Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Südamerika (Seite 21 von 24)

Löw, Bierhoff, DFB, Hauptstadtberlin – überall ein grosses Nichts

Gestern mittag wurde die Pressekonferenz der Herren Löw und Bierhoff in der Glotze live übertragen. Nein, nicht von Phönix. Eine ganze Stunde, ARD. Das ist der neue Nischensender für uns Alte, die wir nicht von einem Übermass analytischer Schärfe überfordert werden dürfen. Diese Sondersendung erwies sich in dieser Hinsicht als risikofrei. Da war nichts. Überhaupt nichts. Es war selbst ein Nichts.
Die Herren funktionierten exakt wie das, was wir uns heute unter Politiker*innen vorstellen. Weiterlesen

Nicht ohne die anderen

Sozialkritisches Buch „Anerkennung“ – Das Wort Selfie kommt in Axel Honneths neuestem Werk „Anerkennung“ nicht vor. Obwohl es nahe läge.

Ein lachendes Gesicht, eine Armeslänge entfernt von der eigenen Hand aufgenommen, meist ist das magische Viereck, das es bannt, noch im Bild. Bei der ikonischen Geste der Gegenwart schrillen gewöhnlich alle kulturpessimistischen Alarmglocken. Doch nur um Narzissmus geht es dabei nicht. Ohne die Hoffnung auf Anerkennung durch ein Gegenüber würde diese fröhliche Verrenkung keinen Sinn machen. Das Wort Selfie kommt in Axel Honneths neuestem Werk nicht vor. Obwohl es nahe läge. Weiterlesen

Was-mit-Medien-Leute: heute Nachtschicht!

Gerd Ruge 90
Wir erleben in Zeiten drastischer Sparmassnahmen in den alten Medien eine die Demokratie verheerende Art von Besinnungslosigkeits-Journalismus. Ein Beispiel von heute: die Auseinandersetzung um Abtreibung in Argentinien hat es in deutsche Medien geschafft. Dass sich dahinter das Aufblühen einer viel umfassenderen feministischen Bewegung verbirgt, bleibt hier dagegen unbekannt. Es könnte ja ein schlechtes Beispiel abgeben.
Von solcher Art Agendasetting, bzw. ebenso seiner Vermeidung, hat Gerd Ruge mehr als andere was verstanden. Er hat darum keinen Wind gemacht, sondern für seine Arbeit Konsequenzen aus diesen Kenntnissen gezogen, meistens die Richtigen. Heute wird er 90. Darum macht er auch keinen Wind, keine Medienauftritte oder Interviews.
Beim Studium seiner Berufsbiografie fällt mir auf, Weiterlesen

Die Leichtmatrosen-Korrelation

11 Eindrücke von Fußball-WM 2018
von Klaus Hansen

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Ein deutscher Bundestrainer, der das russische WM-Quartier seiner Mannschaft als Bühne nutzt, um vor Hunderten von Kameras einen Alain-Delon-Ähnlichkeitswettbewerb zu bestreiten, wirkt befremdlich.
Ein Bundestrainer, der sich fernsehöffentlich in der Unterhose kratzt, wie 2016 bei der EM, und anschließend die beteiligten Fingerkuppen beschnuppert, wirkt vergleichsweise sympathisch. Ein unerwachsener Junge eben. Obwohl bereits Mitte 50. Aber nett!
Heute sind wir zwei Jahre weiter. Auch in der Entfremdung, die zwischen Trainer und Team auf der einen Seite und der Masse der Fußballanhänger auf der anderen Seite stattfindet. „Elf Fremde müsst ihr sein“, Weiterlesen

Fußballzukunft – ansehnlich oder hässlich?

Derzeit ist gut zu beobachten, wie die EU politisch und ökonomisch zerfällt. Die Mächtigen betrachten und umkreisen sie, und prüfen mit kritischem Blick die attraktivsten Filetstückchen. Danke Merkel, danke Schäuble, danke Seehofer – Ihr ward 1a-Servierpersonal.
Dieses Bild enthält bereits die Tatsache, dass Europa ein attraktiver Marktplatz für die globale Ökonomie bleibt. Es lässt sich hier besser als woanders leben. Und der Fußball ist eine der Entertainment- und Technologiebranchen, in denen Europa sogar eine Marktführerschaft behauptet. Allerdings, das dokumentierten die drei Supergangster von der Ehrentribüne bereits bildlich (es fehlt: Xi Jinping): auch diese Branche wird von den gefrässigen Profitgeiern umkreist. Weiterlesen

