Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: SZ (Seite 23 von 23)

Katastrophe am Mekong / Ukrainische Friedensbewegung / Leggewie

Vor zwei Monaten wies ich hier auf einen Bericht über eine Ökokatastrophe an vietnamesischen Fischbeständen hin, seinerzeit hervorgerufen durch Industrieabwässer. Folgeberichte in irgendeinem deutschsprachigen Medium konnte ich nicht entdecken. Die deutsch-vietnamesischen Beziehungen sollen wohl nicht belastet werden. Nun berichtet eine internationale Wissenschaftszeitschrift über eine Ökokatastrophe am Mekongfluss, in Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam, hervorgerufen durch die zahlreichen Staudammbauten im Flußverlauf (dt. Fassung in der SZ). Die ökologische Katastrophe kann ebensolche ökonomische Auswirkungen haben, Vietnam ist ein bedeutender Fischexporteur nach Europa (500.000 Tonnen in die EU).

Friedens-Flashmobs in der Ukraine, Bahnhofshallen als Resonanzraum, eine ukrainische Form von “Loss’ mer singe”. (Telepolis)

Claus Leggewie wendet sich im Telepolis-Interview gegen falsche EU-Kritik.

Österreich & Italien: der letzte Countdown der EU

Österreich wiederholt seine Präsidentschaftswahl, weil sie, anders als in den USA “falsch” ausgegangen war. Josef Hader sagt dazu im SZ-Interview, mit einer bemerkenswerten Kühle, im Innersten dürfte es etwas anders aussehen, was dazu zu sagen ist.

In Italien ist gleichzeitig ein Referendum, das Regierungschef Renzi mit einer strategischen Intelligenz, wie man sie sonst nur von deutschen Sozialdemokraten kennt, zu einer Abstimmung über sich selbst gemacht hat. Deutsche Hochnäsigkeit gegenüber Italien ist aber absolut unangebracht, wie die von Thomas Fricke genannten ökonomischen Zahlen ganz faktisch beweisen.

Lehren aus Trump (VIII) – sein Weg, die Atlantiker, die EU und wir Linke

Schon über eine Woche alt ist diese Darstellung der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) von Trumps Weg zum Wahlsieg. Sie illustriert erneut, dass den Demokraten der Frieden mit dem Großkapital, mit dem die NZZ sich ja bekanntlich exzellent auskennt, und das Verhindern von Sanders wichtiger war als ein Wahlsieg.

Wir hatten hier vor wenigen Wochen eine Analyse publiziert, wie sich das außen- und rüstungslobbyistische US-Establishment auf eine Präsidentin Clinton vorbereitete. Nun muss es sich umorientieren. Hier beobachtet Telepolis-Chef Florian Rötzer die sog. “Atlantiker” bei der Arbeit.

Realismus bei den europäischen Neoliberalen? Alexander Hagelüken versucht es, “Sozialausgaben” will er weiter “begrenzen”, den Wähler*inne*n soll es also nicht besser gehen, aber im Kern hat er verstanden, was die EU zerstört. Es ist die Politik unserer Bundesregierung.

Das hat auch Robert Misik verstanden, für den Albrecht Müller und Jens Berger von den nachdenkseiten, unterschiedlich temperiert, nur Häme und Herabsetzung übrig haben und seine strategische List verstehen sie nicht. Dabei ist es gerade Müller, der seit vielen Monaten die Unmöglichkeit von Alternativen zu einer Merkel-Regierung “beweist”. Misik artikuliert Überlegungen derer, die noch zu eigenen Lebzeiten Fortschritt sehen wollen, und vor allem Bündnisse gegen menschenfeindliche Tendenzen schmieden wollen, ohne Aufnahme-Gesinnungsprüfung, sondern mit Respekt und Anerkennung für Andersdenkende. Was muss denn noch passieren, damit wir die Gefahren erkennen und zusammenarbeiten, statt uns zu bekämpfen?

Weitere nützliche Hinweise dazu geben Stefan Niggemeier (uebermedien) und Michael Hartmann. Streitsüchtige würden zwischen beiden einen Gegensatz konstruieren; politische Intelligenz bestünde darin, beide zusammenzudenken.

