Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Infektionszahlen

Wer überlebt?

Zum deutschen Medien-Darwinismus im digitalisierten Turbokapitalismus
Omikron ist überall und kommt näher, in meinem Fall jedenfalls. Ein halbes Dutzend guter Bekannter hatte oder hat es. Es ist kein Vergnügen, aber zum Glück in allen mir persönlich bekannten Fällen nicht tödlich. In Bonn ist bemerkenswert, dass die 7-Tage-Inzidenz den Bundestrends entsprechend langsam sinkt, die Krankenhauseinweisungen (über 160) aber nicht mehr weit vom Höchstwert des vorigen Winters (über 200) entfernt sind. Weiterlesen

“Mitten am Ende”

Despoten gehen für das Ich über Leichen und Landschaften
Die Redewendung der Überschrift ist nicht von Karl Valentin, wie mich der Münchener Sechzger-Ethnologe Andreas Rüttenauer/taz aufklärte, sondern von einer möglichen zukünftigen Bundeskanzlerin. Derzeit ist sie “meine” Parteivorsitzende. Na dann.
Mitten am Ende ist zweifellos Recep T. Erdogan, im Hauptberuf Präsident der Türkei. DLF-Mitarbeiterin Susanne Güsten machte mich heute vor dem Aufstehen darauf aufmerksam (Audio 5 min), wie er Istanbul, die Stadt, in die ich mich 2005 verliebt habe und heute wahrscheinlich schon nicht mehr wiedererkennen würde, zerstören will. Weiterlesen

Die guten Nachrichten

Zagreb und der EU-Osten / Weltbevölkerung und Ernährung / Bonns Pandemiezahlen
Zagreb, die Hauptstadt Kroatiens, ist halb so gross wie Sachsen-Anhalt. Kroatien hat hier im Rheinland ungefähr das gleiche Image: ziemlich rechts. Haben “die” nicht sogar mit den Nazis zusammengearbeitet (“Ustascha”)? Liebgewordene Vorurteile. Norma Tiedemann/Jungle World berichtet nun über ein erfreuliches Ergebnis der Kommunalwahl in der kroatischen Hauptstadt.
Den Ex-Bonner und heute kulturell weitgehend naturalisierten Grazer Norbert Mappes-Niediek hätte das nicht überrascht. Weiterlesen

Strategische Koordination – nirgends

Vorsicht: hier finden Sie nur schlechte Nachrichten
Die 7-Tage-Inzidenz in Bonn steigt heute auf 162. Statistisch verantwortlich war heute ein diesjähriger Tageshöchststand von 125 Neuinfektionen. Die Belegung von Krankenhausbetten (90) und Intensivstationen (35) stagniert seit einer Woche. Wenn Sie das schon für schlechte Nachrichten halten, lesen Sie mal diese von Thomas Berger/Junge Welt aus Indien. Indiens Pharmabranche wollte ursprünglich Impfstoffe für die Covax-Initiative zuliefern; jetzt gilt ein Exportstopp – nach dem statistischen Vorstoss in die globale Spitzengruppe der virusbetroffenen Länder. Weiterlesen

Schlägt die Stunde der Kommunen?

von Gert Samuel
Immer nur schlechte Nachrichten zum Thema Corona?

Die meisten Berichte in fast sämtlichen Medien vermitteln vornehmlich negative Informationen – nachvollziehbar, wenn zusammenhanglos Zahlen zu Neuinfizierten, zu „an und mit Corona“ Gestorbenen, zu auf der Intensivstation Liegenden im Blickpunkt stehen. Nachvollziehbar, sollen gemäß den Vorgaben und Absichten der Kanzlerin hörige Untertanen erzogen werden. Und so ist die Verlängerung des Lockdown gewiss nicht dazu angetan, positive Stimmungen und Gefühle zu wecken. Weiterlesen

Warum die Panik?

