Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Köln (Seite 17 von 17)

Köln-Sylvester II / Algerien / Lebensmittelmonopole / Frankfurter Schule / Autozukunft / Trauern / BVB

Die Sau scheint durchs Dorf durch. Das heisst, dass tatsächliche Aufklärung jetzt erst beginnt. Sebastian Weiermann trägt dazu bei: Sylvester in Köln II.
Unruhen in Algerien. Ach, das haben Sie nicht bemerkt? Ist auch nicht so einfach zu erklären, wie es deutsche Leitmedien lieben würden. Junge Welt und Jungle World versuchen es trotzdem.
Marktwirtschaft? Lächerlich: der globale Lebensmittelhandel ist in der Hand weniger Konzerne, die mit ihren Geschäftsmodellen und Konzernstrategien die Welternährung komplett erobern wollen. Unter Weltherrschaft tuts wohl keiner mehr. Eine Bestandsaufnahme dieser antihumanistischen Front haben mehrere Stiftungen und Organisationen in einem “Konzernatlas” zusammengetragen, der hier heruntergeladen werden kann.
Die Frankfurter Schule ist an mir vorübergezogen. Als mit und gegen sie demonstriert wurde war ich 11. Erst mein Freund und Mitautor Dieter Bott, Hartz-IV-“Kunde” in Düsseldorf, hat sie mir nahegebracht. Er lernte beim echten Adorno, kannte auch seine Frau und langjährige Witwe, deren eigene intellektuelle Beiträge (von wegen “Frau, die den Rücken freihält”) in der Öffentlichkeit nie hinreichend gewürdigt wurden. Weiterlesen

“Sylvester” / CCC-Kongress / Jahresrückblick

Armin Nassehi ordnet im taz-Interview auf angenehm sachliche Weise das berühmt-berüchtigte letztjährige Kölner Sylversterereignis politisch ein. Er bestätigt damit mein Klischee vom iranischen akademisch gebildeten Flüchtling als Integrations- und vielfach auch Assimilationskünstler in Deutschland. Wenn Sie als Biodeutsche*r die Gelegenheit haben, die Nähe solcher Menschen zu finden, suchen Sie sie! Sie werden von ihnen noch was über Ihr eigenes Herkunftsland lernen.
Lalon Sander informiert über wichtige Referate und Debatten beim CCC-Kongress.
In der Flut der Jahresrückblicke empfehle ich klar den von Friedrich Küppersbusch, wie so oft mit der besten Pointe am Schluss.
Eine gelungene taz-Wochenendausgabe.

Beueler Kleinversorgungsprobleme

Regelmässig besuche ich meine alte Essener Heimat und habe so einen regelmässigen Vergleich städtischer Strukturprobleme: hier in Beuel die bürgerlich-rheinische Puppenstube, dort im Essener Norden die Klassenprobleme, die seit Jahrzehnten ignoriert werden. Zwischendurch besuche ich häufig, nicht weniger kontraststark Freund*inn*e*n in Köln-Ehrenfeld. Während letzteres, einem Wunder gleich, den U-Bahnbau unter der Venloer Strasse in Köln überlebt hat, ist das einst lebhafte Subzentrum Essen-Altenessen darunter in den 80er/90er Jahren verstorben. Es leidet jetzt sogar unter der schlagzeilenträchtigen aber unzutreffenden Diffamierung als “No-Go-Area”. Talkshow-Stargast Guido Reil, einst SPD heute AfD, startete seine Medienkarriere mit der Lüge “Der Essener Norden ist voll!”, obwohl es nirgends in Westdeutschland mehr Wohnungsleerstand gab und gibt als ebendort. Das sind wirkliche Probleme.
Köln-Ehrenfeld dagegen kämpft dagegen, so angesagt zu sein, dass die Preise dort bald für Normalverdiener*innen nicht mehr zu bezahlen sind. Ein von Immobilienspekulanten betriebenes Einkaufszentrum wurde verhindert, der Investor Bauwens-Adenauer soll “verstanden” haben. Der Stadtteil hat fast alles, was man an Köln lieben kann; nur der Dom ist woanders.

