Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Borussia Mönchengladbach (Seite 4 von 17)

Ein feiner Kerl

Lars Stindl verlässt die erste Liga aus freien Stücken – ein Verlust

Der Fussball-Vollprofi Lars Stindl hat nur wenig Medien-Gewese um sich selbst veranstaltet – nicht ganz so radikal wie der Kölner Fussballgott Hans Schäfer (Null Medien-Interviews), aber doch stark in seinem Sinne. Stindl sprach zu den Fans durch seine Leistungen “aufm Platz” – und die Fans von Borussia Mönchengladbach haben diese Sprache immer sehr genau verstanden. Darum wird über seinen Abschied nach dem heutigen Abschied von einigen geweint, auch von mir. Bei allen anderen Abgängen würde mir das nie in den Sinn kommen. Hier die Gründe. Weiterlesen

Ich vermisse ihn schon lange

Zum Tod von Ernst Huberty

Er war eine Marke. Und ist es bis heute geblieben. “Mr. Sportschau”. Friedrich Küppersbusch, Anfang der 80er Volontär beim WDR, versicherte mir, dass er noch mit über 80 Jahren als Ausbilder von seinen Schülern verehrt wurde, als sei er ein Reportagegott. Ich hatte ihn bereits zu seinem 90. hier gewürdigt. Die ARD-Mediathek bietet ebenfalls ihre 90.-Geburtstags-Ehrung wieder an. Warum nur haben sie so wenig von ihm gelernt? Weiterlesen

Wer will die Ukraine noch haben?

“It’s the economy, stupid!” – Best of 31. März 2023 mit: Wehner-Verteidigung, CGT (mit Update 1.4.), Irland, Rheinland-Derby

Was bedeutet der Krieg (“Meat Grinder”) für die ökonomische Basis der Ukraine? Es war schon vor dem Krieg schlimm. Wie es jetzt aussieht, versucht Kai Kleinwächter/telepolis zu ermitteln: Wie Russlands Krieg die Ukraine in Abhängigkeit und Armut gestürzt hat – Nach einem Jahr Krieg existiert keine substanzielle Binnenwirtschaft ohne Hilfe von außen mehr. Soziales Niveau eines Dritte-Welt-Staates. Endet der Krieg nicht bald, werden die Folgen verheerend sein.” (Auch der 2. Teil von Kleinwächters Analyse von schockierender Klarheit.) Ökonomisch betrachtet lässt sich also schliessen: den Krieg verliert, wer die Ukraine übernehmen muss. Wenn das Putins Kriegsziel war: Mission accomplished. Weiterlesen

Von hinten

Früher, als Zeitungen noch auf bedrucktem Papier gelesen wurden, hat montags die Mehrheit der Männer hinten angefangen: beim Sportteil. Tradition. Die Jungen haben sich dem nicht angeschlossen. Ich auch nicht. Seit zwei Jahrzehnten habe ich keine Zeitung mehr abonniert – zu teuer, zu viel Trash. Ich lese online, kostenlos. Sicher: die Geräte haben Geld gekostet, nicht wenig, aber sie bieten auch mehr fürs Geld als Altpapier, eignen sich besser zum Lesen mit Sehbehinderung, als graue Buchstaben auf grauem Papier, und wichtigster Punkt: bieten mehr Medien- und Meinungsvielfalt als verbohrte Chefredakteure. Heute, am höchsten rheinischen Feiertag, erging es mir online ganz ähnlich, wie früher beim Papier. Weiterlesen

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich

Art. 3 Grundgesetz. “‘Orwell’ praktisch” ist es, wenn “Krieg” zu “Frieden” und “Frieden” zu “Krieg” wird. Und wenn Organisationen, die sich offen zu Rassismus und Menschenfeindlichkeit bekennen, sich zur “Friedenspartei” erklären. “Dieser notwendige Streit der Linken ist historisch schon immer eine Schwäche gegenüber den Rechten mit ihrer Liebe zur klaren, eindeutigen Herrschaft und Unterwerfung.” Dieser unumgängliche Nachteil muss ausgehalten und durchgestanden werden, von allen, die für die Gleichheit der Menschheit eintreten. Weiterlesen

