Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Afrika (Seite 9 von 25)

Sie kommen

Und zwar unaufhaltsam. Dass die Jungen die Alten ersetzen, ist einerseits Biologie und Evolution. Das aktuelle Virus ist ein klitzekleiner Beschleuniger dieses Mechanismus. Weit wirksamer ist es als soziale und politische Tatsache. Die Jungen können nicht nur ein Virus leichter überleben, Sie lernen auch schneller, sie sind kreativer, sie schliessen sich zusammen, vernetzen sich, erkennen Hindernisse und Gefahren, entwickeln Techniken sie zu umgehen oder zu überwinden. Die Zeit ist auf ihrer Seite. Die Zeit ist unbesiegbar. Drei Beispiele.
Das ist zunächst das Forscher*innen- und Unternehmer*innen-Paar Özlem Türeci und Uğur Şahin. Weiterlesen

Abbrennen – Vermehren – Impfen – Abkassieren

Real existierender Kapitalismus

Nach der Trump-Abwahl hoffen einige Wohlmeinende, dass es politisch einsam um Jair Bolsonaro werden könnte. Schön wärs. Er ist definitiv ein schwerer Verbrecher, allerdings nicht nur von Trump abhängig, sondern auserwählt und getragen von einem Bündnis aus Militär, Agroindustrie und Evangelikalen. Nur weil Trump – hoffentlich bald – weg ist, sind die nicht weg, sondern tragende Säule der gegenwärtigen Herrschaftssysteme- Susanne Aigner/telepolis hat aufgeschrieben, wie diese Kräfte mglw. die Grundlagen menschlichen Lebens auf diesem Planeten sehenden Auges abschaffen. Weiterlesen

Gute Schulden / Neue Viren / Kinderfussball

Globaler Schuldenweltmeister sind die USA. Und werden es auch bleiben, egal wie die Wahl ausgeht. Sie können unbegrenzt weiter Schulden machen. Warum? Weil die Welt ihnen vertraut. Vertraut? Einem Land, in dem so viele Trump wählen? Berechtigte Fragen. Doch beim Kapital geht es nicht um Moral, sondern einzig und allein um die Frage, ob ich Kapital, das ich denen leihe, jemals wiedersehe. Wer diese Frage bejaht, hat Vertrauen. Wer dieses Vertrauen besitzt und darüber verfügen kann, kann unbegrenzt Schulden machen, völlig unabhängig von allen Grundrechenarten.
Für die USA gilt das, so lange sie Weltmacht sind und ihre Währung Leitwährung der globalen Ökonomie. Ulrike Herrmann/taz hat das schon lange begriffen, Weiterlesen

Jetzt hab’ ichs verstanden

Die Pipeline kommt / Steuerflucht – richtig gemacht
Mein eigenes politisches Denken ist “veraltet”. Es ist bestimmt und beeinflusst von nostalgischen Kategorien wie “Krieg oder Frieden”, “Kooperation statt Konfrontation”, “Entspannung statt Strategie der Spannung”, Verständigung, Interessenausgleich, friedliche Koexistenz, Konsenssuche, solche Sachen. Wie soll das gehen, wenn jetzt nicht nur die Profis sondern alle ein Pokerface tragen (müssen)? Bei Harald Neuber/telepolis habe ich nun verstanden: die Bundesregierung bläst die Nawalny-Show mit der Zielgruppe EU deswegen so auf, weil sie hinter dieser Show Northstream 2 absichern will. Weiterlesen

Teilerfolg für Menschenrechtsorganisationen

Saudi Arabien verfehlt Einzug in den UNO-Menschenrechtsrat / Dämpfer für Peking / Wahl von China, Russland, Kuba und Pakistan stößt auf Kritik
Amnesty International, Human Rights Watch sowie Menschenrechtsorganisationen aus dem arabischen Raum können einen Teilerfolg bei der UNO verbuchen: dank ihrer Lobbyarbeit scheiterte das von einer islamistischen Diktatur regierte Saudi Arabien am Dienstagabend in der UNO-Generalversammlung mit seiner Kandidatur für die Mitgliedschaft im UNO-Menschenrechtsrat in Genf. Auf Kritik stieß, daß China, Russland, Kuba und Pakistan trotz der Menschenrechtsverletzungen in diesen Ländern gewählt wurden. Weiterlesen