Beuel liegt in seiner Entwicklung zwischen Altenessen und Ehrenfeld, bisher und was seine Chancen betrifft, weit näher an Ehrenfeld. Weiterlesen

Bundestagswahl 2017 – Bonn hat schon gewonnen

Bundeskanzlerin Merkel hat letzte Woche, sie muss ja jetzt auch alles selber machen, die Strategie-PR der Grünen übernommen. Sie seien nicht ihr Lieblingskoalitionspartner, sowas in der Art soll sie gesagt haben. Denn sie hat erkannt: so wie Kretschmann und seine Freund*inn*e*n bei den Grünen es machen, treiben sie Grünen-Wähler*innen zu SPD und Linken. Das würde dazu führen, das Schwarz-Grün keine Chance auf eine Parlamentsmehrheit hätte.
Die NRW-Grünen scheinen mehrheitlich ein Rot-Rot-Grün-Bündnis vorzuziehen. Grüne MdBs werden, ausser in Berlin, nicht dadurch gewählt, dass sie Direktwahlkreise gewinnen, sondern indem ihnen gemäss dem Wahlergebnis Sitze in der Reihenfolge einer “Reserveliste” im jeweiligen Bundesland zugeteilt werden. Diese Reserveliste haben die Grünen für NRW gestern Abend nominiert. Sie wird zwar von zwei “Realos” angeführt, die bei Schwarz-Grün relativ schmerzfrei wären, dann folgen aber zunächst 7 Kandidat*inn*en, die die Weichen lieber nach links stellen würden. Angeführt werden sie von der Bonnerin Katja Dörner, die Platz 3 mit 86% der Delegiertenstimmen eroberte.
Der Kölner Volker Beck schaffte es nicht. Er wird aus dem Bundestag, dem er seit 1994 ununterbrochen angehörte, ausscheiden. Viele Menschen, insbesondere ausserhalb der Grünen, sind traurig darüber. Beck hat im Bereich der Menschenrechts- und Bürgerrechtspolitik, auch für seine Partei, Überdurchschnittliches geleistet. Parteien sind nicht dankbar, auch die Grünen nicht. Das ist auch nicht ihre verfassungsmässige Aufgabe.
Die Jüngeren, die jetzt antreten, könnten das auch. Im Karrieremanagement sind sie mindestens genauso professionell. Die Grüne NRW-Liste war schon im Vorfeld weitgehend durch Bezirksabsprachen geregelt. Jetzt müssen sie gesellschaftlich allerdings endlich mal das Kämpfen lernen. Es gibt da draußen ein Leben ausserhalb der Parteiseilschaften.

Tatort-Paranoia und Medientrash

Ich kenne kaum jemand, der in Ulrich Tukur nicht einen erstklassigen Schauspieler sieht. Hier eine Besprechung der gestrigen Tatort-Folge, in der er wieder die Hauptrolle spielte. Im TV ist der Tatort neben Fußball das letzte Ereignis, das in den Augen der öffentlich-rechtlichen und privaten Einschaltquotenjäger*innen noch “funktioniert”. Ich gestehe: als Zuschauer gehöre ich dazu, neben der Tagesschau das einzige Programmelement, das ich zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung anschaue.
Dieses Sendeformat ist also das Letzte, mit dem das TV massenhaft aufnahmebereite Hirne erreicht. In der Regel immer mit einem Mord, mindestens einem. Weiterlesen

Rassismus bei uns / TV-Unterhaltung tot / Duterte / Realos

Isaiah Lopaz spiegelt mit einem Kunstprojekt den deutschen Rassismus in Berlin (FAZ).
Die deutsche TV-Unterhaltung ist im Eimer, wie sie bei einer Fachtagung in Köln selbst feststellte (FAZ).
Auf den Philippinen regiert nun schon über längere Zeit ein Präsident, der ein Vorbote für Entwicklungen in vielen weiteren, großen und kleinen Staaten sein könnte, wenn wir es einfach so weiterlaufen lassen (Jungle World).
Die Grünen Realos haben “es” vergeigt, meint Franz Sommerfeld; es liest sich ein bisschen wie enttäuschte Liebe, verkennt auch die wichtige Rolle, die Jürgen Trittin bei der Durchsetzung des Präsidenten Gauck gespielt hat, ist ansonsten in der Analyse aber sicher treffend (Carta).

DuMont – wird der Konzern gerettet oder zerdeppert?

