Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 31 von 61)

Smerlings Kunsthalle

Größer geht es kaum noch. Prof. Walter Smerling hat wieder zugeschlagen.
Nach einer großen Ausstellung deutscher Künstler in Berlin – Hauptsponsor war Rheinmetall. Dieses für seine sehr präzisen und sehr nachhaltigen Produkte weltweit bekannte und in fast allen Kriegen dieser Welt vertretene Düsseldorfer Unternehmen aus dem Bereich der stahlverarbeitenden Industrie, unterstützt Smerling immer wieder gerne. Mit von der Partie, wenn Smerling ruft, sind auch gerne Frank Walter Steinmeier, sowie Gerhard Schröder und Sigmar Gabriel. Weiterlesen

Der bessere Sigmar

Willi statt Gabriel: “Völlerei, aber massvoll”
Vor den schlechten Nachrichten die gute: während sich Melanie Mühl hinter der FAZ-Bezahlmauer am Selbstoptimierungswahn abarbeitet, komme ich beim DLF-Kultur weiter: Optimisten leben besser” – “Zum Glücklichsein gehöre auch hin und wieder die Völlerei oder das eine oder andere Glas, wenn man es denn bewusst und maßvoll konsumiere”. Sarich doch. Weiterlesen

Perle “Begräbnis”

Als “Comedy” verkauft, ist “Das Begräbnis” eher tragisch
Als schmieriger Therapeut “Kranitz” hat Regisseur Jan Georg Schütte zuletzt schauspielerisches Gesicht gezeigt. Ein wunderbares Ekel. Im wahren Leben kann er so ein Ekel nicht sein. Denn dann stünden Deutschlands beste Schauspieler*innen nicht ständig in der Castingschlange, wenn er seine nächste Improvisations-Produktion vorbereitet. Ausserdem muss der Mann einen guten Kanal zum ARD-Produktionsmachtzentrum Degeto haben. Weiterlesen

Agrarökonomie

Anlässlich der alljährlichen “Wir haben es satt!”-Demo, die sich auch von Pandemie und ausfallender Grüner Woche nicht abhalten liess, erschienen einige lesenswerte Abhandlungen zu den Produktionsverhältnissen dessen, was wir täglich zu uns nehmen. In diesem Fall drohen keine genussbeeinträchtigenden Bilder, aber eine Menge genussfördernder politischer Gedanken. Weiterlesen

Die Schönheit Roms

Mediathekdiamant “Il sorpasso”

So schön habe ich Rom noch nie gesehen. Diese Stadt ist quasi schon totfotografiert. In Il Sorpasso (Mediathek bis 17.3.) von 1962, dem Jahr, in dem ich in den Kindergarten kam, fährt Vittorio Gassmann mit Jean-Louis Trintignant im Cabrio durch eine menschenleere und autofreie Stadt. Ob sie für die Dreharbeiten evakuiert wurde, bleibt in dem ansonsten superinformativen Wikipedia-Eintrag offen. Das Auto, dessen Elend dieser prophetische Film voraussah, schafft es, eine Stadt schwarz-weiss schöner aussehen zu lassen, als in Farbe. Weiterlesen

Wechselnde Mäzene

Audiothekperlen zu den Dichtern Moliére und Fühmann
Die Feuilletons sind voll mit beiden. Ich will hier nicht verbergen, welche meine Perlen waren.
Unübertroffen wie immer ist Extradienst-Gastautor Hans Conrad Zander, der dem Monsieur Moliére sein WDR-Zeitzeichen widmete (15 min). Wie immer bei Zander, spielt die Katholische Kirche eine – mal ganz wertfrei formuliert – bedeutende Rolle. Selbst der absolutistische “Sonnenkönig” war bündnisstrategisch gezwungen, mit dem Erzbischof im Einvernehmen zu herrschen. Weiterlesen

Filosofie für Einsteiger*innen

In meinem Freund*innen*kreis stellte ich fest, dass der lebensnahe Filosofie-Unterricht der NDR-Serie “Neues aus Büttenwarder” sich nicht allen leicht erschliesst. Darum vorweg der Hinweis für die Fortgeschrittenen unter Ihnen: nach Beendigung der Serie (nach 98 Folgen) wiederholt der NDR sie noch einmal ganz von vorne, seit letzten Samstag immer vor der Sportschau (17.35 h). Für die Anfänger*innen unter Ihnen: Ilja Trojanow/taz über die Forschungen, wie alles anfing. Weiterlesen

Mediathekperle Ali

Das Werk ist schon knapp einen Monat lang online und bleibt es noch bis 11. März. Heute und morgen strahlt ARTE es linear aus: eine 8-Stunden-Dokumentation über Muhammad Ali, von Sarah und Ken Burns (ihr Vater) sowie David McMahon (ihr Gatte). Die haben einen sehr guten Namen. Wer sich so ausführlich mit diesem grossen Mann beschäftigt, kann keinen Mist bauen. Ich habe vor ca. 15 Jahren ein ähnliches Werk im damals berüchtigten Deutschen Sportfernsehen gesehen, in einer Spielpause des Profifussballs. Jetzt lagert es auf einem alten Festplattenrecorder, dessen Fernbedienung ich nicht mehr finde. Weiterlesen

Lockdown für das Schweinesystem

Aus dem Aufgabenheft von Cem Özdemir
Haben Sie einen “starken Magen” und ein stabiles Gemüt? Oder wollen Sie sowieso gerade Vegetarier*in werden? Dann schauen Sie sich die SWR-Dokumentation “Schweine vom Fließband: Bleibt der Tierschutz auf der Strecke?” von Monika Anthes und Edgar Verheyen an, die der NDR gestern Abend wiederholte. Sie lässt nur einen Schluss zu: die Massenschweinezucht in Deutschland muss sofort in den Lockdown. Das ganze System ist gesetzwidrig. Wo Haftbefehle nicht umsetzbar sind, sind sofortige Berufsverbote das Mindeste: für Tierfabrikbetreiber, in Schlachtkonzernen, Landratsämtern und für nicht wenige Tierärzt*inn*e*n. Weiterlesen

