Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Digital (Seite 69 von 96)

Die WDR-Deals mit Plasberg

mit Update mittags
Enissa Amani macht sie ganz alleine nass – Volkssport “WDR einschüchtern”: leichtes Opfer, grosse Resonanz, und dieses Mal nicht von Rechts
“Mach’ ihn nass! Mach’ ihn nass!” lauteten die Anfeuerungsrufe von Mannschaftskameraden auf den Fussballplätzen meiner Kindheit. Nun muss ich voller Bewunderung feststellen: eine einzelne Instagramerin hat den ganzen grossen WDR so nass gemacht, wie ich es gerne getan hätte. Aber ich war schon zu zynisch abgebrüht, um es noch zu wollen und zu können.
Derzeit geht ein Wind der Aufregung durch die alten Medien Radio und TV über eine “Talkshow”, die ich noch kein einziges Mal geguckt habe, weil ich zu wissen glaubte, dass sie unwichtiger Programmtrash ist. Weiterlesen

Lobbyismus und Kampagnen

Edit Policy: neues Gezerre um die Urheberrechtsreform
Kurz vor der Verabschiedung der Urheberrechtsreform kam der Rückzieher. Im Hintergrund wird womöglich für einseitige Politik lobbyiert.

Eigentlich schien die Verabschiedung der Urheberrechtsreform durch das Bundeskabinett am vergangenen Mittwoch ausgemachte Sache. Das Justizministerium hatte den Regierungsentwurf bereits der Presse vorgestellt, dann kam der Rückzieher in letzter Minute. Insidern zufolge ist der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet für die Verzögerung des umstrittenen Gesetzes verantwortlich, das die EU-Urheberrechtsrichtlinie mitsamt Uploadfiltern und Leistungsschutzrecht für Presseverleger in deutsches Recht umsetzen soll. Weiterlesen

Mauern

Constanze Kurz hebt das Niveau der FAZ, indem sie – in ihrer seit langer Zeit endlich wieder erscheinenden Kolumne – die rechtliche Fragwürdigkeit der “Clubhouse”-App sowie die sich dabei offenbarende Doofheit von Politiker*innen wie Bodo Ramelow, Helge Braun und Dorothee Bär geisselt. Nur leider kann es fast niemand lesen, was die kluge Constanze schreibt – die FAZ hat sie in der Paywall eingemauert. Anders als Julia Redas vorbildliche “Edit Policy”-Kolumne, die mit einer Creative Commons-Lizenz versehen ist. Weiterlesen

Sich mit “Bild” einlassen …

… führt immer geradewegs in die Hölle.
Mal früher mal später. Ich wusste das spätestens als 12-jähriger. Am 12.9.1969 spielte Borussia Mönchengladbach im Heimspiel am Bökelberg als Tabellenzweiter gegen den 17. 1.FC Kaiserslautern nur 1:1. Sehr ärgerlich, am 5. Spieltag, aber kein Grund sich danach zu zerlegen. Obwohl: das Springerschmutzblatt Bild lebt von nichts Anderem, und dachte sich dafür was Schönes aus: “Günter Netzer hat das Spiel kaputtgemacht.” Und das soll die Sonntagsausgabe nicht selbst ausgedacht, sondern der konservative, der CDU nicht weniger nahestehende Borussia-Vorsitzende Helmut Beyer gesagt haben. Ich ahnte damals schon, dass der nicht so bescheuert sein konnte. Weiterlesen

Fuck The Algorithm

Niklas Maak/FAZ kommentiert eine neue Bewegung: Fuck the Algorithm! Inspirierend. Denn die deutschen Medienbürokraten legen sich derzeit vor ebendiesen Algorithmen auf den Rücken. Journalistische Formate und Marken, die die Existenzberechtigung öffentlicher Medien begründen (Zapp, Sport inside, Sportclub u.v.a.) , werden nämlich der Zufallsentdeckung durch Sofakartoffeln entzogen, und sollen dem Regime ebendieser Algorithmen unterworfen werden. Weiterlesen

Kritiker verkennen Gesetze

Edit Policy: Die Sperrung von Donald Trump bei Twitter & Co. sorgt für Diskussionen. Dabei verstrickt sich vor allem die Bundeskanzlerin in Widersprüche
Vergangene Woche sorgte Bundeskanzlerin Merkel mit der Aussage für Aufsehen, sie sehe die Sperrung der Social Media-Accounts des US-Präsidenten Donald Trump aus Sicht der Meinungsfreiheit als problematisch an. Diese Entscheidung sei durch die Unternehmensführungen von Facebook und Twitter getroffen wurde, ohne dass es hierfür einen rechtlichen Rahmen gegeben habe.
Diese Aussage ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Denn es gibt sehr wohl einen rechtlichen Rahmen für die Moderation von Inhalten auf Social Media-Plattformen in den USA, an dem sich Twitter und Facebook orientiert haben. Weiterlesen