Fußball, Sex, Care – Frauen rocken die taz

Über Alina Schwermer habe ich hier bereits geschwärmt. Sie lieferte jetzt eine der sachlichsten und differenziertesten Analysen zum bisherigen WM-Verlauf. Damit hat sie mehr geleistet, als der milliardenschwere, bräsige DFB, der gemäss der aktuellen Leitlinien des politischen Diskurses wieder in seine guten, alten reaktionären Gewohnheiten zurückkehrt: bei Pressekonferenzen werden keine Fragen mehr zugelassen; stattdessen wird das absaufende Megafon des reaktionären Sektors der herrschenden Klasse, Weiterlesen

Die Fifa bekommt ein dickes WM-Problem

Das Viertelfinale der aktuellen WM hat gezeigt, dass die Fifa nicht nur ein fettes Finanzproblem hat, sondern jetzt auch ein ebenso fettes mit dem gespielten Fußball. Dachte ich zunächst nach dem 4:3 Frankreichs gegen Argentinien, dass die WM jetzt losgeht, und auch das enfesselt kämpfende Uruguay mit seinen zwei eingespielten Weltklassestürmern Suarez und Cavani machte Appetit, doch zeigt der Überblick über das jetzt abgeschlossene Achtelfinale der letzten 16, dass der gespielte Fußball überwiegend und über sehr laaaange Strecken unansehnlich ist.
Auf Drängen der Grossvereine sind Nationalmannschaften nur noch selten zusammen. Ausser zu Pflichtspielen haben die Nationalspieler keinen Bock, Weiterlesen

4:3 – siehste Schland, so geht Fußball

Schade, dass eine der beiden Mannschaften ausscheiden musste. Heute, im ersten Spiel der KO-Runde zwischen Frankreich und Argentinien, sahen wir das bisher beste Spiel des WM-Turniers in Russland. Am Ende haben die Besseren gewonnen. Und wir hatten unsere Freude beim Betrachten; gerne hätten wir uns eine Verlängerung gefallen lassen.
Nach dem 4:2 der Franzosen gaben die Argentinier aber den Kampf um den Sieg auf. Den Anschlusstreffer zum 3:4 erzielteh sie erst in der Nachspielzeit, und erspielten sich prompt danach noch eine weitere Torchance zum Ausgleich. Hätten sie sich darum 20 statt nur 2 Minuten bemüht – wer weiss, was wir dann an weiterer Dramatik erlebt hätten? Weiterlesen

Argentinien / Italien

Was mit Argentinien und Messi bei der WM los ist, wüsste ich so gerne, wie alle Freund*inn*e*n des schönen Fußballs. Dieses Rätsel bleibt uns erhalten. Der argentinische Fußball gehört im Lande selbst zum Problemkomplex OK, organisierte Kriminalität. Das hat Ähnlichkeiten mit der Branche der Agroindustrie, die in Argentinien eine Schlüsselrolle spielt. Und die wird jetzt von hier, aus dem Rheinland, aus dem schönen Leverkusen gesteuert. Der lateinamerikakundige Peter B. Schumann hat für den DLF dieses Interview mit dem Filmemacher und Parlamentsabgeordneten Fernando Solanas geführt.
Roberto Saviano hat, ähnlich wie wir, grosse Probleme mit einem ausrastenden Innenminister. Seine Probleme sind leider entschieden lebensbedrohlicher als für uns. Es ist für mich erstaunlich, wie politisch klarsichtig der Mann hier in der FAZ mit seiner aussergewöhnlichen, schwer erträglichen Lebenslage umgeht.

Neymar, Messi, Schland – alle überbewertet

Für die Bundeskanzlerin liefs bei der WM sehr, sehr schlecht

Seltsam: bei jedem internationalen Fußballturnier müssen die Leute erinnert werden, dass es ein Manschaftsspiel ist. Zehn Mannschaften haben sich bei der WM noch nicht vorgestellt, die sehen wir heute und morgen. Bei denen, die wir gesehen haben, hat sich bestätigt, was wir meistens schon wussten, aber hofften, im Spiel würde es weggezaubert: der Wurm im statikrelevanten Gebälk des Teams. Weiterlesen