Es gab eine Zeit, das ist noch weniger als 10 Jahre her, da war der beste Lokaljournalist in Bonn Thomas Aghte. Er leitete die klitzekleine Bonner Lokalredaktion des “Rhein-Sieg-Anzeiger”, ein lokaler Bonner Ableger des “Kölner Stadt-Anzeiger”, als der noch eine gute regionale Tageszeitung war. Die Zeit ist darüber hinweggegangen, was bedeutet: die Zeitungsverleger in NRW arrondieren schon seit Jahrzehnten untereinander ihre Verbreitungsgebiete, so dass sie jeweils in “ihrem” Gebiet zu Monopolisten werden. Den Boden für das heutige “Lügenpresse”-Gerede haben sie damit bestens gedüngt. Die Verlage Neusser (Bonn, General-Anzeiger) und DuMont-Schauberg (Köln) haben dabei nicht abseits gestanden.
Der Verlag DuMont-Schauberg kommt in diesen Wochen nicht mehr zur Ruhe. Man fragt sich, wie seine Beschäftigten unter den aktuellen Bedingungen Weiterlesen

Der neue Luther

“Am siebten Tag erschuf Gott den 1.FC Köln” glauben die Fans dort, als er am achten erschöpft und darob mies gelaunt war, entstand “1899 Hoffenheim”, so erzählten jüngst die Fans im – former known as – Müngersdorfer Stadion. Dieser Geschichtsklitterung werden wir in knapp drei Wochen im Borussia-Park die erforderliche Korrektur verpassen.
Ein anderer bedeutender Schriftsteller versucht sich an einer seriöseren Neuschreibung der Lutherbibel. Nicht antisemitisch, dafür aber bedeutend genussfreudiger, beschreibt Wiglaf Droste die ersten Schritte zur Erschaffung der Welt. Wenn er weiterschreibt, was ich grundsätzlich begrüssen würde, könnte u.U. der BVB eine größere Rolle bekommen als der FC. Eine vernünftige Strategie für eine höhere fußballwissenschaftliche Seriosität einer zukünftigen Droste-Bibel wäre, wenn er Burkhard Fritsche (“BurkH”) als Illustrator hinzuzieht (hier jetzt einen Langnasen-Fan mit Haifischlächeln vorstellen). Schau’mer mal, was noch kommt.

Milliardärsvereine und Langeweile auf dem Vormarsch

Die Tabelle lügt nicht. Jetzt sind also die Milliardärsvereine aus Leipzig und Hoffenheim die Verfolger von diesem Außer-Konkurrenz-Team aus dem süddeutschen Raum. Optisch auffällig, dass bei den Spielen in eigentlich kleinen Stadien, in Mainz (gegen VW II), VW I (gegen Bayer AG), Darmstadt (gegen Leipzig), Sinsheim/Hoffenheim (gegen Hertha) viele freie Sitzschalen zu sehen waren. Aber die Zuschauer im Stadion sind, anders als bei den Westdeutschen in Mönchengladbach, Dortmund, Schalke und Köln, sowieso egal. Entscheidend ist das Fernsehgeld von Rupert Murdoch (und wenn der mal tot ist, wahrscheinlich Leon Blavatnik). Was werden die Miiiardäre wohl machen, wenn ihnen das dauernde Gewinnen langweilig wird?

Und hier die guten Nachrichten: Lucien Favres Siegesserie in Nizza geht weiter, heute 4:1 gegen Exmeister Nantes, Balotelli spielte 75 Minuten und machte auch ein Tor. Und der Verein mit dem wenigsten Geld und dem kleinsten Stadion in Europas großen Ligen, SD Eibar hat auch gewonnen, 2:1 gegen das Spitzenteam von Villareal; hätten die gewonnen, wären sie punktgleich mit Barca. Haben sie aber nicht und Eibar bleibt stabiler 9.

Verlagshaus DuMont: Ex-Chefredakteur verstärkt Unruhe

Die Unruhe um die Strategie des Zeitungsverlagshauses DuMont-Schauberg in Köln wird durch den ehemaligen Chefredakteur der Berliner Zeitung (noch DuMont) und Frankfurter Rundschau (Ex-DuMont) angeheizt. Uwe Vorkötter arbeitet und schreibt heute für den Branchendienst “Horizont” und hat dort diesen spektakulären Text veröffentlicht. Gekränkte Eitelkeit eines Ex? Oder intime Kenntnis der Verlages? Oder ein Mix von beidem? Um viele leistungsstarke Mitarbeiter*innen des Hauses täte es mir leid.

