Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Brasilien (Seite 6 von 13)

Soziale Verwüstungen

von Laura Held
Die Ära Bolsonaro – Treffen der Brasiliensolidarität im November 2021

Der Runde Tisch Brasilien, das wichtigste Treffen der Brasiliensolidarität im deutschsprachigen Raum, fand diesmal vom 26. bis 28. November online statt. Thema war in diesem Jahr „Brasilien: Kampf gegen soziale Ungleichheit in der Pandemie“. Im Zentrum standen vier Livestream-Debatten, ausschließlich besetzt mit Expert*innen aus Brasilien. Leonardo Sakamoto von Repórter Brasil skizzierte ein bedrückendes Panorama. Weiterlesen

Über Politik wird gefälligst debattiert!

Interview von Britt Weyde/ila mit Márcia Ramalho zur brasilianischen Diaspora in Köln
Márcia Ramalho ist in Rio de Janeiro geboren, lebt aber schon seit Jahrzehnten in Köln. „Ich pendele zwischen den beiden Welten.“ Aktuell ist sie im Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins Köln-Rio. „Mit dem Verein sollen Klischees abgebaut werden“, erzählt sie. Außerdem ist sie aktiv im Zusammenschluss Brasil em Debate, der nach der Absetzung von Präsidentin Dilma Rousseff im Jahr 2016 aktiv wurde. Im Gespräch mit der ila zeichnet Márcia Ramalho die Entwicklung der diasporischen Aktivitäten in Köln nach. Weiterlesen

Tief unter die Haut

von Marilene de Paula
Rassismus und Polizeigewalt in Brasilien
Nirgendwo in Lateinamerika werden so viele Menschen von der Polizei getötet wie in Brasilien. Doch davon sind längst nicht alle gleich betroffen. Die Gesellschaft teilt sich in zwei Gruppen, meint die Autorin Marilene de Paula: die „Tötbaren“ und die „guten Bürger*innen“.

Mitten in der Corona-Pandemie, im Mai 2020, wurde der 14-jährige João Pedro in Rio de Janeiro in seinem Zuhause von der Polizei erschossen. 72 Schüsse wurden in den Wohnräumen abgegeben. Wie in den meisten Fällen verwiesen die Behörden anschließend auf den Drogenkrieg. Weiterlesen

Verursacht – verantwortlich – verklagt

Im Nachklang zur Flutkatastrophe wird die Frage diskutiert, wer eigentlich für die immen­sen Schäden aufkommen soll. Der Staat, die Versicherungen, Spendenaktionen, die Ge­schädigten selbst? Oder die Verursacher? Und wer sind die Verursacher? Offenbar be­steht weitgehende Einigkeit in der Einschätzung, dass der Klimawandel die Flutkatastro­phe bewirkt hat. Also geht es um die Verursacher der Klimaerwärmung. Weiterlesen

Black Lives Matter in Lateinamerika

von Informationsstelle Lateinamerika
Wer hat’s gewusst? Seit dem 1. Januar 2015 befinden wir uns in dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Jahrzehnt der Afrikastämmigen“, das noch bis Ende 2024 andauert.

Damit „erkennt die internationale Gemeinschaft an, dass Menschen afrikanischer Abstammung eine besondere Gruppe darstellen, deren Menschenrechte gefördert und geschützt werden müssen. Auf dem amerikanischen Kontinent leben etwa 200 Millionen Menschen, die sich als Menschen afrikanischer Abstammung bezeichnen“, heißt es auf der Seite der UN. Leider spielt diese Dekade in der Öffentlichkeit überhaupt keine Rolle. Weiterlesen

Kriegsreportagen

Über den Krieg in der Bourgeoisie
Sortiert sich die internationale Bourgeoisie nach den wirren verlustreichen Trumpjahren neu? Vieles deutet darauf hin. Doch um eine Menschheitsmehrheit für eine Einheitsfront gegen den angeblichen Kommunismus Chinas hinter sich zu vereinigen, ist noch harte Arbeit zu leisten, und sind schwierige Aufgaben zu lösen. Denn relevante Kräfte innerhalb der herrschenden Bourgeoisie wollen partout nichts gegen den Klimawandel unternehmen, und Gewerkschaften, Andersdenkende und Andersseiende lieber mit polizeilicher und geheimdienstlicher Militanz unterdrücken und bekämpfen, als sich ewig und drei Tage diskursiv mit ihnen auseinandersetzen zu müssen. Weiterlesen

Andere Sichtweise auf den Amazonas

Interview von Ute Evers mit Cristiane Mazzetti und Eliane Gomes-Alves zur Umweltpolitik der Regierung Bolsonaro
Wie schätzen Umweltaktivist*innen und kritische Wissenschaftler*innen die Umweltpolitik der Regierung Bolsonaro ein? Darüber sprach Ute Evers mit den beiden Brasilianerinnen Cristiane Mazzetti und Eliane Gomes-Alves. Mazzetti hat an der Universität von São Paulo (USP) und der London School of Economics studiert und arbeitet als Campaignerin im Amazonasteam von Greenpeace, Eliane Gomes-Alves arbeitet im Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Ihr Forschungsgegenstand besteht darin, herauszufinden, wie bestimmte von Pflanzen produzierte Gase die Atmosphäre und damit das Klima beeinflussen. Weiterlesen

