Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: #MeToo (Seite 3 von 9)

Fussballkrieg

Derzeit ist Länderspielpause und keine*r guckt zu. Dem deutschen Publikum gehen die derzeitigen WM-Qualifikationsspiele – zur Erinnerung: für eine Winter-/Weihnachts-WM in Qatar – am Hintern vorbei. Obwohl: die ARD-“Wahlarenen” mit Frau Baerbock oder Herrn Scholz glotzten noch weniger (3-4 Mio.). Auch das Fussballmärchen von Island, so einwohner*innen*stark wie Bonn, ist von #metoo ganz böse zerdeppert worden. Nein, falsches Bild: gewalttätige toxische Männer-“Helden” rissen mit dem Arsch wieder ein, was sie mit ihren Füssen aufgebaut hatten – die Island-Verehrung. Weiterlesen

Opfertraumatisierung

9/11 – #metoo – Epstein
Dirk Hautkapp war in den Nullerjahren noch ein fachkundiger Beobachter der NRW-Landespolitik für die NRZ. Für seine gute Arbeit wurde er mit einem US-Korrespondentenjob für die heutige Funke-Mediengruppe belohnt. Es gibt schlechtere Nachrichten aus der Medienbranche. Hautkapp schreibt heute, wie auch die Agenturen, die dem Sujet nicht widerstehen können, über die bevorstehende Einvernahme des Andrew Windsor in der Epstein-Affäre. Weiterlesen

Verunsicherung und politische Apathie

Von Peter Wahl
Zu den Regionalwahlen in Frankreich

Frankreich geht es schlecht. In dieser Situation hat der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen 2022 begonnen. Schon die Regionalwahlen vom vergangenen Wochenende unterstrichen, dass Krisen und Verunsicherung bei unseren Nachbarn noch tiefer sind als hierzulande.

65 Prozent der Franzosen glauben einer Umfrage des renommierten Instituts IFOP zufolge, dass „die Zivilisation, wie wir sie kennen“ in den nächsten Jahren zusammenbrechen wird. In Deutschland sind es nur 39 Prozent.[1] Macron selbst sprach von „einer Welt am Rand eines Abgrunds.“ Weiterlesen

Enteignen

Omma, gib Dein Häuschen ab – das gehört jetzt alles dem Sozialismus! So ähnlich wollen CDU und FDP in Berlin jetzt wahrscheinlich in den Berliner Wahlkampf ziehen. Gewinnen werden sie ihn damit nicht. Beine stellen tut sich der rot-rot-grüne Berliner Senat immer noch selbst. Jetzt muss er sich zu über 340.000 Unterschriften verhalten, das doppelte des erforderlichen Quorums, die die Enteigung des Konzerns Deutsche Wohnen fordern, der sich bereits vorsorglich unter die Fittiche der noch grösseren aber kaum weniger berüchtigten Vonovia begeben hat. Weiterlesen

“BAMF-Affäre” ist #metoo-Fall

mit Update 12.5.
Wenn es gegen eine Frau mit (einer gewissen) Macht geht, haben viele Männer keine Probleme damit, Solidarität zu entwickeln. Wenn die Opfer solchen Treibens Flüchtlinge sind, juckt es (fast) keinen (Frauen weniger mitgemeint). Wenn die Bundesregierung den Zünder liefert, sind alle schnell dabei, ihr Mütchen zu kühlen, und sich schon mal für zukünftige Jobs zu bewähren. So war es beim sog. "BAMF-Skandal", der sich – Fakten, Fakten, Fakten – unbemerkt von dicken Schlagzeilen in Luft aufgelöst, seine politischen Zwecke, u.a. Fütterung der AfD, mustergültig erfüllt hat.
Der Anwalt der diffamierten Ulrike Bremermann, Johannes Eisenberg, gibt aber noch keine Ruhe. Weiterlesen

Wer hat dich nur so ruiniert?

Betriebsklima und Unternehmenskultur in NDR und WDR
Als Extradienst-Gastautor Hans Conrad Zander mir zum ersten Mal im WDR-Programm auffiel (“Rotkohl – das Magazin der Jungkonservativen Bewegung Deutschlands”, mit Georg Bungter), war der WDR für mich noch ein Leitmedium, mit der Anmutung eines Kreativitäts-Treibhauses, mit zeitweiligen Anwandlungen von Widerständigkeit. Zanders unwiderstehliche schweizerische Intonation würde heute niemand mehr ans Radiomikrofon lassen. Darum ist heute ist das meiste Versendete schnell wieder vergessen. Weiterlesen

