Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

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Polen im Juni 1956

Proteste in Polen im Juni 1956: Haben die Chinesen ein sowjetisches Massaker verhindert? – Am 17. Juni 1953 wurde in der DDR protestiert. Ein paar Jahre später kam es auch in Polen zu Protesten. Was sind die Parallelen? Eine Analyse.

„Ulbricht wurde von der Angst überwältigt.“ So erinnerte sich Ernst Wollweber, Minister für Staatssicherheit der DDR, an die Reaktion des kommunistischen deutschen Führers auf den größten Arbeiteraufstand in Polen seit dem Zweiten Weltkrieg.

Im Juni 1956 brach in Posen – nur 150 km von der Grenze zur DDR entfernt – ein Streik in den Cegielski-Werken aus, dem größten Werk der Stadt, das Waggons und Lokomotiven herstellte und damals noch nach Stalin benannt war. Weiterlesen

Albtraum

Träume sagen mehr über den Träumenden als die Wirklichkeit. Ich selbst habe beim Träumen gelernt, in Sicherheit zu bleiben. In ausweglosen Albtraumsituationen kann ich sogar fliegen und abhauen.

Heute Nacht also, ich in der sicheren Zivilisation – nebenan im dunklen Wald: Krieg. Die Guten gegen die Bösen. Weiterlesen

Was tun, Herr General?

Kleiner 100-Jahres-Wichtigkeitstest

Wenn man in 100 Jahren danach fragt, was als historisches Faktum aus unseren Tagen noch irgendwie bekannt ist und als relevant angesehen wird, so sind das (nach Timothy Snyders Meinung, der ich mich gerne anschließe) vor allem zwei Dinge:

1. Die Klimakrise

2. Der Ukrainekrieg Weiterlesen

Ende des Paktes mit den Eliten

Die Umstrukturierung der kolumbianischen Regierung soll Reformvorhaben erleichtern

Als der linksliberale kolumbianische Präsident Gustavo Petro im August 2022 sein Amt antrat und seine Regierung präsentierte, reagierten die internationalen Mainstreammedien durchaus wohlwollend. Vor allem wurde gelobt, dass Petro einer Reihe liberaler und konservativer Politiker*innen aus der alten Machtelite wichtige Positionen in seinem Kabinett anvertraut hatte. Damit schien gesichert, dass sich die versprochenen Veränderungen in engen Grenzen halten würden. Weiterlesen

Welch ein Kokolores!

“Nationale Sicherheitsstrategie”

Der Kanzler, die Außen- und die Innenministerin, sowie der Verteidigungsminister haben sich wirklich Mühe gegeben, die Bürgerinnen und Bürger in Alarmismus zu versetzen. Wir sind alle bedroht. Von innen, von außen, durch Putin, Extremisten, den Klimawandel, Hacker und Saboteure, die Lieferketten, die Chinesen, die Schwurbler, die Geheimdienste (natürlich nur östliche), die Feinde der Nachhaltigkeit (keine deutschen Autokonzerne, Energiekonzerne oder der CDU-Wirtschaftsrat), die Gefahren für das sozialen Gefüge (nicht: Bodenspekulanten, Cum-Ex-Profiteure, Übergewinnkassierer, kriegsgewinnende Einzelhandelskonzerne), Gefahren für die Öffentlichkeit und die Pressefreiheit (Nicht: BILD-Zeitung, Springerpresse, Heizgesetzkampagnen und Politiksimulationen von Maischberger bis Will) sondern  “äußere Feinde”. Weiterlesen

Im falschen Film

Lesetipps zum Wochenende

Literaturempfehlungen gehören nicht zum Standardrepertoire des Beueler Extradiensts. Aber man muss ja nicht alles neu schreiben, wenn andere es bereits getan haben, und das wahrscheinlich besser als man es selbst könnte. Hier also meine Empfehlung Nr. 1: Ein brillanter Beitrag des US-amerikanischen Autors Samuel Charap in der Zeitschrift „Foreign Affairs“ zum Verlauf des Krieges in der Ukraine. Weiterlesen

Wüst und Günther

Zwei Lichtblicke bei den deutschen Konservativen

Hendrik Wüst ist für mich neben Daniel Günther ein zweiter „Lichtblick“ in der Union – jemand, dem man im Gegensatz zu all den Söders, Spahns und Merzens etwas Konstruktives zutrauen darf. Beide wären für mich (Nicht-Unionler!!!) präsentable Kanzlerkandidaten. Weiterlesen

Kollektive Dienstverweigerung

Heute geht’s um Sahra Wagenknecht, die ja jetzt nun bei den Linken raus ist und ihr Mandat ablegen soll, um geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die doch wieder in den Krieg müssen und um Teenager, die mal lieber ihren Dienst bei der Bundespolizei verweigern sollten. Viel Spaß und gute Unterhaltung! Weiterlesen

CNN und Fox in der Krise

CNN und Fox News in der Krise: Sind Kabelnachrichten vom Aussterben bedroht? – Oberflächlich betrachtet sind ihre Moderatoren so glänzend wie eh und je. CNN und Fox News, die zwei US-Kabel-Giganten, stecken jedoch in einer tiefen Krise. Werden sie überleben?