Wenn ich nicht Perreo tanzen kann, ist es nicht meine Revolution

Ein feministisches Manifest
von June Fernández

Im spanischen Staat kam die Reggaetón-Welle bereits einige Jahre früher als in Deutschland an, unter anderem dank der großen Gemeinde von lateinamerikanischen Immigrant*innen.
Im Jahr 2013 postete die baskische Journalistin June Fernández den Beitrag „Si no puedo perrear, no es mi revolución“, eine persönliche Momentaufnahme im damaligen Reggaetón-Fieber in Spanien. Ihr Post sorgte für viel Aufmerksamkeit und verbreitete sich weltweit; flugs wurde June als „Expertin“ zum Themenkomplex „Reggaetón und Feminismus“ befragt und in Talkshows eingeladen, was sie gerne annahm, um über die vielen Vorurteile über Reggaetón aufzuklären.
Heute, fünf Jahre später, hat sich die Perspektive der Autorin, die übrigens Redakteurin beim feministischen Online-Magazin „Pikara“ ist, verschoben. Weiterlesen

Kaderprobleme der Borussias – WM-fieberfrei

Zuerst das Wichtige.
Nach der schlechten Rückrunde hat Max Eberl bei Borussia Mönchengladbach einiges zu tun. Wie schön, dass er dafür Ruhe hat, im Schatten des Windes, ja der Stürme, um andere Ereignisse. Nur Bonner Medien, die GA-Besitzerin Rheinische Post und der Express könnten dabei stören. Aber die hat er sich in Mönchengladbach gut erzogen: ab und zu ein Leckerli, und ansonsten Ruhe halten.
Eberl ist schon einige Probleme losgeworden – wie anders beim BVB in Dortmund, vor allem mit viel mehr Nullen. Weiterlesen

Brasilien / USA-Iran / Türkei

Brasiliens Politiksystem ist in einem Zustand, wie es sich Donald Trump in seinen feuchtesten Träumen wünscht: Rechtsstaat und Bürgerrechte sind abgeschaltet, die politische Klasse und die herrschende ökonomische Klasse praktizieren schrankenlose unverborgen-unverstellte Korruption, als gäbe es kein morgen mehr, Rassismus und Ausbeutung wird freier Lauf gelassen, Renditeoptimierung hat Vorrang vor jedem Regelystem. Ein Paradies für jeden Grosskapitalisten, wie Trump ihn spielt. So hat das auch die Firma Bayer mit Hauptsitz im schönen Leverkusen erkannt. Weiterlesen

Hiddensee / Fußball im Iran und Argentinien

Gestern habe ich Ihnen das Hiddensee-Feature von Alexa Hennings empfohlen. Davon ist nichts zurückzunehmen. Es ist dort so schön, wie sie es geschildert hat. Zumindest war es das, als ich in den 90ern kurz nach der Wende mit dem Fahrrad dort war, als “Eintagsfliege” von Sassnitz/Rügen aus. Bevor Sie nun aber versuchen dort eine Immobilie zu erwerben und die Preise für die geplagten Einheimischen syltähnlich aufblasen, müssen Sie einen anderen Sachverhalt zur Kenntnis nehmen, den Frau Hennings der Idylle wegen weggelassen hat: die Kommunalpolitik. Weiterlesen

Was macht unsere EU? 5. Teil: … mit Dänemark?

“Bürokratie für das Schöne”, eine Begrifflichkeit die Hosea Dutschke prägte, und “Angst vor Veränderung” prägen das Dänemark-Bild, das Matthias Greffrath in seiner heutigen Folge von “Europäisches Handgepäck” im DLF zeichnete. Dass die Gourmetküche als Teil des globalen Brandings von Dänemark, heute vergleichbar mit Peru, unerwähnt blieb, obwohl Greffrath kein Genussfeind ist, nehme ich als Indiz für seine bemühte Ernsthaftigkeit. Der Spannungsbogen vom protestantischen Puritanismus zum heutigen Rechtstrend, Weiterlesen

Inseln der Kooperation

Deutschland in einer fragilen Welt

In der komplizierten politischen Lage zwischen Deutschland und Russland spricht die Bundesregierung von “Inseln der Kooperation”. Das gleiche gilt für die Beziehungen mit den USA. Angesichts von Donald Trump im Westen und Wladimir Putin im Osten kommt sich Deutschland tatsächlich wie eine Insel vor. Umgeben von Despoten und zum Teil von illiberalen Demokratien wie Polen im Osten und im Westen von einem erstarkten Frankreich, wird die Außenpolitik zum fragilen Gebilde der Diplomatie, das jederzeit zusammenbrechen kann. Weiterlesen

