Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Politik (Seite 194 von 454)

Die abweichende Meinung von … Gromyko!

Dieser Text gefährdet Ihr Wohlbefinden – Empfindliche lesen nur den unteren Teil

Ein guter Freund will in Kürze von NYC nach Beuel zurückkehren. Ich schrieb ihm heute, ich sei nicht sicher, ob eine Europareise derzeit eine gute Idee ist. Die deutsche Politik und ihre herrschenden Medien begünstigen solche Pläne nicht. Die Berliner Zeitung gilt innerhalb der deutschen Zeitungsverlage als geächtet. Wegen solchen Sachen: Weiterlesen

40 russische Diplomaten müssen gehen!

Die Außenministerin Baerbock sagt, sie hätten „jeden Tag gegen unsere Freiheit, gegen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gearbeitet“ – eine sinnvolle Vorsichtsmassnahme. Es ist recht und billig, wenn wir unser Hausrecht ausüben. Vor allem, weil wir nicht wissen können, was diese Diplomaten hier so alles bei uns im Untergrund treiben und was sie nach Hause melden. Das könnte tatsächlich gefährlich werden. Ach so, nicht dass da Verwechslungen aufkommen, das war schon am 4 April 2022. Weiterlesen

Nachruf auf Klaus Gärtner

Klaus Gärtner konnte sehr hartnäckig sein. Ich erinnere mich gut an manche Parteitage, bei denen wir noch lange nach deren Beendigung intensiv über aktuelle politische Bewertungsfragen diskutierten. Er stritt mit offenem Visier. Immer mit heißem Herzen – so war er nun mal –, aber genauso oft mit bedenkenswerten Argumenten. Man musste schon einiges an rhetorischen und inhaltlichen Geschützen aufbieten, um nicht von seiner ebenso programmatischen wie rastlosen Vehemenz überrollt zu werden. Ohne Frage, es war eine andere Zeit. Im weichgezeichneten Rückblick erscheint es mir immer noch als eine solche, in der Politik zuerst aus den besseren Argumenten bestand. Weiterlesen

Sire, geben Sie Glotzfreiheit

Die Krisen werden verschärft – menschengemacht

Die Nachrichten aus der Wirtschafts- und Finanzwelt sind so scheisse, dass die FAZ schon ihr ganzes Finanzressort eingemauert hat. Es könnte plebejische Leser*innen allzu verunsichern, wenn sie freien Zugang dazu hätten. Gerechter Lohn für “gerechte” Kriegsbegeisterung. Weiterlesen

Das Wort zum Montag

“Die GrünInnen, die ‘feministische Außenpolitik’ in den Ampelvertrag dübelten, werden sich gelegentlich fragen müssen, warum sie bei der ersten Gelegenheit zum Medizinschränkchen laufen und nachgucken, ob wir auch genug toxische Männlichkeit am Lager haben. Und zugleich 16 Jahre Außenpolitik von Frau Merkel in die Tonne treten. Weiterlesen

Wissen für Alle

Der Kommunismus lebt – nicht als Revolution, sondern schleichend, über Kasachstan, Murmansk, die Schweiz, das SZ-Magazin und den Spiegel – unbemerkt von den waffenliefernden kriegerischen Redaktionen – steckt wieder “Putin” dahinter?

Wie kommichdrauf? Extradienst-Leser*innen wissen, dass ich ein Fan von Sibylle Berg bin. Die wiederum ist als Schriftstellerin so erfolgreich, dass sie schon vor langer Zeit ihre gewiss gerecht entlohnte Spiegel-Kolumne vom wöchentlichen auf 14-tägiges Erscheinen umstellen liess. Dass sie sich ein Leben in der (neutralen) Schweiz leisten kann, weist ebenfalls darauf hin, dass die Gute (noch) nicht verarmt ist. Bei ihr bin ich heute unter die Putin-Räder geraten. Wer kann mich retten? Weiterlesen

Bonn vor 50 Jahren

Als Bonn noch Hauptstadt war, bewegte sich “die Politik” auch schon in einer Blase. Ganz ohne Smartphone und Internet. It’s the economy, stupid! Es war die Klassengesellschaft. Mann bevorzugte seinesgleichen. Die Politiker und Journalisten – Frauen kaum mitgemeint – bevorzugten ihre eigenen Kantinen und Kneipen. Als Student sah ich einmal Rut Brandt, die Gattin von Willy, am Nebentisch mit einer Freundin. Eine Mätresse des SPD-Dissidenten Karl-Heinz Hansen, ein ausnehmend netter Kerl, war mal mit mir in einer Arbeitsgruppe im Hauptseminar. Helmut Kohl hätte ich einmal überfahren können, als ich noch ein Auto hatte (Ende der 70er), und er am Langen Eugen vor mir über den Zebrastreifen ging. Weiterlesen

