Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 32 von 57)

Adolf Winkelmann 75

Seine Filme waren die ersten und bisher, neben den “Schimanskis”, einzigen über das Ruhrgebiet, bei denen mein erster Impuls nicht war: “In Wirklichkeit ist das doch alles ganz anders!” Die Klischees quälten die Region und ihre Bewohner*innen, so lange ich dazugehörte und weit darüber hinaus. Heute heisst es dann immer: “Ist aber schön grün hier, hätte ich gar nicht gedacht.” und der*die Ruhri muss erneut ein gequältes Gesicht verbergen. Die Arbeit ist weggegangen und nicht wieder gekommen. Das neueste von der Landesregierung liebevoll gepflegte Klischee ist “Clankriminalität” und “No-Go-Areas”, womit nicht die gemeint sind, wo Schwarze sich nicht hintrauen, sondern die, wo sich der biodeutsche weisse “Normalbürger” nicht hintrauen soll (Frauen nicht mitgemeint: die sollen sowieso zuhause bei den Kindern bleiben). Weiterlesen

Wirecard: Gegenüberstellung

Und: UK 21 / 700 kg auf 2,7 qm / Medienpolitik killt Kulturradio
Die Staatsanwaltschaft München erhöht die Spannung im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestages, wie Michael Maier/Berliner Zeitung berichtet. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht: mich erinnert die Wurstigkeit ihrer juristisch orientierten Stellungnahme irgendwie schon wieder an die deutsche Pandemiepolitik. Zumal das Spielen auf Spielverzögerung hier ausserordentlich aussichtsreich erscheint: mit der Bundestagswahl endet die Amtszeit des Untersuchungsausschusses. Selbst wenn er wieder eingesetzt werden sollte, wird es zu Personalwechseln kommen. Weiterlesen

Ein Montag ohne “Barnaby”

21.47 h – Tagesschau24 gucken
Was für ein Montag: kein Lichtstrahl draussen, es kommt kalt durchs Fenster, Regen ist zu hören. Warum Aufstehen? Mein bester Grund ist der volle Kühlschrank: Reste von den grossen l’Olivo-Pasta-Portionen, vorsorglch eingekauftes Mualle und Gemüse-Curry vom Momo-Bistro. Und für alle, die nach dem Tatort noch nicht schlafengehen wollen, gibts hier jetzt einen TV-Tipp.
Tagesschau24 wiederholt um 21.47 h “Die Dubrow-Krise” von 1969, geschrieben von Wolfgang Menge, Regie Eberhard Itzenplitz. Weiterlesen

Verborgene Kunst

In der Bonner Kaiserpassage
mit Update 6.4.
“Passage” heißt das Kunstprojekt, dass bis Jahresende 2021 in der – ansonsten immer weiter entleerten Kaiserpassage in der Bonner Innenstadt zu sehen ist. Initiiert von SZALCprojects und dem ESSZIMMER. Zu sehen sind die Lichtinstallation der Düsseldorfer Künstlerin Gabriele Horndasch “Schadensschnelldienst”, eine weitere Lichtinstallation von Camenisch/Ventsch aus Basel sowie Malerei des Kärntener Malers Peter Kohl. Weiterlesen

Regionalwert AG Rheinland: 1 Mio. €

Für den regional-ökologischen Wandel von Land- und Ernährungswirtschaft im Rheinland
Diese Aktiengesellschaft meldet eine “erfolgreiche Kapitalerhöhung” um knapp 1 Mio. Sie will die Agrarwende im Rheinland: Projekte für mobiles Schlachten, regionale Molkerei, Hofkäsereien, Gemüseproduktion. Aktuell machen 820 Aktionär*inn*e*n mit. Das Grundkapital steigt auf 2,55 Mio. €. Hier gibt es die bisher geförderten Partnerbetriebe.
Unterstützt wird die Regionalwert AG Rheinland u.a. von SlowFood, Ernährungsräten, Solidarischen Landwirtschaften, Bonn im Wandel, Zukunftsmacher, dem wachsenden Netzwerk der Regionalwert AGs, Biostädten u.v.m.
Disclaimer: Ich bin kein Aktionär, aber Mitglied der oben mitgenannten Slowfood-Bewegung.

Theater Marabu zu den Ruhrfestspielen

vom Theater Marabu/Christiane Müller-Rosen
Die Musiktheater Produktion des Beueler Theaters Marabu „Hast du schon gehört?“ ist eingeladen zu den Ruhrfestspielen 2021.