Reichelt hat Zeit

Eberl kein Feigling / Küppi als Aserbaidschan-Fan
Mmh, ist das nun ein gutes Zeichen? Der Milizionär Julian Reichelt ist von seinen Finanziers vorläufig stillgelegt worden. Wie vorläufig, weiss noch niemand. Ich habe eine wenig riskante Prognose: ob der Kerl zurückkehrt oder nicht, ist “nur” für die paar hundert Menschen von Bedeutung, die täglich mit ihm arbeiten mussten. An dem, was an Jauche der bisher von ihm geführten Medien unten rauskommt, wird es wenig bis nichts ändern. Ein gutes Zeichen ist es immerhin für die gesellschaftsverändernde Kraft der #metoo-Bewegung. Weiterlesen

#metoo: im WDR läuft es nicht rund

Boris Rosenkranz/uebermedien berichtete gestern (hinter Paywall, die erst in einer Woche aufgelöst wird) darüber, dass die “Dienstvereinbarung”, die nach der Henke-Affäre erarbeitet und vereinbart worden war, vom WDR-Personalrat im Herbst 2020 gekündigt worden sei. Sie muss neu verhandelt werden. Die Vereinbarung sah Ansprech- und eine Clearingstelle vor, die offensichtlich nicht aus der Sicht aller Beteiligten funktioniert haben. Der Mediendienst dwdl hat bei uebermedien mitgelesen, und berichtet offen zugänglich, was uebermedien hinter Paywall meldet. Weiterlesen

Weiber crashen Dominanzkultur

Den Begriff “Dominanzkultur” habe ich in den 90er Jahren bei einem Antirassismus-Seminar der NRW-Grünen von Birgit Rommelspacher gelernt, einer leider verstorbenen kämpferisch-feministischen Forscherin. Ihr Leben hat sich gelohnt, weil sie vielen lernwilligen Menschen viel mitgegeben hat. Es wäre ihr zu gönnen gewesen, diese aufregende Gegenwart noch miterleben zu dürfen, nicht nur wegen Amanda Gorman.
In der Inszenierung von Pathos bleiben die USA unschlagbare Weltmeister. Das ist ambivalent: Pathos ist nicht gut oder böse, sondern eine Technik, die für Gutes und Schlechtes eingesetzt werden kann. Geschmacklich liegt es mir persönlich eher fern, aber jede’ Jeck is anders. Weiterlesen

Flächendeckender Kulturwandel

#metoo wälzt die Gesellschaft um – zum Guten

Ob es eine gute Idee der WDR-Programmdirektion war, die Schimanski-Tatort-Wiederholungen auf Mitternacht zu verschieben, kann angezweifelt werden. Die gestrige Folge “Kielwasser” hatte mit 8,6% immer noch einen höheren Marktanteil, als das Hauptabendprogramm des WDR-TV (rund 7%). Schimmi werden jüngere Tatortwiederholungen vorgeschaltet, weil die Yuppies in den WDR-Büros glauben, bei Schimmi funktionierten die heutigen “Sehgewohnheiten” nicht mehr. So sah ich gestern beiläufig einen Köln-Tatort von 1997. Der hatte – zufällig – eine mehrfache besondere Bedeutung. Weiterlesen

Widerliche Männer

Ich muss zugeben, dass meine Weltsicht aktuell durch die Lektüre der Epstein-Saga, ich habe bisher erst drei Teile geschafft, negativ und pessimistisch geprägt ist. Wladimir Kaminer, ein mir sympathischer Mann, sagte heute morgen “Ich glaube, eine sehr wichtige Säule des heutigen Regimes in Russland ist der Glaube, dass man alles mit Geld kaufen kann …” Das ist zweifellos ein Glaube, den das russische Regime nicht exklusiv hat. Schauen Sie sich nur die folgenden Kreaturen an. Weiterlesen

Man(n) wird doch wohl noch …

… beleidigen und demütigen dürfen? – Nee, meint Claudia Roth, und ist damit nicht mehr allein
Alles beschleunigt sich. Da wissen viele Männer nicht mehr, wo ihnen ihr Kopf steht. Jahrtausendelang haben Frauen zu ihrem Besitz gehört. Schon als Kleinkind habe ich gelernt: was mir gehört, da kann ich mit machen, was ich will. So habe ich mir mit Legosteinen eine schöne Stadt gebaut, konnte aber auch jederzeit Häuser zerstören, Unfälle bauen, oder widerspenstige Legosteine in die Ecke werfen (wenn meine Mutter nicht im Zimmer war). Und wenn es in irgendeinem Jahrhundert in irgendeiner Weltgegend anders war? Dann haben wirs nicht erfahren, denn die Geschichtschreibung war ebenfalls stabil in männlicher Hand.
Durchgelassen haben die geschichtsschreibenden Männer die Amazonen (griechisch), Weiterlesen