Wie Sport und sein Journalismus herunterkommen

Die Süddeutsche Zeitung gilt als “Qualitäts-” und “Leitmedium”. Ich habe sie auch einige Zeit als Abonnent genossen. Damals, als sie noch einen NRW-Teil hatte, aber auch darüber hinaus sehr lesenswert war, wegen ihrer internen Meinungsvielfalt, und zahlreicher junger Talente, die sie damals beschäftigte, so ungefähr zu Beginn dieses Jahrtausends muss das gewesen sein. Ich erlebte mal eine große, gelungene Veranstaltung der “Lit.Cologne” die fast nur von ihren Sportmitarbeiter*inn*en bestritten wurde, Raphael Honigstein, Christoph Biermann, Birgit Schönau, Javier Caceres, Ronald Reng. Dann kamen 2008 die Schwaben von der SWMH, kauften vier der fünf SZ-Besitzerfamilien aus dem Verlag raus, und auch sonst viele Andere. Das Feuilleton ist seitdem ausgezehrt, hat politische Interventionen fast komplett aufgegeben. Der Sportteil ist immer FC-Bayern-lastiger geworden. Der NRW-Teil wurde als erstes dichtgemacht, und einige Zeit später war ich dann auch als Abonnent weg. Wie analysefrei seitdem dort Fußballjournalismus betrieben wird, illustriert heute Chrstoph Kneer mit seinem Ancelotti-Porträt zur Bayern-Krise (die ist immer, wenn sie nicht gewinnen und nicht Erster sind), ein Autor, der es nachweislich besser könnte. Aber wenn die Fußballer Formkrise haben, kriegen die Journalisten sie auch, so symbiotisch geht es dort schon zu.
Wo der Fußball mal landen wird, wenn er so weiter macht, das sehen wir aktuell an der zusammenbruchartigen Krise der Welt-Leichtathletik. Was war das mal eine attraktive und begeisternde Sportart. Fast nichts haben sie von ihr übrig gelassen.

Lehren aus Trump (V)

Diana Johnstone, die vor der Wahl bereits ein kritisches Buch über Frau Clinton veröffentlich hat, plädiert jetzt in einem Kommentar für Entdramatiserung, auch wenn es ernst ist.
Ein ähnlicher Zungenschlag bei Paul Mason im Guardian, was die deutschen “Blätter” mit Übersetzung übernommen haben. Mason meint, dass menschenrechtliche Erfolge auf internationaler Ebene vor dem Schlimmsten schützen können.
Thomas Fricke (Sp-on) beschreibt die wirtschaftspolitischen Problemstellungen, vor denen Trump stehen wird.
Jakob Augstein (Sp-on) hält dagegen nichts von Entdramatisierung, sondern plädiert bereits für die Anwendung des Faschismus-Begriffs.
Nach meiner heutigen Lektüre von Yavuz Baydar (SZ) habe ich mich gefragt, warum wir ihn bisher für die Türkei noch nicht angewandt haben, während das viele betroffene Türk*inn*en schon lange tun, s. auch Mely Kyiak auf dieser Seite, die unser mangelhaftes Zuhören kritisierte.

Hallo NRW-Staatskanzlei, jemand zuhause?

Vor einigen Wochen wurde man als NRW-Bürger regelrecht geschockt, weil die Ministerpräsidentin Kraft vorgab eine “Idee” zu haben: eine NRW-Bewerbung für Olympische Spiele. Auf dieses Holzpferd soll sie der Wittwer des verstorbenen Guido Westerwelle, Sportvermarkter Mronz, gesetzt haben. Frau Kraft soll den gleichen Lieblingsverein wie ich haben: Borussia Mönchengladbach. Da ich für übernächsten Samstag gegen den FC Stadionkarten habe, werde ich sie darauf hinweisen, wenn ich sie sehe:
Andreas Rüttenauer hat jüngst in der taz den geradezu hemmungslosen Aufklärungswillen des DFB in Sachen Sommermärchen-Korruption herausgearbeitet.
Und Thomas Kistner (SZ), der sich neben Jens Weinreich sicherlich am besten in den Machenschaften der Sportmafia auskennt, hat noch mal genau zu erklären versucht, wie wenig gut diese Idee von Frau Kraft ist.
Da sich das ausserhalb der NRW-Staatskanzlei schon ziemlich rumgesprochen hat, wäre fast jede andere Idee besser und auch erforderlich, um eine Kraft-Wiederwahl zu sichern.