Die US-TV-Giganten sind zwar professionell, unendlich oft nachgeahmt von Berlin bis Pretoria, wenn es um die richtige Mischung von starken Bildern, Breaking News, Analysen und seichten Themen gilt, doch inzwischen sind Sender wie CNN und der Gegenpart Fox News, von rasch sinkenden Einschaltquoten betroffen. Obwohl als Flaggschiff der Liberalen (Liberal im amerikanischen Sprachgebrauch) und Fox News als Sender des politischen Konservativismus fungiert, erleben beide Formate den Niedergang. Weiterlesen

Falsche Erinnerungen

Wie falsche Erinnerungen und falsche Entscheidungen ihre langen Schatten werfen – Präsident Clinton, die Ukraine, Russland und eine deutsche Sicherheitsstrategie

“But I would say to the leaders of the Soviet Union, and to their people, that if either of our countries is to be fully secure, we need a much better weapon than the H-bomb–a weapon better than ballistic missiles or nuclear submarines–and that better weapon is peaceful cooperation.”

Übersetzung:

Aber ich würde den Führern der Sowjetunion und ihrem Volk sagen, dass wir, wenn eines unserer Länder völlig sicher sein soll, eine viel bessere Waffe als die Wasserstoffbombe brauchen – eine Waffe, die besser ist als ballistische Raketen oder nuklearbestückte U-Boote – und die bessere Waffe ist friedliche Zusammenarbeit.) Weiterlesen

Linke Erneuerung?

Während die Ampelkoalition ihre im vorhinein gross aufgeblasene “Nationale Sicherheitsstrategie” präsentierte (Roland Appel schreibt noch an einer kritischen Analyse), positionierte sich ihr ernstzunehmender Teil still und leise beim Blog der Republik von Alfons Pieper. Rolf Mützenich, zu dessen persönlichem Fanclub ich mich zählen würde: “Die Zeit der Monster: Vom unipolaren Moment zurück zum globalen Mächtekonzert.” Mein nicht sehr riskanter Tipp: das IPG-Journal gehört zu Mützenichs Pflichtlektüren. Weiterlesen

Kindliche Naivität

Manche meinen ja, die Religionen kämen wieder zurück. Die Menschen bräuchten das. Möglich, ich weisses nicht. Aber Indizien gibt es. Besonders kritische Kritiker*innen glauben an die “soziale Marktwirtschaft” (habe ich schon in der Schule meine Sozialkundelehrerin ausgelacht), hier z.B. Raphael Thelen. Der glaubt auch an Olaf Scholz. Herrjeh, den kenne ich wirklich besser. Oder Sahra Wagenknecht. Viele glauben auch an sie, vor allem windige Demoskop*inn*en. Weiterlesen

Klimakanzler?

Letzte Generation: Warum wir Privatjets mit Farbe besprühen und was die SPD damit zu tun hat – Raphael Thelen ist Klimaaktivist der Letzten Generation. Für ihn ist die SPD eine „gedankliche Heimat“. Hier erläutert er seine Erwartungen an „Klimakanzler“ Olaf Scholz.

Vor knapp einem Jahr habe ich bei einem Kongress der SPD einen Vortrag gehalten. Bürgermeister waren da, Nachwuchspolitiker, Leute aus der Verwaltung, mit denen ich ins Gespräch kam. Die Stimmung hatte etwas von ehrlichem Anpacken für die Schwächsten der Gesellschaft und für die Stärke unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Auf der Bühne sagte ich dann, wie sehr die SPD für mich auch eine gedankliche Heimat ist. Und nicht erst seitdem glaube ich, dass wir die Klimakrise ohne die SPD nicht bewältigen werden. Weiterlesen

Chronik eines angekündigten Notstands

Uruguay: Anmerkungen zur „Wasserkrise“ in Montevideo

Es kommt selten vor, dass – jenseits von Wahlen oder Fußballspielen – Uruguay Thema in großen deutschen Medien ist. Mitte Mai schaffte es das Land jedoch sogar auf die Seite der Tagesschau. Unter dem Titel „Montevideo geht das Trinkwasser aus“ wurde darüber berichtet, wie sich die Regierung aufgrund anhaltend fehlender Niederschläge gezwungen sehe, salzhaltiges Brackwasser aus dem Río de la Plata in das Netz einzuspeisen, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Weiterlesen