Die gute Nachricht aus Brasilien

Schlechte Nachrichten aus Brasilien erreichen uns im Überfluss, z.B. diese Analyse von Theo Wentzke über die Beziehung zwischen dem Bolsonaro-Regime und dem Militär.
Doch es gibt auch gute Nachrichten. In Belém am Amazonas-Delta hat (wieder) ein Linker der Bürgermeisterwahl gewonnen. Wie bei Bürgermeistern üblich lässt er sich in seinem Tatendrang von einer schlechten Bundesregierung nicht aufhalten. Claudia Horn/Jacobin berichtet.

Reservate des schlechten Geschmacks

Von André Dahlmeyer, Nomadensportstudio
In Brasilien startet die „Todes-Copa“

Überall in Brasilien gehen die Menschen mit Pappschildern auf die Straße, auf denen Dinge stehen wie „Copa Nein! Impfung Ja!“ Es nützt alles nichts. Gestern um 23 MESZ wurde mit dem Spiel zwischen Gastgeber Brasilien und Venezuela die 47. Copa América angetreten (Ergebnis: 3:0 für Brasilien), die ursprünglich erstmals in ihrer 105jährigen Geschichte in zwei Ländern ausgetragen werden sollte. In Kolumbien kam der Staatsterrorismus dazwischen, in Argentinien der Sensenmann.
Dem deutschstämmigen brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro ist das wurscht. Weiterlesen

Hündin, Bildungsministerin, Königin

von Britt Weyde
Weiblicher Aufbruch und Durchbruch im Funk

Die Sache bleibt ambivalent, jetzt, wo die Männermacht im Funk langsam aufgeknackt wird. Wo verorten sich die zahlreichen, mitunter sehr erfolgreichen, Frauen im Funk? Ermächtigte Feministin oder aufgebrezeltes Sexpüppchen, oder vielleicht gar beides? „Es gibt keinen totalen Bruch mit sexistischen Vorstellungen im Funk, genauso wenig aber ein hundertprozentiges Reproduzieren“ sagt die Sozialwissenschaftlerin Carla dos Santos Mattos in der Publikation „Funk: Qual é o role?“. Es gebe Brüche und Kontinuitäten, häufig gleichzeitig und miteinander verwoben. Der weibliche Aufbruch im Funk hat vor etwa 20 Jahren begonnen. Und bereits für eine Menge Kontroversen gesorgt. Weiterlesen

Baile Funk

von Informationsstelle Lateinamerika
Nichts liegt im Moment ferner, als über euphorische Tanzpartys nachzudenken, auf denen sich Tausende von Menschen dröhnenden Bässen hingeben, wo sie schwitzen, sich aneinander reiben, in waghalsigen Choreographien zu überbieten versuchen, flirten, sich berauschen und den Alltag ausschalten. Allein die Vorstellung davon ist nach über einem Jahr Pandemie Eskapismus pur. Aber wir haben die Challenge angenommen, einen Schwerpunkt über DIE brasilianische Partykultur schlechthin zu erstellen: Baile Funk. Weiterlesen

Die Welt da draussen

Brasilien / Tschad / Myanmar
“Woanders is’ auch scheisse.” Dazu hier neue Beweise, die in der wehleidigen deutschen Diskusrsarena weitgehend ignoriert werden. Dabei sind sie sowohl für die Pandemie- wie für die Klimawandel-Bekämpfung ausergewöhnlich relevant.
Am wenigsten begründen muss ich das für Brasilien, in dem die grössten Regenwaldflächen der Welt akut bedroht sind. Es hat sich ähnlich “freiwillig”, wie es die USA mit Trump getan hatten, einen dem Faschismus zum Verwechseln ähnlichen Präsidenten frei gewählt, und würde es nach aktuellen Erkenntnissen nicht wieder tun. Weiterlesen

Record-verdächtige Medienkonzentration

von Gaby Küppers
Fromme Botschaften als Vehikel für Macht und Profit

„Mit dem Zweiten sieht man besser“, wirbt ein öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland. Auch in Brasilien gibt es ein Zweites, ein Zweitgrößtes, besser gesagt. 2021 ist das der evangelikale Sender Record TV. Vor ihm liegt nur der Erzfeind in Sachen Quoten und Quanten, das O Globo-Imperium. Im Vergleich zu den Privaten ist Brasiliens erst 2007 in der Regierungszeit Lulas und der sozialdemokratischen Arbeiterpartei PT ins Leben gerufene staatliche Medienunternehmen EBC mit TV Brasil, Nachfolger des Bildungssenders TVE Brasil, ein Zwerg. 2011 stand RecordTV noch an fünfter Stelle. Nicht einmal zehn Jahre später ist er der einzige Medienkonzern Brasiliens, der im rückläufigen Anzeigenmarkt des Krisenjahrs 2020 8,3 Prozent zulegte. O Globo verlor dagegen vier Prozent. Geht es um evangelikalen Durchmarsch oder um schnöden Profit? Weiterlesen

