Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: TV (Seite 48 von 89)

Das “Sorry” an Beverly Ranger

46 Jahre benötigte die ARD-Sportschau dafür
Beverly Ranger wurde in diesem Blog schon mehrmals gewürdigt: als verpasste Chance des Bonner SC. Statt, wie in dieser Saison bei den Jungs, von der vierten in die fünfte Liga abzusteigen, hätte er um die Spitze des Fussballs der Bevölkerungsmehrheit, der Frauen, dauerhaft mitspielen können. Unbarmherzig rassistisch peinlich war 1975 die Präsentation der erfolgreichen Sportlerin in der ARD-Sportschau. Jetzt ist 2021, und endlich bittet die Redaktion die Frau um Entschuldigung (Video ab Minute 28). Weiterlesen

Shit happens

Chinapolitik / Naivität der “offenen Gesellschaft” / “Lehrenkrauss des ZDF”
Ist Vernunft eine Alterserscheinung? Für mich kann ich das zurückweisen. Ich habe mich bereits als 15-jähriger für Entspannungspolitik locken lassen, 1972 in Bonn war das, als meine Schulklasse für und mit Willy Brandt und Walter Scheel Freibier auf dem Venusberg trank. Irgendwas ist seitdem furchtbar schief gelaufen. Etwas viel. Lag es daran, dass die Mehrheit der damals lebenden Generationen selbst erlebt hatte, was Krieg ist? Weiterlesen

Merkel-Rücktritt? II / Kunstverachtung / Tönnies

Das Thema “Merkel-Rücktritt” ist schon wieder tot. Wolfgang Michal/Freitag war nicht der, der es zuerst aufgebracht hat. Obwohl seine Genoss*inn*en vielleicht (letzte) Hoffnungen damit verbunden haben. Die Überbringerquelle war der Spiegel, windig genug. Und politisch kommt der Trash von Friedrich Merz und seinen Freunden. Womit die ganze Idee ihren sicheren Tod bereits gefunden hat. Welche Erkenntnis bleibt dennoch aus diesem Vorgang? Weiterlesen

Kottan ist tot

Auf penetrante Empfehlung meines Gastautors Dieter Bott zappe ich vor der Tagesschau immer mal wieder zur 3sat-Kulturzeit. Heute unmittelbar vor 20 h der Tiefschlag: Peter Patzak ist gestorben, der epochemachende Regisseur von “Kottan ermittelt”. Er war nicht mehr jung (76), es soll das Herz gewesen sein. Damit ist klar: Major Kottan ist mitgestorben, und seine zu Lebzeiten vernichtende Polizeikritik. Das Schöne daran war, dass wir auch die Angst vor ihr verloren. Meine WG wusste vom Postboten, welche Geheimdienste hinter uns herschnüffelten. Und von unserer Vermieterin, die aus Recklinghausen stammte, und Franz-Josef Strauß als Kanzlerkandidaten 1980 mindestens so hasste wie wir. Es war eine schöne Zeit, und Peter Patzak hat viel dazu beigetragen.

Kirchenaustritts-Magazin

Mit meinem Fraund, Nachbarn und ehemaligen DLF-Mitarbeiter Michael Kleff und etlichen weiteren Freund*inn*en bin ich immer wieder in Diskussion über die Religionsverkündigungen der Kirchen/Religionen in öffentlich-rechtlichen Sendern. Es ist in der Tat anachronistisch, dass die Kirchen nicht nur gesetzlich fixierte Sitze in den Aufsichtsgremien haben, sondern sogar eigene Sendeplätze, die sie selbst redaktionell verantworten. Doch es gibt eine hübsche Dialektik. Weiterlesen

DER SPIEGEL auf “Aluhüte”-Kurs ?

Der SPIEGEL ist für mich eine demokratische Ikone der Bundesrepublik. Ich gehöre zu den Menschen, die 1962 schon lebten und – wenn auch nur als Kind – die “Spiegel-Affäre” erlebt und erst viel später verstanden haben. Als linker Liberaler fühle ich mich Rudolf Augstein geistig verbunden – nicht zuletzt, weil wir beide bis 1982 in der damals noch sozialliberalen FDP waren – und es schmerzt um so mehr, sehen zu müssen, dass Teile dieses Medienunternehmens langsam in mehr als zweifelhaftes Fahrwasser des Populismus abrutschen. Weiterlesen

Sportjournalismus, Reste, gestern

mit Update nachmittags für Gladbach-Fans
Hat der WDR jetzt endlich, zumindest am Sonntagabend, ein konsistentes TV-Programm? Für mich: Ja. Nach dem Tatort Bundesliga, naja, gestern war halt nichts Sehenswertes dabei. Dann Dittsche, der unerbittliche Kämpfer für die Rehabilitation des Kaffeefilters, mit einer wichtigen Nachricht aus der deutschen Impfpolitik: wer sich als 78-jähriger vorgedrängelt hat, sich als 87-jähriger ausgab (Jahrgang 1934 statt 1943), kriegt seine Impfung wieder abgesaugt. Weiterlesen