Kindliche Pietät

Das soll ein konfuzianisches Konzept sein, lerne ich bei Lorenza Colzato und Bernhard Hommel/overton. Sie meinen, das unterscheide China vom Deutschland der Gegenwart. Da bin ich aber froh. Hätten wir ohne die unartigen Kinder eine vergleichbare Klimaschutzbewegung? Mir ist die eher zu schwach als zu stark. Und ich wundere mich immer mehr, worüber sich meine Altersgenossen noch Zeit haben aufzuregen, so schlimm unterdrückt fühlen die sich. Weiterlesen

Viele Spins verderben den Brei

Zum Spannungsfeld zwischen Politikredaktionen und “Freien”

Ich selbst habe immer nur nebenberuflich journalistisch gearbeitet, in der weisen Voraussicht, mich von solcher Arbeit nicht ausreichend ernähren zu können. Mit einem festen Job unterm Hintern hat es mir immer Spass gemacht, allerdings sehr unterschiedlich viel. Die taz war in meiner imaginären Tabelle der zahlenden Auftraggeber*innen immer auf einem Abstiegsplatz: viel Arbeit, noch mehr Nerverei, wenig Honorar. Das war dort immer System und strategische Absicht. Darum fangen viele Journalist*inn*en dort ihre Karriere an, aber nur sehr wenige beenden sie dort. Weiterlesen

Das bessere Mittel

Klima-Kleber? Warum Streiks das bessere Mittel im Klimakampf wären – Seit Jahren geht unsere Autorin, 17 Jahre alt und Schülerin in Berlin, zu Klimademos. Nun wünscht sie sich andere Aktionen.

Ich erinnere mich noch, wie ich vor Jahren zum ersten Mal auf eine Fridays-for-Future-Demo gegangen bin. Ich war in der 8. Klasse und 13 Jahre alt. Damals wie heute hat uns die Schulleitung meiner Schule verboten, an diesen Streiks teilzunehmen. Also habe ich logischerweise dafür die Schule geschwänzt. Weiterlesen

Glück gehabt

Klimaanlagen, Stammstrecken, Stolperfallen, kleine und grosse / Wundersame Bahn CLVI

mit Update nachmittags

1990-2005 habe ich als MdL-Mitarbeiter im NRW-Landtag gearbeitet. Es war eine schöne Zeit, bis 2002. Dass es schön war, verdankte ich meinen Chefs Roland Appel und Thomas Rommelspacher. Und der Deutschen Bahn, die zwischen 1990 und 2002 noch funktionierte. Dann war die Köln-Frankfurt-Schnellstrecke fertig, und zwischen Bonn und Düsseldorf funktionierte nichts mehr. Das ist bis heute nicht so geblieben, sondern immer schlimmer geworden (wird mir berichtet). Das Landtagsgebäude mochte ich, so schön rund und unsymmetrisch, gute Kantine, gute Kaffeebar in der Eingangshalle, gute IT-Betreuung (auch fraktionsintern durch die Kölnerin Bettina Tull, meine damalige Lieblingskollegin). Weiterlesen

Zur Rammstein-Debatte

Kleine Metareflexion

Ich halte es für nicht unwahrscheinlich bis wahrscheinlich, dass an den Vorwürfen gegen den Rammstein-Frontmann einiges bis sehr viel dran sein könnte. Aber seit mehr als einer Woche sehe ich jeden Tag bei Spiegel und anderen dieses Foto. Das ist einerseits Rammstein-Selbst-Inszenierung (schönen Gruß an die Chef-Inszenierer bei Universal, die solche Fotos produzieren, um weltweit von einer bestimmten Art von Deutschland-Gruftigkeits-Erwartung zu profitieren), andererseits willige Meta-Übernahme in einer Medienökonomie, die den Schrecken des Machotums – zumal, wenn er mit solchen Fotos präsentiert werden kann – doppelt und dreifach inkassiert (schönen Gruß an Spiegel u.a.). Weiterlesen

Unsexy

Da musste schon ein brachiales Rammstein-Foto her. Über Pauline Engels nichts. Ist sie eine Nachfahrin von Friedrich? Nach meinen notdürftigen Recherchen hat sie vor (sehr) wenigen Jahren Jura studiert. Und wirft uns über telepolis nun dieses Trockenbrot hin: Till Lindemann und der Vorsatz, das Wissen und Wollen – Eine strafrechtliche Einschätzung der Vorwürfe gegen den Rammstein-Frontmann und ein Appell an eine besonnene Berichterstattung.” Uäääh, wie sachlich! Weiterlesen

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