Bilder kommen vor der Sprache

Die Digitalisierung des Kunstfeldes stellt Kunst und Künst­le­r:in­nen vor ganz neue Herausforderungen. Robert Fleck beschreibt den Weg der Kunst ins 21. Jahrhundert
Hat die Kunst eine Zukunft? Kunstbetriebsfloskeln wie diese sind mit Vorsicht zu genießen. Zerfällt doch die Entität, die damit beschworen wird, bei näherem Hinsehen in hunderttausende Individuen, die nicht mehr unter eine Begriffshaube zu bringen sind. Und ihre Nonkonformität hochhalten. Wer wollte dieser Avantgarde des Eigensinns etwas raten oder gar prophezeien? Weiterlesen

Amnesieclub

Sagen, was ist
Die Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag des Spiegel nehmen noch kein Ende. Ulrich Gutmair/taz versucht dabei die Riesenkraterlücke zu füllen, die der Spiegel in seiner lückenhaften Eigenbeschreibung hinterlässt. Er nimmt dabei, so wie ich, auf die Arbeiten Bezug, die Lutz Hachmeister geliefert hat. Aber so, wie die taz vorzugsweise immer nur wieder auf sich selbst verlinkt, erwähnt er nur Hachmeister-Texte, die in der taz erschienen sind. Das sieht etwas billig aus. Inhaltlich liegt Gutmair aber komplett richtig. Weiterlesen

Alter Film – anders gesehen

Das Lebenswerk von Robert Altman habe ich bewundert. In seinen Filmen werden die Produktionsverhältnisse von Kino und TV kritisch reflektiert. In Unkenntnis seiner Persönlichkeit bleiben Fragen offen. Denn er war kein neutraler kritischer Beobachter, sondern ein Teil des Systems. Gestern lief sein Spätwerk “Prêt-à-porter / Ready To Wear” von 1994 in der Glotze. Produziert von Miramax, der Firma der Gebrüder Weinstein. Weiterlesen

#metoo – wie fing es an?

Das Machtgefälle und die Gewalttätigkeit zwischen den Geschlechtern fingen angeblich irgendwann mit der Sesshaftwerdung des Menschen an: das Bild vom Jäger und seiner umsorgenden Frau. Das Christentum übersetzte es sich als Ende des Paradieses, der Ungleichheit von Adam und Eva, und ihren ungeratenen mörderischen Kindern Kain und Abel. Nicht alles daran ist falsch. Das Label #metoo umfasst darüber hinaus das komplexe Zusammenspiel von Geschlechterkrieg und Medienmacht, und ist darum um viele Jahrtausende jünger. Weiterlesen

Und dann geh’ ich auseinander

Mediathekperle: die total perfekte Weihnachtshow – live! – zu diesem Heiligabend
Noch ganz unter dem frischen Eindruck dieses Höhepunktes des Fernsehjahres 2021 gebe ich Ihnen hiermit meine Empfehlung zur Gestaltung des heutigen Heiligabends. Draussen ist es dunkelgrau und gemässigt kalt. Unter dem Eindruck des kommenden Lockdowns – oder ist er doch schon da? – sitzen alle traurig zuhause und betrachten die mickrigen Geschenke des Christkindes sowie die eigenen Drogeneinkäufe und überlegen: was nun? Weiterlesen

GameFace – echt jetzt?

Hier eine weitere Mediathekperle – äh oder doch nicht?
Viel aufgeblasene PR-Prosa wurde im letzten Jahr von ARD und ZDF verbreitet, wenn sie von ihrer Mediathek schwadronierten. In der Tat könnte sowas an Tagen wie diesen und den nächsten ein Segen sein, wenn es funktionieren und gepflegt würde. So entdeckte ich linearer Glotzopa gestern “GameFace” im Nischensender One, eine schon sieben Jahre alte Channel-4-Produktion aus dem gespaltenen Königreich. Weiterlesen

Diriyah-Biennale

Das Erfolgskonzept der Kunstwelt – jetzt auch in Saudi-Arabien
Lassen sich mit Biennalen Gerechtigkeit und Demokratie befördern? Sieht man einmal von dem Kunstmessen-Abkömmling Venedig ab, befeuert diese geheime Hoffnung die rapide Biennalisierung der zeitgenössischen Kunstwelt in den letzten Jahren von Gwangju bis Istanbul. Soll man jetzt auf Saudi-Arabien setzen? Dort startete am Wochenende die erste Ausgabe dieses Erfolgsformats in der Hauptstadt Riad.

Diriyah-Biennale nennt sich diese Premiere nach einem für seine traditionellen Lehmbauten bekannten Vorort Riads. Das klingt kulturbewusst, ist aber politische Strategie. Weiterlesen

Spitzenküche

Export aus dem Rheinland: erreicht Berlin Bensberg-Niveau?
In dieser Zeit der seltenen guten Nachrichten bleibt eine gute Küche eine der letzten Gelegenheiten, Stimmung aufzuhellen und das Schöne des Lebens wieder in den Vordergrund zu rücken. Während der gesamten Pandemiezeit war es für mich persönlich ein Anker für das Wohlbefinden und die Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen. Darum habe ich eine Lobeshymne zur Wiedereröffnung eines Berliner Restaurants in der Berliner Zeitung (seit 7.12. digital eingemauert) mit Interesse gelesen. Weiterlesen

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