Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 22 von 61)

Nicht geschäftsfähig

Wer sich mit der sog. “Zeitung” Bild einlässt

Unter fachlich ungebildeten Betrachter*inne*n des deutschen Fussballs sind viele überrascht über die schlechte sportliche Performance der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Im Spitzenleistungssport, Ungesünderes ist kaum vorstellbar, sind grundsätzlich alle gleich gut trainiert, haben hochprofessionelle medizinische Abteilungen (bei Psycho dagegen fehlt es bei vielen) und noch fettere PR-Abteilungen. Letztere haben an allen DFL-Standorten mehr Personal – Fachpersonal! – als die ortsansässigen Lokalmedien. Wer sich um demokratische Presse sorgt, findet hier schon mal einen guten Ansatz … Weiterlesen

Pünktliche Bahn mit Speisewagen

Wundersame Bahn CLXXIII

Ja so was gibt es! Eine Bahn, die pünktlich in Bonn abfährt, nicht irgendwo auf der Strecke mit – oder auch ohne Getriebeschaden – Minuten lang herum steht. Deren “Betriebsablauf” keine Verzögerungen beinhaltet, die also auch pünktlich am Ziel ankommt. In einer Stadt, wo es am Bahnhof möglich ist, in ebenfalls pünktliche und völlig störungsfreie Straßenbahnen und Busse umzusteigen. Mit denen man vom Hotel zum Bahnhof zurück fahren kann, um wiederum mit einem pünktlich und störungsfrei verkehrenden EC zurück nach Bonn-Beuel zu reisen. Weiterlesen

Männer können alles

… ausser Fussball, und sterben früher

Der Spiegel ruft – natürlich durch einen Mann und Talkshow-Dauergast als Autor (Paywall) – Robert Habeck zum Kanzlerkandidaten der Grünen aus. Ob er ihm damit schaden will? Parteimitglieder amüsiert sowas nicht. Erfreulicher ist der Anflug einer Zeitenwende im deutschen Ligafussball. Die Fussballkonzerne aus dem süddeutschen und dem westfälischen Raum sind gestern abgeschmiert, auf recht unterschiedliche Weise. Weiterlesen

Ernstfall herbeigeführt

Best of 7. Dezember: Klima, Atom, Diplomatie, EM, Sahel, Parteienschwäche, Kühe, Sex&Film

Das Wichtigste zuerst. Wolfgang Pomrehn/telepolis: Klimakrise und Kipppunkte: November 1,75 Grad Celsius wärmer als der Durchschnitt – Energie und Klima – kompakt: Mehr als 200 Wissenschaftler bewerten Risiken des Umschlagens verschiedener Subsysteme der großen Klimamaschine.” Da geniesst mann die gegenwärtige Kälte im Rheinland gleich ganz anders, vor allem, wenn ein wenig Sonnenlicht dazukommt.
Kaum weniger wichtig, vielleicht aktuell noch brenzliger, die Atomkriegsgefahr, die Florian Rötzer/overton vor Augen führt: Weiterlesen

Kunst im Bonner Raum

Im real existierenden Kapitalismus gibt es immer wieder Ökonomiegenies, die sich darauf spezialisieren, öffentliche Kassen zugunsten privater Profite zu leeren. Öffentliche Verwaltungen sind so verarmt und intellektuell ausgedünnt, dass sie sich mit billigen Mitteln ausnehmen lassen. Bauunternehmer tun das, Immobilienspekulanten. Und auch in der Branche des Schönen, Wahren und Guten, also der Kultur, gibt es solche Experten. Auch bei uns in Bonn hat das immer wieder gut funktioniert. Meistens verbindet sich das mit dem Akteur Walter Smerling. Weiterlesen

Geleitwort zum Mittagessen

Und zwei Interviews, die Sie nicht übersehen sollten

Viele deutsche Ex-Maoist*inn*en, die es besser hätten wissen können, verarbeiten ihr Trauma heute durch China-Bashing. Wer auf die hört, selber schuld. Anders Lorenza Colzato und Bernhard Hommel/overton, die dort länger gelebt haben, und nun Vergleiche zwischen chinesischer – keineswegs die, die hierzulande als solche bezeichnet wird! – und deutscher Küche erleben: Weniger ist mehr! – Nudelberge gibt es auf den Tellern in China eher nicht. Denn Essen ist im Reich der Mitte mehr als Nahrungsaufnahme. Es ist Medizin.” Weiterlesen

Ei der Dachs

Wundersame Bahn CLXXII

Bahngeschichten sind mittlerweile so alltäglich und üblich, dass ich diese hier keiner gesonderte Erwähnung mehr für wert befunden hätte. Wenn ich sie nicht selbst schon in den 80er Jahren zusammen mit Georg Hundt und Norbert Döringer befahren hätte, weil wir damals schon ihre Stilllegung fürchteten. Dass es ausgerechnet nun so kommen sollte, das konnten wir nicht ahnen. Weiterlesen

Von der Wüste geblendet

Aufträge und Aufmerksamkeit verspricht die Kulturpolitik Saudi-Arabiens. Dabei fehlt oft der Blick auf die Menschenrechte im autoritären Regime.