Krieg bringt Hunger bringt Krieg

Der Friedensnobelpreis 2020 geht an das Welternährungsprogramm, die größte humanitäre Organisation der Welt.
So falsch waren die Voraussagen vor der Vergabe des Friedensnobelpreises schon lange nicht mehr. Die meisten Auguren hatten die Klima­kämpfer*innen von Fridays for Future, die im Kampf gegen die Coronapandemie befindliche Weltgesundheitsorganisation oder eine*n aus der in letzter Zeit deutlich gestiegenen Anzahl verfolgter und inhaftierter Journalis*tinnen auf dem Zettel. An das Welternährungsprogramm (World Food Programme, WFP) der UNO dachte niemand. Weiterlesen

„Spannend war es allemal“

Als Zivildienstleistender bei der Informationsstelle südliches Afrika 1974/75
von Gernot G. Herrmann

1974 war ich 19 Jahre alt, Sprecher der katholischen Jugend, Mitgründer des Stadtjugendrings in Oppenheim – und suchte eine Zivildienststelle. Ein Freund hatte eine Idee. Er, Kellermeister, wollte eigentlich nach Südafrika auswandern. Aber nach eingehender Beschäftigung mit dem Land wurde er zum Apartheidgegner. Er unterstützte u. a. die Kampagne „Freiheit für Nelson Mandela” und kam so auch mit dem „International Defense and Aid Fund” (IDAF) in Kontakt. Die suchten einen Zivildienstleistenden. Eine Woche später saßen wir im Auto und fuhren nach Bonn. Weiterlesen

Verewigung der Unmenschlichkeit?

Menschenwürde, Hilfsbereitschaft, Solidarität und Hilfe in Not sind Werte, zu denen ich erzogen worden bin. Nicht nur von meinen Eltern, von einer Bundesrepublik der 60er Jahre, die Kerzen für die unterdrückten “Brüder und Schwestern” in der DDR in die Fester stellte. In der Schule, in der die DGRS – Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – Filme ihrer Arbeit zeigte und anschließend die Schüler*innen nötigte, am kommenden Tag Spenden ihrer Eltern mitzubringen. Ich dachte immer, in einer freiheitlichen Gesellschaft des Grundgesetzes zu leben – später habe ich dann gelernt,
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Das dänische Schwein

Assoziationsketten unter Laubbläserterror
Mein Hausmeister, Herr Stake ist, anders als die Hausmeister aus meiner Schulzeit, ein sehr netter Mensch. Wenn Jürgen Trittin mal was Falsches zu Afghanistan oder generell zu deutschen Militäreinsätzen sagt, erfahre ich das zuerst von ihm, schon alleine, weil er viel früher aufsteht als ich: “Dafür habe ich nicht im Hofgarten demonstriert.” Trittin wird jedes Mal von mir über diese Kritik informiert, und weil Jürgen im wahren Leben ein sehr höflicher Mensch ist, gibts innerhalb von 24 Stunden eine sachliche Antwort von ihm (persönlich! nicht vom Büro). Herr Stake informiert mich ausserdem akkurat, wenn Lärmterror von der Gartenbaufirma droht. Weiterlesen

Journalistische Distanz

Und: der Steuerkriminelle, der im Knast nichts gelernt hat
Thilo Thielke ist Korrespondent der FAZ in Kapstadt/Südafrika. Ich habe nicht so viel von ihm gelesen, daher keine festgefügte Meinung über seine journalistische Arbeit. Seine Frankfurter Zentralredaktion muss ihn jedenfalls für aussergewöhnlich qualifiziert halten. Denn obwohl die Frankfurter eine um rund 2.200 km kürzere Distanz zur malischen Hauptstadt Bamako haben, lassen sie Thielke aus dem 8.800 km entfernten Kapstadt über Mali berichten. Ein echter Weiterlesen

Apocalypse now?

mit Update 12.9.

Panikmache? Dafür bin ich so wenig, wie es angeblich Donald Trump ist. Aber warum schafft es der Kerl, der doch “der mächtigste Mann der Welt” sein soll, nicht, mir Sicherheit zu geben? Noch nicht mal Angela Merkel schafft das. Viele von Ihnen haben vielleicht gestern den Tagesschau-Bericht zu den Bränden an der US-Westküste gesehen (Video nicht gefunden). Feuer macht gewöhnlich an Staatsgrenzen nicht halt. Dass es keine Bilder aus Kanada und Mexiko gibt, liegt vermutlich daran, dass dort weniger ausländische Journalist*inn*en arbeiten. Weiterlesen