WOW –carolin emcke und der friedenspreis des deutschen buchhandels 2016 —habermas -bohrer – aidorno –heitmeyer–reemtsma

1.
WOW –
-das hat CAROLIN EMCKE selber so gesagt ,als sie am rednerpult in der paulskirche steht —„SO sieht es also aus dieser perspektive aus „

WOW –denke ich –,was für eine schöne und kluge FRAU die so gestochen scharf sich artikuliert–
„GEGEN DEN HASS“ – hat CAROLIN EMCKE den friedenpreis de deutschen buchhandels 2016 bekommen-

2.
Und schon haben DIE TYPEN was zu melden –
an der spitze und besonders dreist Weiterlesen

Türkei-Putsch – wer wars? / Krieg / NSU neverending / Geo-Economy: Schäuble isoliert Deutschland und Europa

Interessiert das noch jemanden? Sicher Erdogans Geheimdienst. Aber sonst? Die Sau vom 15.7. ist schon durchs Dorf durch. SZ-Kolumnist Yavuz Baydar hat es trotzdem keine Ruhe gelassen. Das bisherige Ergebnis seiner Recherchen, laypouttechnisch in der Druckausgabe im Keller des Feuilletons versenkt, liest sich für mich plausibel.
Man sollte diese Geschichte kennen, wenn man die strategischen Interessen der Türkei im Krieg im Nordirak und Syrien richtig analysieren will.

Peinlich für “uns” gegenüber Erdogan, dass unsere Staats- und Regierungsführung kaum moralische Autorität gegenüber türkischen Repräsentanten auf die Waage bringt, angesichts der weiter unter staatlicher Vertuschung leidenden Aufklärungsversuche zur NSU-Mordserie. Beim PolizistInnenmord in Heilbronn ist bis heute unklar, ob die das überhaupt waren. Und wenn nicht, wer dann?

Thomas Fricke schreibt schon seit langem, früher in der Financial Times Deutschland, heute auf Spiegel-Online gegen die ideologisch verbohrte deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik an. Sie ist nicht nur falsch, sie führt unsere Außenpolitik, selbst gegenüber unseren “besten” angloamerikanischen Freund*inn*en immer mehr in die Isolation. Der deutsche Außenminister ist Schäuble, und das ist nur kurzfristig gut für das deutsche Großkapital. Denn hier geht es weiter – Andere, Klügere, bedanken sich für dieses günstige Fenster der Gelegenheit.

Terror-Porn – to be continued

Heribert Prantl (SZ) beurteilt die Rolle von Petra Bahr, der Theologin in “Hart aber fair” positiver, und die von Gerhart Baum kritischer, als Roland Appel gestern an dieser Stelle. In der Hauptsache, der fremdschäm-peinlichen Inszenierungsstrategie der ARD kommt er aber zum gleichen Ergebnis.

Terror muss nicht inszeniert werden, weil wir in der Wirklichkeit mehr als genug davon haben:
in Mossul erwartet über 1 Mio. Zivilist*inn*en ein ähnlich grauenvolles Schicksal wie in Aleppo (Telepolis)
im Jemen wird es nicht erwartet, sondern ist schon da, mit deutschen Waffen, bedient von unseren “besten” arabischen “Freunden” (German Foreign Policy; dieser Beitrag verschwindet nach einigen Tagen in einem Paywall-Archiv)
– zum völkisch-deutschen Terror im eigenen Haus hier der dritte Teil einer Telepolis-Bestandsaufnahme der NSU-Ermittlungen
– und schliesslich noch der Lärmterror, meistens nicht mörderisch, aber definitiv krankmachend, die FAS machte eine verkehrspolitische Bestandsaufnahme zum Bahnlärm hier bei uns im Rheintal.

Müssen Flüchtlinge hier jetzt alles selber machen?