Deutsche ethnische Säuberung

Und: ZDF-Wilderei
Sieht nicht gut aus, ist es auch nicht. Das Erdogan-Regime schafft im Bündnis mit djihadistischen Kopfabschneidern in Nordsyrien antikurdische Fakten. Flüchtlinge allgemein, und kurdische speziell, scheint die deutsche Bundesregierung noch mehr zu fürchten als djihadistische Brutalos. Die sind ja immerhin dazu qualifiziert, Flüchtlinge gefangen zu halten. Und nichts liebt Deutschland mehr als das. Darum wird das Erdogan-Regime sogar mit deutschem Geld unterstützt bei seinem segensreichen Werk, Deutschland und Mitteleuropa reinzuhalten vor Hilfesuchenden.
An dieser Stelle ein Hinweis an die SPD. Weiterlesen

Politikum Berührungen

Nicht alles läuft schlecht. Mein 88-jähriger Vater wurde gestern geimpft. Stressfrei, es fehlte nur ein adäquates Begleitangebot von Kaffee und Kuchen in den ungemütlichen Essener Messehallen. In Bonn ist derweil die 7-Tage-Inzidenz nah an die 50er-Marke gesunken. Sie wird morgen wieder steigen, weil ein atypischer Dienstag mit nur einer gemeldeten Infektion aus der Wertung fallen wird – im Montagsvergleich zeigt sich eine Abnahme von 33 auf 20; die Krankenhausbelegung stagniert über 70. Das wie im Vorjahr winteruntypische angenehme Wetter sorgt für Alltagserleichterung.
Darunter schwelt es. Weiterlesen

Wo ist Möllemann?

Der “Kettenhund” Axel Springers hat sich losgerissen
1972 war Ingrid Matthäus Bundesvorsitzende der Jungdemokraten, omnipräsent in den damaligen Medien. Eine rhetorisch perfekte selbstbewusste Linksliberale, die von keinem Macho aufzuhalten war. Als ich 16 geworden war, 1973, hatte ich nichts eiligeres zu tun, als in ihrem Jugendverband Mitglied zu werden. Ihr Versuch über die NRW-Landesliste der FDP in den Bundestag zu kommen, scheiterte 1972 an einem gewissen Jürgen Möllemann. Dessen “historische Bedeutung” ist: wäre er noch am Leben, hätte der sich in der FDP durchgesetzt, gäbe es die AfD nicht. Ihre Rolle würde die FDP spielen. Weiterlesen

Takeover

Kabarett übernimmt Journalismus
“Dem WDR-Rundfunkrat lagen zwei Produktionsverträge zur Genehmigung vor. Dabei handelte es sich um die Beauftragung neuer Staffeln für die Serien ‚Rote Rosen‘ und „Sturm der Liebe‘, die im Nachmittagsprogramm des Ersten ausgestrahlt werden. Finanziert werden diese von allen Landesrundfunkanstalten gemeinsam. Den jeweiligen Anteilen, die der WDR trägt, stimmte der Rundfunkrat zu. Mitglieder verwiesen auf den großen Erfolg der Serien und betonten, dass öffentlich-rechtliche Unterhaltungsformate wie diese für eine große Zielgruppe unverzichtbar sind.”
Das, hätte ich vermutet, kann nur – richtig intoniert vorgetragen – von Fritz Eckenga sein. Weiterlesen

NDR / NYT

Was glotze ich im NDR-Fernsehen? mare-TV, extra3, Zapp und gelegentlich die freitägliche Nordstory, wenn sie Hamburg behandelt. Zapp ist bereits zu drei Vierteln beseitigt. Jetzt machen sie Panorama platt, was René Martens/taz sehr bedauert. Bei mir war dieses Politmagazin im Zuge ihrer allgemeinen Entwertung durch die ARD schon aus dem Blickfeld gefallen. Allenfalls Monitor/WDR beachte ich noch. Alle Magazine leiden darunter, dass wichtigere Politiker*innen einfach nicht mehr mit ihnen sprechen. Weiterlesen

Ende der Imperien

Niedergehende Imperien sind besonders gefährlich. Sie schlagen brutal um sich, mit abnehmender Rücksicht auf Verluste. Die USA sind so ein Fall, und das britische Empire erst recht. Letzteres wirkt auf mich dabei geringfügig sympathischer, wegen seines weit besser ausgeprägten Stilbewusstseins, und der weit grösseren Fähigkeit zur Selbstironie. ARTE bietet zwei Perlen, die parallel oder direkt hintereinander genossen werde sollten, um das zu verstehen.