Gute Nachrichten

sind schlechte für Oligarchen, z.B. Berlusconi, z.B. Tönnies
So lange die Machtverhältnisse sind wie sie sind, muss ich mir mit Sarkasmus behelfen. Ich kenne viele italienische Freund*inn*e*n, denen es bedeutend besser geht, wenn sie nicht nur davon erfahren, dass Silvio Berlusconi mit dem Covid-19-Virus kämpft, das wünschen sich viele gar nicht, sondern das hier ist eine wirklich gute Nachricht: “Schwarzes Jahr für Berlusconi: Weiterlesen

Decolonize Bonn

Offener Brief zum verantwortungsvollen Umgang mit den Verbrechen des Kolonialismus in Bonn
Am 9.3.2020 erhielten wir eine Antwort von Dr. Birgit Schneider-Bönninger auf unseren Brief zum verantwortungsvollen Umgang mit Verbrechen des Kolonialismus in Bonn, der uns wütend zurück ließ. Dr. Birgit Schneider-Bönninger formuliert darin, dass sie bezweifelt, dass Friedhöfe ein geeigneter Ort sind um die koloniale Vergangenheit Bonns aufzuarbeiten und dass sie die Beziehung von Lothar von Trotha und Bonn grundsätzlich in Frage stellt. Wir haben das Gefühl, dass hier Missverständnisse vorliegen, die wir mit diesem offenen Brief klarstellen möchten. Weiterlesen

“Unserer Truppe geht es gut”

Koloniale Gegenwart
In deutschen Medien gibt es gegenwärtig nur zwei Auslande: die USA und – Überraschung! – Belarus. Brav wird so die Agenda der Bundesregierung nachvollzogen, begleitet und abgearbeitet. Darum möchte ich Ihren Blickwinkel hier mal wieder auf Afrika richten. Nicht wegen Hungersnöten und Krankheiten, obwohl das natürlich auch gegenwärtige Probleme sind, sondern wegen der gegenwärtigen kolonialen Praxis Frankreichs und seines engen Verbündeten (und Rivalen!) Deutschland, das doch auch so gerne über französische Atomwaffen mitreden würde. Weiterlesen

Historische Isolation der USA

UNO-Sicherheitsrat: Nur eines der 15 Ratsmitglieder stimmt für Washingtons Antrag auf unbegrenzte Verlängerung des Waffenembargos gegen Iran
So isoliert waren die USA im Sicherheitsrat der UNO noch nie in der Geschichte der vor 75 Jahren gegründeten Weltorganisation: in der Nacht zum Samstag stimmte mit der Dominikanischen Republik lediglich eines der 15 Ratsmitglieder für den Resolutionsantrag der Trump-Administration, das im Oktober auslaufende Waffenembargo gegen Iran vollumfänglich und auf unbegrenzte Zeit zu verlängern. Weiterlesen

Arme Schweine

In einer Hinsicht ist es merkwürdig still um sie geworden. Im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit steht dank des Bauernverbandes, dass sie sich in den Ställen stauen, und am Menschenrecht auf Sterben gehindert werden. Sie müssen weiterleben, werden dicker und dicker, und haben noch weniger Platz, also sowieso schon für sie vorgesehen ist. Die Seuchenwellen, denen sie nicht zuletzt durch diese Haltung ausgesetzt sind, sind dagegen aus den Schlagzeilen verschwunden. Weiterlesen

Ein Spartakus-Moment

Die Sklav*inn*en erheben sich

Spartakus? Die Älteren (und die Schwulen) kennen den gleichnamigen Sandalenfilm. Ob es ihn wirklich gegeben hat? Jedenfalls hat es seine Überlieferung in die Neuzeit geschafft. In der westdeutschen BRD gab es sogar einen mehrere Jahrzehnte politisch relevanten Studentenverband, der sich romantisierend nach ihm benannt hatte. Wahrscheinlich handelte es sich in der Antike um eine marodierende Bande, über die das Römische Reich, eine klassische Sklavenhaltergesellschaft, längere Zeit die Kontrolle verloren hatte. Weiterlesen

Beschneidungsabend

Mann lernt nie aus
Gestern abend kümmerten sich zwei öffentlich-rechtliche Sender ungewöhnlich ausführlich mit der Körperpolitik rund um die menschlichen Geschlechtsorgane. Uli Schauen, der mir als Gewerkschaftsaktivist für die Nöte der zahllosen “freien” Mitarbeiter*innen vor Jahren ein Begriff war, beschäftigte sich in einem DLF-Feature mit Kampagnen für die Jungen-Beschneidung in Afrika, vorgeblich zur Aids-Prävention. Der medizinische Sinn dieser Kampagnen war und ist umstritten. Der politische Sinn dahinter wird dagegen erkennbar. Weiterlesen

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