Bereitwillig folgen auch heute die meisten inländischen Medien wieder dem Spin der Sicherheits- und Polizeibehörden. Dabei muss doch so vieles misstrauisch machen. Allzu sehr gleicht die Berichterstattung einer theoretischen Betriebsanleitung – und das von Sachsen aus, wo man allem möglichen Vertrauen schenken mag, aber am allerwenigsten den dortigen Polizeiführungen und Geheimdiensten.
Merkwürdig sicher schien man alles Mögliche über einen ganz bestimmten einzelnen (?) Mann zu wissen, was er vorhatte und mit welchen technischen Mitteln. Als man dann Zugreifen wollte und dafür weiträumig einen Stadtteil lahmlegte, konnte der Einzelne leider, leider rechtzeitig Ausbüchsen. Darum musste man ebenso leider, leider, die Öffentlichkeit mit großangelegten “Fahndungen” unterhalten.
Und dann die entscheidende Panne: syrische Flüchtlinge führen uns vor, wie diskrete, ruhige, wirkungsvolle Polizeiarbeit geht: Kontaktaufnahme, Zugriff, fertig verpackt geben syrische Flüchtlinge den Gesuchten bei der Polizei ab. Ob die ihn überhaupt schon so zeitig haben wollte? Wie soll das ganze Programm jetzt weiter abgespult werden?
“Kein Generalverdacht gegen Flüchtlinge”? Gegen den sog. “Verfassungsschutz” aber sehr wohl! Angesichts des Verdachts auf Mittäterschaft bei den NSU-Morden, der bereits nachgewiesenen Vernichtung von Beweismitteln, der Erschwerung strafrechtlicher Ermittlungen.
Wenn sich in der sog. “Flüchtlingskrise” jemand lächerlich macht, dann sind das nicht nur die altbekannten dumpfbackigen deutschen Rechten, wirklich schlimm ist das Desaster unserer einst auch international so bewunderten Bürokratie. Ordnung müssen wir selber schaffen, Flüchtlinge und ihre Millionen ehrenamtlichen Freund*inn*e*n.
Update 13.10.16: In der Nacht vom 12. auf den 13.10. wurde gemeldet, der festgenommene Verdächtige habe in seiner Zelle des Gefängniskrankenhauses Leipzig Selbstmord begangen. Ein wirklich schlechtes Drehbuch. Heribert Prantl (SZ) schreibt, was dazu zu sagen ist. Mir würde es schwerfallen, seine Sachlichkeit zu bewahren.

BuPrä / taz vs. Lafo / Mitleid mit der Dt. Bank / Studis wohnen alleine / rätselhaftes Internet

Mit gewohnter Präzision informiert Günter Bannas über den aktuellen Verhandlungsstand zur Neubesetzung des Bundespräsidentenamtes. (FAZ)

Mit zahlreichen Beiträgen nimmt die taz Oskar Lafontaines gestrige Beschimpfung auf. Er weiss einfach, wie er Medien erfreuen kann.

So tief ist die Deutsche Bank gesunken: jetzt gibt es für sie schon Mitleid. Zuteil wird ihr das von der BaFin, der “Bundesaufsicht für die Finanzdienstleistungsaufsicht”, mit Sitz drüben im fernen Bonn. Ob es diplomatisch klug ist, die Bank hier zu schonen? Wird das die britische und die US-amerikanische Aufsicht nicht umso kampflustiger machen? (Telepolis, nachdenkseiten, SZ)

Die Immobilienwirtschaft hat eine neue Goldader entdeckt: die reichen Eltern von Student*inn*en. Ganz nebenbei – oder ist das gar die Hauptsache? – stabilisiert/ verfestigt/extrapoliert sie damit die Klassenstruktur unserer Gesellschaft. Die Studis machen sich zwar gerne digital nackig, ganz analog-physisch wollen sie aber vor allem ihre Ruhe vor der Welt da draussen haben. Die Haie sind auch schon hier in Beuel. (FAZ) Es gibt auch Gegen-Ansätze, die sich hoffentlich anders entwickeln als einst die gewerkschaftliche Gründung “Neue Heimat”. (FR)

Das FAZ-Feuilleton startet eine neue Serie über das rätselhafte Internet. Online-Redakteur Thiel, geb. 1975, schreibt im Startbeitrag z.B.: “Die liberale Demokratie hat ihre Selbstverständlichkeit verloren.” Ist das jetzt in die FAZ-Flure vorgedrungen? Ich hatte dieses Gefühl auch schon, als Thiel noch gar nicht geboren war, vom Internet ganz zu schweigen.

