gehen musste. Weiterlesen

#keinvorbild

Der „Fall Boateng“ wirft Fragen an den sportindustriellen Komplex auf
Ein rechtsradikaler alter weisser Mann trieb einst den Wert Boateng-naher Immobilien unwillentlich in die Höhe: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ sagte er einer Zeitung, hinter der angeblich „immer ein kluger Kopf“ steckt. Fakenews, Gerüchte, wer blickt da noch durch? So will ich über den Fall Boateng hier auch nicht richten. Das hat ein Gericht getan. Und Martin Krauss/taz hat es sehr sachkundig und abgewogen kommentiert. Weiterlesen

Ein alarmierender Aufruf geht unter

Der Zentralrat der Juden hat heute erstmalig in seiner Geschichte einen Aufruf gestartet, eine im Bundestag vertretene Partei nicht zu wählen. Dass es soweit kommen musste, kann Margot Friedländer, fast 100-jährige KZ-Überlebende im ZDF erklären, die 69 Jahre in New York lebte und 2010 zurück nach Berlin kam: „Es ist seit etwa sieben Jahren viel schlimmer geworden.“ Und über ein Wahlplakat der faschistischen Partei „Der III.Weg“ mit dem Slogan „Hängt die Grünen“ – sagt sie im ZDF beim berüchtigten konservativen Politiksimulator Markus Lanz : „ja, so hat es damals angefangen – vielleicht ein bisschen härter – aber so hat es angefangen.“ Weiterlesen

Fussballkrieg

Derzeit ist Länderspielpause und keine*r guckt zu. Dem deutschen Publikum gehen die derzeitigen WM-Qualifikationsspiele – zur Erinnerung: für eine Winter-/Weihnachts-WM in Qatar – am Hintern vorbei. Obwohl: die ARD-„Wahlarenen“ mit Frau Baerbock oder Herrn Scholz glotzten noch weniger (3-4 Mio.). Auch das Fussballmärchen von Island, so einwohner*innen*stark wie Bonn, ist von #metoo ganz böse zerdeppert worden. Nein, falsches Bild: gewalttätige toxische Männer-„Helden“ rissen mit dem Arsch wieder ein, was sie mit ihren Füssen aufgebaut hatten – die Island-Verehrung. Weiterlesen

Mediathekperlen: The Bra

Sie wissen, dass ich zu den Bekloppten gehöre, deren Samstag aus den Fugen gerät, wenn kein Bundesligafussball ist. Diese „Länderspielpausen“ sind eine Pest. Länderspiele will niemand mehr sehen, Einschaltquoten, schlechter als schlechteste Tatorte. Gegner wie Liechtenstein oder – immerhin – Armenien. Wers mag …
Also werde ich aus dem Mittagschlaf wach, und statt Sportschau ist Magdeburg gegen Kaiserslautern, Not gegen Elend in der Dritten Liga. Und dann fand ich beim Zappen dieses Juwel. Weiterlesen

Die Enteigner

In der Paywall der FAZ ist die Geschichte eingemauert, wie die SED-Führung 1971 den im Europacup konkurrenzfähigen Serienmeister FC Vorwärts Berlin („Vorwärts“ hiessen die Vereine der Volksarmee) durch einen Zwangsumzug nach Frankfurt sportlich demontierte. Die Bahn war frei für den Stasi-Verein BFC Dynamo. Was in der DDR die Partei machte, das macht im „freien Westen“ das grosse Kapital. Es enteignet dem Volk den Volkssport. Eine führende Rolle spielen dabei die Medienkonzerne. Weiterlesen

Erinnerungsstütze

Wie – keineswegs „alles“ – in Afghanistan „anfing“ / Wundersame Bahn LXXI in Mexiko / Fanfussball
Telepolis ist zwar kreativ und thematisch leider schmaler geworden in seiner gegenwärtigen Post-Rötzer-Phase. Aber heute hatten sie eine wahrlich gute Idee. Sie dokumentieren die Einbringungsreden der Herren Gerhard Schröder (SPD) und Joseph Fischer (Grüne) zum Afghanistan-Einsatz 2001. Das ist Aufklärung und Lesehilfe zugleich. Letzteres für den Trash, der hierzulande jetzt, 20 Jahre später, dazu verbreitet wird. Weiterlesen

Sport inside wieder da

Die Insel des Sportjournalismus im Meer der unkritischen medialen – in dicken Verträgen fixierten – Produktpräsentationen hat wieder den Kopf aus ihrem Sendergefängnis herausgestreckt zu uns, dem Publikum. Ob der Programmschwerpunkt des WDR aus Bundesliga (21.45 h), Zeigler (22.15 h) und schliesslich Sport inside (22.45 h) funktioniert, das entscheiden für die Programmdirektion wie immer der Audience Flow und die Einschaltquoten. Weiterlesen

Schönschwätzer

Haben Sie Olympia geguckt? Ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht. Abgesehen von Rom 1960, da war ich 3. Keine Livesekunde, weder nachts noch morgens. Die TV-Anstalten, die unser Haushaltabgabengeld dieser Veranstaltung und ihrem dubiosen Veranstalter hinterhergeschmissen haben, behaupten nun „aber der Marktanteil“ sei besser gewesen als in Rio 2016. Weiterlesen

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