Mit „Utopie und Unruhe“ haben die Ruhrfestspiele die diesjährige Festspielsaison, in der die Ruhrfestspiele ihr 75. Jubiläum begehen, überschrieben. Das Programm umfasst 90 Produktionen mit rund 210 Veranstaltungen. Beteiligt sind mehr als 650 Künstler*innen aus rund 20 verschiedenen Ländern, darunter u. a. aus Frankreich, Polen, Belgien, Griechenland, Spanien, Großbritannien Deutschland, Japan, dem Kongo, der Elfenbeinküste, den Niederlanden, Indien, Australien, der Slowakei, Schweden, der Schweiz und der Türkei. Weiterlesen

Kanzlerinnen-Format

Signoret – Merkel – Baerbock
Heute wäre sie 100: Simone Henriette Charlotte Kaminker, besser bekannt als Simone Signoret. Der DLF (Autorin Marli Feldvoß) würdigte sie heute in seinem “Kalenderblatt”. Signoret verkörperte ein bewundernswert emanzipatorisches, gleichzeitig realistisches Frauenbild. Ich persönlich verbinde mit ihr meine geradezu traumatische Rezeption ihrer Hauptrolle in dem Film “Die Katze” (1971) von Pierre Granier-Deferre mit Jean Gabin in der weiteren Hauptrolle. Für mich ein epochemachendes Werk, seiner Zeit weit voraus (ich war 14).
Der Film zeigte zwei Paradigmen, die bis heute unsere Wirklichkeit verheeren. Weiterlesen

“Berater” und “Bürokratie”

“Kein Verzehr von Grünkohl und Gemüsearten wie Mangold, Spinat, Pflücksalat, Feldsalat, Rucola, Rübstiel, Staudensellerie sowie von Kräutern.” So lautet die Empfehlung des Bottroper Oberbürgermeisters Bernd Tischler für grosse östliche Gebiete seiner Stadt. Verursacherin ist die Kokerei Prosper im Eigentum des grössten Stahlkonzerns der Welt Arcelor-Mittal. Vor 2011 gehörte sie zur Ruhrkohle AG. Sie steht dort schon seit 1928, vier Jahre, bevor meine Eltern zur Welt kamen. Meine Mutter hat sie vermutlich ins Grab geführt. Weiterlesen

Wankende Männerstaaten

Saudi-Aramco / Erdogans Zentralbank / BaFin / Shatner
Zu Beginn die beste Nachricht: der reaktionärste, völkermörderischste, despotischste Männerstaat der Gegenwart, Saudi-Arabien gerät endlich ins Wanken, und zwar da, wo es ihn am meisten schmerzt: beim Kapital. Der Konzern Saudi Aramco ist kein “normaler” Konzern, sondern das Finanzministerium des kriminellen Saud-Clans, der weltweit grösste Täter von “Clankriminalität”. Er finanzierte u.a. den jüngst abgewählten US-Präsidenten, er finanziert den Weltfussballverband Fifa (im Wettbewerb mit Katar), und die aktuell “grösste humanitäre Katastrophe”, den Jemenkrieg. Nun wird es eng und enger. Eine bessere Nachricht kann es kaum geben. Weiterlesen

Merkel-Rücktritt? II / Kunstverachtung / Tönnies

Das Thema “Merkel-Rücktritt” ist schon wieder tot. Wolfgang Michal/Freitag war nicht der, der es zuerst aufgebracht hat. Obwohl seine Genoss*inn*en vielleicht (letzte) Hoffnungen damit verbunden haben. Die Überbringerquelle war der Spiegel, windig genug. Und politisch kommt der Trash von Friedrich Merz und seinen Freunden. Womit die ganze Idee ihren sicheren Tod bereits gefunden hat. Welche Erkenntnis bleibt dennoch aus diesem Vorgang? Weiterlesen

Strategie des Kleptomanen

Politische Kunst: Das Istanbuler Kunstmuseum ARTEr zeigt eine große Retrospektive des „Kapitalistischen Realisten“ KP Brehmer
Zwei gekreuzte Flaggen in Schwarz-Rot-Gold an der Stirnseite eines riesigen White Cube. Selbst der internationalen Heraldik unkundige Besucher können an der Installation im Istanbuler Kunstmuseum ARTEr unschwer die deutsche Flagge ausmachen. Nur die Größenverhältnisse irritieren. Warum ist der goldene Streifen auf einem der Banner derart breit geraten?

„Korrektur der Nationalfarben“ nannte der deutsche Künstler KP Brehmer (1938–1997) sein 1970 entstandenes Werk, das zu seinen bekanntesten zählt. Weiterlesen

Kottan ist tot

Auf penetrante Empfehlung meines Gastautors Dieter Bott zappe ich vor der Tagesschau immer mal wieder zur 3sat-Kulturzeit. Heute unmittelbar vor 20 h der Tiefschlag: Peter Patzak ist gestorben, der epochemachende Regisseur von “Kottan ermittelt”. Er war nicht mehr jung (76), es soll das Herz gewesen sein. Damit ist klar: Major Kottan ist mitgestorben, und seine zu Lebzeiten vernichtende Polizeikritik. Das Schöne daran war, dass wir auch die Angst vor ihr verloren. Meine WG wusste vom Postboten, welche Geheimdienste hinter uns herschnüffelten. Und von unserer Vermieterin, die aus Recklinghausen stammte, und Franz-Josef Strauß als Kanzlerkandidaten 1980 mindestens so hasste wie wir. Es war eine schöne Zeit, und Peter Patzak hat viel dazu beigetragen.