Kippt Wohntower um? / Strippenzieher Soros / TTIP&CETA / ARD&ZDF-Jugendding

Nein es ist diesmal kein Sack Reis. Es ist auch nicht in China. Fallen einige Immobilienmilliarden in San Francisco in die Bucht? Panik der Superreichen breitet sich aus. Mensch Köln, Dein U-Bahnbau is ja nix dagegen!

Der Superreiche Soros – vieldämonisiert. Telepolis versucht sich an einer differenzierten kritischen Analyse.

Michael Wendl gehörte innerhalb der Jusos mal der gleichen Strömung an wie Gerhard Schröder. Sie nannten sich “Antirevisionisten” und es waren die 70er Jahre. So gegensätzlich können Lebenswege verlaufen. Beim Oxiblog, mit dessen Gründer Wolfgang Storz mich eine gute journalistische Freundschaft verbindet, erklärt Wendl die strategischen Interessen, die die deutschen TTIP-Fans antreiben.

Stefan Niggemeier, in meinem Augen seit längerem der beste deutschsprachige Medienjournalist, stellt das neue Jugendding “Funk” von ARD und ZDF vor.

Wie VW und die Bundesregierung gemeinsam die Marke “Made In Germany” ruinierten, beschreibt die SZ Weiterlesen

Linker Populismus

Isolde Charim stellt in für sie typischer kühl-analysierender Art die aktuelle Weltsicht von Zizek und Eribon gegenüber.
Eine begnadet gute Besprechung von Eribon liefert BVB-Fan Klaus Bittermann in der Jungle World, indem er kursorisch die deutsche Zeitgeschichte neben der von Eribon beschriebenen französischen nachzeichnet.
Christian Zaschke darf heute auf Seite 3 der SZ – endlich – erklären, warum der hierzulande überwiegend für bekloppt erklärte Labour-Vorsitzende Corbyn im United Kingdom zum Hoffnungsträger werden konnte. Da die SZ ihre Seite 3 nicht online stellt, kann sie hier leider nicht verlinkt werden. So bleiben nur Seiten zu empfehlen, die “einseitig” für die hunderttausenden engagierten neuen Labour-Parteimitglieder parteinehmen, kontinuierlich in mehreren Beiträgen die nachdenkseiten.de und aktuell Paul Mason im Freitag. Und tatsächlich: uns wird weisgemacht, die Umfragewerte von Labour seien “im Keller”. Gleichzeitig sind sie in ganz Europa die höchsten einer sozialistischen/sozialdemokratischen Partei 😉

Gabun füttert Sarkozy durch / Saatgut-Kapitalismus ruiniert unsere Nahrung / Wo es noch schmeckt

In Gabun war gerade Präsidentenwahl. Der Pate Afrikas, “Omar” Bongo ist zwar schon einige Jahre tot, aber es scheint sich trotzdem nichts gebessert zu haben, wie Bernhard Schmid in der Jungle World berichtet.

Warum uns unser Essen nicht mehr so schmeckt, wie in der Kindheit und wie die gesamte Welternährung in Gefahr gerät, nämlich durch den Saatgutkapitalismus, der von immer weniger Konzernen beherrscht wird, steht heute in der SZ. Die Schuldzuweisung (Konzerne sind nicht “böse”, sondern “die Politik”, bei diesem Link einige Tage Paywall) ist zwar zu holzschnittartig, der Stand der Entwicklung wird aber zutreffend beschrieben.

Hier schmeckts noch: La Locanda in Köln weckt Geschmackserinnerungen an Sardinien, Innereien, Bottarga, Milchlamm, Vermentino und Cannonau, Filu Ferru. Dank an die Gastgeber, Super-Abend gestern.