Die Machtfrage

“Du hast ein kritisches kapitalistisches Ich. Dabei bist du eine durchschnittlich verbrauchende solidarische Person. Du bist leistungsbereit und dir dabei stets deiner Verantwortung bewusst. Du bist immer ganz vorne mit dabei. Dein Anspruch ist Teil deiner DNA. Du bekommst, was du willst und konsumierst stil- und qualitätsbewusst. Exklusivität ist für dich kein Luxus. Du wirst jedoch ausgebeutet, Im Großen und Ganzen bist du zufrieden.” Weiterlesen

Sinnfragen – Enke wirkt

2009, nach dem Selbstmord von Robert Enke hatte ich schon auf dem Bonner Marktplatz bemerkt, an der Espresso-Bude der Freundinnen, die heute das Restaurant Mademoiselle in Endenich betreiben, dass wildfremde Menschen den Mut fassten, öffentlich über ihre Depressionserkrankung zu sprechen. Das war damals schon ein wichtiger emanzipatorischer Schritt. Jetzt mehren sich öffentliche Auftritte, in denen professionelle Leistungssportler*innen öffentlich über ihre Krisensituation bis hin zum Rücktritt sprechen – ebenfalls ein grosser Fortschritt, der in Einzelfällen lebensrettend sein kann. Weiterlesen

Weibliche Schönheit

Und eine Rettungsperspektive für Journalismus
Ein Mann hat die Hymne darauf geschrieben: Peter Körte, Feuilleton-Redakteur der FAS. Er bespricht das Buch der hierzulande zu Unrecht nur wenig bekannten Jodi Kantor und Megan Twohey, die sich keinen geringeren als den Hollywood-Zaren Harvey Weinstein zum lebenslangen Feind gemacht haben. Wie sie das anstellten, steht in ihrem Buch, das jetzt auf deutsch erschien: „#Me Too. Von der ersten Enthüllung zur globalen Bewegung“ (aus dem Amerikanischen von Judith Elze und Katrin Harlaß). Weiterlesen

Immunabwehr

Empowerment für Demokrat*inn*en aller Farben und Geschlechter
Das war ein gutes Wochenende. Zu danken ist das globalen gesellschaftlichen Tiefenströmungen und den USA. Für ersteres ist vor allem der Fridays-For-Future-Bewegung zu danken, die wichtige ermutigende und gesellschaftsklimatische Grundlagen geschaffen hat. So ist es dann nicht mehr überraschend, dass die Black-Lives-Matter-Bewegung sich mit grosser Geschwindigkeit über den Atlantik hinweg ausgebreitet hat.
Damit hatten am vergangenen Wochenende hier In Deutschland wohl weder die Anmelder*innen von Solidaritätsaktionen noch die Behörden gerechnet. Weiterlesen

Wer will berührt werden?

Gutes und böses Zweifeln
Wie verändert die Corona-Krise das menschliche Zusammenleben? Unbemerkt verändern sich “Frames”. Jahrzehntelang galt Zweifel und Skepsis als links, oder mindestens linksliberal. Jetzt soll es rechts sein. Wissenschaftsgläubigkeit galt – auch und vor allem für Grüne – als konservative Gleichschaltung zugunsten industriellen “Fortschritts”. Mühevoll wurden dagegen wortungeheuerliche Dämme wie Technikfolgenabschätzung gebaut. Jetzt gibt es scheinbar wieder “die” Wissenschaft. Und wer dem widerspricht, was die meisten dafür halten, gilt zwar wie immer als Ketzer, aber jetzt als Rechter. Weiterlesen

Die Sache von Männern und Frauen

Facebook frisst Afrika / Politik und Fußball
Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den TV-Sender Pro7. Zu Glanzzeiten seines früheren Besitzers und späteren Gross-Pleitiers Leo Kirch (Spender und Buddy von Helmut Kohl) war Pro7 dafür bekannt, US-Kino-Blockbuster als Erster ins deutsche TV zu bringen. Heute, mit dem Grossaktionär Silvio Berlusconi, dümpeln sie bei einem Marktanteil von 4,1%, schwächer als die FDP. In solcher Lage ist es Höhepunkt des Schaffens, wenn ein toller PR-Coup gelingt, der nicht nur 2 Mio. TV-Glotzer*innen, sondern bisher zusätzlich noch weit über 2 Mio. Youtube-Clicks brachte. Weiterlesen

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