Brasilien / Afrika / China / Mauern sterben langsam

Die deutsche LeMonde diplomatique, nur gestern als preisgünstige Beilage der taz zu bekommen, war gestern um 15 h nur noch in einem von vier Beueler Zeitungsläden vorrätig. Online stehen derzeit nur zwei lesenswerte Texte:
Brasilien: Rückfall in brutale Zeiten
Angriffe auf Expräsident Lula da Silva und seine Anhänger, das tödliche Attentat auf die linke Stadträtin Marielle Franco, die Ermordung von landlosen Bauern: Die zunehmende politische Gewalt in dem südamerikanischen Land geht in erster Linie auf das Konto der übermächtigen Agrarlobby von Anne Vigna
Die Fischräuber Weiterlesen

Seehofers rechtstaatswidrige Internierungslager

Der Sachverhalt ist lange nicht so spektakulär, wie er aufgebauscht wird, die politische Berichterstattung darüber um so bedrohlicher. Die Polizei wollte in einem Sammellager für Flüchtlinge in Ellwangen eine jungen Mann aus Togo nachts um halb drei zur Abschiebung abholen. Dass dies auf größeren Widerstand treffen könnte, weil er in einer Massenunterkunft untergebracht ist, damit rechneten die eingesetzten Beamten wohl vorher nicht. Anstatt den Deliquenten widerstandlos mitzunehmen, trafen sie auf etwa hundert bis hundertfünfzig Männer, die sich mit dem Betroffenen solidarisierten und seine Festnahme verhinderten. Klugerweise zogen sich die lediglich vier Beamten deeskalierend zurück. Tags später kamen sie mit zwei Hundertschaften zurück und nahmen das gesamte Sammellager überfallartig auseinander, viele Bewohner fest und den gesuchten Togolesen mit. Der 23-jährige wurde verhaftet und weggebracht und die Politik in Person des Baden-Württembergischen Innenministers äußerten sich in maßlosem Getöse und nahezu hysterischen Dramatisierungen und Unterstellungen gegenüber der Öffentlichkeit. Man habe gezeigt, dass man “keine rechtsfreien Räume” dulde und ein Exempel statuiert, suhlte sich der Landesinnenminister in einer Vehemenz, als habe seine Polizei den Papst aus den Klauen des IS gerettet. Weiterlesen

Im gefährlichsten Land der Welt

Von Eduard Fritsch
Die Berichterstattung über die Maras in den hiesigen Medien

Auf der letzten Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, die vom 7. bis zum 11. März 2018 stattfand, war auch El Salvador vertreten. María Luz Nóchez, Journalistin der salvadorianischen Internetzeitung „El Faro“, besuchte die ITB und den Stand ihres Landes. Ihr Kommentar: „Zwischen all den Vorzügen des Klimas, den vielfältigen Landschaften und dem guten Straßennetz tauchen die Worte Sicherheit, Gewalt und Pandillas (gleichbedeutend mit Maras, Gangs, Verbrecherbanden, d. Red.) an keiner Stelle auf. In der offiiellen Darstellung, mit der El Salvador als Tourismusziel angepriesen wird, gibt es keine Pandillas. War El Salvador früher für seinen Kaffee bekannt, so macht es heute Schlagzeilen mit den Leichen, die 60 Morde auf 100000 Einwohner*innen im letzten Jahr hinterließen. Heutzutage wäre es nicht übertrieben zu sagen, dass in diesem Land mehr Tote produziert werden als Kaffee.“ Weiterlesen

Erfolg von WTO-Klage gegen US-Zölle keineswegs sicher

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström bemühen sich seit Montag in Washington um Ausnahmen für die EU von den durch US-Präsident Donald Trump verhängten Schutzzöllen gegen Stahl-und Aluminumimporte. Für den Fall des Scheiterns dieser Bemühungen prüft Malmströms Brüsseler Stab bereits die Möglichkeit, die USA vor der Welthandelsorganisation (WTO) zu verklagen. Zu diesem Vorgehen hatte unter anderen Bundesbankpräsident Jens Weidmann der EU geraten. Brasilien, nach Kanada zweitgrößter Stahlexporteur in die USA, hat eine gemeinsame Klage mit weiteren Ländern angedroht, Weiterlesen

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