Beim Ableben

mit Update 14.1.
“Sport inside” (WDR) und “Zapp” (NDR)
Es begleitet mich schon mein ganzes Leben. Jeder Relaunch, jede Programmreform enteignen mich einer wertgeschätzten journalistischen Leistung. Und zwar nicht nur bei Privatprodukten, die von Werbung abhängig sind, sondern gerade bei den öffentlichen Medien, die schon von mir finanziert werden. Dazu habe ich zwei neue Verlustmeldungen.
Der NDR ist ja angeblich “schuld”, dass der WDR zahlreiche seiner journalistischen Leistungen kürzt oder ganz beseitigt. Das schafft der WDR aber auch ganz alleine. Weiterlesen

Barbarisierung

Das Geschwätz von “Leben und Tod”
Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es mitleidserregend-amüsant. Es kommt derzeit in Mode, seine eigenen Argumente zu überhöhen, weil es immer “um Leben und Tod” gehe. Ist das nicht immer so? Nein, es nimmt überhand und richtet Schaden an.
Der Södermarkus will eine Impfpflicht für Pflegepersonal prüfen lassen, weil es “um Leben und Tod” gehe. Ja, klar. Wir haben ja genug Pflegepersonal, dass Impfverweigerer*innen leichthändig aussortiert werden können. Weiterlesen

Journalismus Netz Staat

Sortieren sie sich nach dem “Sturm aufs Kapitol” neu?
Ich habe ja schon zugegeben, dass es ein bisschen putzig war, sich über ARD und ZDF zu erregen. Sind die (noch) wichtig? Vorübergehend vielleicht Ja. In dieser Zeit des Eingesperrtseins oder des sich-freiwillig-einsperrens mag die Faulheit an der Fernbedienung die Bildschirmarbeit besiegen, spätestens an den langen dunklen Abenden (haben Sies gesehen? Gestern Abend und heute Morgen hatte der Beueler Himmel wenige Minuten eine andere Farbe als dunkelgrau!). Es geht beim globalen Medienmachtkampf um ganz andere Rädergrössen, als die öffentlichen deutschen Anstalten. Weiterlesen

Verschlafen? Oder cool geblieben?

Deutsche Medien und die Inszenierung der US-Faschos
Zwei von mir ausserordentlich geschätzte Medienjournalist*inn*en kommen zu recht unterschiedlichen Ergebnissen. Dietrich Leder/Medienkorrespondenz gibt sich bitter enttäuscht über ARD, ZDF und ihre Nebensender. Jenni Zylka/MDR-Altpapier dagegen kann auf durchwachte Nächte vor der öffentlich-rechtlichen Glotze, ähnlich wie ich, gut verzichten.
Das ZDF wird der festen Überzeugung sein, alles richtig gemacht zu haben. Es hat am Mittwoch klar “gewonnen”. Weiterlesen

Don’t Be Evil, Google!

– Pressemitteilung der Alphabet Workers Union –

Heute (4. Januar) kündigen Mitarbeiter von Google und anderen Alphabet-Unternehmen die Gründung der Alphabet Workers Union an – der ersten ihrer Art in der Unternehmensgeschichte.

“Diese Gewerkschaft baut auf jahrelanger mutiger Organisation durch Google-Mitarbeiter auf”, sagte Nicki Anselmo, Programmmanager. Führungskräfte, die sexuelle Belästigung begangen haben, haben aus erster Hand gesehen, dass Alphabet reagiert, wenn wir gemeinsam handeln. Weiterlesen

Ein Bankrott der Pressefreiheit

Die Assange-Farce

Julian Assange ist ein australischer Journalist,  der investigatives Film- und Datenmaterial über Kriegsverbrechen der USA vor allem im Nahen Osten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Das Material zeigt, wie US-Soldaten von Hubschraubern aus auf unbewaffnete Zivilpersonen, darunter Frauen und Kinder, mit Maschinenwaffen schießen und Blutbäder anrichten. Es handelt sich überwiegend um US-Originalaufnahmen des Militärs, die von Militärangehörigen geleakt worden sind. Julien Assange war einer der Gründer von Wilkileaks, der Plattform, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, illegale Machenschaften und Kriegsverbrechen aufzudecken. Weiterlesen

Sinneswandel in Brüssel

Edit Policy: mit netzpolitischen Initiativen hat die EU-Kommission in jüngster Zeit viele vor den Kopf gestoßen. Beim Digital Services Act sieht es nun anders aus.