Blatters Rache

Die Deutschen werden doch wohl nicht im Ernst geglaubt haben, dass sie Jupp Blatter absägen können, ohne selbst mit unterzugehen? Die Schweiz wurde von den USA gezwungen ihr Bankgeheimnis zu schleifen. Damit ist das Geschäftsmodell ihrer Volkswirtschaft eigentlich schon weitgehend ruiniert. Direkt anschliessend gings gegen die weltweit umsatzstärkste Mafiaorganisation mit Sitz in Zürich, Weiterlesen

Medientratsch – wird FAZ-Feuilleton abgewirtschaftet?

Die Süddeutsche berichtet über eine innovative, mutige und erfolgreiche Krimiproduzentin, gearbeitet wurde in Südafrika. Axel Milberg hat mitgeholfen.
Kai-Hinrich Renner ist beim Handelsblatt wieder im Dienst.
Und Ulrike Simon hat sich den Schirrmacher-Nachfolger Jürgen Kaube mal so richtig zur Brust genommen, scheinbar stellvertretend für zu ängstliche FAZ-Beschäftigte.
Boris Rosenkranz beklagt völlig zu Recht die Unverhältnismäßigkeit und abgebrühte Gefühllosigkeit deutscher TV-Nachrichten. Nicht nur die machen sich einen schlangen Fuß. Während der Fußball-EM wird sogar der richtige Sportjournalismus im WDR-Fernsehen stillgelegt. Gefragt ist nur noch Produktpräsentation. Das hat schon was Totalitäres.

Texte des Tages: Terkessidis & Lucke

Mark Terkessidis ist in meinen Augen seit Jahren einer der intellektuell überragenden migrationspolitischen Publizisten. Vor einigen Jahren erlebte ich ihn als Referenten bei einer Integrationskonferenz der Stadt Bonn. Bei seinem Vortrag setzte er nicht nur sein Mundwerk ein, sondern kämpfte mit seinem ganzen Körper. Es arbeitet in ihm. Und es ist gut. Heute erschien in der SZ ein Text von ihm und Aladin El-Mafaalani, der vordergründig ein neues Bundesministerium fordert, im Kern aber eine scharfe Analyse der gegenwärtigen innergesellschaftlichen und geostrategischen Entwicklungen ist. Zu so einer Arbeit kann ich nur beglückwünschen und hoffen, dass es Folgen hat.
Nachdem ich vor ein Tagen selbst das Bedürfnis nach linkem Populismus geäußert habe, bin ich durch den heutigen Rundumschlag von Albrecht von Lucke in den Blättern für deutsche und internationale Politik wieder ins Nachdenken gekommen. Darum sei es hier ebenfalls nachdrücklich empfohlen.
Ein Text von Charlotte Wiedemann in der heutigen taz zur Frage, wie die Flüchtlingsaufnahme den deutschen Antisemitismus-Diskurs verändern könnte, steht leider (noch?) nicht online. Wirds bald, Ihr da in Berlin?

Bester Text des Wochenendes: (wie so oft) Prantl

Am Wochenende fasste, wie so oft, Heribert Prantl die aktuelle flüchtlingspolitische Debatte optimal zusammen. Ein ausgebildeter Staatsanwalt, der schreiben kann. Gut, dass das mal bei einem zusammengetroffen ist. Die Süddeutsche brauchte ein paar Tage, den Text online zu stellen. Immerhin, da ist er jetzt.
Eine gute Ergänzung dazu ist Robert Misiks Beurteilung des Wiener Wahlergebnisses, Samstag in der taz erschienen aber bisher dort nicht online, aber bei ihm selbst.

Lesebefehle Fußball

Gerhirnerschütterungen waren bei der letzten WM ein groß gewachsenes Thema. Der Gladiatorenstil feierte fröhliche Urständ, und dass die deutschen Weltmeister diesen Stil spielerisch ausgebremst haben, war ihr eigentlicher Verdienst. Gehirnerschütterungen werden im Fußball dennoch bisher sträflich unterschätzt, wie dieser FAZ-Text berichtet.

Der FAZ-Sportteil ist für weitere Berichte zu loben. Obwohl Mainz 05 gestern sportlich jämmerlich aus der Europa-League ausgeschieden ist, ist die Bundesligakonkurrenzfähigkeit und finanzielle Gesundheit dieses Vereins ein Fußballwunder, Weiterlesen

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