Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Medien (Seite 21 von 279)

Die Kakerlaken-Partei

In Indien fängt die Jugend an sich zu wehren und auch im Westen widersetzen sich junge Menschen auf ihre Art

Eigentlich war nichts Besonderes passiert: Der indische Verfassungsrichters Surya Kant hatte nur das gemacht, was die hindu-nationale Regierungspartei Bharatiya Janata Party (BJP) von Premierminister Narendra Modi seit 2014 tut: Minderheiten beleidigen, um der Masse einen Schuldigen zu präsentieren, warum es ihr trotz aller Versprechen immer noch nicht besser geht. Doch als Surya Kant junge arbeitslose Menschen als Parasiten und Kakerlaken bezeichnete, traf er ein „Wespenloch“: 65 Prozent der indischen Bevölkerung sind 35 Jahre und jünger und viele von ihnen finden trotz guter Bildungsabschlüsse keinen Job – 40 Prozent der 15- bis 25-Jährigen sind arbeitslos. Weiterlesen

“Familie” gewinnt

Hype um Prognosemärkte hält an: Wetten, dass Familie Trump gewinnt

Während weltweit immer mehr Länder Prognosemärkte als Glücksspiel behandeln, baut die Trump-Regierung ihre Aufsichtsbehörde zum Anwalt der Branche um. In den USA sollen Krypto- und Prognosemärkte so unreguliert wie möglich wachsen können – und Familie Trump profitiert mit. Weiterlesen

Insel säuft ab

Kleinbritannien – kleiner und kleiner – aber Atommacht!

Wenn eine Atommacht zerfällt, wird es lebensgefährlich. Für alle. Fragen Sie mal die Ukrainer*innen. Und die zahllosen toten jungen Russen. Vor knapp zwei Wochen hatte ich vor dem “Balken im Strategenauge” gewarnt. Die europäischen Atommächte stehen auf der Speisekarte des Faschismus. Neurentnerin Annette Dittert/Blätter, ein schwerer Verlust für die ARD, weiss davon: Weiterlesen

Schröder liefert

Nein nicht der Ex-Bundeskanzler – Sie können sich beruhigen: Borussia Mönchengladbach

Die FAZ fragt, wo ein gewisser Bernd Neuendorf ist. Wer will das wissen? Ich kenn’ keinen. RWE bleibt in der 3. Liga. 15 Spieler sollen gehen. Wie soll so ein Team entstehen? Eine Frage, die meinen Opa interessierte, der 1974 starb, und mir die Fussballmacke vererbte. Aber nicht RWE (darunter leidet Küppi). Auf seinem Schwarz-Weiss-Fernseher sah ich 1965 sonntags in der Regionalliga West Günter Netzer (17 Tore), Jupp Heynckes (24 Tore), Bernd Rupp (25 Tore) und im Tor den Ex-Schalker Manfred Orzessek zaubern. Sie machten mich süchtig. Und ich bereue immer noch nichts. Weiterlesen

Alles Dasselbe?

“Die Jugend liebt heutzutage den Luxus.”

“Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.” Diese Klage von ihm hier ist jetzt mindestens 2425 Jahre alt. Das muss dem Folgenden vorausgeschickt werden. Weiterlesen

Neue Abhängigkeiten

Für 250 Millionen Euro: Bund schafft neue Abhängigkeiten von IT-Konzernen

Für eine dreistellige Millionensumme sollen SAP und Telekom eine „KI-Cloud“ für die öffentliche Verwaltung bauen. Digitalminister Karsten Wildberger nennt das souverän. Unabhängig wird Deutschlands Verwaltung damit nicht, warnen Opposition und Fachleute. Weiterlesen

Die Stärken der liberalen Demokratien

Dieser Beitrag informiert Sie über in April und Mai 2026 im Demokratischen Salon veröffentlichten Texte (vollständiger Text über diesen Link). Ebenso finden Sie wie üblich weitere Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen sowie Empfehlungen für den Besuch von Veranstaltungen und Ausstellungen auf einer eigenen Seite, nach Orten sortiert. Dieser Newsletter erscheint in Zeiten, in denen Politiker:innen (nicht nur in Deutschland) unbeliebter sind denn je und Streit offenbar als Charakterfehler gesehen wird. Ich halte es da eher mit Ronen Steinke, der in der Süddeutschen Zeitung schrieb: „Dass Friedrich Merz unbeliebt ist, ist kein Drama. Ganz im Gegenteil“, erst recht mit Michel Friedman, der einem seiner Bücher den treffenden Titel gab: „Streiten? Unbedingt!“.