Gabun füttert Sarkozy durch / Saatgut-Kapitalismus ruiniert unsere Nahrung / Wo es noch schmeckt

In Gabun war gerade Präsidentenwahl. Der Pate Afrikas, “Omar” Bongo ist zwar schon einige Jahre tot, aber es scheint sich trotzdem nichts gebessert zu haben, wie Bernhard Schmid in der Jungle World berichtet.

Warum uns unser Essen nicht mehr so schmeckt, wie in der Kindheit und wie die gesamte Welternährung in Gefahr gerät, nämlich durch den Saatgutkapitalismus, der von immer weniger Konzernen beherrscht wird, steht heute in der SZ. Die Schuldzuweisung (Konzerne sind nicht “böse”, sondern “die Politik”, bei diesem Link einige Tage Paywall) ist zwar zu holzschnittartig, der Stand der Entwicklung wird aber zutreffend beschrieben.

Hier schmeckts noch: La Locanda in Köln weckt Geschmackserinnerungen an Sardinien, Innereien, Bottarga, Milchlamm, Vermentino und Cannonau, Filu Ferru. Dank an die Gastgeber, Super-Abend gestern.

Hat Köln mal was richtig gemacht?

Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man sich das heutige Interview der parteilosen Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Deutschlandfunk zu Gemüte führt. Der positive Eindruck dieses Interviews wird mir von meinen Kölner Freundes- und Bekanntenkreisen bisher bestätigt.
Ulrich Horn meint, dass Düsseldorf dagegen mit seiner OB-Wahl daneben gegriffen habe. Staunend lese ich dort, dass der aktuelle OB die Stadtwerke zurückkaufen wolle. Ogottogott, wer hat die denn weggegeben?

Piketty zur Europa-Krise / Recherche zum Köln-Silvester

Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschaftler und Autor des Standardwerks und Bestsellers “Das Kapital im 21. Jahrhundert”, äußert sich – ausgerechnet in der “Welt” zur aktuellen Krise Europas. Die “Welt” profitiert in diesem Zusammenhang von ihrer Mitgliedschaft in einem internationalen Veröffentlichungskonsortium und der Qualität des Inhalts tut sie keinen Abbruch.

Sehr lesenswert auch diese Recherche des “Zeit-Magazins” zu den Silvesterkrawallen in Köln. Zwar gibt es noch einen Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag, aus dem die Parteien ihren üblichen Honig saugen wollen. Ansonsten ist das öffentliche Interesse ja eher wieder erloschen. Jetzt, wo es um Faktenermittlung anstelle von Gerüchteküche geht.

Den Bock zum Gärtner gemacht?

Untersuchungsausschüsse sind politische Kampfmittel der Opposition – dieser Ruf zumindest eilt ihnen voraus, obwohl ihre Berichte selten geeignet sind, substanzielle Sachaufklärung zu betreiben. Der Flick-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages Mitte der 80er Jahre mag da eine Ausnahme gewesen sein – aber das Beispiel zeigt, dass es schon einer messerscharfen Analyse und Argumentation bedarf, wenn das Parlament Regierungshandeln ausleuchten möchte. Dazu gehört, dass Vorsitzende solcher Ausschüsse integer sein müssen, wenn sie mit der notwendigen Unabhängigkeit agieren wollen. Einer, der am eigenen Leibe gespürt hat, was passieren kann, wenn man in einer Position als Obmann oder Vorsitzender keine lupenreine Biografie hat, war einst Trutz Graf Kerssenbrock (CDU), der 1987 im Kieler Barschel-Untersuchungsausschuß sympathisch unbefangen zu Werke ging und überzeugt war, damit “unserer Demokratie zu dienen” (Der Spiegel), dass ihm die eigenen Parteifreunde letztlich ein Bein stellten und dafür sorgten, dass Kerssenbrocks Dissertation peinlichst untersucht und zum Platzen gebracht, d.h. von der Universität Hamburg widerrufen wurde.