In der politischen Klasse
Sicher, der Stress ist gross. Was hätte bei CDU-Parteitag nicht alles schiefgehen können? Et es noch ’emer jootjejange. Auf den Eigentorschützen Merz ist Verlass. Und die Infektionszahlen – gehen sie nicht zurück? Ja tun sie, wenn auch sehr langsam. Bonn heute: 32 (-5 gegenüber der Vorwoche), 7-Tage-Inzidenz 96,06. Zu viel, klar. (Bei der Krankenhausstatistik muss sich ein Fehler eingeschlichen haben: von 140 auf 10? – Update 18.1.: Der Fehler auf bonn.de ist korrigiert: von 192 auf 119.; 7-Tage-Inzidenz mittlerweile 91.)
Im Kern geht es um schlechtes Gewissen. Und eine Ahnung von heraufziehenden Unwettern. Weiterlesen

Die guten Nachrichten

Toter Fussball hebt sein Haupt / Bonner Infektionszahlen
Viele haben nicht zugeguckt. Im Stadion keine*r, vor der Glotze nur gut 6 Mio., weniger als 10% der Republik. Einer der Lieblingsspieler unserer Oberbürgermeisterin Katja Dörner, bekennende Werder-Anhängerin, Fin BARTEls setzte seine Karrierepointe. Nach meinem Gefühl war der 33-jährige in seiner Profikarriere mehr verletzt als spielfähig. Wenn er spielte, dann selten 90 Minuten durch, vermutlich, weil bei ihm als trickreicher Unterschiedsspieler defensive Anlaufarbeit nicht zu seinen Lieblingstätigkeiten gehört. Gestern spielte er 120 Minuten durch, Weiterlesen

Hoffnung

Die vermittelt die aktuelle Bonner Virusstatistik. Angesichts der unsicheren Erhebungsmethoden kann das alles täuschen. Die wackelige Datengrundlage deutscher Infektionspolitik habe ich hier schon selbst oft genug thematisiert. Die vom grau-dunklen Wetter getrübte Stimmung braucht aber Aufhellung. Darum hier ein kleines Kerzenlicht.
Die Bonner 7-Tage-Inzidenz ist zwar heute auf 135,15 (von 128,79) gestiegen. Das aber nur, weil der 2. Januar heute aus der Wertung fiel, der Brückentag zwischen Neujahr und Sonntag. Weiterlesen

Gipfelabstieg?

Das Virus in Bonn
Schön wärs. Wobei: beim Bergsteigen ist das immer der gefährlichere Teil. Also Vorsicht! Die Oberbürgermeisterin hat zwar ihre Verwaltung vorzeitig in Virus-Urlaub geschickt. Aber natürlich nicht die, dir mit dem Virus kämpfen müssen. So erfahren wir auf der Homepage der Stadt Bonn auch jetzt die täglichen Infektionszahlen. Die sagen seit 3 Tagen, dass die 7-Tage-Inzidenz (Infizierte pro 100.000 Einwohner*innen) leicht zurückgeht, nachdem sie zwei Wochen steil gestiegen war. Heute sind es 229,4. Weiterlesen

Empathie für Blinde

Gezielte Zahlenverwirrung / Auslieferung des Schulsystems / Erinnerung an Melina
Jammern hilft zwar nicht. Aber vielleicht fühle ich mich danach besser. Als stark kurzsichtiger Brillenträger steigert die Maskenpflicht in Beueler Strassen, der ich in der Friedrich-Breuer-Strasse wg. drangvoller Enge durch parkende SUVs sowieso schon nachgekommen war, meine persönliche Unfallgefahr. Die Tröpfchen, auf denen das Virus so gerne reitet, sind auf meinen Brillengläsern gut zu sehen – und sonst nichts. Wenn ich also auf eng vorbeifahrende Autos (und Fahrräder!) einen leicht taumelnden Eindruck mache, liegt es nicht am Alkohol. Wenigstens fand ich im Edeka einen Mitarbeiter, der mir eine passende Glühbirne aus dem Regal suchen konnte. Weiterlesen

Verschwörungen

Eine Leserin klagte mir kürzlich, dass sie im privaten Freundeskreis als Verschwörungstheoretikerin angesehen wurde, weil sie an den am weitesten verbreiteten Versionen zu den Fällen Nawalny und Amri (Breitscheidplatz Berlin, 2016) Zweifel äusserte. Darum mein Warnhinweis: die folgenden Ausführungen können dieses Problem verschlimmern. Es gibt eine Diskursverschiebung im öffentlichen Raum, aufgrund der ich hier schon zur Verteidigung von Skepsis angehoben hatte. Es geht immer weniger um Fakten und Beweise, sondern wie bei Religionen um glauben oder nicht glauben. Die Gläubigen bekennen sogar offensiv, Weiterlesen

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