Ich lobte hier schon aus meiner Erinnerung die britische Originalversion von House Of Cards. Wenn ich berücksichtige, dass die Reihe schon 1990 produziert wurde, komme ich nicht umhin ihre grosse prophetische Kraft zu würdigen. Weiterlesen

Fucking

Humor-Vizeeuropameister Österreich / In Berlin und Brüssel kein*e Gesundheitsminister*in zuhause
Der Rosenmontag hat ein gutes Ende genommen. Schuld daran ist, ausgerechnet, Österreich. Acht Jahre nach der Produktion schenkten sie uns auf 3sat eine Produktion, die deutsche “Humorkrimis” in einen blamablen Schatten stellt, und die ehrwürdige Tradition von Major Kottan geradezu genial modernisiert auf eine zeitgemässe Spitze treibt:
Bad Fucking Weiterlesen

Implosion

Öffentliche Medien faulen von Innen nach Aussen – und von Oben nach Unten
Wenn die Coronapandemie irgendwas Gutes hatte, dann vielleicht die Erkenntnis, wie wertvoll öffentliche Medien sein können, solche die nicht ausschliesslich dem kapitalistschen Renditedenken unterworfen sind. Um es noch mal an dem scheinbaren Boulevard-Fall eines tragischen Opfers zu erklären: mann kann den Skandal so beschreiben wie Imre Grimm von der Madsack-Gruppe, die sich im Marketingdeutsch lieber “Redaktionsnetzwerk Deutschland” nennt. Nichts an dem, was Grimm schreibt, ist falsch. Die Produktionsverhältnisse blendet es jedoch komplett aus. Weiterlesen

Karneval? Gibts schon in Klingsiel

Irgendwie verliert frau und mann das Zeitgefühl. Geht Ihnen das nicht auch so? Es ist Mitte Februar? Da war doch immer was …. Die modernen, Neuerungen jederzeit aufgeschlossenen Bürger*innen von Büttenwarder erinnerten heute im NDR-Fernsehen, die Älteren erinnern sich vielleicht: um diese Zeit war immer Karneval.
Wie es den Norddeutschen gelang, diese Zeit immer zur Hochsaison ihrer wunderschönen Küstenlandschaften zu machen, und Millionen Flüchtlinge aus dem Rheinland zu beherbergen (und sie weit weniger auszunehmen, als es ihnen geschah, wenn sie vorzogen zuhause zu bleiben), das sehen Sie hier (Video 25 min).

Begriffswelten

Das DLF-Medienmagazin @mediasres pflegt freitags die Diskussion mit einer*einem ausgewählten Hörer*in zu einem ausgewählten Medienthema. Dazu hatte es einen baden-württembergischen Hörer geladen, der aus der CDU ausgetreten und der AfD beigetreten ist. Der war aber gar nicht der, der meinen Blutdruck erhöhte. Weiterlesen

Melancholie

Eine Stunksitzung wie der WDR
Was für ein verkorkster Start in den Tag. Mit einem Surrogat von TV-Stunksitzung ins Bett gegangen. Im tiefgekühlten Schlafzimmer aufgewacht. Im Radio Laberüberschuss: Gesundbeterei des Distanzgebots. Auf den Onlineseiten nur schlechte Nachrichten. Wer den “Weltpokal” gewonnen hat; warum Aussenpolitik immer dümmer wird; überall nervtötende Popups, im Posteingang eine berechtigte Bürgerbeschwerde aus Beuel, obwohl ich Rentner bin, fern meines früheren Schreibtisches und Diensttelefons, die Stadt meldet keine Coronadaten, und mein Stimmungsaufheller Küppi war weit nach 10 immer noch nicht mit seinem Freitagsauftritt fertig (und dann darf auch noch Somuncu mitspielen, der über seine eigenen Scherze lachen muss). Wie soll das ein guter Tag werden? Weiterlesen

Enissa zeigts dem WDR

Und Rupert den Präsidenten / weitere Infos zu Welthandel, Impfpolitik, Northstream2
Sie steigt weiter in meiner Hochachtung: Enissa Amani. Jetzt hat sie dem doofen WDR und der nicht minder doofen Plasberg-Firma kurz mal eben auf eigene Produktionskosten vorgemacht, wie Leute, die Ahnung von der Sache haben, über Rassismus und Sprache schwätzen können. Makaber, wie wenig schwer das ist. Und für unser Haushaltsabgabengeld bekommen wir so ein Minimum an Intelligenz nicht geliefert? Sogar der billige Spiegel hats schon gemerkt.
Ich schäm’ mich so, weil ich “meinen” WDR mal so heiss geliebt und verehrt habe. Weiterlesen

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