“Fans stolz machen”

Es passt in die kriegerische Landschaft. Sowohl investierende Grosskonzerne, Oligarchen aus Ost und West, als auch feudalstaatliche Akteure bemächtigen sich des Sport- und insbesondere Fussballbusiness zwecks strahlender Selbstdarstellung und Überstrahlung ihrer Verbrechen. Hier die aktuellen Indizien, die gleichzeitig zeigen, dass diese Versuche erfreulicherweise nicht ohne Widerspruch bleiben, weil Sport für das Planungssicherheit wünschende Grosskapital eine allzu sperrige und menschliche Sache ist. Weiterlesen

Abstieg?

Welche Relevanz wird der Fussball noch haben?

Deutschland hat bei der Qatar-WM eine negative Sonderrolle gespielt. Unter dem Druck der hierzulande besonders kritischen Fanszene (#boycottqatar2022), hat sich der Deutsche Fussballbund (DFB) sportlich und politisch nach Strich und Faden blamiert. Während Frankreichs Präsident Macron im Finale publikumswirksam mitfiebern durfte – mutmasslich von Qatar so inszeniert, weil es in Frankreich volle Narren- und Investorenfreiheit geniesst, und mutmasslich die politische Klasse im Portemonnaie verstaut hat – musste sich Bundeskanzler Scholz von der Blamage fernhalten, und opferte die Genossin Faeser. Weiterlesen

Qatar ist Weltmeister

mit Update abends

Burkhard Fritsche, taz-Karikaturist und Gladbach-Fan, hat die Verhältnisse erfasst: “Passt schon, Monsieur le President, die Stars im Endspiel gehören alle dem Emir.” Deutschland dagegen hat die WM auch politisch verloren. Die Bundesregierung isoliert sich in der EU genauso selbst, wie der DFB in der nicht minder korrupten Uefa. Kein europäischer Verband war bereit, ihm in sein “One-Love”-Armbinden-Desaster zu folgen. Qatar dagegen schwimmt oben, und zahlt es den Deutschen jetzt zurück. Weiterlesen

Sperrmüll

Die moralische Insolvenz des Profifussballs hat ganz materialistische Folgen in der Medienindustrie

Heute morgen war vor meiner Haustür Sperrmüll. Ziemliches Getöse wie immer, mit dem abschliessenden Lärm der Müllabfuhr. Auch in München-Unterföhring steht noch was auf dem Bürgersteig herum: ein Pay-TV-Sender, zufällig der grösste Finanzier der Deutschen Fusballliga (DFL), die den Spielbetrieb der ersten und zweiten Bundesliga betreibt und sich daran ungehemmt zu bereichern versucht. Profifussball und Pay-TV sind in Deutschland zwei Geschwister, die beständig die Demokratie belästigen, nerven und auszusaugen versuchen. nach dem Motto “Fussball first” – Pandemie, Krieg, Sklavenarbeit, Menschenhandel, alles egal. Weiterlesen

“Experten”-Unwesen

Wie viel Abdankung von Journalismus ist noch zu ertragen?

Der Sportjournalismus ist nur die Avantgarde der Abdankung. Wirtschafts- und Politikjournalismus werden ihm folgen. Auch in diesen “wichtigen” Branchen arbeiten längst mehr und besser bezahlte Menschen in PR-Abteilungen und Denkpanzern (“Thinktanks”), als in unabhängigen Redaktionen. Auch ich selbst habe nie mehr Geld in so kurzer Zeit verdient, wie 2005/2006 als ich mich aus kurzzeitiger Arbeitslosigkeit heraus als Medienberater selbstständig machte. Aber aus aktuellem Anlass noch mal kurz zurück zum Sport. Weiterlesen

Liebe

Für fast alle echten Fussballfans gilt, dass sie – irgendwann – mit ihrem Verein länger zusammen sind, als mit irgendeinem anderen geliebten Menschen. Bei mir ist es Borussia Mönchengladbachseit 1965, Regionalliga West. In dieser langen Zeit habe ich viele Spieler, Trainer und Funktionäre erlebt, viele geliebt, manche auch eines Tages gehasst (“Loddar” z.B.). Damals 1965 hatte ich den seinerzeit 21-jährigen Günter Netzer für mich entdeckt: Krafteinsatz kompensieren und einsparen durch “Übersicht”. Das bewährte sich auch in der Politik. Doch nur wenige wurden und werden noch heute so geliebt, wie Hans Meyer, der in der abgelaufenen Woche 80 wurde. Weiterlesen

