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Ist schon Postcorona?

Meldungen verdichten sich, dass zwar das Infektionsgeschehen nicht nachlässt, eher im Gegenteil. Die Tödlichkeit des Covid-19-Virus könnte aber abnehmen. Auch, aber nicht nur, weil unter den gezählten Infizierten mehr junge sind. Es wird mehr getestet, also mehr “Positive” gefunden. Ein weiterer Grund für abnehmende Sterblichkeit könnte sein, dass viele gelernt haben, die besonders Gefährdeten zu schützen – auch die Intensivstationen. Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich viele politische Fragestellungen.

Postcorona: vieles zerbricht jetzt

EU-Europa, USA, eingesperrte Familien, Sport, wie wir ihn kannten … “Merkel wäscht ihre Hände am Ufer des Flusses, in dem ihre Gegner und so weiter.” meinte Küppi heute in seiner taz-Kolumne. Zwar werden die meisten, die sie heute zum Teufel jagen, sich noch nach ihr zurücksehnen. Aber ein politisches Denkmal sich selbst zu setzen wird ihr in ihrer langen Regierungsära nicht gelingen. Sie bewährt sich zwar als “Trümmerfrau”, aber der Vermehrung der Trümmer ist sie nicht gewachsen. Die Coronakrise wird in die Geschichte eingehen, als erste, auf die die 2009 erneuerte Pandemiedefinition der WHO global radikal angewandt wurde, mit Folgen weit über das Virus selbst hinaus.

Wie wird Postcorona?

Hoffnung: daraus Lernen – Befürchtung: es kommt noch schlimmer – “Post-Wahrheit”? Ein Fenster der Gelegenheit. Wiederholt sich die Geschichte in Gestalt von Naomi Kleins Schockstrategie? Nicht wenig spricht dafür. Denn wo ist die wache Linke, die das Fenster kraftvoll nutzt? Andreas von Westphalen/telepolis diskutiert das unter Zuhilfenahme einer Menge kluger Leute. Die wenigsten von ihnen setzen sich allerdings (noch) der Mühe aus,

Kein Erlöser gegen Geldverbrennung

Von Dortmund bis Arabien Nichts ist mehr sicher. Karrieren lassen sich nicht mehr planen. Jede Chance, die sich unter den aktuellen Umständen noch bietet, muss sofort genutzt, darf nicht aufgeschoben werden. Denn je länger es noch dauert, um so fürchterlicher wird die Postcorona-Zeit werden. Alles wird umgegraben, vieles wird auf der Strecke bleiben. Der Fussballlehrer Marco Rose ist ein intelligenter Kerl.

Impfen?

Und zwei weitere sachdienliche Hinweise für jetzt und morgen Will ich mich impfen lassen? Das ist heute eins der häufigsten Gesprächsthemen im privaten Raum. In meinem persönlichen Umfeld wird diese Frage nicht mit einem klaren “Ja” oder “Nein” beantwortet, sondern mit der Darstellung von Abwägungen. Das macht auch Klaus-Dieter Kolenda/telepolis in einem überragend guten Text. Mit fachlich begründeten Abwägungen und Faktendarstellungen kommt er für sich persönlich (Jahrgang 1941) zu einem klaren “Ja”, verzichtet aber

Wankende Riesen

Das dicke Ende kommt noch. Die Wirtschaftskrise, die auf die Coronakrise folgt, wird gewaltig sein. Erste Zeichen sind schon zu erkennen, während das Virus noch gar nicht weg ist. Die kleinen Zusammenbrüche sind überall sichtbar, aber werden von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, weil sie – aus volkserzieherischen Motiven? – (noch) nicht breitgetreten werden. Das Eiern der Ministerpräsident*inn*enkonferenz mit der Bundeskanzlerin, und die hier und hier spürbare Erregung des rechtschaffen-ehrlichen Bodo Ramelow (Die Linke), verraten, dass die schon eine innere Ahnung von dem haben, was kommen wird, aber sich nicht trauen, und noch keine Idee davon haben, wie sie darüber sprechen sollen.

Enteiert?

Vergleichstest: Donald oder der Ossi-Mann? Nachdem ich zunächst “Kundschafter des Friedens” vorgezogen hatte, habe ich gestern nun endlich nach dem erfolgreich konsumierten Rheinland-Derby (dieses Mal ein gnädiges 3:1) den “Gundermann” genossen (noch 6 Tage Mediathek). Hier zeigen sich “die Ossi-Männer” am Beispiel sympathischer Exemplare wie Alexander Scheer (Hauptrolle) und Andreas Dresen (Regie) selbst, von ihrer schönsten, der künstlerischen Seite. Wie komm’ ich drauf? Greta Taubert, ein meiner Wahrnehmung – aber nicht der von Stefan Aust, ihm scheint sie entkommen zu sein – bisher entgangener heisser journalistischer Feger,

Fadenalge

weiter unten: Achse Bonn-Wuppertal? / Riesen-Blinder-Fleck bei Lucke Mein Namensvetter, der SonnebornMartin, ich wusste es schon immer, kann nicht nur lustig. Er ist auch ein grosser politischer Kopf. Durch eine Verlinkung der nachdenkseiten wurde ich darauf aufmerksam. Es geht um den kriegerisch wiederaufgeflammten Konflikt Armenien-Aserbaidschan. Denkende Köpfe sehen klar, dass es sich um eine Stellvertreter-Auseinandersetzung zwischen Russland und der Türkei handelt. Doch die Sache ist grösser.

Der Täter – “einer von uns”?

Und: “Durch Tatsachen zertrümmert” / Kriegsgefahr im Mittelmeer Wo sind nach ’45 die Millionen Nazis hin? Wurden sie vom Erdboden verschluckt? Leider nein. Die meisten von ihnen “bauten”, mit alliierter Marshallplanhilfe und “arisierten” Vermögensrücklagen und Besitz, “Deutschland wieder auf”. Nicht wenige unter ihnen unterwanderten und infiltrierten die neugegründeten bürgerlichen Parteien. Der Schriftsteller Max Czollek erinnerte gestern daran, bei seiner Rede und in einem DLF-Kultur-Interview anlässlich des Magdeburger Prozesses gegen den Nazi-Attentäter gegen eine Synagoge und einen Döner-Imbiss in Halle.

Stakeholderismus

Der Kampf um die Postcorona-Verhältnisse Was wird die Coronakrise am Ende verändern? Was erhalten, gar verschlimmern? Welche Sichtbarmachung von verbrecherischen Zuständen wird tatsächlich politische Folgen haben? Die Debatte und der politische Kampf darum hat gerade erst angefangen. Zum Beispiel bei den Kolleg*inn*en von telepolis: Klaus-Dieter Kolenda aktualisiert seinen Vergleich zwischen “Grippe” und Covid-19;

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