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Affenscheisse

“Immer öfter begegnen inzwischen auch wir unserem Endgegner: uns selbst”

So sprach Friedrich Küppersbusch bei schönstem Sommerabendwetter vor 2,8 Mio. Zuschauer*inne*n als “Irgendwer mit Medien” in der “heute-show” (ab Minute 10); eine der stärkeren Ausgaben dieses nicht immer erträglichen Satireformats. Leute vom Fach stellten tags darauf die These auf, der gute Mann denke nicht nur zu schnell, er spreche auch so. Da sind Mediathek-Zuschauer*innen im Vorteil: mit 0,75 Geschwindigkeit klappts auch für die Älteren. Weiterlesen

“Ich funktioniere weiter”

Unmittelbar nach seiner Absendung durch den Deutschlandfunk war dieser Text sofort Gesprächsthema in meinem Freund*innenkreis:

Mariel McLaughlin: “Ich bin dann mal tanzen! – Wie wir uns der dystopischen Gegenwart stellen – Klimakatastrophe, Kriege und Wiedererstarken autoritärer Ideologien – die Gegenwart trägt dystopische Züge. Und wir gehen shoppen, belegen Achtsamkeitsseminare oder schuften für die teure Miete. Können wir uns daran gewöhnen, in zwei Welten zu leben?” Weiterlesen

Das amüsiert mich

Mitleid! – FAZ verteidigt den armen Merz gegen die böse Merkel (inkl. Wundersame Bahn CCXLV)

Mann gönnt sich ja sonst nichts. Wenn es für Linke in Deutschland schon lange nichts mehr zu lachen gibt – ausser hoffentlich in New York – dann gönnte ich mir bei meiner jüngsten Bahnreise wenigstens für 11 Mark eine gedruckte FAS, die ich einstmals achtete, als sie noch sonntags erschien, einen ernstzunehmenden Sportteil und ein interessantes Feuilleton hatte. Die Jüngeren können das nicht wissen, war ‘ne schöne Zeit. Weiterlesen

Strafe muss sein

Auch eine Art Widerstand: Milliardärsspielzeuge teurer machen

“Rechtssein muss bestraft werden” sagte vor vielen Jahrzehnten der NRW-Jungdemokraten-Landesvorsitzende Thilo Schelling, als wir im Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss im Hotel “Krone” in Bingen, direkt neben den Bahngleisen, Hanspeter Knirsch und Michsel Kleff zum Rücktritt aus dem Bundesvorstand trieben. Egon Bahr hatte kurz zuvor den späteren FroG (“Friends of Gerd”) Klaus-Uwe Benneter als Juso-Bundesvorsitzenden abgesetzt und aus der (anderen) Partei geschmissen. Weiterlesen

Die Richtung stimmt nicht

Überraschung: linke Mehrheit ist möglich – aber nicht ohne Arbeit

Ich weiss ja nicht, ob Sies schon wussten, und ich weiss auch nicht, ob die das heute Abend in der Glotze überhaupt zeigen. Aber die Marktforscher*innen, die für das ZDF-Politbarometer arbeiten, haben in ihrer sog. “politischen Stimmung” eine linke Wähler*innenmehrheit errechnet. Ich weiss auch nicht, warum: Grüne 23, Linke 14, SPD 13. Zumindest ist das originell. Weiterlesen

“Wer Utopie sät, erntet Wirklichkeit”

Gestern starb Carlo Petrini (76) in seinem Geburtsort Bra/Piemont

mit Update 23.5.

Bei allzu wenigen Gelegenheiten begegnete ich ihm persönlich, ein kommunikativer Kerl und strategischer Kopf. Inhaltlich und charakterlich in allem ein Anti-Berlusconi, ein mächtiger Mann in Italien, aber ganz anders gestrickt als die Deppenmassen, die “die Politik” bevölkerten und bis heute herunterziehen. Ein schwerer Verlust, ein hochpolitischer Geniesser. Weiterlesen

Unmenschliche Sprache der Macht

Zutreten, wenn ein Mensch am Boden liegt

„Der beste Zeitpunkt dafür, einen Menschen zu treten, ist der, wenn er am Boden liegt.“ (Im Original: The most effective time to kick a man is when he’s down. Entnommen dem Artikel „Putin is down. This is the time to start kicking him“; Hamish de Bretton-Gordon, Telegraph, 11. Mai 2026) Im besagten Artikel ging es um einen angeblich geschwächten Putin. Das habe die Siegesfeier in Moskau in diesem Jahr bewiesen. Also folgerte der Autor: Zeit zuzutreten. Weiterlesen

Zerstörungswerk

Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle

Update 27.5.

Vor 16 Jahren hatte ich hier beschrieben, warum ich vor den ARD-Formatradios geflohen bin. Mein Exil wurde der Deutschlandfunk. Nun will der mich auch vertreiben. Exekutorin ist DLF-Programmdirektorin Jona Teichmann, die als Import vom WDR offenbar nichts anderes gelernt hat. Frau Teichmann ist 63, Intendant Stefan Raue 67 (ebenfalls Ex-WDR-Mitarbeiter) will nächstes Jahr nicht zur Wiederwahl kandidieren. Haben sie es also eilig? Weiterlesen

Militärmacht oder Grossmacht?

Beides wird das Merz-Doitschland nicht kriegen können

Dass Aufrüstung irgendein ökonomisches Problem löst (“Kriegskeynsianismus”), ist eine Sau, die die profitierende Kapitallobby mit Vorliebe durch jedes Dorf treibt (für das tierfeindliche Femininum bitte ich um Entschuldigung). Immerhin sind sich die herrschenden Klassen darüber bisweilen uneinig. Intelligente Gegenkräfte, zu einer entsprechenden Analyse fähig, können das u.U. taktisch ausnutzen. Wenn Sie die irgendwo sehen, sagen Sie mir bitte Bescheid. Weiterlesen

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