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Schlagwort: Köln (Seite 12 von 12)

Der neue Luther

“Am siebten Tag erschuf Gott den 1.FC Köln” glauben die Fans dort, als er am achten erschöpft und darob mies gelaunt war, entstand “1899 Hoffenheim”, so erzählten jüngst die Fans im – former known as – Müngersdorfer Stadion. Dieser Geschichtsklitterung werden wir in knapp drei Wochen im Borussia-Park die erforderliche Korrektur verpassen.
Ein anderer bedeutender Schriftsteller versucht sich an einer seriöseren Neuschreibung der Lutherbibel. Nicht antisemitisch, dafür aber bedeutend genussfreudiger, beschreibt Wiglaf Droste die ersten Schritte zur Erschaffung der Welt. Wenn er weiterschreibt, was ich grundsätzlich begrüssen würde, könnte u.U. der BVB eine größere Rolle bekommen als der FC. Eine vernünftige Strategie für eine höhere fußballwissenschaftliche Seriosität einer zukünftigen Droste-Bibel wäre, wenn er Burkhard Fritsche (“BurkH”) als Illustrator hinzuzieht (hier jetzt einen Langnasen-Fan mit Haifischlächeln vorstellen). Schau’mer mal, was noch kommt.

Milliardärsvereine und Langeweile auf dem Vormarsch

Die Tabelle lügt nicht. Jetzt sind also die Milliardärsvereine aus Leipzig und Hoffenheim die Verfolger von diesem Außer-Konkurrenz-Team aus dem süddeutschen Raum. Optisch auffällig, dass bei den Spielen in eigentlich kleinen Stadien, in Mainz (gegen VW II), VW I (gegen Bayer AG), Darmstadt (gegen Leipzig), Sinsheim/Hoffenheim (gegen Hertha) viele freie Sitzschalen zu sehen waren. Aber die Zuschauer im Stadion sind, anders als bei den Westdeutschen in Mönchengladbach, Dortmund, Schalke und Köln, sowieso egal. Entscheidend ist das Fernsehgeld von Rupert Murdoch (und wenn der mal tot ist, wahrscheinlich Leon Blavatnik). Was werden die Miiiardäre wohl machen, wenn ihnen das dauernde Gewinnen langweilig wird?

Und hier die guten Nachrichten: Lucien Favres Siegesserie in Nizza geht weiter, heute 4:1 gegen Exmeister Nantes, Balotelli spielte 75 Minuten und machte auch ein Tor. Und der Verein mit dem wenigsten Geld und dem kleinsten Stadion in Europas großen Ligen, SD Eibar hat auch gewonnen, 2:1 gegen das Spitzenteam von Villareal; hätten die gewonnen, wären sie punktgleich mit Barca. Haben sie aber nicht und Eibar bleibt stabiler 9.

Verlagshaus DuMont: Ex-Chefredakteur verstärkt Unruhe

Die Unruhe um die Strategie des Zeitungsverlagshauses DuMont-Schauberg in Köln wird durch den ehemaligen Chefredakteur der Berliner Zeitung (noch DuMont) und Frankfurter Rundschau (Ex-DuMont) angeheizt. Uwe Vorkötter arbeitet und schreibt heute für den Branchendienst “Horizont” und hat dort diesen spektakulären Text veröffentlicht. Gekränkte Eitelkeit eines Ex? Oder intime Kenntnis der Verlages? Oder ein Mix von beidem? Um viele leistungsstarke Mitarbeiter*innen des Hauses täte es mir leid.

Gabun füttert Sarkozy durch / Saatgut-Kapitalismus ruiniert unsere Nahrung / Wo es noch schmeckt

In Gabun war gerade Präsidentenwahl. Der Pate Afrikas, “Omar” Bongo ist zwar schon einige Jahre tot, aber es scheint sich trotzdem nichts gebessert zu haben, wie Bernhard Schmid in der Jungle World berichtet.