Lars Vogt gestorben

Pianist, Dirigent, Gladbach-Fan

Anfang letzten Monats starb kurz vor seinem 52. Geburtstag Lars Vogt, einer der großen deutschen Gegenwartspianisten. Er war Gladbach-Fan wie ich. Vielleicht hätte man sich mal auf der Tribüne begegnen können? Aber das ist das eher Unwichtige.

Sein Tod schmerzt mich auch deshalb besonders, weil ich immer wusste, dass er gut ist und ihn sozusagen im inneren Inventar hatte. Das heißt, dass ich mich irgendwann einmal dringlicher mit seinen Sachen beschäftigen müsste, aber es ja nicht eilte – so denkt man. Außerdem war er eine Art Antistar, der sich nicht via Glamour aufs Auge drückt und wichtig macht. Weiterlesen

Fans können Journalismus

Mal keine Produktpräsentation: Max Eberls viele Seiten

Geht doch. Was deutsche Sportjournalist*inn*en kaum noch schaffen, übernehmen die Fans eben selbst: eine kritische, recherchierte, differenzierende Berichterstattung und Kommentierung. Die Produktpräsentierer*innen der TV-Anstalten und konzerneigener “Fachpresse” sind eben, wie der Manager Max Eberl, auch nur Teil eines – so das Selbstbild – funktionierenden Systems, das sich nicht mehr daran juckt, was in der Welt da draussen vorgeht. Also Teil des Problems, nicht der Lösung. It’s the economy, stupid! Weiterlesen

Fans und Buzzynezz

Wenn der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum und zahlreiche Konzern- und “Plastik”-Vereine derzeit fussballerisch abkacken, kann nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein. Meint jedenfalls die Mehrheit der eingebetteten Journalisten, deren Arbeitsvertrag sie von Sportjournalismus befreit und mit Produktpräsentation beauftragt. So u.a. gestern in Mönchengladbach. Weiterlesen

Meine Gorbi-Erinnerung

Abtritt ohne Krieg – das schafft nicht jeder

mit Update am späten Abend

Als Michail Sergejewitsch Gorbatschow Boss der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken wurde, arbeitete ich noch im Koordinierungsbüro der Friedensbewegung in Graurheindorf, und war im Begriff Bundesgeschäftsführer der Jungdemokraten zu werden. Mir sagte sein Name erstmal nichts. Es konnte nur besser werden. Sein Vorgänger Konstantin Ustinowitsch Tschernenko hatte wie Blei auf seinem Land und der internationalen Politik gelegen. Dessen Vorgänger Juri Wladimirowitsch Andropow schien zuvor zu früh gestorben. Weiterlesen

Ihr täglicher Stimmungskiller

Eskapismus ist gesund. Mit meinem Friseur habe ich heute das Auswärts-1:1 meiner Borussia im süddeutschen Raum fachlich ausgewertet. Und siehe: meine Laune war gut. Das Mittagessen schmeckte gleich noch besser. Blöd nur, dass ich, wenn ich nicht mit jemand verabredet bin, mir immer was zu lesen mitnehme. Was dabei herauskam, verträgt sich allenfalls klimapolitisch mit dem heutigen rheinischen Sonnenschein. Weiterlesen

Wofür? Wogegen? Mit wem?

“Wer wird aufstehen?” In Deutschland erleben wir ein dolles Phänomen unfreiwilliger Komik. Die Herrschenden halluzinieren “Aufstände” gegen sich selbst. So, als wenn sie sie sich wünschen. Nach ihrer Vorstellung rotten sich die deutschen Nazis zusammen, als Beweis, dass es “keine Alternative” zur herrschenden Herrschaft gibt. Könnte dürftig funktionieren. Aber darauf muss mann erst mal kommen. Weiterlesen

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