Bericht von der rheinischen Impffront

mit Update vormittags
Immer wenn es aussieht, es ginge nicht mehr doller, dann wird es es. So wenig, wie es ein Leben ohne Risiko gibt, gibt es einen Impfstoff ohne Nebenwirkungen. Dass der Körper nach einer Impfung (Neben-)Wirkung zeigt, ist ein gutes, kein schlechtes Zeichen. Nur ein toter Körper reagiert nicht auf diesen Eingriff von aussen. Dass bei neuerfundenen Stoffen Dinge passieren, die niemand voraussehen konnte, ist der Kern jeder experimentellen wissenschaftlichen Forschung. Bei einer Impfung sind wir alle Versuchskaninchen. Wer darum herumdruckst, oder gar darüber hinwegschwätzt, erhöht seine Glaubwürdigkeit nicht. Die meisten deutschen Politiker*innen sind diesbezüglich schon in eine tiefe, tiefe Grube gefallen. Weiterlesen

Globalpolitische Konkurrenz

Oder Wahrnehmung globaler politischer Verantwortung? – Zur Geberkonferenz der EU für einen Corona-Impfstoff
War die gestrige Geberkonferenz der EU ein Versuch, sich in der globalpolitischen Konkurrenz zu den USA und China besser aufzustellen? Oder diente die Konferenz tatsächlich dem offiziell proklamierten Ziel einer möglichst schnellen Entwicklung und dann auch global gerechten und ausreichenden Verteilung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus? Anlaß zu Zweifeln gibt es aus mehreren Gründen. Weiterlesen

Somalia / Rio / Russland

Es gibt sie noch: Publizistik mit Niveau und ohne Paywall.
Afrika-Korrespondentin unter Pandemie-Bedingungen ist allein schon ein respekteinflössender Schwierigkeitsgrad. Unter solchen Bedingungen Material aus Mogadischu zu ergattern, wow. Ich weiss nicht, ob Bettina Rühl selbst dort war. Vermutlich hat sie Verbindungen genutzt, um Informationen und O-Töne zu beschaffen. Denn nach meiner Kenntnis liegt der Security-Tarif für offensichtliche Nicht-Einheimische in Mogadischu bei 1.000 US-$/Tag. Dafür dürfte das DLF-Honorar kaum ausreichen. Weiterlesen

ZeroCovid weit weg

Und: ZeroSicherheit durch “geheime Nachrichtendienste”
In Bonn ist die 7-Tage-Inzidenz wieder über 100: 104,2. Auf hohem Niveau wird in Deutschland übers Impfchaos gezetert. Für die Impfwilligen und -bedürftigen ist es in der Tat nervenzehrend. Woanders auf der Welt, bei der übergrossen Mehrheit, können sich die Leute über das deutsche Gezeter nur wundern. Mein Vater (88) hat in Essen jetzt einen Termin Ende Februar zugeteilt bekommen, nachdem sich meine Schwester online einen Tag lang darum bemüht hat. Ich (Ü60) habe noch nicht einmal Krankenkassen-Coupons für FFP2-Masken – aber ich jammere nicht.
Nur, dass Sie mal andere Eindrücke bekommen, solche die unser hohes Niveau kennzeichnen: der Bericht von Norbert Suchanek/Junge Welt der von Rio aus über die Lage in Manaus/Amazonas berichtet. Weiterlesen

Menschlicher Abgrund Pandemie

Oder: – im Science Fiction waren die Menschen besser
Seit Entstehen der klassischen Zukunftsromane ist die Virusinfektion durch Außerirdische oder durch Ansteckung aufgrund von Bombenexperimenten verrückter Wissenschaftler eine beliebte Erzählung. Einer der ersten Thriller diese Art ist 1953 der von Jack Arnold gedrehte “They Came From Outer Space” nach einer Geschichte “Meteor” von Ray Bradbury. Im Klassiker “Krieg der Welten von H.G.Wells ist die Erde den marsianischen Invasoren hoffnungslos ausgeliefert. Aber auch zur “Corona-Krise” gibt es eine filmische Blaupause: Das “Andromeda-Projekt” USA 1971 zeigt eine Verseuchung der Umwelt und massenhafte Todesopfer durch ein außerirdisches Virus. Weiterlesen

Zukunft braucht Perspektiven

von Inga Triebel
Die Stellung von Mensch und Tier im „amerindischen Perspektivismus“ von Eduardo Viveiros de Castro

Der Stellenwert von Mensch und Tier wird seit Jahrhunderten in Alltag und Wissenschaft diskutiert. Einer westlich geprägten Weltanschauung zufolge ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier in dem, was dem Menschen eigen ist, begründet. Der Brasilianer Eduardo Viveiros de Castro entwirft mit seinem Konzept des „amerindischen Perspektivismus“ eine radikale Alternative zur Betrachtung von Mensch und Tier. Grundlage dafür liefern ethnographische Begegnungen mit verschiedenen indigenen Gemeinschaften der Amazonasregion. Weiterlesen

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