Warum uns unser Essen nicht mehr so schmeckt, wie in der Kindheit und wie die gesamte Welternährung in Gefahr gerät, nämlich durch den Saatgutkapitalismus, der von immer weniger Konzernen beherrscht wird, steht heute in der SZ. Die Schuldzuweisung (Konzerne sind nicht “böse”, sondern “die Politik”, bei diesem Link einige Tage Paywall) ist zwar zu holzschnittartig, der Stand der Entwicklung wird aber zutreffend beschrieben.

Hier schmeckts noch: La Locanda in Köln weckt Geschmackserinnerungen an Sardinien, Innereien, Bottarga, Milchlamm, Vermentino und Cannonau, Filu Ferru. Dank an die Gastgeber, Super-Abend gestern.

Hat Köln mal was richtig gemacht?

Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man sich das heutige Interview der parteilosen Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Deutschlandfunk zu Gemüte führt. Der positive Eindruck dieses Interviews wird mir von meinen Kölner Freundes- und Bekanntenkreisen bisher bestätigt.
Ulrich Horn meint, dass Düsseldorf dagegen mit seiner OB-Wahl daneben gegriffen habe. Staunend lese ich dort, dass der aktuelle OB die Stadtwerke zurückkaufen wolle. Ogottogott, wer hat die denn weggegeben?

Piketty zur Europa-Krise / Recherche zum Köln-Silvester

Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschaftler und Autor des Standardwerks und Bestsellers “Das Kapital im 21. Jahrhundert”, äußert sich – ausgerechnet in der “Welt” zur aktuellen Krise Europas. Die “Welt” profitiert in diesem Zusammenhang von ihrer Mitgliedschaft in einem internationalen Veröffentlichungskonsortium und der Qualität des Inhalts tut sie keinen Abbruch.

Sehr lesenswert auch diese Recherche des “Zeit-Magazins” zu den Silvesterkrawallen in Köln. Zwar gibt es noch einen Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag, aus dem die Parteien ihren üblichen Honig saugen wollen. Ansonsten ist das öffentliche Interesse ja eher wieder erloschen. Jetzt, wo es um Faktenermittlung anstelle von Gerüchteküche geht.

Köln

Muss man nun sauer auf den rechten Attentäter sein, weil über die Kölner Wahl keine Scherze mehr möglich sind? Jetzt kann man nur der Hoffnung Ausdruck geben, dass die gewählte Kölner Oberbürgermeisterin wieder gesund wird.
Unabhängig davon wird aber das verkorkste kommunalpolitische Leben weitergehen. Das besteht in Köln z.B. darin, dass es von einer 60%-Mehrheit mit Nichtbeachtung gestraft wird. Weiterlesen

Kölner Hupke muss Bürgermeister von Peking werden

Für den Weltfrieden und die Außenhandelsblanz darf uns kein Opfer zu groß sein. Jetzt ist die rheinische Konfliktlösungkompetenz des Exportvizeweltmeisters beim Weltmeister gefragt. Andreas Hupke, grüner Bezirksbürgermeister in Köln und dort seit Jahren in der Konfliktmoderation am Brüsseler Platz engagiert, ist jetzt für höhere Aufgaben gefordert.
In chinesischen Großstädten, erheblich – man glaubt es kaum – größer als Köln, gibt es ähnliche Probleme. Die Jugendlichen der chinesischen Kulturrevolution terrorisieren mit ihren sozialen Aktivitäten die ruhebedürftigen, produktiven und für die Exportweltmeisterschaft schuftenden jüngeren Bevölkerungsmassen. Sozialismus und Kapitalismus stossen hier mit der ganzen Unbarmherzigkeit ihrer Widersprüche aufeinander.
Wie kann man hier zu einem Interessenausgleich kommen, der den Weltfrieden nicht gefährdet sondern erhält? Da muss Hupke ran. Der Brüsseler Platz ist zu klein für ihn.

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