Buße

In neuer Form, die sich nicht mehr auf privat erscheinendes Verhalten beschränkt, greift – jetzt in Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine – eine fast mittelalterliche Sucht nach Selbstgeißelung um sich. Nachträgliche Besserwisserei verlangt Buße, Reue und Verzicht. Die höchsten Ebenen von Diplomatie, Politik und Wirtschaft sind betroffen. Immer neue Anhänger dieses urdeutschen, nun areligiösen Flagellantentums treten auf – in Parteien, außerhalb des Parlaments, bei Twitter. Weiterlesen

Bereicherungsobsessionen

Die Spitze dieser urkapitalistischen Erkrankung ist der Krieg. Doch auch darunter gärt sie, gerne unbeobachtet. Eine durch kapitalistische Medienkonglomerate und deren kostensenkende Algorithmen beherrschte Öffentlichkeit schafft es – meistens – nicht, die damit einhergehende Kriminalität hinreichend zu beachten und unter demokratische Kontrolle zu bringen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Solche Ausnahmen möchte ich durch Beachtung stärken. Weiterlesen

Mal Pokerface, mal Deutscher Michel?

Scholz ohne klare Strategie

Es tut weh zu sehen, wie Kanzler Scholz sich in seinem neuesten Spiegelinterview wieder um klare Antworten herumdrückt.

Man erinnert sich, wie er sich vor dem Ukrainekrieg wochenlang vor jeder klarer Aussage zu Nordstream 2 drückte – und stattdessen blumige Ausflüchte fand. Eine davon war, dass er sich nicht in die Karten schauen und Putin in einer „strategischen Unsicherheit“ lassen wolle, was mit Nordstream 2 würde, wenn Russland die Ukraine überfällt. Weiterlesen

Krieg der Oligarchen

Oligarchen verhalten sich im Machtkampf wie Mafiosi. Je nach strategischer Zweckmässigkeit wird zwischen Freund und Feind unterschieden. “Freund” ist kein treffender Begriff – Bündnispartner passt besser, denn der kann schnell zum Feind werden. Wenn Oligarchen der Staatsmacht habhaft werden, bietet sich ihnen die Chance, entsprechende strategische Geschicklichkeit vorausgesetzt, zum Imperialisten zu werden. So entstand der Erste Weltkrieg, und der gegenwärtige Ukrainekrieg auch. Die bewusstlose deutsche Medienöffentlichkeit mag diese Betrachtung nicht – sie ist für Vergessen, für Gut und Böse, für eine schwarz-weisse Welt. Weiterlesen

Moralische Avantgarde?

In den 70ern und 80ern lautete ein zynischer Reim der Politszene: “Hast Du einen Opa? Schick ihn nach Europa!” Wie verhält es sich in diesem Zusammenhang mit der Vizepräsidentin des EU-Parlaments Katharina Barley? Sie sagte gestern morgen im DLF; “Er (Putin) hat nun mal diese Atomwaffen. Dann wird er als nächstes Georgien, Moldova, wen auch immer überfallen, und wir sagen dann jedes Mal, na ja, aber er hat Atomwaffen. Das kann doch nicht unsere Politik sein.” Darum ist Frau Barley für Waffenlieferungen. Wie Martin Singe eben hier schlüssig aufgeführt hat, eskaliert sie damit mit, rettet nicht Menschenleben, sondern opfert sie. Weiterlesen

Waffenstillstand, Verhandlungen und Alternativen

Keine schweren Waffen für die Ukraine

Die Sorge vor einer Eskalation des Krieges in der Ukraine im Falle der Lieferung schwerer Waffen sollte nach den Worten der Vorsitzenden des Bundestagsverteidigungsausschusses nicht Richtschnur deutscher Politik sein. “Wir sollten uns nicht hinter Eskalationsszenarien verschanzen”, sagte die FDP-Politikerin am 19.4. der Rheinischen Post. Die Ukraine brauche jetzt sofort schwere Waffen, wie Panzer, um sich verteidigen zu können. Strack-Zimmermann, Habeck, Baerbock, alle Ampelpolitiker*innen starren auf Waffen(lieferungen) und haben keinerlei Phantasie für irgendwelche anderen Lösungen. Weiterlesen

Schweine für China

Indigene Gruppen protestieren gegen riesige Mastanlagen im argentinischen Chaco

Argentinien ist stolz auf sein Rindfleisch, das als nationales Kulturgut betrachtet wird. Es ist ein weltweiter Exportschlager, auch wenn Feinschmecker meinen, seine Qualität sei deutlich schlechter geworden, seit über die sogenannten Feedlots auch in der argentinischen Pampa die Massentierhaltung etabliert wurde. Aber schlimmer geht immer: Nun wollen argentinische und chinesische Unternehmen riesige Schweinemastanlagen errichten, auch im komplizierten Ökosystem der trockenen Savannenregion Chaco. Weiterlesen

Weltordnung?