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Köln

Muss man nun sauer auf den rechten Attentäter sein, weil über die Kölner Wahl keine Scherze mehr möglich sind? Jetzt kann man nur der Hoffnung Ausdruck geben, dass die gewählte Kölner Oberbürgermeisterin wieder gesund wird.
Unabhängig davon wird aber das verkorkste kommunalpolitische Leben weitergehen. Das besteht in Köln z.B. darin, dass es von einer 60%-Mehrheit mit Nichtbeachtung gestraft wird. Weiterlesen

Keine Narrenfreiheit für SEK

 GdP auf dem Holzweg

Wenn leitende Beamte ein SEK rufen, ist das, so einmal der ehemalige Bonner Polizeipräsident Michael Kniesel, muss sich diese zu 100% – nicht 90% – sicher sein, dass sie keine Monster rufen, die möglicherweise Dinge tun, die von Polizeigesetz nicht gedeckt sind. Der Alltag von SEKs ist kein Zuckerschlecken: Beamte müssen sich im täglichen Training über Jahre überdurchschnittlich fit und kampfbereit halten. Von Ihnen werden Leistungen, Reflexe, Urteilsvermögen und ruhiges Blut zugleich erwartet. Sie stehen sportlich unter Strom, sind ständig voll Adrenalin und müssen so im Alltag zurecht kommen. Sie können am normalen Polizeidienst nicht teilnehmen, sondern sind die wartende “Wunderwaffe” im Hintergrund. Sie gleichen psychisch und physisch einem ständig gespannten Flitzebogen, sollen aber die Gelassenheit eines niedersächsischen Dorfkrugwirtes und die Urteilsfähigkeit eines Kampfpiloten entfalten.

Ermittlungsverfahren verhältnismäßig

Das rechtfertigt weder zweifelhafte Initiationsriten im Männlichkeitswahn oder Hubschauber-Eskapaden mit Erinnerungswert für Vorgesetzte auf den schönsten Pylonen der Stadt. Und schon gar keinen Motorrad-Burnout in der Unterkunft mit Kettensägenmassakern an Sperrmüllmöbeln. Deshalb hat Polizeipräsident Wolfgang Albers alles richtig gemacht, nicht erst Ermittlungsverfahren gegen Beamte abgewartet, sondern einen Strich gezogen, der klar macht, dass es nicht geht, dass die Bevölkerung des Eindruck hat, vor Teilen der Polizei geschützt werden zu müssen. Albers hat sich damit vor seine Leute gestellt, keine öffentlichen Vorwürfe erhoben, nichts aufgebauscht, aber konsequent gehandelt. Mit Augenmaß und verhältnismäßig, um die Handlungsfähigkeit der SEK wieder herzustellen – dafür gebühren ihm Dank und Anerkennung.

Ansehen der Polizei in der Öffentlichkeit

Es geht um Politik und nicht um Strafrecht. Die Gewerkschaft der Polizei liegt völlig daneben, wenn sie sich nachträglich mit Flugblattaktionen im Kölner Polizeipräsidium für den Erhalt einer Polizeieinheit stark macht, die öffentlich ins Zwielicht geraten ist. Es geht nicht darum, dass etwas straf- oder disziplinarrechtlich relevantes nachgewiesen sein muss – es reicht aus, dass ein Eindruck entstanden ist, der dem Ansehen der Polizei schadet. Das Vertrauen der Bürger ist das höchste Gut erfolgreicher Polizeiarbeit. 95% aller Delikte werden aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung aufgeklärt. Mit ihrer Rechthaberei schadet die GdP einer schnellen Wiederherstellung des Vertrauens in die Kölner Polizei. Vielleicht sollten dort mehr Frauen Dienst tun, der Polizei insgesamt hat es gut getan, der Bundeswehr – warum nicht auch den SEK?

 

 

Kölner Hupke muss Bürgermeister von Peking werden

Für den Weltfrieden und die Außenhandelsblanz darf uns kein Opfer zu groß sein. Jetzt ist die rheinische Konfliktlösungkompetenz des Exportvizeweltmeisters beim Weltmeister gefragt. Andreas Hupke, grüner Bezirksbürgermeister in Köln und dort seit Jahren in der Konfliktmoderation am Brüsseler Platz engagiert, ist jetzt für höhere Aufgaben gefordert.
In chinesischen Großstädten, erheblich – man glaubt es kaum – größer als Köln, gibt es ähnliche Probleme. Die Jugendlichen der chinesischen Kulturrevolution terrorisieren mit ihren sozialen Aktivitäten die ruhebedürftigen, produktiven und für die Exportweltmeisterschaft schuftenden jüngeren Bevölkerungsmassen. Sozialismus und Kapitalismus stossen hier mit der ganzen Unbarmherzigkeit ihrer Widersprüche aufeinander.
Wie kann man hier zu einem Interessenausgleich kommen, der den Weltfrieden nicht gefährdet sondern erhält? Da muss Hupke ran. Der Brüsseler Platz ist zu klein für ihn.

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