Die perfekte Matrize

In einer materialreichen Studie lotet der Kunsthistoriker Henry Keazor die nicht endende Anziehungskraft von Raffaels berühmtem Fresko „Die Schule von Athen“ aus
58 Gestalten in antiken Gewändern, versammelt in einer marmornen Tempelhalle, zu der eine Treppe hinaufführt. In der Mitte der lebhaft diskutierenden Runde stehen zwei Männer: Platon, das Buch seiner Weltentstehungslehre „Timaios“ in der Hand, weist mit erhobener Hand zum Himmel. Aristoteles, sein Gegenüber, hält seine „Ethik“ und streckt die Hand horizontal nach vorne. Weiterlesen

Milliardäre: Irrlichterei und Hybris

Der Deckel auf der Atomenergie schliesst sich – und muss es auch
Selbst die Bibel hat auf die Behauptung verzichtet, der Sohn Gottes habe eine Atomspaltung souverän kontrolliert und zum Fortschritt einer Menschheit vorangetrieben. Die Milliardäre dieser Welt sind da als Erlöser schon weiter. Wenn wir ihnen nur brav folgen würden, ihnen unsere Daten schenken, unsere Widerspenstigkeit gegen die schönsten Techniken aufgäben, würde alles gut.
Wer es zu vielen Milliarden gebracht hat, so lehrt es der real existierende Kapitalismus, muss was Besonderes sein. Weiterlesen

(K)eine wilde Nacht

berlin viral
“Was in der Welt passiert und was uns amüsiert, geschieht besonders in der Nacht.“ Wehmütig geht mir dieser Tage immer der Song durch den Kopf, den Elisabeth Flickenschildt alias Nelly Oaks, Wirtin der verräucherten Hafenspelunke „Mekka“ in Edgar Wallace unvergessenem London-Krimi „Das Gasthaus an der Themse“ singt.

Zum Ausbruch des Coronozäns hatte ich mir diese nächtlichen Spaziergänge angewöhnt. Doch wenn ich pünktlich um halb elf den Süden Kreuzbergs zu umrunden beginne, wird Nellys Lockruf jedes Mal neu Lügen gestraft: seit einem Jahr nur noch gähnende Leere. Weiterlesen

Zweifel

Ist Michael Maier ein Irrer? Ich weiss es nicht, weil ich ihn nie persönlich kennengelernt habe. Mein Hinweis auf seinen Bericht aus dem Wirecard-Untersuchungsausschuss, der ja nicht geheim sondern öffentlich tagte, findet anscheinend recht grosses Leser*innen*interesse, obwohl doch nichts daran im journalistischen Sinne exklusiv ist. Maier ist ungefähr so alt wie ich, hat aber schon ein a.o. wildes Journalistenleben gelebt. Als Leser profitiere ich von dem, was er tut. Heute mit seinem Interview mit Stephan Suschke, einem Theatermacher, der mit Heiner Müller zusammengearbeitet hat, und eine Menge von Bertolt Brecht versteht. Weiterlesen

Theaterempfehlung

von Yasemin Becker

Alles was das Herz begehrt – Edward II – Die Liebe bin ich – Dramazon Prime online-Programm des Schauspiel Köln

Eingeladen wurde ich von Freund*innen, die zu den wenigen gehören, die ich in diesen Zeiten treffe. Der Start des Stücks „Edward II“ fiel zusammen mit einer unserer Verabredungen zum gemeinsamen Abendessen. Ich wurde gefragt, ob ich etwas früher kommen wolle, um gemeinsam die erste Folge anzuschauen. Ich gehe gerne ins Theater und sagte zu. Und ich war und bin begeistert von dieser Inszenierung des Schauspiels Köln, das in seinem online-Programm Dramazon Prime das Stück im Livestream als sechsteilige Serie anbietet. Weiterlesen

Takeover

Kabarett übernimmt Journalismus
“Dem WDR-Rundfunkrat lagen zwei Produktionsverträge zur Genehmigung vor. Dabei handelte es sich um die Beauftragung neuer Staffeln für die Serien ‚Rote Rosen‘ und „Sturm der Liebe‘, die im Nachmittagsprogramm des Ersten ausgestrahlt werden. Finanziert werden diese von allen Landesrundfunkanstalten gemeinsam. Den jeweiligen Anteilen, die der WDR trägt, stimmte der Rundfunkrat zu. Mitglieder verwiesen auf den großen Erfolg der Serien und betonten, dass öffentlich-rechtliche Unterhaltungsformate wie diese für eine große Zielgruppe unverzichtbar sind.”
Das, hätte ich vermutet, kann nur – richtig intoniert vorgetragen – von Fritz Eckenga sein. Weiterlesen

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