Nach Auskunft zahlreicher Geostrategie-Expert*inn*en, womöglich ohne die von der Bundesregierung besoldeten in Deutschland, läuft der Ukrainekrieg super: in erster Linie für China, in zweiter Linie für die USA, ziemlich scheisse für Russland, die Ukraine und die EU, und am beschissendsten für die ukrainischen Zivilist*inn*en. In für die erstgenannten absolut berechenbarer Weise fallen die Europäer*innen übereinander her. Dito die nationalen europäischen Öffentlichkeiten. Im Grossen so, wie die deutsche Linkspartei im mikroskopisch kleinen. Weiterlesen

Verkehrswende?

Der Chaossommer ist vorbereitet

Wieviele Jahre/Jahrzehnte wird es in Deutschland wohl dauern, in dem ein Tempolimit auf Autobahnen angeblich, nach offiziellen Ministerangaben, am Schildermangel scheitert, bis es ein klimafreundliches Verkehrssystem bekommt? Meine Wette: irgendwann, wenn ich tot bin. Minimales Hoffnungsindiz: das journalistische Premiumprodukt DLF-Hintergrund widmete dem Thema eine 20-minütige Ausgabe (von Manuel Waltz): Verkehrsplanung – Ideen gegen den Verkehrsinfarkt Weiterlesen

Nato-Osterweiterung 1997

Bundestagsrede zur NATO-Osterweiterung, 26.6.97

Der Deutsche Bundestag will heute einen Prozess beurteilen, der historischen Charakter trägt und die internationalen Beziehungen auf Jahre hin prägen wird. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Analyse der Chancen und der Risiken, die diesem Prozess innewohnen und eine Offenlegung des eigenen Maßstabs. Manchem geht es darum, die NATO als Organisation zu retten, wo die ursprüngliche Aufgabe der Verteidigung gegenüber einem denkbaren Angriff durch die Sowjetunion obsolet geworden ist. Dieser Maßstab ist nicht der unsere. Weiterlesen

Die stolze, selbstbestimmte Ostfrau

Feminismus: Wieso ist sie verschwunden? – Feministische Debatten arbeiten sich stets am Frauenbild der alten BRD ab. Und unterschlagen, dass Ostfrauen freier lebten. Unsere Autorin macht das wütend.

„In Deutschland musste bis 1977 der Ehemann den Arbeitsvertrag seiner Frau unterschreiben, es gab kaum Kindergärten und Frauen mit Kindern waren gezwungen, zu Hause zu bleiben.“ Diese Sätze regen mich jedes Mal so auf, dass ich schreien könnte. Nicht weil es so ungerecht zuging, sondern weil es einfach nicht stimmt! Denn so war es nicht in Deutschland. So war es in Westdeutschland, so war es in der BRD. Aber die DDR war auch Deutschland und da war es vollkommen anders. Weiterlesen

Wahldrohungen

Ich bin mit manchen der Wahlkampfsprüchen intellektuell deutlich überfordert. Als Journalist bin ich es aber gewohnt, mich mit Sachen zu beschäftigen, von denen ich keine Ahnung habe. Was ich nicht weiß, versuche ich ergründen, meistens, indem ich die Autoren einfach frage. Da wäre zum Beispiel das Versprechen der SPD NRW – oder die Androhung – weiß ich ja nicht. Also habe ich am 23. März 2022 die Pressestelle der NRW-SPD per Email gefragt: Was bitte meinen Sie damit: “Für euch gewinnen wir das Morgen”? Weiterlesen

Nichts bleibt wie es war

Zeitenwende wird wohl das Wort des Jahres 2022. Kaum eine politische Rede, Aktion oder Abhandlung kommt heute ohne dieses Wort aus. Laut Duden ist eine Zeitenwende das Ende einer Epoche oder Ära und der Beginn einer neuen Zeit, in der vieles nicht mehr so ist wie bisher. Glaubt man der Schilderung der derzeitigen Situation, dann befinden wir uns in einer solchen Phase. Ist diese Einstufung gerechtfertigt? Oder wird hier ein großes Wort für ein Geschehen verwendet, das so weltbewegend gar nicht ist? Weiterlesen

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