Nach der katastrophalen netzpolitischen Bilanz der vorigen EU-Kommission befürchteten viele, dass der geplante Digital Services Act einfach die Fehler der Vergangenheit fortsetzen würde. Die Uploadfilter der Urheberrechtsreform und die unrealistisch kurzen Sperrfristen der Terrorverordnung drohten zur Blaupause für den Umgang mit allen illegalen Inhalten im Netz zu werden. Stattdessen hat die amtierende EU-Kommission unter Digitalkommissar Thierry Breton im Dezember zwei Gesetzesvorhaben zur Plattformregulierung präsentiert, die es sich auszubauen und zu verbessern statt zu bekämpfen lohnt. Nach Jahren der Proteste und Schadensbegrenzung ist das ein willkommener Paradigmenwechsel für die netzpolitische Zivilgesellschaft. Weiterlesen

Trumps letzter Deal?

Und: Impfdiskussion / “Digitale Souveränität”
Ende der 70er Jahre durfte ich mit dem algerischen Botschafter in Bonn Sherry trinken (das ist das wohlschmeckende Getränk, nach dem Isaac “Nefftonn” immer in der Anstalt verlangt). Mein älterer Mitbewohner stellte parallel seinerzeit dem Rockzipfel der Pressesprecherin dieses Botschafters nach. Mohamed Sahnoun war das, was ich auch heute noch einen “grossen Politiker” nennen würde, rastlos für Frieden und Fortschritt schuftend. Seitdem war für mich mit meiner Sprachbarriere nicht mehr viel aus Algerien zu erfahren.
Bernhard Schmid/telepolis bleibt dafür eine grosse Hilfe. Weiterlesen

Google statt Dörner?

Nadeln im Heuhaufen der Jahresrückblicke

Ich hasse Wiedergekautes im Journalismus. Darum erlebe ich als Vielleser in diesen Tagen eine schwere Zeit. Redaktionen sind im Urlaub. Was sie jetzt über uns ergiessen, haben sie schon in den letzten Monaten produziert, weil ihre Konsument*inn*en glauben sollen, sie wären bei der Arbeit. Im ARD-Programm gestern waren das höchstens 10 Minuten Tagesschau. Drei gute Entdeckungen habe ich gemacht.

Niklas Maak ist einer der klugen Köpfe der FAZ-Redaktion. Er wurde jüngst mit einer offiziellen öffentlichen Entlassungsforderung durch einen verärgerten “Stararchitekten” beehrt Weiterlesen

Der Himmel stürzt auf die ARD

Wenn die ARD ihr Quotenrennpferd Tagesschau nicht mehr absenden kann, dann ist ihr der Himmel auf den Kopf gefallen. Es passierte heute um 17 h. Der erste Startversuch begann einige wenige Sekunden zu spät. Hinter Herrn Boetzkes fehlen die Bilder. Er sagt den ersten Beitrag an, doch nichts passiert. Auf seinen Kopfhörern bekommt er keine Hilfe, sondern die Ansage abzubrechen. Nach 6-7 Minuten ein erneuter Startversuch. Weiterlesen

März oder Merz?

Wer wird der “Gamechanger”?
Frühestens Ostern, oder durch einen klimapolitisch beunruhigenden mildwettrigen Jahresbeginn, werden die mitteleuropäischen Menschen sich wieder an sinkenden Infektionszahlen erfreuen können (7-Tage-Inzidenz Bonn heute: 239,1). Die Entscheidung über den CDU-Vorsitz wird dann schon gefallen sein. Kurz danach wird das Schauspiel über die Kanzlerkandidatur folgen. Ich habe Zweifel, dass das erheiternd wird. Für CDU und CSU wird es um nicht weniger als ihre Existenz gehen. Weiterlesen

Absaufende Flaggschiffe

Rechtzeitig zur feiertäglichen Lockdownzeit erscheint im Stream-TV eine sog. Dokumentation über die sog. “Zeitung” (“Europas Grösste”) Bild. Ferda Ataman hat im DLF-Kultur eigentlich alles Nötige dazu gesagt. Gedanklich hatte ich das Thema schon zugeklappt. Da erspähte ich die Besprechung des geschätzten Kollegen Oliver Jungen/FAZ, für mich so eine Art TV-Geschmacks-Bruder im Geiste. Dieses Mal habe ich Differenz anzumelden. Weiterlesen

Im Schatten des Gatten

Buch über Künstlerin Mary Warburg: Alle reden über Kunsthistoriker Aby Warburg, nur wenige über seine Frau Mary Warburg. Nun erscheint eine Monografie über die vergessene Künstlerin.
„Neulich kam es mit aller Macht über mich, welch großes, großes Glück mir die Kunst gegeben hat.“ Als Mary Hertz im November 1890 diese Zeilen in ihr Tagebuch schrieb, war die Tochter des Hamburger Senators und Kaufmanns Adolph Ferdinand Hertz gerade 25 Jahre alt.

Die höhere Tochter aus besserem Hause hatte es sich in den Kopf gesetzt, Künstlerin zu werden. Im Park der Großeltern hatte das Mädchen zu zeichnen begonnen, nahm nach der Schule Privatunterricht. In einem anderen Eintrag schwärmt die junge Frau von ihrem unstillbaren „Malhunger“. Weiterlesen

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