“Shame on the Sacklers – Schande über die Sacklers“: Der Slogan, unter dem es der Kampagne der Fotografin Nan Goldin gelang, die Pharma­dynastie Sackler als Sponsoren aus US-Museen zu vertreiben, gilt als epochaler Erfolg bei dem Ringen um einen ethisch verantwortlichen Kunstbetrieb. Es schmälert den Erfolg, wenn diese erkämpften Standards nur selektiv gelten. Nehmen wir den Fall von Ute Meta Bauer. Weiterlesen

Wundersame AutoBahn 3

Ich hätte nie gedacht, dass ich hier eine Bahngeschichte aufschreibe. Aber sie war so skurril, wie bezeichnend. Das Freundlichkeitsmanagement der Bediensteten ist jedenfalls inzwischen TOP. Chapeau! Wahrscheinlich hat ein Management-Controller ausgerechnet, dass diese Freundlichkeiten zwar kosten, aber unterm Strich billiger sind, als ein weiterer Imageverlust der DB.

Ich fahre ja, gegen den Rat meines Herausgebers, ungern Bahn. Aber weil ich einem guten Freund versprochen habe, seinen Oldtimer, der vor 15 Jahren mal mir gehörte, anzukaufen und zu restaurieren, fahre ich heute (29.10.2023)  ICE nach Berlin. Günstig mit Bahncard 25 1.Kl. und – schließlich bin ich über 65 – zum Rentnerpreis. Weiterlesen

Der Platz im Alltäglichen

Das Kölner Museum Ludwig richtet der 85-jährigen Füsun Onur eine Retrospektive aus. Sie ist eine ganz Große für die zeitgenössischen Kunst der Türkei

Abgesessene Möbel, Blechdosen auf Regalen, vergilbte Familienfotos an der Wand. In der altertümlichen Istanbuler Wohnung scheint die Zeit stillzustehen. Lautlos schreitet eine Katze durch ein leeres Wohnzimmer, vor dem Fenster glitzert die ewig bewegte Oberfläche des Bosporus. Der Eindruck von Nostalgie, den der türkische Videokünstler Ali Kazma in seinem Film „Home“ von 2014 eingefangen hat, täuscht. Denn das scheinbar verstaubte Kuriositäten-Kabinett im Stadtteil Kuzguncuk auf der asiatischen Seite der 15-Millionen-Metropole ist seit über 57 Jahren das Zuhause einer der großen Avantgarde-Künstlerinnen der Türkei. Weiterlesen

Kommunikations-“Profis”

Das mittelgrosse und grosse deutsche Kapital singt in chorartigen Anstrengungen den alten Evergreen von der niedergehenden deutschen Wirtschaft. Gründe, z.B. Kriege oder ihre Vorbereitung, werden dabei wohlweislich nicht erörtert, denn das würde schnell zum Streit im Chor führen. Zweifellos, auch ohne Krieg blieben Probleme des Klimawandels und der sozialen Ungerechtigkeit. Aber nein, auch das würde beim Singen zu weit führen … Weiterlesen

Wertschätzung

Zwischen Würze, Vielfalt und Unbehagen – Die peruanische Küche und ihre Wertschätzung

Zwei Dinge sind unbestreitbar: das Ausmaß der Armut, unter der viele Peruaner*innen heute leiden, und die Anerkennung, die die peruanische Küche und Gastronomie in den letzten Jahrzehnten erlangt hat. Es ist wichtig, dass wir uns darüber im Klaren sind, was gemeint ist, wenn heute von der „peruanischen Küche“ gesprochen und diese gerühmt wird. Die Rede ist von der Gastronomie, ihren Merkmalen, ihren Unterschieden und davon, wie sie sich an die Spitze der Konstruktion einer sogenannten „peruanischen Identität“ gesetzt und wie sie regionale, nationale und internationale Grenzen überschritten hat, um sich neben den berühmten und weltweit anerkannten Küchen zu behaupten. Dieses gastronomische und kulinarische Phänomen hat heute großen gesellschaftlichen Einfluss auf Politik und Wirtschaft, aber auch auf pädagogische, soziale und kulturelle Bereiche, etwa auf gesellschaftliche Aufstiegsträume. Weiterlesen

1. November – mal kein Trauertag

Wundersame Bahn CLXVIII

Alle Fans der Bahn können am 1. November, der in diesem Jahr auf einen Mittwoch fällt, auf das Reisen verzichten und es sich auf dem Sofa gemütlich machen. Der TV-Sender 3sat zeigt den ganzen Tag nur die Bahn. Sie können sich natürlich raussuchen, was Sie interessiert, und was nicht. Ausser dem Spielfilm um 20.15 h scheint mir das ganze Programm aus Zulieferungen der fabuläsen “Eisenbahnromantik”-Redaktion des SWR zu stammen. Die Bezeichnung “-romantik” täuscht. Dort wird sehr fachlich, und anlassbezogen auch sehr (verkehrs-)politisch gearbeitet.

Das Treffen der Engel

Orhan-Pamuk-Ausstellung in Dresden: Bildlichkeiten dies- und jenseits des Bosporus: Autor Orhan Pamuk rekonstruiert sein „Museum der Unschuld“ in Istanbul für die Dresdner Sammlungen.

Eine geborstene weiße Keramik, geformt wie ein Herz, aus der ein roter Samtfaden wie ein Blutstrom quillt. Es sind skurrile Objekte wie dieses, denen das Istanbuler Museum of Innocence seinen Ruf als Touristenattraktion verdankt.

In dem kleinen, fensterlosen, rot gestrichenen Bau in einer versteckten Seitenstraße des Design- und Trödelviertels Çukurcuma hat der Schriftsteller Orhan Pamuk die 83 Kapitel seines 2000 erschienenen Romans „Das Museum der Unschuld“ mit Hunderten Objekten nachgestellt. Weiterlesen

Kein Fußball?

Ich darf ja hier nicht über Fußball schreiben. Aber Martin Böttger ist gerade in der Kneipe und guckt Champions League – Dortmund gegen irgendwen – also nutze ich das gnadenlos! Denn gerade kam in der Tagesschau und in Heute die Meldung, dass die Fußball-WM 2030 “wegen des damit verbundenen außerordentlichen Jubiläums” auf drei Kontinenten – Südamerika, Südwesteuropa und Nordafrika -stattfinden wird. Toll, denk ich. Da kommen die Spieler und vor allem die Funktionäre wie dieser Infantilo oder so doch endlich mal rum. Weiterlesen

Slowfood-Magazin über Bonn

Das Slowfood-Magazin hat Ira Schneider Bonn und das Ahrtal bereisen und beschreiben lassen. Und was soll ich sagen: wir in Beuel haben noch mal Glück gehabt. Bei uns ist es nämlich schon voll genug, jedenfalls so lange die Bürgersteige hier überall mit Autoblech vollgerümpelt sind. Und Frau Schneider hat um unseren schon viel zu gentrifizierten aber ansonsten lebensfreundlichen Stadtteil einen ausreichend grossen Bogen gemacht. Weiterlesen

Internationalismus

Kulturelle Aneignung zwischen Montenegro und Büttenwarder

Ich war bis eben der festen Überzeugung, dass es eine tief im Nordfriesischen verankerte Sportart ist, nur noch praktiziert von einem kleinen von der Aussenwelt weitgehend abgeschnittenen Stammesvolk. Und nun lese ich das: Olympiade der Faulen: Teilnehmer liegen für den Titel ‘faulster Bürger’ auf dem Boden – In Montenegro liegen die Teilnehmer seit 20 Tagen um die Wette, denn sie wollen die Olympiade der Faulen gewinnen. Der Wettbewerb hat Tradition und ist aus einem Mythos entstanden.” Weiterlesen

Venezia! Oder Genua?

Wundersame Bahn CLXI

“Nachtzüge sind schnell ausgebucht, deshalb will die Deutsche Bahn ihr Angebot erweitern” schreibt die FAZ, bevor die Paywall runterrasselt. Welches Angebot? Hat die DB nicht alle ihre Schlafwagen abgeschafft? Was mit den Bahnbrücken nicht geht, machte sie mit den Waggons. Als sie sanierungsbedürftig waren, schaffte sie sie einfach ab. Österreich (ÖBB) übernahm das Geschäft. Und nun wanzt sich die DB wieder ran: hier in einem paywallfreien Text. Bei mir als erfahrenem Bahnfahrer lösen diese PR-Strategien immer aufs Neue Kopfschütteln aus. Weiterlesen

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